Paläste - Merkmale und ein Überblick über die schönsten Paläste Deutschlands und der Welt

Im Gegensatz zu anderen Ländern werden in Deutschland nur wenige Prachtbauten als Paläste bezeichnet. Stattdessen sind diese repräsentativen Gebäude hier als Schlösser bekannt. Beide Namen haben dieselbe Bedeutung - sowohl bei Palästen als auch bei Schlössern handelt es sich um Profanbauten, die Wohn- und Repräsentationszwecken dienen, nicht aber kirchlichen. Hierzulande und besonders auch weltweit gibt es viele beeindruckende Paläste, die einen Besuch wert sind. Lesen Sie, was einen Palast ausmacht und wo man solche Prachtbauten bestaunen kann.

Bei einem Palast handelt es sich um einen prachtvollen, repräsentativen Bau in einer Stadt - häufig werden auch Schlösser als Paläste bezeichnet

Bei einem Palast handelt es sich um einen Prachtbau, welcher zu den schlossähnlichen Bauten gezählt werden kann. Er hat einen repräsentativen Charakter und wird in einer Stadt erbaut. In beinahe allen europäischen Sprachen findet sich der Begriff des Palastes wieder, so etwa:

  • in Frankreich: palais
  • in Spanien: palacio
  • in Italien: palazzo
  • in Polen: pałac
  • in den Niederlanden: paleis
  • in England: palace
  • in Tschechien: palác
  • in Schweden: palats

Genutzt wird der Palast als Wohn- oder Regierungssitz und ist damit gleichzusetzen mit einem Stadtschloss.

Herkunft und Merkmale

Aus dem antiken Rom stammen die Sieben Hügel, von denen einer den Namen "Palatin" trägt. Aus genau diesem ist auch der Name für das Bauwerk entsprungen. Die Namensherkunft von "Palatin" ist jedoch nicht klar; man geht von der Ableitung von "Pales", einer Feldgottheit aus.

Der Hügel galt seit Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. als beliebtes Wohnviertel, auch für einige Kaiser in Rom. Somit nutzte man "Palatin" im Laufe der Zeit auch als Name für prunkvolle Wohngebäude.

Paläste als luxuriöse und schlossähnliche Bauten in der Stadt
Paläste als luxuriöse und schlossähnliche Bauten in der Stadt

Geschichte

Bis heute wird der Begriff "Palast" in unterschiedlichen Bauformen verwendet. Je nachdem gab es unterschiedliche Merkmale der Bauten. Im Mittelalter handelte es sich bei einem Palast um den Wohnbau in einer Burg, genuzt für

  • den Empfang von Gästen
  • die Bewirtung von Gästen oder
  • Versammlungen.

Die somit verwendete Bezeichnung für einen Speisesaal passt wiederum zum lateinischen "palatium" in den Klöstern. In der Renaissance stand der Begriff "palazzo" für ein unbefestigtes Wohngebäude eines kirchlichen oder weltlichen Bauherrn. Dieses lag immer in der Stadt.

Auch die Stadtschlösser in Frankreich tragen die Bezeichnung "Palast" bzw. "palais", im gegensatz zu den auf dem Land liegenden Châteaus. Während das Palais von der Königsfamilie bewohnt wird, handelt es sich beim "Hôtel particulier", mit dem das Stadtpalais häufig verglichen wird, beispielsweise für hohe Beamte gedacht ist.

Auch im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung "palais" in vielen Gegenden zu finden; in der Epoche des Barock wurde die französische Sprache bevorzugt, sodass sich dies auch in den Namen der Bauten widerspiegelte. Russland folgte mit dem Begriff Palast als Name für imposante Residenzen.

In England wiederum fallen auch Paläste auf dem Land in diese Kategorie. Hier werden allgemein Residenzbauwerke zwischen Spätrenaissance bis zum 19. Jahrhundert gemeint; Schlösser und Burgen bezeichnet man als "castle".

Funktion und Vielfalt

Der Palast steht für ein deutliches Symbol für die Macht eines Herrschers über seine Untertanen. Die Ausstattung ist prunkvoll, die Größe von großer Bedeutung, um die bestehende Ordnung zu festigen - typisch ist der übermäßige Verbrauch von Arbeitskraft und materiellen Ressourcen.

Typisch sind zudem Dauerhaftigkeit und hohe Sicherheit. Die Funktionen der Repräsentation der Herrschaft sowie des Wohnsitzes werden in manchen Bauwerken auch baulich getrennt. Zudem sind ökonomische, religiöse sowie administrative Funktionen möglich.

Die Identifikation eines Palastes bei archäologischen Funden ist nicht immer einfach. Typisch für diese Bauwerke sind

  • Monumentalität
  • aufwendige Planung der Architektur
  • eine von anderen Bauwerken separierte Lage sowie
  • eine reiche Einrichtung.

Solche Faktoren muss man stets im Zusammenhang mit den Wohngebäuden im selben Ort analysieren; häufig gibt es Überschneidungen mit sakralen Bauten wie z.B. Tempeln.

Deutschlands schönste Paläste

Die Liste von schönen und bekannten Prachtbauten in Deutschland ist lang. Viele größere Städte verfügen über historisch bedeutende und optisch beeindruckende Paläste oder Schlösser. Die schönsten davon stellen wir Ihnen im Folgenden in der Übersicht vor.

Das Schweriner Schloss

Das Schweriner Schloss befindet sich auf der Schlossinsel im Herzen der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Früher diente der Palast als Residenz der Herzöge von Mecklenburg, heute ist er Sitz des Landtages und Wahrzeichen der Stadt.

Vom ursprünglichen Schloss, das um 965 errichtet wurde, ist heute nichts mehr zu sehen. Im 19. Jahrhundert wurde dem Schweriner Schloss durch Neu- und Umbaumaßnahmen im Baustil des romantischen Historismus neuer Glanz verliehen.

Das Schloss Neuschwanstein

Der vermutlich bekannteste Prachtbau Deutschlands ist Schloss Neuschwanstein. Dieser oft als Märchenschloss bezeichnete Palast König Ludwigs II. beeindruckt mit seinen zahlreichen

und verfügt über einen fünfgeschossigen Palas, in dem sich die Wohnräume des Königs und seiner Dienerschaft befanden. Bedeutende Räume im Schlossinneren sind zudem der Thronsaal und der Sängersaal.

Schloss Neuschwanstein
Schloss Neuschwanstein

Das Schloss Güstrow

Südlich von Rostock befindet sich das Schloss Güstrow. Erst nach zwei Bränden im 16. Jahrhundert wurde die ehemalige Burg zu einem prächtigen Palast ausgebaut und diente als Residenz verschiedener Herzöge.

Später wurde das Schloss zudem als Kriegslazarett und Altenheim genutzt, bevor es zwischen 1963 und 1978 umfassend restauriert wurde. Heute ist in dem Schloss ein Museum untergebracht.

Das Schloss Glücksburg

Das Renaissanceschloss Glücksburg liegt malerisch inmitten eines Sees an der Flensburger Förde. Besucher können nicht nur das Schloss mit seiner Kapelle und dem Roten Saal, sondern auch

  • den angrenzenden Wirtschaftshof
  • den Schlossgarten und
  • den Schlossteich

besichtigen. Zudem ist es möglich, auf Schloss Glücksburg zu heiraten.

Schloss Wernigerode

Gut sichtbar auf einer Anhöhe in Wernigerode befindet sich das gleichnamige Schloss aus dem 12. Jahrhundert. Der im Barockstil umgebaute Palast verfügt über eine eigene Schlosskirche und dient heute als Museum.

Das Palais Holstein

Einer der wenigen in Deutschland noch namentlich als Palast bezeichneten Prachtbauten ist das Palais Holnstein in München. In der Anlage mit Innenhof residierte im 18. Jahrhundert Graf von Holnstein. Seit 1818 befindet sich hier der Dienstsitz des Erzbistums von München und Freising.

Nun widmen wir uns noch einigen europa- und weltweit bekannten Schlössern...

Imposante Paläste Europas und weltweit

Sie beeindrucken nicht nur durch ihre imposante Architektur, sondern auch durch ihre prunkvolle Innenausstattung und historische Bedeutung. Bei der Besichtigung eines Palastes kommen also nicht nur Architekturfreunde, sondern auch Kulturliebhaber und Geschichtsinteressierte auf ihre Kosten. Europaweit gibt es zahlreiche Paläste, die vom öffentlichen Publikum besucht werden können.

Der Buckingham Palace

Zentral in London befindet sich der weltberühmte Buckingham Palace, der noch heute als Residenz der britischen Königsfamilie dient. Während der Palast in seinen Anfängen noch ein großes Haus war, in dem der Herzog von Buckingham sowie später auch Königin Charlotte wohnten, wurde er ab 1820 unter König Georg IV. umgebaut.

Die Baumaßnahmen endeten im Jahr 1847 mit der Fertigstellung des heutigen prachtvollen Palastes. Zu diesem Zeitpunkt diente das Gebäude schon zehn Jahre lang als Hauptwohnsitz der britischen Königsfamilie. Heute zieht es jährlich Millionen von Besuchern auf das Gelände der königlichen Residenz.

Viele wollen Zeuge der rituellen Wachablösung vor dem Palast sein, andere melden sich für eine Führung durch den mehr als 700 Zimmer fassenden Prunkbau an. Ein Höhepunkt hierbei ist die Besichtigung des Ballsaals. Weitere Informationen zum Buckingham Palace erhalten Sie hier.

Der Dogenpalast

Ein imposanter italienischer Palast ist der Dogenpalast in Venedig. Noch heute gilt er als einer der bedeutendsten gotischen Profanbauten, der vor allem durch seine Architektur und seine innere Ausstattung besticht. An der Stelle des heutigen Palastes stand bereits um 814 das Dogenkastell, das aber erst im 14. Jahrhundert mit einer Umgestaltung die heutige Gestalt annahm.

In dem Palast, der sich direkt neben der berühmten Kirche San Marco befindet, ist heute ein Museum untergebracht. Besucher können sich so auch einen Eindruck von der prunkvollen Innenausstattung machen.

Der Palacio Real

Im spanischen Madrid steht der Palacio Real, der auch als Madrider Stadtschloss bezeichnet wird und aufgrund seiner Größe schon von weitem ins Auge fällt.

Die barocke Anlage ist quadratisch aufgebaut und verfügt über mehr als 2.000 Säle und Zimmer. Der früher als königliche Residenz genutzte Palast beherbergt heute ein Museum, in dem nicht nur Gemälde großer Maler ausgestellt werden, sondern sich auch eine der weltgrößten Waffensammlungen befindet.

Palácio Nacional da Pena (Portugal)

In Portugals Sintra steht der Pena National Palace, ein Schloss, welches 1840 im Auftrag des portugiesischen Titularkönigs und Königsgemahls Ferdinand II. gebaut wurde. Es befindet sich auf den Ruinen eines Klosters und wird auch als Portugals Neuschwanstein bezeichnet.

Palace of Mysore (Indien)

Der Amba Vilas ist einer der berühmtesten Paläste Indiens. Er liegt zentral in der Stadt Mysore und war einst Wohnsitz der Maharajas im ehemaligen Fürstenstaat Mysore. Noch heute bewohnen Nachfahren der Maharajas einen Teil dieses Bauwerkes.

Potala Palast (Tibet)

In Tibets Lhasa steht ein ganz besonderer Palast. Der Potala-Past diente dem Dalai Lama bis 1959 als Wohnsitz. Der Prachtbau thront auf dem Berg "Mar-po-ri", 130 Meter über der Stadt.

Im Jahr 1994 wurde er als "Historische Ensemble Potala-Palast in Lhasa" als Weltkulturdenkmal auf die UNESCO-Liste des Welterbes gesetzt. Heute befindet sich u.a. ein staatliches Museum darin.

Königlicher Palast (Belgien)

In der belgischen Hauptstadt Brüssel steht der Königliche Palast, offizieller Palast des belgischen Königs. Er steht für die konstitutionelle Monarchie. Heute fungiert es als königliches Büro und Wohnsitz des Prinzen; des Weiteren gibt es dort ein Museum.

Katharinenpalast (Russland)

In Russlands Puschkin, inmitten des Katharinenparks, findet man den bekannten Katharinenpalast. Der Park zählt zu den fünf Landschaftsparks in Puschkin.

Der Palast diente früher als Zarenresidenz und wurde, nachdem er im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, originalgetreu nachgebaut. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem prachtvollen Bauwerk.

Fürstenpalast in Monaco

Auch der Fürstenpalast in Monaco zählt zu den berühmten Vertretern. Man bezeichnet ihn auch als Fürstenpalast der Grimaldis; er dient als offizielle Wohnsitz des Fürsten von Monaco.

Zeitweise können Besucher das sich im Palast befindliche Museum besuchen. Detailliertere Informationen zum Fürstenpalast der Familie Grimaldi finden Sie hier.

Weitere berühmte Paläste

Imposante Paläste können auch in vielen weiteren Ländern besichtigt werden.

  • Reste des ehemals riesigen Palastes des König Minos befinden sich auf der Insel Kreta.
  • Die archäologischen Ausgrabungen in Knossos ziehen heute zahlreiche Touristen an.
  • Ein bekannter russischer Palast ist der im Barockstil erbaute Winterpalast in St. Petersburg.

Ebenso sehenswert:

  • die Paläste von Jodhpur (Indien)
  • das Monasterio de San Lorenzo de El Escorial (Spanien)
  • der Große Königspalast von Bangkok
  • Hampton Court (England)
  • die Palastanlage von Topkapi (Türkei)
  • der der kaiserliche Sommerpalast (China)

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Quellenangaben
  • Fiaker vor der Alten Hofburg, Wien © pure-life-pictures - www.fotolia.de
  • Schloss Neuschwanstein © Sauerkraut - www.fotolia.de
  • bouquet des mariés © Philippe Alarcon - www.fotolia.de

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