Tipps zum Kaufen und Einrichten eines Terrariums

Beim Einrichten des Terrariums gilt es, einige Punkte zu beachten, abhängig von den Lebensbedürfnissen der jeweiligen Tiere. Das nötige Zubehör erhält man in Terraristikshops - online oder in der Stadt. Neben der Bepflanzung spielen auch Licht und Temperatur eine wichtige Rolle. Je nach Tierart sind zudem verschiedene Versteck- und Klettermöglichkeiten von Bedeutung. Holen Sie sich Tipps zum Kaufen und Einrichten eines Terrariums.

Bei der Einrichtung von Terrarien muss man besonders die Faktoren der Klimatisierung berücksichtigen - Wichtig sind zudem u.a. Pflanzen

Der Kauf eines Terrariums

In Terraristikshops finden Terrarianer alles, was sie für ihr faszinierendes Hobby brauchen. Neben herkömmlichen Fachgeschäften gibt es auch zahlreiche Terraristikshops im Internet.

Das Internet macht es möglich, dass immer mehr Waren online gekauft werden. So können auch Terrarienliebhaber wichtiges Terraristikzubehör oder Futter für die Tiere über das Internet erwerben. Viele Terrarienfans sind jedoch skeptisch und fragen sich, ob sie nicht doch lieber ein klassisches Fachgeschäft in der Stadt aufsuchen sollten. Letztlich haben beide Varianten ihre Vorzüge.

Der Einkauf im klassischen Terraristikgeschäft

In klassischen Terraristikgeschäften erhält man meist nicht nur komplette Terrarien, sondern auch deren Bewohner wie zum Beispiel Geckos, Bartagamen, Chamäleons oder Schlangen. Darüber hinaus findet der Terrarianer dort auch alle Zubehörteile, die er zur Pflege der Tiere oder zum Einrichten und Dekorieren seines Terrariums braucht. Dazu zählen vor allem

  • Lampen
  • Leuchtmittel
  • Bodengrund und
  • Thermostate.

Wichtig ist natürlich, dass das Geschäft über ein umfangreiches Sortiment sowie über kompetente Beratung verfügt. Letztere ist vor allem für Neulinge überaus wichtig. Viele Terraristikgeschäfte haben auch den Vorteil, dass sie die Tiere in Pflege nehmen und sie mit allem Nötigen versorgen, wenn der Besitzer zum Beispiel einmal in den Urlaub fährt.

Die Qualität eines Terraristikshops lässt sich zudem an Nachzuchten von Reptilien erkennen. Anstatt Tiere aus freier Wildbahn zu kaufen, ist es besser, Reptilien auszuwählen, die bereits in Gefangenschaft gezüchtet wurden. So empfiehlt es sich, beim Kauf stets nach der Herkunft des Tieres zu fragen.

Der Einkauf im Online-Terraristikgeschäft

Herkömmliche Terraristikgeschäfte bieten also zahlreiche Vorteile. Das gilt jedoch auch für Terraristikshops im Internet.

Zu den größten Vorteilen gehören vor allem die günstigen Preise. Diese lassen sich durch einen geringeren Kostenaufwand erzielen. So fallen verschiedene Kostenfaktoren wie Ladenmiete, hohe Stromkosten oder Lohnkosten weg, da es sich bei vielen Online-Terraristikshops lediglich um kleine Ein-Mann-Unternehmen handelt.

Da für diese Shops meist nur Kosten für die Lagerung und das Internet anfallen, sind sie imstande, günstige Preisangebote zu machen. Für Terrarianer ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil, da Terraristik ein kostspieliges Hobby sein kann.

Allerdings gilt es zwischen guten und schlechten Onlineshops zu unterscheiden. So gibt es ein paar Kriterien, an denen man einen seriösen Terraristikshop erkennen kann. Dazu gehören vor allem

  • kurze Lieferzeiten
  • Zuverlässigkeit
  • Kulanz
  • gute Qualität des Futters und der Zubehörteile
  • telefonische Erreichbarkeit bei Fragen sowie
  • eine kompetente Beratung.

Hat man sich für Shop und Terrarium entschieden, kommt es nun auf die richtige Einrichtung an...

Die Einrichtung eines Terrariums

Im Gegensatz zum Aquarium sind Terrarien für landlebige Tiere oder Pflanzen konzipiert und bestehen aus stabilen Materialien wie Holz, Kunststoff und Glas. Im Inneren wird der Lebensraum der gehaltenen Tiere oder Pflanzen so genau wie möglich nachgebildet. Hierzu zählen neben der optischen Einrichtung wie

  • Bepflanzung
  • Bodengrund und
  • Dekoration, die unter anderem Schlupfwinkelmöglichkeiten bietet,

auch die Temperatur Luftfeuchtigkeit oder die Beleuchtung. Demnach existieren keine Standardwerte für Terrarien; diese orientieren sich an den Lebensbedürfnissen der Insassen - so können unterschiedliche Arten wie Urwald-, Wüsten- oder Großraumterrarien vorkommen.

Pflanzen

Bei der Bepflanzung steht der Terrarianer zunächst vor der Entscheidung für künstliche oder echte Pflanzen. Die echten Pflanzen werden, sollten sie zusammen mit Tieren gehalten werden, deren Lebensräumen angepasst und so findet man häufig

  • Kakteenarten
  • Bromeliengewächse
  • Aloearten oder
  • Orchideen.

Diese helfen mit, die Luftfeuchtigkeit im Terrarium zu halten. Im Gegensatz zu manchen künstlichen Pflanzen sind sie ein Blickfang und lassen die Umgebung natürlicher wirken. Sie müssen vor der Einpflanzung gründlich untersucht werden, so dass keine Parasiten eingeschleppt werden können.

Bei Kakteen muss die stachelige Oberfläche kontrolliert und die Stacheln eventuell gekürzt werden, damit sich anwesende Tiere nicht verletzen. In diesen Fällen bieten die künstlichen Gewächse einen Vorteil; ebenso leiden sie nicht und sterben eventuell ab, sollten sie mit wühlfreudigen Tieren in einem Terrarium gehalten werden.

Tiere

In Sachen Tierhaltung finden sich die unterschiedlichsten Arten in Terrarien:

  • Reptilien (unter anderem Schlangen, Geckos oder Schildkröten)
  • Amphibien (beispielsweise Frösche oder Molche)
  • kleine Säugetiere (wie Wüstenrennmäuse, aber auch Hamster oder Fledertiere)
  • Insekten oder
  • Spinnen.

Die Entscheidung für eine Tierart liegt neben den persönlichen Vorlieben sowohl in der Zeit, die man investieren möchte, dem Platz, den man zur Verfügung hat, als auch bei den Kosten. Denn nicht nur die Tiere an sich, sondern auch deren Pflege liegen in unterschiedlichen Preisklassen.

Die Auswahl des richtigen Tiers richtet sich nach Zeit, Platzverhältnissen und Kosten
Die Auswahl des richtigen Tiers richtet sich nach Zeit, Platzverhältnissen und Kosten

Was für die richtige Klimatisierung eines Terrariums zu beachten ist

Bevor man ein Terrarium einrichtet und in Betrieb nimmt, müssen einige wichtige Dinge beachtet werden. Dazu gehört auch das optimale Klima.

Damit sich ein Tier in einem Terrarium auch wohl fühlen und entfalten kann, benötigt es die klimatischen Verhältnisse, die seiner Spezies entsprechen. Mit einer passenden Terrariumtechnik ist es möglich, diese Verhältnisse so weit wie es geht zu gewährleisten.

Klimafaktoren in einem Terrarium

Zu den wichtigsten Klimafaktoren in einem Terrarium gehören vor allem

  • die Temperatur von Luft und Boden
  • die Belüftung und Entlüftung der Anlage sowie
  • die relative Luftfeuchtigkeit.

Aber auch die Beleuchtung spielt eine wichtige Rolle, denn bei den meisten Terrarienbewohnern handelt es sich um wechselwarme Tiere.

Normalerweise kommt es zum Absinken der relativen Luftfeuchtigkeit, wenn Heizung und Beleuchtung des Terrariums länger in Betrieb sind. Da bei kleinen Terrarien die Gefahr von raschen Klimaänderungen besteht, ist es erforderlich, die Klimawerte mithilfe der entsprechenden Regeltechnik ständig neu zu regulieren, damit die Einstellung optimal ist.

In einem größeren Terrarium dauert es dagegen länger, bis sich das Klima verändert. Außerdem besteht bei einer größeren Anlage die Möglichkeit, unterschiedliche Temperaturzonen einzurichten. Auf diese Weise können die Terrariumsbewohner die Klimazone aufsuchen, die ihnen am meisten behagt.

Hinweise zur Belüftung

Eine gut funktionierende Belüftung ist wichtig, um einen Sauerstoffmangel bei den Tieren zu vermeiden, und ebenso Fäulnis, Kondenswasserbildung und Schimmelbildung. Um einen Luftaustausch zu ermöglichen, eignen sich zum Beispiel Strahler mit aluminiumbeschichteter Abschirmung sowie Computer-Ventilatoren.

Bei sehr feuchten Terrarienarten bietet sich eine zusätzliche Belüftung durch ein Gitter am unteren Frontscheibenrand oder am Deckel. Hierbei ist es wichtig, Zugluft zu vermeiden.

Hinweise zur Beheizung und Beleuchtung

Die Beheizung eines Terrariums hängt auch von dem jeweiligen Terrarientyp ab. Bei einem Wüstenterrarium wird die eine Hälfte der Anlage mit einer Heizmatte ausgestattet. Die andere Hälfte bleibt unbeheizt, wodurch die Tiere eine Rückzugsmöglichkeit haben.

Für Tiere, die nachtaktiv sind, wird zudem die Verwendung von Heizsteinen empfohlen, deren Oberfläche eine Temperatur von 30 bis 45 Grad Celsius erreicht. Wichtig ist auch die Installation eines Spotstrahlers, der als Wärmestrahler dient. Die Tiere können sich auf diese Weise sozusagen sonnen.

Für eine moderate Strahlungswärme werden Keramikstrahler empfohlen. In einem Regenwaldterrarium sollte eine milde Bodenheizung zur Anwendung kommen, um die Gleichmäßigkeit der Temperaturen so weit wie möglich zu gewährleisten.

Bei der Beleuchtung des Terrariums empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass die Leuchtmittel für ein ausgeglichenes Spektrum sorgen. Um auch größere Terrarien mit genügend Licht zu versorgen, kann man auf hochwertige Reflektoren zurückgreifen.

Mithilfe der Beleuchtung sollen die originalen Lichtverhältnisse, die für die jeweiligen Tier- und Pflanzenarten wichtig sind, möglichst genau simuliert werden. Die richtige Wahl ist daher sehr wichtig. Mögliche Lichtquellen auf einen Blick:

  • Energiesparlampen: feuchtraumsicher, spenden aber ein kaltes Licht
  • Halogenlampen: gut für kleine Terrarien - hohe Leuchtkraft, Wärmeabgabe und breites Farbspektrum
  • Keramische Wärmestrahler: gut für die nächtliche Erwärmung des Terrariums - geben kein Licht ab
  • Glühlampen: werden lediglich bei nachtaktiven Tieren verwendet - verbreiten nur unzureichend viel Licht und geringes Farbspektrum und erreichen die Mindesttemperatur häufig nicht
  • Strahler: sorgen für ein Temperaturgefälle, erreichen mit 40-Watt-Lampen und 30 cm Höhe eine Temperatur zwischen 35 und 45 °C
  • Leuchtstofflampen: gut für ein Paludarium; geben viel Licht, aber wenig Wärme ab und sind energiesparend
  • Quecksilberhochdrucklampen: gut für mittelgroße bis große Wüsten- und Steppenterrarien; hohe Lichtausbeute und Wärmeabgabe

Bodengrund

Die Wahl des Bodengrunds trifft man in Abhängigkeit von Terrarientyp und der entsprechenden Tier- und Pflanzenart. Am häufigsten werden folgende Gründe verwendet:

  • Aquarienkies: nur für Wasserteil zu empfehlen, kann ansonsten gefressen werden und zu Verstopfung führen; eine regelmäßige Reinigung ist notwendig
  • Blumenerde: für Trockenterrarien geeignet, stinkt und verrottet jedoch schnell bei Nässe; die alte Blumenerde darf keinerlei Pestizide enthalten
  • Blähton: besonders für Quarantäneterrarium zu empfehlen, kann Feuchtigkeit gut aufnehmen; eine regelmäßige Reinigung ist notwendig
  • Hobelspäne: für die Schlangenhaltung geeignet, nicht jedoch für Schildkröten und Echsen - Verstopfungsgefahr
  • Sand: für viele Tierarten geeignet; ein regelmäßiger Austausch ist aufgrund der Feuchtigkeitsaufnahme und dem daraus folgenden Bakteriennährboden erforderlich - Vorsicht bei Bodenheizung: Sand speichert Wärme; es kann zu einer Überhitzung kommen
  • Lauberde und Baumrinde: sehr gutes Pflanzensubstrat; eine vorherige Desinfektion durch trocken Erhitzung ist notwendig, um Keim- und Schimmelbildung zu vermeiden
  • Waldboden: besonders für Wald- und Regenwaldterrarien mit dichter Bepflanzung geeignet; zum normalen Bodensubstrat gibt man etwas Boden aus dem Wald - kein Düngen oder Austauschen des Bodengrunds mehr nötig

Es gibt zudem noch eine Vielzahl weiterer Bodengründe, wie etwa

  • Orchideensubstrat
  • Kokoshumus
  • Fußbodenbelag
  • Korkstücke
  • Rindenspäne
  • Kunstrasen
  • Moos sowie
  • Maispellets

Kletter- und Versteckmöglichkeiten

Neben den eingesetzten Pflanzen lassen sich Kletter- und Versteckmöglichkeiten in einem Terrarium auch aus Steinen oder Holz realisieren. Steine kommen besonders für Tiere aus Steppen, Wüsten oder Gebirgen in Frage.

Sie können als Sonnenplatz genutzt werden, bieten jedoch auch gute Unterschlupfmöglichkeiten, etwa in Form einer Höhle oder zum einfachen Drunterkriechen für kleinere Tiere. Beim Einsezten der Steine sollte man stets darauf achten, dass sie direkt und fest auf dem Boden stehen; bestimmte Tierarten graben gerne - es gilt, Unfälle durch umstürzende Steine zu vermeiden.

Doch auch Holz ist - je nach Tierart - ein beliebtes Material, um daraus ein kleines Kletterparadies zu gestalten. Phelsumen etwa klettern gerne auf Bambus herum; mit ihren Haftlamellen können sie sich problemlos über das glatte Holz bewegen.

Raue Äste eignen sich jedoch ebenso gut. Diese findet man beispielsweise im Wald. Bevor man sie im Terrarium verbaut, sollte das Holz unbedingt gereinigt bzw. sterilisiert werden.

Kleine Äste lassen sich zu diesem Zweck abkochen; größere Exemplare kann man in die Badewanne mit sehr heißem Wasser legen. Das anschließende Trocknen ist ebenfalls wichtig - je nach Astgröße kann man dies in einer Sauna oder einem Backofen bewerkstelligen.

Rückwände

Rückwände im Terrarium erweitern das Versteck- und Kletterangebot. Neben Holz oder auch Stein - wenn gut befestigt - bieten sich auch Wände aus

  • Torfplatten
  • Korkplatten
  • Baumfarnplatten
  • Korkrinde oder
  • eingefärbtem Styropor

an. Allerdings verzichtet man mittlerweile meist auf Baumfarn, da es sich um stark gefährdete Bäume handelt.

Quellen:

  • Harald Jes: Das Terrarium, Gräfe & Unzer, 1998, ISBN 3774237050
  • Astrid Falk: Grundkurs Terraristik, Ulmer (Eugen), 2005, ISBN 3800147858
  • Eugene Bruins: Terrarien-Enzyklopädie, Nebel Verlag, 2000, ISBN 3895557102
  • Thomas Wilms: Terrarieneinrichtung. Grundlagen, Materialien und Methoden, Natur und Tier-Verlag, 2005, ISBN 3931587908
  • Oliver Drewes: Terrarientiere von A bis Z, Gräfe & Unzer, 2004, ISBN 3774263167

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  • grünes reptil versteckt sich © Stefan Redel - www.fotolia.de
  • Gewöhnliche Mamba (Dendroaspis angusticeps) im Terrarium © bennytrapp - www.fotolia.de

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