Die Hundesprache - Hundegestiken und Hundemimiken richtig deuten

Junge blonde Frau mit kurzen Haaren mit ihrem Hund, Gesicht an Gesicht

Die funktionierende Kommunikation zwischen Mensch und Hund ist für den Alltag sehr wichtig - wir geben Tiipps zum Verstehen des Hundes

Als Gestik wird die Summe von einzelnen Gesten bezeichnet. Sie sind der Ausdruck von innerer, aber auch charakterlicher Haltung. Hunde als Haustiere kommunizieren durch Lautgeben und Gesten mit dem Menschen, aber auch untereinander. Hunde verfügen zudem über eine Vielzahl von Gesten, um miteinander zu kommunizieren. Für den Menschen sind diese manchmal kaum erkennbar, oft werden sie missverstanden. Um Beißattacken zu vermeiden, sollte sich jeder Mensch mit den Kommunikationsgebaren von Hunden auskennen.

Die Gesten des Hundes

Kommunikation zwischen Mensch und Tier

Ganz allgemein wird von der Hundesprache gesprochen. Gemeint ist damit eine Form der Kommunikation - also sich selbst verständlich machen, und den anderen verstehen können. Unter Menschen geschieht das durch Sprache und Gesten.

Im Verhältnis zwischen Mensch und Tier entfällt die artikulierte Sprache als Kommunikation. Als Möglichkeiten verbleiben Rufe, Laute und Gesten.

Dem Tier, in diesem Fall dein liebgewonnenen Vierbeiner, geht es ebenso. Er kennt keine artikulierte Sprache. Seine Sprache ist eine Mischung aus Lautgeben und aus Gesten.

Es ist jetzt die Aufgabe des Hundehalters als demjenigen mit Verstand, seinen Hund richtig zu verstehen. Dafür gibt es einerseits eine allgemein gültige Hundegestik, die auf das Tier als solches zutrifft.

Jeden Hund als Individuum erkennen lernen

Andererseits ist jeder Hund ein Einzelwesen. Als solches entwickelt er individuelle Eigenschaften, die seine Artgenossen nicht oder nicht so ausgeprägt haben. Hier ist der Hundehalter gefragt, diese Eigenschaften zu erkennen, sie richtig zu deuten und auf sie einzugehen.

Bei einem gut und normal erzogenen Hund, ohne psychische Störungen oder Hemmnisse, sind das in aller Regel positive, man könnte sagen liebenswerte Eigenschaften. Der Hund kann sie nur durch seine Hundegestik ausdrücken - in der Hoffnung, dass sie von seinem Herrn als dem Hundehalter erkannt wird, und dass der bestenfalls richtig, also tiergerecht beziehungsweise individuell, darauf reagiert.

Wenn dieses Miteinander zwischen Mensch und Tier funktioniert, dann hat der Hund ein buchstäblich schönes Hundeleben. Auch das drückt er durch die eine oder andere Hundegestik aus.

Es kommt ganz entscheidend darauf an, dass der Hundehalter seinen Vierbeiner möglichst gut kennt und versteht. Das kostet Zeit, die er sich im Interesse des Tieres nehmen sollte. Bei einem liebevollen Zusammenleben ist das für den Hundehalter eine Selbstverständlichkeit.

Ganz das Herrchen - Hunde sind vom Charakter her oft dem Besitzer ähnlich

Blonde Frau lacht mit geschlossenen Augen, wird von Hundewelpe in Gesicht abgeleckt
Young woman and sweet puppy playing around © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Ähnlichkeiten zwischen Hundebesitzern und ihren häuslichen Verbeinern beruhen keineswegs nur auf der hämischen Nachrede spöttischer Mitmenschen, berichtet das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau.

Zwei Forscher der University of California (USA) haben es nachgewiesen. Die Psychologen Dr. Michael M. Roy und Dr. Nicholas J. S. Christenfeld ließen Studenten die Fotos von Hunden und deren Eigentümer zuordnen. In der Mehrzahl der Fälle gelang ihnen das, bei reinrassigen Hunden öfter als bei Mischlingen.

Bei aller Ähnlichkeit spielte es übrigens keine Rolle, wie lange Mensch und Tier schon unter einem Dach lebten. Die Spürnasen Roy und Christenfeld ziehen daraus den Schluss: "Die meisten Menschen suchen sich ein Tier aus, das ihnen sowohl vom Charakter als auch vom Aussehen her sympathisch ist. Gleich und Gleich gesellt sich eben gern."

Hunde riechen die Angst vom Menschen

Wer sich vor einem Hund fürchtet, der ihm knurrend gegenübersteht, hat ein Problem: "Das Tier nimmt den Angstgeruch wahr und wird bei ihm eher zubeißen als bei jemandem, der diesen Angstgeruch nicht ausströmt", erklärt Professor Hanns Hatt, Biologe an der Ruhr-Universität Bochum im Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau.

Hunde können rund 1000 Düfte unterscheiden, etwa dreimal so viele wie der Mensch. Bei Gefühlen wie Freude, Aufregung, Wut, Glück, Traurigkeit oder eben auch Angst produziert unser Körper Geruchsstoffe (Pheromone), die Menschen nur unbewusst wahrnehmen.

Hundesprache wird oft fehl gedeutet

Hund: Schwarzer Labrador liegt auf Gras mit Herbstblättern
truffe d'automne © cynoclub - www.fotolia.de

Eine Studie, durchgeführt von Tierforscherin Alexandra Horowitz vom Barnard College in New York, hat ergeben, dass Menschen eigene Vorstellungen und Verhaltensweisen auf den Hund übertragen. Das Tier verhält sich nicht nur so seinem Herrchen gegenüber, wie dieses es verlangt, sondern interpretiert der Besitzer genauso in dessen Verhalten, wie er es erwartet.

In dem Versuch prägten Hundebesitzer ihrem Hund ein, im Raum befindliche Leckereien nicht anzurühren und ließen sie daraufhin mit dem Essen alleine. Ein Teil der Hunde bekam daraufhin die Leckerei zu essen, die Anderen jedoch nicht. Die Besitzer, jeder in der Annahme sein Hund hätte davon gegessen, tadelten ihr Tier. Daraufhin zeigte jeder der Hunde einen schuldbewussten Blick. „Es ist eben das, was die Besitzer sehen möchten“, so Alexandra Horowitz.

Verhaltensforschung: Hunde richten ihr Verhalten nach der Persönlichkeit des Halters

Junge Frau mit Hundewelpen, weißer Hintergrund
Cute puppies and young woman © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Verhaltensforscher von der Universität Wien haben herausgefunden, dass sich Hunde in ihrem Verhalten an der Persönlichkeit des Hundehalters ausrichten. Sie untersuchten 22 Mensch Hund-Paare.

Die Paare mussten in einen neuen Raum gehen. Während der Mensch Bilder betrachten und bewerten sollte, hatte der Hund keine speziellen Aufgaben. Die Szene wurde per Kamera aufgezeichnet und dann ausgewertet.

Zusätzlich musste der Hundehalter einen Fragebogen ausfüllen, in dem er nach Persönlichkeitsmerkmalen befragt wurde. Die fünf erfragten Hauptkategorien waren: Extraversion, Verträglichkeit, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus, also Ängstlichkeit und Neigung zur Grübelei. Außerdem mussten die Halter über die Beziehung zu ihrem Hund Fragen beantworten.

Es zeigte sich, dass die Hunde von emotional instabilen Persönlichkeiten, die in dem Tier eine soziale Stütze sahen, immer in der Nähe des Herrchens oder Frauchens blieben. Die Hunde von stabilen Persönlichkeiten, die den Hund eher als Sozialpartner betrachteten, bewegten sich im Raum frei umher.

Hunde verstehen Menschen am besten

Junge umarmt seinen Hund, Golden Retriever
Boy and Golden Retriever © sonya etchison - www.fotolia.de

Der Hund gilt nicht ohne Grund als bester Freund des Menschen. Er versteht so gut wie kein anderes Tier, was ein Mensch von ihm will. Selbst Schimpansen können da nicht mithalten. Dies ergab eine Versuchsreihe von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

So waren Hunde in der Lage, die Geste eines Menschen zu deuten. Sie brachten genau den Gegenstand, auf den eine Person zeigte. Schimpansen holten zwar auch ein Objekt, allerdings ein beliebiges. Sie ignorierten bei ihrer Auswahl die Geste des Menschen.

Selbst wenn der Hund den Gegenstand nicht sehen konnte, schleppte er den richtigen herbei. Das zeigt, wie flexibel die Vierbeiner mit den Gesten von Menschen umgehen können. Kein anderes Tier scheint es dabei mit dem Hund aufnehmen zu können.

Die Forscher sind der Ansicht, dass diese Fähigkeit durch die Anpassung des Hundes an das Leben mit dem Menschen entstanden ist. So sind sie nur dann in der Lage, den korrekten Gegenstand auszuwählen, wenn sie Blickkontakt mit ihrer Bezugsperson haben. Ansonsten wählen sie, wie die Schimpansen, ein beliebiges Objekt. Die Aufnahmefähigkeit des Hundes steigt, wenn er mit seinem Namen angesprochen wird.

Der Wolf, der der Stammvater unserer heutigen Hunde ist, versteht den Menschen, selbst wenn er von einem aufgezogen wurde, nicht so gut. Sie sind zwar lernfähig, allerdings können sie niemals so flexibel im Umgang mit Menschen sein wie Hunde.

Der beste Freund des Menschen: Hunde leiden mit Herrchen und Frauchen

Junge blonde Frau mit kurzen Haaren mit ihrem Hund, Gesicht an Gesicht
liebevoll © Klaus-Peter Adler - www.fotolia.de

Was Hundebesitzer längst wissen, haben nun auch Wissenschaftler erkannt: Hunde können tatsächlich Mitgefühl mit ihren Besitzern zeigen. Britische Forscher führten einen Psychotest mit 18 verschiedenen Haushunderassen durch und beobachteten, wie die Hunde darauf reagierten, wenn ein Mensch in ihrer direkten Umgebung plötzlich anfing zu weinen.

Sämtliche Hunde nahmen Anteil daran und zeigten sich fürsorglich - egal ob es sich um den eigenen Besitzer handelte oder um eine fremde Testperson. Bei Herrchen oder Frauchen kümmerten sie sich jedoch noch intensiver um den weinenden Menschen.

Um zwischen echtem Mitgefühl und Heuchelei zu unterschieden, wurde den Menschen ein tierischer Laut zwischen Summen und Brummen beigebracht, der die Neugierde der Hunde erregen sollte. So wollten die Forscher sicher gehen, dass die Hunde nicht nur aus Neugierde auf die weinende Person reagierte. Und tatsächlich: Lediglich das Weinen sorgte bei den Hunden für Empathie, während das Brummen einfach ignoriert wurde.

Insofern können sich Hundebesitzer nun sicher sein: Wenn es ihnen schlecht geht und der Hund sie mitfühlend ansieht, meint er es wirklich ernst.

Verhalten sich Hunde anders, wenn das Herrchen oder das Frauchen krank ist?

Blonde Frau lacht mit geschlossenen Augen, wird von Hundewelpe in Gesicht abgeleckt
Young woman and sweet puppy playing around © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Britische Forscher wollten wissen, ob sich Hunde anders verhalten, wenn das Herrchen oder auch das Frauchen krank ist. Frei nach dem Motto: „Zeig mir deinen Hund und ich sag dir, was dir fehlt.“ Dazu haben die Forscher Hunden spezielle Halsbänder angebracht und 17 wesentliche Aktivitäten von einem Hund vermerkt. Unter anderen gehörten dazu Bellen, Schnüffeln, Heucheln, Zittern, Kauen und Trinken.

Geht man nun vom Verhalten eines völlig gesunden Hundes aus, so lassen sich Veränderungen recht schnell feststellen. Hunde und Menschen leben nun bereits viele Jahrhunderte zusammen und haben eine sehr starke emotionale, als auch soziale Bindung zueinander entwickelt, die bewirkt, dass sich das Verhalten eines Hundes ändert, wenn es dem Besitzer nicht gut geht.

Den Forschern zufolge könnten Angehörige älterer Menschen oder Pfleger über den Hund feststellen, ob das Herrchen einmal medizinisch untersucht werden müsste ohne dabei zu indiskret zu erscheinen. Selten stattfindende Spaziergänge und unregelmäßige Fütterungen haben sehr wohl einen Einfluss auf den Hund und könnten Anlass geben, dass man sich den Gesundheitszustand von Herrchen oder Frauchen etwas näher anschaut.

Wie die Hunde die Aufmerksamkeit des Menschen auf sich ziehen

Hund: Schwarzer Labrador liegt auf Gras mit Herbstblättern
truffe d'automne © cynoclub - www.fotolia.de

Forscher untersuchten in einer Studie die Verhaltensweise der Hunde beispielsweise, mit welchen Tricks sie versuchen sich beim ihrem besten Freund, dem Menschen, einzuschmeicheln.

So wissen wir, dass Katzen beispielsweise, wenn sie ihr Futter haben wollen, durch ihr Schnurren versuchen, die Aufmerksamkeit des jeweiligen Menschen zu erwecken. Oftmals klingt dies dann wie das Schreien von Kleinkindern, wenn diese hungrig sind. Bei den Hunden kommt es aber besonders auf den bekannten Hundeblick an. Besonders wenn das Tier die Augenbrauen in die Höhe zieht und somit die Augen größer erscheinen lässt.

Bei ihrer Studie wählten aber die Forscher nicht irgendein Labor aus, sondern gingen in ein Tierheim. Und tatsächlich spielt die Mimik der Hunde eine große Rolle. Je nachdem wie die Hunde auch die eventuellen neuen Besitzer anschauten, weckten sie mehr das Interesse und fanden schneller ein neues Zuhause. Wie die Forscher vermuten, hat sich aber dies in den ganzen letzten 19.000 Jahren nicht viel geändert, seit der Wolf zum besten Freund des Menschen wurde.

Hundeblick setzt Hormone bei Frauchen und Herrchen frei

Die tiefe Bindung von Hund und Mensch basiert unter anderem auf hormonellen Bindungsverstärkern

Schwarzer Hundekopf guckt nach links, Menschenhand stupst auf die Hundenase
wet nose © davidcrehner - www.fotolia.de

Der Hundeblick lässt Frauchens oder Herrchens Herz höher schlagen. Schauen sich beide tief in die Augen, wird vermehrt das sogenannte "Kuschelhormon" Oxytocin ausgeschüttet. Das haben japanische Wissenschaftler herausgefunden, die Urinproben von Mensch und Hund untersuchten.

Demnach steigern Blickkontakte die gegenseitige Bindung. Zwischen Wölfen und Menschen sind diese hormonellen Bindungsverstärker jedoch nicht vorhanden.

Unterschied zwischen Rüden und Hündinnen

In einem weiteren Versuch sprühten die Forscher den Vierbeinern Oxytocin in die Nase. Daraufhin suchten die Tiere verstärkt Blickkontakt zu ihren Besitzern. Dieser Test funktionierte jedoch lediglich bei weiblichen Hunden. Rüden reagierten nicht so stark auf das extern verabreichte Oxytocin. Möglicherweise schaltet das Hormon bei weiblichen Hunden andere hormonelle Regelkreise an, die das Bindungsverhalten beeinflussen.

Elterliche Empfindsamkeit

Der Oxytocin-Regelkreis ähnelt nach Meinung der Wissenschaftler dem zwischen Müttern und Kindern. Dies könnte der Grund sein, weshalb die tiefe Bindung von Hund und Mensch, über Artgrenzen hinweg, entstanden ist. Hunde würden so einen Vorteil aus den menschlichen elterlichen Empfindsamkeiten ziehen.

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die unterschiedlichen Hundegesten und ihre Bedeutungen.

Die Spielaufforderung

Hunde spielen gerne. Das gilt auch für diejenigen Rassen, die für bestimmte und ernst zu nehmende Aufgaben erzogen werden.

Wenn Spür- oder Suchhunde ihre Arbeit erledigt haben und dafür belohnt worden sind, dann suchen auch sie Abwechslung mit Spielen und Toben. Dazu gehört bei allen Hunden unter anderem der entsprechende Auslauf.

Typische Hundegestik zur Spielaufforderung

Die ganz typische Hundegestik zur Spielaufforderung ist das Senken des Vorderkörpers. Die beiden Vorderpfoten werden etwas breitbeinig aufgestellt, und zur Bestätigung der Spielaufforderung wedelt der Vierbeiner freudig mit seinem Schwanz, der bei Hunden und Füchsen auch Rute genannt wird.

Jetzt liegt es am Hundehalter, die Erwartungen seines Hundes zu erfüllen. Erfolgt diese Spielaufforderung innerhalb der Wohnung, dann weiß der Hund aus der Erfahrung heraus, dass es jetzt hinaus ins Freie geht. Dort besteht wahlweise die Gelegenheit zum freien Auslauf oder zum Laufen an der buchstäblich langen Hundeleine.

Zusätzliches Lautgeben

Die Aufforderung zum Spielen unterstreicht der Hund, zusätzlich zu seiner Geste, mit einem Bellen als Lautgeben. Der Hund weiß, dass die Körpersprache allein nicht ausreichend oder immer erfolgversprechend ist.

Wenn er nicht gesehen wird, weil sein Hundehalter anderweitig beschäftigt ist, dann wird mit einem mehr oder weniger hartnäckigen Bellen nachgeholfen. Das akustische Signal ist auf jeden Fall wahrnehmbar, weil es auch durch mehrere Räume hindurch unüberhörbar ist.

Kommunikation zwischen Hunden

Diese Spielaufforderung gilt im Übrigen auch in der Hundekommunikation zwischen den Tieren. Die Hunde kennen diese Gestik, hören das Bellen und können jetzt reagieren. Entweder nehmen sie die Spielaufforderung an, oder sie drehen sich weg.

In dieser Situation zeigt sich ein Charakterzug desjenigen Hundes, der gerne spielen möchte. Setzt er nach, bellt er dem anderen Hund hinterher, oder gibt er sofort auf.

Beim Menschen ist das anders, weil der Hund erfahrungsgemäß weiß, dass seine Spielaufforderung erkannt wird, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes ein offenes Ohr findet. Man könnte vor diesem Hintergrund sagen, dass es der Hund mit seinem Halter oftmals einfacher hat als mit seinen Artgenossen.

Optimistische Hunde, pessimistische Hunde

Die Bedürfnisse optimistischer und pessimistischer Hunde sind unterschiedlich

Ein Hundewelpen und Katzenjunges sitzen auf einer Wiese und gucken sich an
Hund und Katze © Carola Schubbel - www.fotolia.de

Forscher der Universität Bristol fanden heraus, dass nicht nur Menschen optimistisch oder pessimistisch sein können, sondern auch ihre vierbeinigen Freunde, die Hunde.

Verhaltensweisen von optimistischen und pessimistischen Hunden

Beobachtet wurden für diese Studie 24 Hunde, die gerade in ein Tierheim gekommen waren. Zunächst wurden sie mit einem Betreuer, einen Tag darauf alleine in einem Raum gelassen. Pessimistische Vierbeiner erkenne man demnach zum Beispiel daran, dass sie aus Angst vor dem Alleinsein bellen, an der Türe scharren oder sogar die Wohnung in der Abwesenheit des Herrchens verwüsten. Optimistischen Hunden macht das Alleinsein dagegen keineswegs etwas aus.

Hundecharakter spiegelt sich auch im Fressverhalten wieder

In einem weiteren Versuch wurden Hunde auf einen Napf voller Hundeköstlichkeiten losgelassen. Diejenigen Vierbeiner, die zögerten, waren ebenfalls diejenigen, die zuvor im Alleinsein das Angstverhalten aufwiesen. Die Hunde, die sofort auf den Napf losrannten, hatten auch keine Probleme damit, mal alleine gelassen zu werden. Hundehalter sollten darum zukünftig mehr auf die Bedürfnisse ihrer Vierbeiner achten und die Pflege auf die individuellen Charaktere ihrer Hunde anpassen.

Die aufmerksame Haltung

Jeder Hund ist von Haus aus bestrebt, im Sinne des Hundehalters alles richtig zu machen. Er möchte gefallen, gelobt und belohnt werden.

Dazu tut er vieles; er ist rund um die Uhr wachsam und aufmerksam. In seiner Konzentrationsphase zeigt er mit Stirnfalten und Stirnrunzeln fast menschenähnliche Züge.

Dass ein Hund sehr gelehrig sein kann, zeigt er spätestens im Rahmen seiner Hundeerziehung. Sie ist das Ergebnis von sich wiederholenden Situationen und Vorgaben. Nicht umsonst heißt es umgangssprachlich, dass der Hund ein Gewöhnungstier ist.

Ergänzend dazu ist er aber auch von Natur aus aufmerksam. Sowohl der große Schäferhund als auch der kleine Rauhaardackel möchte seinen Herrn und dessen Umgebung bewachen.

Dazu ist der Hund stets wachsam. Er liegt zwar auf seiner Ruhedecke, seine Augen und Sinne hingegen sind hellwach.

Typische Hundegestik der aufmerksamen Haltung

Wenn es dann aus seiner Sicht ernst wird, dann kann das der Halter an der Gestik seines Hundes sehr gut erkennen. Der Kopf wird deutlich angehoben und ergänzend dazu leicht schräg gehalten. Die Stirn liegt in Falten, als würde der Hund nachdenklich.

Entscheidend ist die gesamte Körperhaltung. Sie wirkt leicht angespannt, als wäre der Hund buchstäblich auf dem Sprung. Die Ohren sind vielfach nach vorne gerichtet, während die Haltung des Schwanzes unverändert bleibt.

Der Blick des Hundes fixiert den Punkt, wo er den Auslöser für seine erhöhte Aufmerksamkeit sieht oder vermutet. Eine Vorderpfote wird leicht angehoben oder angewinkelt.

Hundegestik deuten

Anhand dieser Hundegestik erkennt der Hundehalter, dass etwas nicht stimmt. Der Hund erkennt oder wittert eine plötzlich neue, ihm bisher nicht bekannte oder noch nicht erkannte Situation. Die kann sowohl von außen komme als auch bewusst vom Hundehalter hervorgerufen sein, so wie bei der Hundeerziehung.

Sie ist die beste Gelegenheit, dass der Hundehalter seinen Hund zu verstehen lernt. Durch ein genaues und sich wiederholendes Beobachten sieht er, wie die aufmerksame Haltung seines Hundes mit welcher Hundegestik aussieht.

Ob er seine Vorderpfote hebt, anwinkelt oder nicht, ob die Stirn tatsächlich faltig wird, oder wie intensiv der Hund seine Ohren einsetzt, um zu wittern, zu sehen und zu erkennen. Hier kann der Hundehalter ein ganz eigenes Kapitel der Hundesprache lernen.

Hunde und Katzen: Zwei, die unterschiedlicher kaum sein könnten

Hundewelpe und Katzenbaby zusammen auf der Couch
puppy and kitten © Hagit Berkovich - www.fotolia.de

Tierfreunden und Hobby-Philosophen gemäß soll sich die Menschheit ja in zwei Gruppen teilen: Die der Hundemenschen und die der Katzenmenschen. Eine Unterscheidung, die durchaus Sinn machen könnte - zumindest, wenn man sie mit einem Augenzwinkern betrachtet. Denn tatsächlich könnten Hund und Katze unterschiedlicher kaum sein, weshalb sie auch jeweils einen ganz spezifischen Menschentyp für sich begeistern.

Katzen beispielsweise gelten nicht umsonst als unabhängig und eigenwillig: Kommandos wie Pfötchen oder Sitz sind den Stubentigern ein Gräuel; wann geschmust oder gekratzt werden darf, das entscheidet die Katze ebenfalls ganz für sich allein. Und wenn ihr etwas nicht passt, dann kann sie wirklich ungemütlich werden.

Ganz anders hingegen der Hund: Er gilt als treuer Begleiter, dessen Bindung zum Menschen ganz besonders eng werden kann. Als typisches Rudeltier führt er gern Aufgaben und Kommandos für Herrchen oder Frauchen aus, die er als seine Alphatiere betrachtet. Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich eine konsequente Erziehung. Ohne die tut auch der Hund, was ihm beliebt bzw. was er für richtig erachtet - ganz ähnlich also wie die Katze...

Die drohende Imponierhaltung

Auch der Haushund ist ein Raubtier. Als eine Unterart des Wolfes gehört er zur Gattung von Wölfen und Schakalen.

Jeder von ihnen möchte als Stärkster der Oberhund sein. Den Platz muss er sich im Rudel erkämpfen, wozu auch das natürliche Imponiergehabe beiträgt.

Wenn der Hund nicht erzogen wird, dann bleibt er, wie es genannt wird, wild. Er verhält sich so, wie er es in der freien Natur als wilder, als ein nicht erzogener Hund, unter anderen Artgenossen auch tun würde.

Der Hund wird von klein auf von seinem Hundehalter mehr oder weniger gut, streng und konsequent erzogen. Je besser diese Erziehung ist und nachhaltig wirkt, umso zweifelsfreier erkennt der Hund seine eigenen Grenzen und das Verhältnis zu seinem Hundeerzieher.

Der Hund traut sich nur das, was er darf. Er spürt es instinktiv, wenn diese Balance nicht mehr ausgewogen ist und wird sofort versuchen, so wie in der freien Wildnis auch, als Oberhund der Anführer zu werden.

Typische Hundegestik der drohenden Imponierhaltung

Der Hundehalter erkennt diese Situation an den ganz hundetypischen Drohgebärden, die ein Bestandteil der Hundegestik und der allgemeinen Hundesprache sind. Der selbstsichere Hund spannt seinen Körper straff und hebt den Kopf.

Er fixiert sein Gegenüber, in diesem Falle den Hundehalter. Das Kinn wird leicht zum Brustkorb hingezogen, so dass das Hundegesicht deutlich erkennbar ist.

Die Nackenhaare sind aufgestellt, buchstäblich gesträubt, und die Ohren gerade nach vorne gerichtet. Der Schwanz ist deutlich angehoben.

Die Lippen, beim Hund als Lefzen bezeichnet, sind gekräuselt, wodurch die Vorderzähne frei liegen und sichtbar werden. Akustisch wird diese Imponierhaltung durch ein tiefes Knurren unterstrichen.

Hundegestik deuten

Der Hund drückt in seiner Gestik und Hundesprache aus, dass er dazu bereit ist, um seine Position zu kämpfen. Im Verhältnis zum Hundehalter sollte es dazu nicht kommen.

Anders sieht es unter den Hunden als Artgenossen aus. In diesem Falle wird nicht sofort gebissen, aber doch abgedrängt, geschoben oder gescharrt.

Dieses Verhaltensspektrum gehört zur Imponierhaltung des Hundes - ganz unabhängig davon, wie gut er erzogen ist. Zwischen Hundehalter und Hund muss das unterbunden werden.

Eine solche Situation ist das deutliche Zeichen dafür, dass der Hundehalter seine Position als anerkannter Oberhund verloren hat oder sie zumindest gefährdet. Der Instinkt des Hundes als Raubtier darf niemals vergessen, vernachlässigt oder unterschätzt werden.

Schlabbern und schlürfen: So trinken Hunde und Katzen

Spezialkameras decken nun die unterschiedlichen Trinkgewohnheiten von Hund und Katze auf

Liegender Hund neben sitzender Katze, schauen sich an, weißer Hintergrund
Dog and cat on white background © Michael Pettigrew - www.fotolia.de

Wer schon einmal seinem Hund beim Trinken zugeschaut hat, konnte beobachten, dass der Vierbeiner das Wasser aus seinem Napf schlabbert, aber nicht schlürft.

Trinkaufnahmen mit Spezialkameras

Die Umgebung bleibt dabei in der Regel nicht trocken. Hunde trinken so schnell, dass man den genauen Vorgang mit bloßem Auge kaum wahrnehmen kann. US-amerikanische Strömungsdynamiker haben daher Spezialkameras benutzt, um dem Trinkvorgang auf den Grund zu gehen.

Der Hund

Der Hund rollt seine lange, breite Zunge nach hinten und bildet auf diese Weise eine Art Kelle. Diese Kelle tunkt er in das Wasser, zieht sie blitzschnell zurück in sein Maul und reißt so die Flüssigkeit mit in die Höhe.

Dabei erzeugt er eine Beschleunigung, die dem Fünffachen der Erdanziehungskraft auf das Wasser entspricht. Nun schnappt der Hund mit seiner Schnauze nach der Flüssigkeit, die dank der Trägheit für einen kurzen Moment am hinteren Teil der Zungenunterseite hängen bleibt. In kleinen Häppchen befördert er das Wasser in sein Maul.

Die Katze

Katzen stippen dagegen nur an der Wasseroberfläche. Sie legen ihre Zunge flach auf die Wasseroberfläche und ziehen sie dann schnell zurück. Durch die rasante Geschwindigkeit und die ununterbrochene Wiederholung des Zungenschlages entsteht eine Art Wassersäule. Dabei spritzt es erheblich weniger als beim Hund.

Herkunft entscheidend

Die unterschiedliche Vorgehensweise beim Trinken erklärt sich durch die Herkunft der Tiere. So stammen die Vorfahren der Katze in der Regel aus trockenen Regionen, in denen Wasser knapp war.

Ihnen standen lediglich kleine und häufig sehr flache Pfützen zur Verfügung. Die Urahnen des Hundes waren dagegen eher in feuchten Gegenden zu Hause und konnten tiefere Gewässer wie Flüsse und Seen mit reichlich Wasser als Quelle nutzen.

Die ängstlich-aggressive Haltung

Eine ängstlich-aggressive Haltung gibt es nicht bei einem vertrauensvollen Miteinander zwischen Hundehalter und Hund. Diese Situation kann jedoch unter Artgenossen auftreten, denn nicht jeder Hund ist so selbstsicher und stark wie der andere.

Der liebevoll umsorgte Haushund wird gar nicht in die Situation kommen, sich gegenüber dem Hundehalter sicher- oder ängstlich-aggressiv zu verhalten. Das Miteinander ist vielmehr wohlwollend und spielerisch, was der Hund instinktiv spürt. Dementsprechend entspannt und zutraulich verhält er sich.

Ganz anders kann es sein, wenn der etwas unsichere Hund auf andere Hunde trifft - sei es in der Hundeschule, oder auf dem Hundespielplatz. Auch hier kann der Hundehalter an der Hundegestik und an der Art von Bellen oder Knurren erkennen, ob sein Vierbeiner angreift oder doch lieber das Weite sucht.

Die ängstlich-aggressive Haltung kommt vorallem beim Aufeinandertreffen mehrerer Hunde vor
Die ängstlich-aggressive Haltung kommt vorallem beim Aufeinandertreffen mehrerer Hunde vor
Typische Hundegestik der ängstlich-aggressiven Haltung

Denn auch unsichere oder ihrem Gegenüber unterlegene Hunde haben ein ganz natürliches Imponiergehabe. Trotzdem ist es eine eher ängstlich-aggressive Haltung, die sie sowohl körperlich als auch akustisch zeigen. Sie greifen nicht an, sondern verteidigen sich.

Ihr Körper ist ebenfalls angespannt, allerdings leicht abgeduckt. Der Schwanz hat eine waagerechte und abgespreizte Haltung nahe zum Körper hin.

Die übrige Gestik, inklusive einem kurzen stoßartigen Bellen oder langanhaltenden Knurren, ist dem des selbstsicheren Gegenüber recht ähnlich. Die Ohren sind mehr angelegt als aufrecht gestellt, und die Lefzen werden sehr weit, deutlich weiter als bei dem sicher wirkenden Hund, nach oben gezogen.

Hundegestik deuten

Hier zeigt sich für den Hundehalter, wie er in dieser Situation seinen Vierbeiner einschätzen kann. Dementsprechend sollte er ihn schützen oder zurückhalten.

Die Körpersprache des Hundes drückt deutlich aus, ob er sich überlegen oder unwohl in dieser Situation fühlt. Aus der sollte ihn der Hundehalter befreien.

Wenn sich diese etwas unsichere Aggressivität gegen ihn selbst richtet, sozusagen als ein Versuch, dann muss erziehungsmäßig durchgegriffen werden Der Hund muss erkennen und akzeptieren, dass der Hundehalter der Oberhund ist. Auch das defensive Drohen des Hundes ist eine Drohgestik. Gegenüber dem Halter ist das ein No-Go.

Akustisch muss zwischen dem Knurren und einem Grollen unterschieden werden. Das eine kann durchaus ein Lautgeben von Wohlbefinden sein, während Grollen immer und unmissverständlich als eine letzte Warnung vor dem Angriff verstanden sein will.

Wissenschaftler beweisen: Hunde können Gesichter auseinanderhalten

Zur Erkennung ihres Herrchens orientieren sich Hunde auch an dessen Gesicht

Blonde Frau lacht mit geschlossenen Augen, wird von Hundewelpe in Gesicht abgeleckt
Young woman and sweet puppy playing around © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Forscher an der italienischen Uni Padua haben eine Studie mit Hunden durchgeführt und dabei festgestellt, dass diese ihren Besitzer nicht nur am Geruch oder an der Stimme erkennen, sondern auch am Aussehen. Dies sei in wissenschaftlichen Kreisen schon lange vermutet, jedoch noch nicht wissenschaftlich belegt gewesen, so der Studienautor Paolo Mongillo.

Sehen die Hunde das Gesicht nicht, fällt die Orientierung schwerer

Genau das gelang dem Team nun mithilfe eines Experiments. Dazu wurde ein Hund mit seinem Besitzer und einer weiteren, vollkommen unbekannten in einen Raum mit zwei Türen gebracht. Die Menschen wurden gebeten, sich durch den Raum zu bewegen und dann beide jeweils durch eine Tür hinaus zu gehen.

Die Wissenschaftler beobachteten derweil den Hund, der in der Mitte sitzen bleiben sollte. Ergebnis: Der Hund beobachtete seine Bezugsperson deutlich intensiver und blieb, als beide Probanden den Raum verlassen hatten, vor der Tür sitzen, durch den sein Halter den Raum verlassen hatte.

In der zweiten Runde bekamen die Menschen Papiertüten auf den Kopf gesetzt. Nun schenkte der Hund seinem Besitzer deutlich weniger Aufmerksamkeit. Für die Wissenschaftler ist damit belegt, dass die Hunde das Gesicht ihres Herrchens erkennen, und sich daran orientieren.

Pfiffige Haustiere - Studie liefert überraschende Ergebnisse

Silberner Fressnapf mit Trockenfutter, umgeben von knochenförmigen Keksen für Hunde
Dog food in the bowl and bone shaped biscuits © izzzy71 - www.fotolia.de

Menschen, die einen Hund in ihrer Familie haben, würde jederzeit bestätigen, dass dieser ganz schön pfiffig ist. Allein, dass sich ein Hund so gut erziehen lässt, macht ihn zu einem angenehmen Mitbewohner. Wie sieht es aber aus, wenn Herrchen einmal wegschaut? Steht es um das Gehorsam des Vierbeiners dann immer noch so gut?

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und ein Team University of Portsmouth wollten dies genauer untersuchen. Spannend waren Fragen, wie sich ein Hund verhält, wenn er nicht beobachtet wird. Ist einem Tier bewusst, dass es im Dunkeln nicht gesehen werden kann? In dem Fachmagazin "Animal Cognition" wurden die Ergebnisse der Untersuchung mit 84 Hunden veröffentlicht. Wenige Tiere blieben auch gehorsam, selbst wenn sie nicht beobachtet wurden.

Für den Test wurde Futter platziert und die Umstände immer wieder geändert. Einmal war es dunkel, einmal teilbeleuchtet, dann ganz hell. Das meiste Futter wurde stiebitzt, wenn es ganz dunkel im Raum war. Jede zusätzliche Beleuchtung senkte die Rate des Diebstahls weiter.

Da Futter weniger gestohlen wurde, wenn es dunkel war, aber das Futter beleuchtet, erklären Juliane Kaminski und ihre Kollegen damit, dass den Tieren klar war, dass sie ebenfalls gesehen werden, wenn man das Futter sieht. Auf jeden Fall scheinen die Vierbeiner zu wissen, dass sie in völliger Dunkelheit nicht gesehen werden.

Komplexere menschliche Situationen können sie hingegen nicht erfassen. Diese Fähigkeit haben aber zum Beispiel Schimpansen und eine Sorte Rabenvögel, die Buschhäher. Hund können Zeichen und Blicke von Menschen sehr gut deuten. Diese Empathie ist nachgewiesen.

Hunde können Gesichter auf Bildern unterscheiden

Hunde sind sehr gelehrig und überraschen das Herrchen häufig mit ungeahnten Fähigkeiten. Eine Studie der Universität von Helsinki bringt nun jedoch vollkommen neue Erkenntnisse hervor. Wie die Wissenschaftler herausfanden, können Hunde auf Bildern – wie auch der Mensch – bekannte von unbekannten Gesichtern unterscheiden.

Studie mit Hunden

Im Rahmen der Studie zeigten die Forscher den Hunden mehr als 30 Bilder von der Familie, in der sie leben, und auch bekannten Artgenossen. Zusätzlich wurden auch Aufnahmen von vollkommen fremden Menschen und Tieren gezeigt.

Während der Präsentation beobachteten die Wissenschaftler die Augen der Hunde und konnten feststellen, dass diese auf Fotos von bekannten Gesichtern oder Hunden länger verweilten, als auf Aufnahmen von unbekannten Personen oder Artgenossen, und demnach durchaus in der Lage sind zwischen den verschiedenen Personen und Tieren unterscheiden können.

Tierforschung: Hunde richten sich nach Erdmagnetfeld wenn sie ihr Geschäft machen

Das deutsch-tschechische Forscherteam um Vlastimil Hart von der Universität Prag beobachtete 70 Hunde wie sie 1893 mal ihr großes Geschäft und 5582 mal ihr kleines Geschäft verrichteten.

Dabei stellten sie fest, dass sich Hunde beim Verrichten ihres Geschäftes nach dem Magnetfeld der Erde richten. Tatsächlich halten sie dabei die Nord-Süd-Richtung ein.

Damit wissen die Forscher, dass Hunde einen Sinn für die magnetische Orientierung haben und diesen eventuell auch insgesamt zur Orientierung gebrauchen. Wichtig ist beim „Geschäftemachen“, Ruhe im Magnetfeld und eine Verrichtung ohne Störung durch das Herrchen.

Ungewöhnlicher Job für einen Hund: Trauzeuge

Seltsam, was die Briten da erlauben. Der elfjährige Hund eines Paares, das sich trauen ließ, durfte nicht nur die Ringe zum Altar bringen, sondern auch ganz offiziell als Trauzeuge einspringen. Nichts sehnlicher haben sich seine Besitzer für ihre Hochzeit gewünscht. Und der Pfarrer der United Reformes Church hat sofort eingewilligt.

Das Paar hängt sehr an seinem Mischlingshund, der sich nach einer Augenoperation gerade wieder erholt hat. Nun darf Snoopy, so heißt der Hund, auch mit in die Flitterwochen. Das Paar hat sich extra nach einer Unterkunft umgeschaut, in der Hunde willkommen sind. So weit kann Tierliebe gehen.

Die aktive und die passive Unterwerfung

Als Unterwerfung wird ganz abstrakt die Unterordnung unter den Willen einer Autorität bezeichnet - so, wie sich das Volk dem Herrscher unterwirft. Zwischen Herr und Hund herrscht in Bezug auf die Hundeerziehung eine vergleichbare Situation. Aktiv geschieht sie während des Erziehungsprozesses, passiv im anschließenden Miteinander.

Damit der Hundehalter seinen Vierbeiner optisch und akustisch richtig versteht, muss er die allgemeine Körpersprache des Tieres kennen, in dem Sinne lesen lernen.

Jeder Hund muss erzogen werden - er muss sich innerhalb des Erziehungsprozesses dem Halter als Erzieher unterwerfen. Der muss seinerseits erkennen, wann das der Fall ist und die Hundegestik richtig lesen. Dabei wird in die aktive sowie in die passive Unterwerfung unterschieden.

Typische Hundegestik der aktiven Unterwerfung

Bei der aktiven Unterwerfung nimmt der Hund eine auf den eingeknickten Hinterbeinen sitzende Stellung ein. Seine Ohren sind angelegt, und der Schwanz hängt locker am Körper herab. Entscheidend ist aus Sicht des Hundes, dass er sich jederzeit fortbewegen, beispielsweise weglaufen kann.

Hundegestik deuten

Je länger er in dieser Position mit der Körpersprache verharrt, umso deutlicher zeigt er aktiv die Unterwerfung, also die Anerkennung des Hundehalters als den Ranghöheren. Der ist jetzt als Oberhund akzeptiert.

Das merkt sich der Hund so lange, bis die Person des Hundehalters wechselt. Der Nachfolger muss sich dann auf dieselbe Art und Weise durchsetzen, also den Hund bis zur aktiven Unterwerfung hin erziehen.

Typische Hundegestik der passiven Unterwerfung

Die passive Unterwerfung ist ein einziger Vertrauensbeweis vom Hund an seinen Halter. Diese Hundegestik wird durch das Liegen auf dem Rücken unterstrichen. Der Hund hat in dieser Körperlage keine Chance, sich zu entfernen.

Er geht das Risiko ganz bewusst ein, weil er Vertrauen und Zutrauen hat. Der Schwanz wird zwischen den Beinen eingerollt, und mit angelegten Ohren wird jeder Blickkontakt vermieden.

Hundegestik deuten

Das ist als die passive Unterwerfung eine bestmögliche Anerkennung des Nächsthöheren. Die Autorität und der Wille des Hundehalters werden vorbehaltlos anerkannt.

Wenn Hunde untereinander diese passiv unterwerfende Haltung einnehmen, dann ist diese Hundegestik der Auslöser zum Pflegen wie beispielsweise zu einem Lecken. Der Hundehalter seinerseits kann seinen Vierbeiner jetzt am Bauch kraulen und ihm durch derartige Gesten das vertrauensvolle Miteinander zeigen. Diese Situation merkt sich der Hund, ebenso wie es die Katzen tun.

Das Schwanzwedeln

Jedes Schwanzwedeln beim Hund ist zunächst einmal ganz allgemein ein Zeichen von Erregtheit. Das kann ebenso positiv wie negativ sein, so aggressiv wie defensiv-ängstlich. Entscheidend ist das Gesamtverhalten des Tieres mit seiner Körpergestik und dem Bellen, Knurren oder Grollen.

Ganz unbewusst wirkt ein schwanzwedelnder Hund auf seinen Tierhalter erfreut sowie erwartungsvoll. Der Hund steht vor seinem Herrn, hat den Kopf leicht angehoben und harrt der Dinge.

Schwanzwedeln richtig deuten

Das Schwanzwedeln muss jedoch als ein eigener Vorgang gesehen werden. Es ist das Ergebnis eines hohen Maßes an Erregtheit. Die Erregung ist in den meisten Fällen mit einem positiven Ereignis oder einer Erwartung verbunden, was aber nicht zwangsläufig der Fall sein muss.

Auch der aggressive Hund, der kurz vor dem Kräftemessen mit seinem Gegenüber steht, bewegt seinen erhobenen Schwanz zu beiden Seiten. Die Taktung steigt mit der Erregtheit, bis hin zu einem Wedeln.

Mit dem Schwanzwedeln signalisiert der Vierbeiner, dass er jederzeit bereit ist, zu agieren. Er ist sozusagen auf dem Sprung. Das kann so oder so sein. Auch vor dem Angriff auf einen ungebetenen Besucher auf dem bewachten Grundstück wedelt der Hund mit dem Schwanz, weil er erregt ist.

Er beruhigt sich erst dann, wenn die Situation geklärt ist. Entweder durch das sich Entfernen der ungebetenen Person, oder dadurch, dass der Hund mit kräftigem Zufassen und lautem Bellen seine Aufgabe erfüllt hat. Die Erregung lässt nach, und der Hund beruhigt sich wieder.

Unterschiedliche Formen des Schwanzwedelns

Das starre Wedeln mit erhobenem Schwanz bedeutet für das Gegenüber nichts Gutes. Der Hund bringt dadurch seine Dominanz zwingend bis hin zu aggressiv zum Ausdruck. Das genaue Gegenteil zeigt ein tief eingezogener Schwanz bei gekrümmtem Rücken.

Als freundliche Geste kann ein ausschweifendes, ganz ausgiebiges Schwanzwedeln, locker zu beiden Seiten hin, gewertet werden. Und wenn anstelle der Hund mit dem Schwanz der Schwanz mit dem Hund wedelt, dann wird dadurch Hundefreude pur ausgedrückt. Für den Vierbeiner ist die Welt in Ordnung.

Wenn ein Hund mit dem Schwanz wedelt, muss dies nicht immer Freude ausdrücken

Hund in den Dünen am Meer
Puppy jumping on the beach © Martin Valigursky - www.fotolia.de

Bevor man einen fremden Hund streichelt, sollte man auf das Wedeln des Schwanzes achten, aber dies bedeutet nicht immer, dass der Hund sich auch freut. So haben Forscher heraus gefunden, dass hierbei die Richtung entscheidend ist, denn wenn ein Hund statt nach rechts nach links seinen Schwanz bewegt, so kann dies Ärger für den Menschen, der ihn vielleicht streicheln will, geben.

Wie die Forscher berichten, haben auch bei den Hunden die rechte und linke Gehirnhälfte verschiedene Aufgaben. So kann man aufgrund der Richtung der Bewegung des Schwanzes erkennen, ob der Hund sich tatsächlich freut oder unter Angst oder Anspannungen leidet. Bei dem nach rechts gerichteten Wedeln werden positive Erregungen in der linken Gehirnhälfte aktiviert, bei der anderen, linken Richtung, ist die rechte Gehirnhälfte betroffen.

Dies geschieht somit auch, wenn beispielsweise der Hund einem unfreundlichen Artgenossen begegnet. Hierbei steigt auch der Puls bis zum doppelten des normalen Ruhepulses an. Die italienischen Forscher hatten dies unter anderem bei einer Analyse von Videoaufnahmen festgestellt.

Die Mimiken des Hundes

Kontaktaufnahme und Kennenlernen

Hunde benutzen sehr unterschiedliche Gesten, um mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Am Anfang steht die Kontaktaufnahme.

Der Hund beschnüffelt sein Gegenüber, er verschafft sich Klarheit, mit wem er es zu tun bekommt. Diese Phase dauert etwa eine halbe Minute. Beim Zusammentreffen sollte dem Hund diese Zeit gewährt werden.

Wedelt der Hund freudig mit der Rute, bedeutet dies, dass ihm die Begegnung sympathisch ist. Begegnen Hunde ihrem Gegenüber neutral, sollte man sie keinesfalls bedrängen.

Eine Freundschaft kann niemandem aufgezwängt werden. Selbst, wenn der Annäherungsversuch noch so nett gemeint ist, könnte ein bedrängter Hund aggressiv reagieren.

Es ist für Menschen nicht immer leicht, die Signale des Hundes richtig zu deuten. Missverständnisse können Beißattacken nach sich ziehen.

Hunden untereinander passieren solche Kommunikationsfehler nicht. Es empfiehlt sich, die Körpersprache von Hunden deuten zu lernen.

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die unterschiedlichen Hundemimiken und ihre Bedeutungen.

Heulen im Chor – warum Hunde bei Sirenen mitjaulen

Solidarische Tierfreunde können für den gestärkten Zusammenhalt mit ihrem Hund ein Duett anstimmen

Kleiner Junge mit aufgerissenem Mund liegt auf dem Bauch neben einem Hund
boy and his dog © Jaimie Duplass - www.fotolia.de

Sobald eine Feuerwehrsirene losgeht, fangen auch die Hunde in der Umgebung an zu jaulen. Mancher Tierfreund glaubt, dass die Vierbeiner unter dem Geräusch der Sirene leiden. Schließlich können sie sich nicht die Ohren zuhalten.

Sozialer Zusammenhalt

Aber Wissenschaftler geben Entwarnung: manche Frequenzen wecken bei Hunden instinktiv ein Rudelverhalten. Das gemeinsame Heulen stärkt den sozialen Zusammenhalt.

Auch wenn Hunde heute meist einzeln gehalten werden, sind sie ihrem Ursprung nach Rudeltiere. Durch gemeinsames Heulen demonstrieren ihre Zugehörigkeit zur Gruppe – und grenzen gleichzeitig ihr Territorium nach außen ab. Damit das auch über weite Entfernungen klappt, wirkt das Jaulen mit einer ansteckend.

Gern auch Im Duett

Für Menschen sind die akustischen Auslöser allerdings kaum zu hören: die Signal-Frequenzen zum "Chorheulen" liegen im Ultraschallbereich und werden etwa auch von Martinshörnern, Flöten- oder Klaviermusik ausgesendet. Wer seinem Hund die enge Verbundenheit beweisen möchte, darf aber gern mitheulen.

Der neutrale Gesichtsausdruck

Hunde sind vielen Umweltreizen ausgesetzt. Mit einigen sympathisieren sie, andere finden sie abstoßend, die meisten Situationen nimmt ein gut sozialisierter Hund gelassen auf.

Wer seinem spielbegeisterten Hund einen Ball zuwirft, wird ihn vor Begeisterung in die Luft springen sehen. Nimmt der Hundebesitzer zum Gassigehen die Leine vom Haken, wedelt der Hund aufgeregt mit der Rute und dreht sich vor Freude im Kreis.

Hat der Hund bereits schlechte Erfahrungen beim Tierarzt gemacht, wird er sich weit vor der Eingangstür zur Praxis störrisch zeigen. Zwei Hunde, die sich schon einmal ineinander verbissen hatten, werden nie echte Freunde sein. Sie vermitteln sich fortan deutlich, dass sie sich nicht mögen.

Viele Alltagssituationen allerdings interessieren den Hund nicht. Welche das sind, hängt davon ab, wie gewohnt ihm die jeweilige Lage vorkommt. Außerdem entscheidet sein Charakter darüber, wie er mit neuen Situationen umgehen kann.

Ein gut sozialisierter, ausgeglichener Hund nimmt durch das Beschnüffeln Kontakt auf. Ist kein Interesse vorhanden, wendet er sich ab und geht.

Leider missverstehen Menschen so ein Desinteresse häufig. Sie versuchen, den Hund festzuhalten und zu streicheln, obwohl das Beschnüffeln lediglich der Kontaktaufnahme galt.

Wer einen uninteressierten Hund nicht seiner Wege gehen lässt, riskiert damit, dass dieser aggressiv reagiert. Der Hund versucht, sich aus der Situation zu befreien, knurrt und beißt eventuell sogar zu. Einem neutralen Hund sollte der Mensch neutral gegenüberstehen.

Vorteile des neutralen Verhaltens

Das neutrale Verhalten hat allerdings auch Vorteile. Reagiert ein Hund mit scheinbarem Desinteresse auf Artgenossen, kann der Spaziergang sehr gemütlich werden. Spielt er nicht verrückt, wenn der Staubsauger laute Geräusche von sich gibt, ist die Reinigungsaktion kein Problem.

Es liegt am Hundebesitzer, inwieweit er seinen Hund sozialisiert und ihn auf alltägliche Situationen vorbereitet. Dazu gehört auch ihn mit Zuwendung nicht zu überfordern, sondern ihm zeitweilig mit einem neutralen Gesichtsausdruck zu begegnen.

Das Knurren der Hunde macht den Unterschied

Hunde erkennen anhand des Knurrgeräusches den Artgenossen

Nahaufnahme Schnauze eines Hundes, Höllenhund
hellhound © Photo Ambiance - www.fotolia.de

Ob großer Bernhardiner oder kleiner Dackel. Hunde können die Größe eines Artgenossen nur durch das Hören des Knurrens erkennen. Dies ergab laut des Online-Magazins PLoS ONE eine neue Studie der Eötvös Loránd Universität in Budapest.

Experimente mit Hunden - der Ton macht die Musik

Die Wissenschaftler untersuchten das Verhalten von 96 verschiedenen Hunden unterschiedlichster Rassen und Altersgruppen. Sie zeigten zuerst 24 Hunden zwei Bilder auf einer Leinwand. Auf der einen Abbildung erschien ein großer Hund, auf der anderen ein kleiner. Die Hunde der Testgruppe hörten gleichzeitig die Aufzeichnung eines Knurrens.

Um die Reaktion dokumentieren zu können, filmten die Forscher um Péter Pongrácz, welches Bild die Vierbeiner als erstes und am längsten anschauten. 20 der 24 Testhunde erkannten den Hund mit der richtigen Größe. Verwendet wurde bei dem Versuch ein spezielles Knurren, mit dem die Tiere sonst ihre Nahrung schützen.

Eine Kontrollgruppe mit 24 anderen Hunden hörte zwar identische Laute, blickte allerdings auf Katzenbilder. Fast alle schauten nach links, ein Verhalten, das typisch ist für Hunde.

24 weitere Hunde sahen zwar Abbildungen mit großen und kleinen Artgenossen, hörten aber zusätzlich abstrakte Laute. Die Hunde zeigten allerdings nur wenig Interesse.

Pongrácz erklärte, die Fähigkeit das Knurren dem Foto eines Hundes mit der passenden Größe zuzuordnen, sei ein "komplexes kognitives Talent, das bisher nur bei Primaten gesehen" wurde. Die Studie zeige zudem zum ersten Mal, dass Tiere die Größe anderer Lebewesen durch deren Laute erkennen können.

Die zunehmende Aggression

Häufig wird bestimmten Hunderassen eine besondere Aggressivität zugeschrieben. Sie werden als Listen- oder Kampfhunde bezeichnet. Fakt ist, dass Aggression beim Hund verschiedene Ursachen haben kann, die Rasse spielt dabei aber eine eher untergeordnete Rolle.

Merkmale

Aggressive Hunde zeigen ihren Unmut sehr deutlich. Sie fletschen die Zähne, sie knurren, bellen. An der Leine gebärden sie sich wie toll und sind kaum unter Kontrolle zu halten.

Aus Gründen, die dem Menschen oft unverständlich sind, schnappen sie um sich oder beißen. Doch ein aggressiver Hund ist in den wenigsten Fällen ein "Draufgänger", der die Welt beherrschen will.

Knurren, Bellen und fletschende Zähne sind Zeichen für Aggression beim Hund
Knurren, Bellen und fletschende Zähne sind Zeichen für Aggression beim Hund
Mögliche Gründe für zunehmende Aggression

Natürlich spielen bei der Vererbung von Charakterzügen die Gene die wichtigste Rolle. Grundsätzlich nehmen Hunde, die seit Jahrtausenden zur Bewachung des Gehöfts gezüchtet wurden, wie beispielsweise der Hovawart, Situationen anders wahr als Hunde, die einst bei Löwenkämpfen eingesetzt wurden.

Als Beispiel sei der Rhodesian Ridgeback genannt. Beide Rassen gehören übrigens in Deutschland nicht zu den Listenhunden. Einen viel wichtigeren Einfluss als die Gene haben allerdings die Prägungsphase sowie verschiedene Umweltreize darauf, wie ein Hund in bestimmten Situationen reagiert.

Schon Welpen kommunizieren. Sie verständigen sich mit ihrer Mutter und mit ihren Wurfgeschwistern. Sie lernen, wie sie sich im Rudel zu verhalten haben. Bei der Abgabe an ihren neuen Besitzer übernimmt dieser die Rolle des Rudelführers, also die bisherige Rolle der Hündin.

Wer seinen Hund zu sehr beschützt, ihn von Umweltreizen fern hält oder bei Gefahr falsch reagiert, fördert beim Hund das Unvermögen, sich neuen Reizen zu stellen. Er erzieht sich einen aggressiven Hund. Hunde sind nicht von Natur aus aggressiv, sie werden es durch falsche Haltung und Aufzucht.

Natürlich spielt bei Hunden die Sympathie eine große Rolle, wenn sie auf Artgenossen oder auf Menschen treffen. Doch normalerweise ignorieren Hunde das, was ihnen unsympathisch erscheint - sie ziehen ihrer Wege. Zum Angreifer werden sie bei Gefahr, beispielsweise wenn sie – auch unbewusst – bedrängt werden.

Insbesondere ängstliche Hunde beißen dann zu. Mit einem Angriff reagieren Hunde ansonsten nur, wenn sie ihren Hunger stillen müssen. Letzteres dürfte in der modernen Hundehaltung ausgeschlossen sein.

Der Gang zum Tierarzt

Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch Schmerzen und diverse Krankheiten einen sonst so ausgeglichenen Hund zum aggressiven Tier machen können. Bei

  • ungewöhnlichen Verhaltensmustern wie aggressivem Zähnefletschen bei Berührungsversuchen
  • Isolation vom alltäglichen Familienleben und
  • auffälliger Futterverweigerung

sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Ungarische Software "übersetzt" Hundebellen

Bellender schwarzbrauner Hund mit furchteinflößenden Zähnen
Barking dog © tverkhovinets - www.fotolia.de

Vor kurzem haben ungarische Verhaltensforscher ein Computer-Programm entwickelt, das dem Hundegebell entnehmen können soll, was der Hund möchte oder was er gerade empfindet. Vielleicht ist es dadurch ja bald möglich, mit PC und Software die Anliegen des geliebten besten Freundes zu übersetzen. Als Trefferquote werden dabei 52% angegeben. Den Angaben zufolge solle ein Mensch dieses Ergebnis nicht einmal annähernd erzielen können.

Am stärksten ist das Programm in der Differenzierung "Kampf" und "Fremder".

Die Einschätzung der Verhaltensforscherin Dorit Feddersen-Petersen diesbezüglich lautet, dass Hunde sich scheinbar in der Variabilität des Gebells an die Sprach-Variabilität des Menschen anlehnen. Sie meint jedoch, dass ein sensibler Mensch das Programm problemlos ersetzen können sollte.

Kann Hundebellen bald "übersetzt" werden?

Ein Team von ungarischen Wissenschaftlern der Budapester Eötvös-Universität hat ein Computerprogramm entwickelt, das Hundebellen in Menschensprache übersetzt. Damit sollen Hundehalter besser auf die Bedürfnisse ihrer Vierbeiner eingehen können.

Die Forscher nutzten 6000 verschiedene Bell-Laute von 14 Mudis (ungarische Hirtenhund-Rasse). Die Software ist in der Lage, das Gebell auf sechs Alltagssituationen zurückzuführen: "Fremder", "Kampf", "Gassi gehen", "allein", "Ball" und "Spielen".

In ersten Tests lag die Erfolgsquote bei immerhin 43 Prozent.

Die zunehmende Angst

Angst ist eine natürliche Reaktion, die Hunde im Falle von Bedrohungen frühzeitig alarmiert und sie damit auf Gefahren aufmerksam macht. Auch Menschen besitzen diesen Schutzinstinkt.

Typische Reaktionen eines Hundes

Es gibt mehrere Möglichkeiten, auf Bedrohungen zu reagieren: Der Hund meidet die Situation, er stellt sich der Bedrohung oder er greift an. Dementsprechend unterschiedlich sind seine Reaktionen.

Ein ängstlicher Hund, der die Situation meiden will, ist an einer eingekniffenen Rute und geduckter Haltung zu erkennen, der Kopf ist seitlich abgewandt. Die Ohren liegen eng am Kopf an.

Der Hund erweckt den Eindruck, dass er unsichtbar sein möchte. Entweder flüchtet er oder er versucht, sich irgendwo zu verstecken.

Ausgeglichene Hunde werden sich der Situation stellen, sofern das Risiko einer Verletzung nicht zu hoch ist. Sie nehmen Kontakt auf und versuchen, mit ihrem Gegenüber zu kommunizieren. Möglich ist dies allerdings nur, wenn der Hund angemessen sozialisiert wurde.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Prägungsphase zu. Wurde der Hund verhätschelt, von Umweltreizen fern gehalten oder hatte er keinen Kontakt zu Artgenossen, reagiert er mit übermäßiger Angst oder Panik.

Ein panischer Hund reagiert nur instinktiv. Er lässt sich von seinem Besitzer weder abrufen noch reagiert er angemessen auf Gesten.

Es kann durchaus passieren, dass ein panischer Hund ohne weitere Vorankündigung zubeißt. Besonders gefährlich wird dies, wenn dabei Kinder verletzt werden.

Ursächlich hierfür kann sein, dass der Hund sich durch die unbeholfenen, oft schnellen Annährungsversuche des Kindes bedroht fühlte. Hat er keine Möglichkeit zur Flucht, gibt ihm sein Instinkt vor, dass Angriff die beste Verteidigung ist.

Falsche Reaktion des Hundehalters

Es gibt keine rassetypischen Angsthunde. Jeder Hund kann bei falscher Erziehung und Haltung von Panikattacken betroffen sein.

Als Beispiel sei die häufig beobachtete Unart erwähnt, den Hund auf den Arm zu nehmen, sofern sich ein Artgenosse nähert. Beide Hunde haben dann keine Möglichkeit, artspezifisch miteinander Kontakt aufzunehmen.

Es besteht ein hohes Risiko für einen Beißunfall, das sowohl den Hundebesitzer als auch den auf dem Arm befindlichen Hund treffen kann. In der Folge ist der verhätschelte Hund verunsichert. Die schlechte Erfahrung hat ihn zu einem überängstlichen Hund gemacht.

Ängstliche Hunde können therapiert werden, doch das Training ist aufwändig und langwierig. Besser ist es, den Hund gar nicht erst zum Angsthund zu erziehen.

Verhaltensweisen

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: liebevoll © Klaus-Peter Adler - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Small dog aggression © Piotr Wawrzyniuk - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Barking dog © tverkhovinets - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema