25. September 2009
Von Viola Reinhardt
Computerspiele werden gerne als potenzielle Gefahr einer Desozialisierung gesehen. Desweitern wird den Spielen ganz allgemein nur negative Eigenschaften zugesprochen, hauptsächlich von denen, die nicht mit einem Computer aufgewachsen sind, was aufgrund der Befremdlichkeit auch zu verstehen ist. Doch dem ist schon lange nicht mehr so und streng genommen, war dem auch nie so. Denn die Spielehersteller haben hierbei schon seit Beginn für anspruchsvolle Spiele gesorgt, die durchaus auch förderlich sind. Und das nicht nur für eine bessere Reaktion.
Bereits bei den ersten Spielen, die damals erschienen sind, waren es nicht nur Ballerspiele, die abgesehen vom nicht abstreitbaren Spaßfaktor auch für ein besseres Reaktionsvermögen gesorgt haben. Selbst diese Spiele haben bereits die Auge-Hand-Koordination gefördert. Aber auch da gab es schon Adventure- und Strategiespiele, die der Problemlösungskompetenz, der Auffassungsgabe und dem Denkvermögen dienlich waren. Dass diese an Komplexität und demzufolge an positiven Eigenschaften zugenommen haben, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Heutzutage gibt es sogar eigens der Förderung der physischen und psychischen Eigenschaften entwickelte Spiele. Sei es Hirntraining, das auch für ältere Menschen sehr sinnvoll ist oder Bewegungsintensive Spiele, die, der sich allgemein ausbreitenden Fettleibigkeit der Kinder und Erwachsenen erwehrt. Selbst von den sogenannten Ego-Shootern ist nach Angaben von Erziehungswissenschaftlern, nicht abzuraten, da selbst hier, keine tatsächlich erwiesenen Nachteile bestehen, die ausschließlich dem Computerspiel zuzuordnen sind. Ein Dorn im Auge ist denen da eher das zu viele fernsehen. Durch das Onlinespielen kann sogar der soziale Aspekt in Betracht gezogen werden, der durch die Kommunikation mit anderen Spielern zumindest ansatzweise angesprochen wird.
Bevor nun der Eindruck entsteht, dass nur Vorteile für Computer oder Konsolenspiele sprechen, sollten die Ausnahmen erwähnt werden, die ganz klar dagegen sprechen.
Es gibt leider auch Spiele die weder fördernd noch sinnvoll sind, ja geradezu schädigend. Gewaltverherrlichung, Realitätsverlust, Suchtpotenzial, Desozialisierung, körperliche Trägheit, all das, sind Gefahren denen man beim Spielen tatsächlich unterliegen kann. Das aber nur bedingt den einzelnen Spielen zuzuschreiben ist. Denn hauptsächlich ist es eine Frage des Charakters, was für eine Beeinflussung das Spielen hat und der wird schließlich, nicht nur durch Computerspiele geformt. Die Hauptsorge sollte also nicht beim Genre liegen, sondern beim einzelnen Spiel und dessen Inhalt, genauso wie der Dauer mit der man vor dem Computer sitzt.
Es sollte also darauf geachtet werden was gespielt wird und mit welcher Intensität, dann ist an dem Computerspielen an sich, nichts Negatives auszusetzen. Ganz im Gegenteil sogar. Denn dadurch kann das sich darin befindliche Potenzial optimal ausgeschöpft werden und sich entgegen des vorhandenen Bequemlichkeits-, sprich Degenerationstrends der Menschheit, wie es die Evolution auch vorgesehen hat, sogar weiterentwickeln. Das ganz nebenbei natürlich nur eine der zahlreichen Möglichkeiten wäre.
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