9. Juli 2009
Von Viola Reinhardt
Wahrsagen, Pendeln, Tarotkarten, Seancen, Handlesen – alles Möglichkeiten, mit denen man angeblich die Zukunft sehen kann. Schon in den alten Hochkulturen gab es immer Wahrsager und Schamanen, die aus Opfertieren orakelten. Kann man die Zukunft im Kaffeesatz oder den Karten finden?
Die Griechen hatten einen eigenen Ort: Das Orakel Delphi. Hier warteten sie stundenlang, um von den dort tätigen Orakelfrauen mehr über ihre Zukunft zu erfahren. Doch auch die Maya, die Indianer und auch die Ägypter hatten alle ihre Methoden, in die Zukunft zu schauen. Das Bedürfnis nach dem Wissen um das, was kommen mag, ist heute ungebrochen. Und so tummeln sich unzählige Wahrsager, die teilweise am Telefon oder im direkten Kontakt ihre Dienste für meist teures Geld anbieten.
Eines haben alle Methoden gemeinsam: egal, ob der Wahrsager in eine Glaskugel schaut, die Karten bemüht oder das Pendel schwingt, die Interpretation dessen, was er sieht, liegt allein bei ihm. Dem Kunden ist in der Regel nicht nachvollziehbar, warum es zu diesem Ergebnis gekommen ist. Und so ist er darauf angewiesen, der Weissagung Glauben zu schenken oder auch nicht.
Damit fallen das Weissagen und alle seine Methoden in den Bereich des Aberglaubens. Besonders die katholische, aber auch die evangelische Kirche haben Schriften verfasst, in denen sie das Wahrsagen ablehnen. Da die Voraussagen der Wahrsager in den meisten Fällen nicht nachvollziehbar sind, weil viele in Orakelsprüchen formuliert sind, wird es weiterhin eine Frage des Glaubens oder Nichtglaubens bleiben.
Viele Wahrsager geben sich sehr viel Mühe mit ihren Zeremonien und es gibt immer wieder Berichte von Menschen, die tatsächlich hellseherische Fähigkeiten haben. Meistens sind diese aber nicht beeinflussbar. Sie sehen Dinge unwillkürlich voraus und können nicht mittels der Konzentration auf einen Menschen dessen Zukunft sehen. Und im Gegensatz zu vielen kommerziell arbeitenden Wahrsagern nehmen solche Hellseher meist kein Geld für die Mitteilung ihrer Sehungen. In den USA ist es inzwischen recht verbreitet, dass Ermittler der Polizei mit Hellsehern in Kidnappingfällen zusammen arbeiten. Wie hoch die Erfolgsquote hier wirklich ist, bleibt im Halbdunkel.
Fakt ist jedoch, dass viele Menschen tatsächlich Deja-vu-Träume haben von Ereignissen, die sich dann genau so abspielen, doch dies als Wahrsagen zu bezeichnen ist wohl recht weit her geholt. Allerdings lässt sich abschließend resümieren, dass es tatsächlich Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die man auch im 21. Jahrhundert und somit der absolut technisierten Welt, nicht logisch begreifen kann. Muss man ja auch nicht, doch Vorsicht im Umgang mit Wahrsagern und Co sollte man trotzdem walten lassen.
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