Platonische Liebe
Verbundenheit und Freundschaft auf rein geistiger Ebene und ohne sexuelles Interesse
Als Platonische Liebe wir die Liebe zweier Menschen zueinander genannt, die ohne sexuelle Interessen ist und sich bloß in dem Gefühl starker Verbundenheit und Zuneigung ausdrückt. Eine platonische Beziehung ist also eine starke Form der Freundschaft.
Platonische Liebe wird eine Liebe ohne sexuelle Erfüllung genannt. Nichtsexuelle Liebe ist alltäglicher, als sie auf den ersten Blick erscheint. Eltern lieben ihre Kinder ohne erotische Begierde und ebenso Kinder ihre Eltern. Auch Geschwister, Großeltern und andere vertraute Menschen lieben wir manchmal so. Diese alltäglichen Formen nichtkörperlicher Liebe sind jedoch nicht gemeint. Platonische Liebe meint nur die liebende Keuschheit, wo Keuschheit nicht selbstverständlich ist. Also zwischen einem Mann und einer Frau oder - bei Veranlagung - auch zwischen Frau und Frau oder Mann und Mann. Die Gründe für eine platonische Liebe können ganz verschieden sein. Zu unterscheiden ist vor allem, ob die Keuschheit freiwillig oder erzwungen ist. Eine platonische Liebe kann einfach nur eine unerwiderte Liebe sein, eine Schwärmerei. Falls die Liebe erwidert wird, kann ihr "Vollzug" durch gesellschaftliche Konventionen verhindert werden. Auch körperliches Unvermögen kann der sexuellen Erfüllung im Wege stehen. Am unwahrscheinlichsten und deshalb literarisch ergiebigsten ist die freiwillige platonische Liebe. Die Beweggründe für so eine bewusst vergeistigte Liebe liegen in asketischen Idealen, die vielen Religionen und anderen Ideologien innewohnen. Was ist das Platonische an der platonischen Liebe? Wenig. Platon selbst hatte noch keinen Begriff von der platonischen Liebe. Den hat erst im 15. Jahrhundert ein christlicher Bewunderer Platons erfunden: Marsilio Ficino aus Florenz. Zumindest ging er dabei von der Leibferne der platonischen Lehre reiner, unkörperlicher Ideen aus.
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