Schriftsteller werden - Vom Werk bis zum Verlag

Der Beruf des Schriftstellers hat für viele Menschen eine besondere Anziehungskraft. Zu den unumstrittenen Vorteilen dieses Berufes zählen die Möglichkeit, sich selbst verwirklichen zu können, frei planbare Arbeitszeiten sowie ein gewisser Bekanntheitsgrad. Die Schriftsteller, die mit ihrem Hobby aber wirklich ihren Lebensunterhalt bestreiten können, sind die Ausnahme. Lernen Sie, welche Möglichkeiten bestehen, Schriftsteller zu werden, und ob dies einen lohnenswerten Beruf darstellt.

Wir informieren darüber, wie man Schriftsteller wird - doch lohnt es sich heutzutage überhaupt, Autor zu werden?

Der Beruf des Schriftstellers: ein Überblick

Der Beruf des Schriftstellers zählt zu den Autoren. Während Autoren sich jedoch beispielsweise auch mit sachlichen Texten beschäftigen, schreiben Schriftsteller ausschließlich literarische Texte. Dabei kann es sich beispielsweise um

  • Gedichte (Lyrik)
  • Romane
  • Dramen

etc. handeln. Die Bezeichnung des Schriftstellers zählt zu den freien Berufen; ein festes Arbeitsverhältnis liegt nicht vor. Die Arbeitsweise kann ganz unterschiedlich ausfallen; so kann man an einen festen Verlag gebunden sein, unter dessen Namen man seine Romane veröffentlicht. Auch das Verfassen von kleineren Texten für Zeitschriften und Zeitungen ist möglich.

Werdegänge

Eine klar definierte schriftstellerische Ausbildung gibt es nicht - wer sich in diesem Bereich beruflich betätigen möchte, ist in der Regel als Autodidakt unterwegs. So kann es sich "nur" um einen intensiven Leser handeln, der irgendwann auch das Schreiben für sich entdeckt. Oder man war als Autor tätig und findet nun auch in literarischen Texten Gefallen.

Doch auch das Erlernen und Vertiefen der Fähigkeit in diversen Seminaren und Kursen ist mögich. Zudem gibt es Fernstudiengänge, die sich beispielsweise mit dem kreativen Schreiben befassen.

Eine schreibhandwerkliche Ausbildung nach Vorbild der USA, wo das Creative Writing Bestandteil der Hochschulausbildung ist, gibt es hierzulande an der an der Universität Leipzig sowie an der Universität Hildesheim; dort ist der Studiengang zum diplomierten Schriftsteller möglich.

Aufgaben

Das Aufgabengebiet eines Schriftstellers kann sehr vielfältig sein; es umfasst nicht nur das Schreiben ansich. Besonders wichig ist die Vorbereitung, die Sammlung an Ideen, um diese überhaupt erst auf Papier bringen zu können. Zu den Tätigkeiten eines Schriftstellers zählen u.a.:

  • das Recherchieren in Büchern, Zeitungen, im Internet etc.
  • das Führen von Gesprächen und Interviews
  • das Erstellen eines Konzepts und einer Gliederung
  • das Schreiben
  • das Ändern und Formatieren eines Textes
  • das Verhandeln mit einem Verlag
  • das erneute Bearbeiten
  • Lesungen/Lesereisen
Ein geschriebenes Buch muss mehrfach redigiert und angepasst werden
Ein geschriebenes Buch muss mehrfach redigiert und angepasst werden

Schriftsteller werden

Als Schriftsteller werden Autoren literarischer Texte bezeichnet. Schriftsteller sind in jedem Genre tätig; sie verfassen Zeitschriftenartikel oder schreiben Bücher und erzielen damit abhängig von der Anzahl der verkauften Exemplare einen finanziellen Gewinn. Ob haupt- oder nebenberuflich - mit Talent, Fleiß und etwas Glück kann jeder Schriftsteller werden.

Voraussetzungen

Wer Schriftsteller werden will, muss keine Ausbildung absolvieren und arbeitet in der Regel auf freiberuflicher Basis. Um die Chancen auf die Veröffentlichung eines literarischen Werkes zu erhöhen, sollten angehende Schriftsteller bestimmte Voraussetzungen mitbringen.

  • Die Fähigkeiten, sich anderen mitteilen und Leser berühren zu können, sind hierbei von übergeordneter Bedeutung.
  • Zudem sollte man die grundlegenden Schreibtechniken beherrschen und anwenden können.
  • Schriftsteller müssen nicht nur Spannung aufbauen, sondern auch mit stilistischen Mitteln arbeiten und einen roten Faden verfolgen können.
  • Auch eine gute Rechtschreibung und Grammatik sollte man vorweisen.

Vorüberlegungen

Bevor man sein erstes großes Werk schreibt, sollte man ein paar Vorüberlegungen anstellen. In welchem Genre möchte ich schreiben, welchen Stil möchte ich vertreten? Für die ersten Versuche ist es sinnvoll, sich nicht konkret auf ein Genre festzulegen, sondern sich in verschiedenen zu versuchen.

Auch mit der Frage, über wie viel Erfahrung man überhaupt schon im Schreiben verfügt und ob diese ausreicht, Texte leserorientiert zu verfassen, sollte man sich beschäftigen. Womöglich ist es sinnvoll, zunächst einen Schreibkurs zu besuchen oder in einer Schreibgruppe aktiv zu werden. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man grundlegende Techniken erlernt, sondern man kann hier auch Kontakte knüpfen und Informationen bekommen, die eine Veröffentlichung des eigenen Buches entscheidend beeinflussen können.

Seinen eigenen Schreibstil sollte man kritisch hinterfragen
Seinen eigenen Schreibstil sollte man kritisch hinterfragen

Erste Veröffentlichung

Für die erste Veröffentlichung empfehlen sich vor allem kleinere Zeitschriftenartikel oder Artikel für Sammelbände, in denen mehrere Autoren mitwirken. Aber natürlich können auch ganze Bücher Verlagen vorgestellt werden. Vorher sollte die Rohfassung allerdings mehrfach überarbeitet und von Bekannten gelesen werden.

Als Leseprobe reicht den meisten Verlagen ein ausgewähltes Kapitel sowie eine kurze Zusammenfassung des Buches. Die Leseprobe sollte optisch ansprechend aufgearbeitet sein und möglichst an mehrere Verlage gesendet werden. Von Vorteil kann auch eine persönliche Kontaktaufnahme mit Verlagsmitarbeitern auf einer Buchmesse sein.

Rückmeldung

Mit etwas Glück erhält man nach wenigen Wochen oder Monaten eine positive Rückmeldung von einem Verlag und kann sein Buch zum Druck freigeben. Auch wenn die Auflage zunächst wahrscheinlich nur eine überschaubare Anzahl von Exemplaren umfasst und der finanzielle Gewinn niedrig ist - der erste Schritt zum Schriftsteller ist gemacht.

Zum Schreiben eines Buches gehört auch sehr viel Recherchearbeit
Zum Schreiben eines Buches gehört auch sehr viel Recherchearbeit

Lohnt es sich, Schriftsteller zu werden?

Die Tatsache, dass es nur wenige Menschen gibt, die es schaffen, einem Verlag erfolgreich ihr Werk zu präsentieren, schreckt viele Schriftsteller von dem Gedanken, ihr Hobby zum Beruf zu machen, ab.

Eigene Vorstellungen klären

Ob und für wen es sich heutzutage lohnt, Schriftsteller zu werden, ist zunächst einmal abhängig von den Vorstellungen und Zielen, die man sich setzt. Für den Hobbyautoren, der sich etwas Geld nebenbei verdienen möchte, kann sich die schriftstellerische Arbeit mehr lohnen als für denjenigen, der das Ziel verfolgt, hauptberuflich als Schriftsteller zu arbeiten. Denn nur die wenigsten finden einen festen Verlag, der die eigenen Werke druckt und veröffentlicht.

Vorteile der nebenberuflichen Tätigkeit

Für Schriftsteller, die nebenberuflich hin und wieder einen Artikel oder sogar ein Buch veröffentlichen, lohnt sich die Arbeit als Autor nicht nur in finanzieller, sondern auch in vielerlei anderer Hinsicht. Mit dem Schreiben von eigenen literarischen Werken schult man seine sprachlichen Fähigkeiten und bildet sich.

Die Möglichkeit, seine Fantasie einsetzen zu können und sich in andere Welten zu denken, kann zur Entspannung beitragen und eine Abwechselung im stressigen Alltag sein. Wer als Hobbyschreiber anfängt und zunächst kleine Beiträge veröffentlicht, hat zudem eine größere Chance, als Schriftsteller für Verlage interessant zu werden und irgendwann sein Hobby zum Beruf zu machen.

Die Überlegung der hauptberuflichen Tätigkeit

Die hauptberufliche Tätigkeit lohnt sich meist nur wenn man bei einem Verlag unter Vertrag ist
Die hauptberufliche Tätigkeit lohnt sich meist nur wenn man bei einem Verlag unter Vertrag ist und so seine Bücher veröffentlichen kann

Hat man erst einmal einen festen Verlag gefunden und besitzt man den nötigen Ehrgeiz und Fleiß, lohnt sich auch die hauptberufliche Arbeit als Schriftsteller. Als ein bei den Lesern anerkannter und beliebter Autor lässt sich als Schriftsteller auch heutzutage noch viel Geld verdienen. Dabei ist der Lohn meistens abhängig von der Anzahl der verkauften Bücher.

Zudem können öffentliche Vorlesungen oder der Gewinn von Literaturpreisen den Verdienst steigern. Beste Chancen auf eine Karriere als Schriftsteller hat man dann, wenn viele Leser Interesse an den eigenen Werken finden. Dies kann man z.B. erreichen, indem man zeitgenössische Themen aufgreift und die Leser mit dem ersten Buch zum Kauf der nachfolgenden anregt.

Fazit

Schlussfolgernd ist angehenden Schriftstellern also anzuraten, sich keine falschen Vorstellungen und Hoffnungen zu machen und nebenbei einem weiteren Verdienst nachzugehen. Man sollte sich zudem bewusst machen, dass es nicht mehr nur auf die Qualität des Schreibens alleine ankommt, um ein Buch zu einem Bestseller zu machen. Viele Prominente aus anderen Bereichen haben aufgrund ihres Bekanntheitsgrades oft größere Chancen bei Verlagen als talentierte und ambitionierte Jungautoren.

Quellen:

  • Gabriele L. Rico: Garantiert schreiben lernen: Sprachliche Kreativität methodisch entwickeln - ein Intensivkurs: Sprachliche Kreativität methodisch entwickeln - ein ... der modernen Gehirnforschung, rororo, 2004, ISBN 3499616858
  • Lutz von Werder: Lehrbuch des Kreativen Schreibens: mit 22 Schreibbildern von Frank Steinicke, Marixverlag, 2007, ISBN 3865391486
  • Manfred Plinke: Schriftsteller - Vom Schreiben leben: Beruf · Chancen · Honorare: Beruf, Chancen, Honorare, erfolgreiches Veröffentlichen, Autorenhaus, 2004, ISBN 3932909410
  • Dorothea Brande: Schriftsteller werden: Der Klassiker über das Schreiben und die Entwicklung zum Schriftsteller, Autorenhaus, 2009, ISBN 3866710690
  • Julia Cameron: Von der Kunst des Schreibens: Und der spielerischen Freude, die Worte fließen zu lassen, Droemer Knaur, 2003, ISBN 3426871955

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