Computerspiele - Geschichte, Kategorien, Vor- und Nachteile sowie die Austragung als E-Sport

Das Spielen von Computerspielen gehört heutzutage zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Die Spiele lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Während viele Menschen Computerspiele ausschließlich mit negativen Kriterien bewerten, können sie aber auch Vorteile haben - mitunter werden sie im Rahmen des E-Sports gespielt. Erfahren Sie alles Wissenswerte über die Geschichte sowie die Kategorien der Computerspiele und lesen Sie über deren Vor- und Nachteile.

Während viele Menschen Computerspiele ausschließlich mit negativen Kriterien bewerten, können sie auch Vorteile haben - mitunter werden sie im Rahmen des E-Sports gespielt

Computerspiele werden in der heutigen Zeit vor allem am Personal Computer (PC) gespielt. Die Spiele können mithilfe einer Software-CD auf dem heimischen PC installiert oder aus dem Internet heruntergeladen werden.

Die Geschichte des Computerspiels

Computerspiele begeistern nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch zahlreiche Erwachsene. Die Geschichte der Games, wie sie auch genannt werden, begann in den 50er Jahren.

Die ersten Computer- und Videospiele

Versuche, Spiele wie zum Beispiel das Damespiel mithilfe von Computern zu spielen, gab es bereits bei den ersten Rechnern. Nicht genau geklärt werden konnte bislang, welches Computerspiel das erste war. Sowohl das mathematische Spiel "Nim" aus dem Jahre 1951 als auch die digitale Tic Tac Toe Version "OXO", gelten als mögliche Kandidaten.

Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Computerspiele war natürlich der Fortschritt der Computertechnologie. Neben den ersten Computerspielen, die zumeist an Universitäten ersonnen wurden, kam es auch zur Entwicklung der Video-Spiele.

Als erstes Videospiel gilt "Tennis for Two", das 1958 von dem US-amerikanischen Physiker William Higinbotham (1910-1994) entwickelt wurde. Allerdings benutzte man für das Spiel zunächst noch keinen TV-Bildschirm, sondern einen Oszillographen, den man an einen analogen Computer anschloss. Da das Game mit externen Kontrollen bedient wurde, gilt es dennoch als Videospiel.

Weiterentwicklung in den 70er, 80er und 90er Jahren

In den 70er Jahren wurde es durch die Entwicklung von simplen und kostengünstigen Logikchips möglich, Videospiele auf elektronischen Spielautomaten zu spielen, wodurch die Spiele der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Die Unternehmen Atari und Magnavox brachten dann Computerspiele, die die Form von Videospielkonsolen hatten, für die Nutzung in den eigenen vier Wänden heraus, wodurch ein rasant wachsender Markt zustande kam. Zu den seinerzeit populärsten Games gehörte das Geschicklichkeitsspiel "Pong".

In den 80er Jahren entstanden schließlich die Personal Computer (PC). Diese boten zwar Möglichkeiten zum Spielen, waren jedoch in erster Linie zum Arbeiten konzipiert worden, weswegen die Spiele aufgrund zu geringer grafischer Leistungen nicht besonders anspruchsvoll wirkten.

Mit der Entwicklung neuartiger Sound- und Grafikkarten stieg die Attraktivität der Heimcomputer jedoch deutlich, sodass sie zu einem ernsten Konkurrenten der Spielkonsolen wurden. Aufgrund der Marktübersättigung gerieten die Videospiele in der Mitte der 80er Jahre vorübergehend in eine Krise, wovon die Personal Computer profitierten.

Ihren endgültigen Durchbruch schafften die Computerspiele in den 90er Jahren durch die Einführung der CD-ROM sowie einer verbesserten Spielgrafik. Ab Mitte der 90er Jahre führte man die Bereiche PC und Spielkonsolen verstärkt zusammen. In der Gegenwart gehören Computerspiele zu den wichtigsten und populärsten Unterhaltungsformen, die sowohl Jung als auch Alt viel Vergnügen bereiten.

Genres

Die Spielehersteller offerieren eine Vielzahl von Genres. Dazu gehören

  • Actionspiele
  • Rollenspiele
  • Rennspiele
  • Abenteuerspiele
  • Fantasyspiele
  • Sportspiele
  • Geschicklichkeitsspiele
  • Strategiespiele sowie
  • möglichst realistische Simulationen.

In diesen Genres gibt es wiederum mehrere Subtypen. In den Bereich der Actionspiele fallen

  • Beat ’em up (mit der Version Side-Scrolling Beat ’em up)
  • Ego-Shooter
  • Taktik-Shooter
  • Geschicklichkeitsspiel
  • Maze
  • die Plattformspiele Jump ’n’ Run und Plattform-Shooter
  • Hack & Slay
  • Third-Person-Shooter
  • Shoot ’em up und
  • Tanzspiel.
Es gibt Computerspiele für eine Person oder auch welche für mehrere Personen
Es gibt Computerspiele für eine Person oder auch welche für mehrere Personen, welche man dann gemeinsam spielen kann

Zu den Abenteuerspielen zählen

  • Action-Rollenspiel (ARPG)
  • Rollenspiel wie Strategie-Rollenspiel und MMORPG
  • Adventure mit den Versionen Point-and-Click, Text-Adventure, Japanisches Adventure
  • Action-Adventure und
  • Survival-Horror.

Unter den Strategiespielen findet man

  • Rundenbasiertes Strategiespiel
  • Aufbaustrategie
  • Wirtschaftssimulation sowie
  • Echtzeitstrategiespiel wie Tower Defense und Multiplayer Online Battle Arena.

Simulationen lassen sich aufteilen in

  • Flugsimulation
  • Marinesimulation
  • Lebenssimulation wie Liebessimulation und Ren’ai-Simulation
  • Weltraum-Flugsimulation
  • Göttersimulation
  • Wirtschaftssimulation
  • Rennsimulation (Autosimulation) sowie
  • Sportsimulation wie Rennspiel, Fußballsimulation, Olympiade-Spiele und Rennsimulation.

Unter die Kategorie Sonstiges fallen

  • Wimmelspiel
  • Musikspiel
  • Lernspiel
  • Retrospiel
  • Puzzle und
  • Denkspiel.

Kategorien

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Kategorien von Computerspielen.

Videospiele

Unter Videospielen versteht man Computerspiele, die auf einem Monitor wiedergegeben werden. Dies umfasst im Grunde genommen fast alle Computerspiele.

Mittlerweile werden jedoch auch Audiospiele, die über eine rein akustische Ausgabe verfügen, angeboten. Diese speziellen Spiele eignen sich besonders für sehbehinderte und blinde Menschen.

Videospiele werden mitunter auch als Konsolenspiele bezeichnet, um zwischen Videospielen und PC-Spielen zu unterscheiden. Im englischsprachigen Raum findet diese Unterscheidung nicht statt.

Dort benutzt man die Bezeichnung Video Game als Oberbegriff für Videospiele aller Art. Manchmal bezeichnet man auch im deutschsprachigen Raum Computerspiele als Videospiele.

Konsolenspiele

Konsolenspiele wurden ursprünglich für spezielle Spielkonsolen entwickelt. Grundlage der Konsolenspiele waren die Arcade-Spiele der 70er Jahre.

In Japan wurden in den späten 80er Jahren die Konsolenspiele weiterentwickelt. Populäre Spielfiguren wie beispielsweise Super Mario trugen zum großen Erfolg der Konsolenspiele bei und wurden zu deren Markenzeichen. Da die Konsolenspiele häufig auch an andere Plattformen weitergegeben wurden, kam es mit der Zeit zum Verwischen des Begriffs.

E-Game

Als E-Game oder eGame bezeichnet man Electronic Games. Mit diesem Begriff fasst man sowohl PC-Spiele als auch Konsolenspiele zusammen. Eine vereinfachende Bezeichnung der E-Games ist der Begriff Computerspiele.

Telespiele

Als Telespiele bezeichnete man in den 70er und 80er Jahren die ersten Spielcomputer, die man an Fernsehgeräte anschloss. Dazu gehörten vor allem Spiele wie das populäre "Pong".

Arcade-Spiele

Bei den so genannten Arcade-Spielen handelte es sich um Videospiele, die man in öffentlichen Spielhäusern und Spielhallen aufstellte. Die so genannten Penny-Arcades waren kostenpflichtig und fanden in Deutschland häufig neben Supermärkten, Kiosken und Imbissbuden Platz.

Ein typisches Merkmal der Arcade-Games waren actionreiche und rasante Spiele. In den 80er Jahren wurden die Arcade-Automaten hierzulande jedoch verboten. Zahlreiche Spiele setzte man später für Personal Computer um.

Für viele Menschen sind Computerspiele mehr als ein Hobby, welchem man ab und an in den eigenen vier Wänden nachgeht - mittlerweile gibt es auch zahlreiche Wettkämpfe, die in Form von Computerspielen ausgetragen werden.

E-Sport - Wettkämpfe im Austragen von Computerspielen

E-Sport bedeutet elektronischer Sport, der im Mehrspielermodus stattfindet. Sowohl Spielregeln als auch Spielfelder werden von der Software des jeweiligen Computerspiels vorgegeben. Ebenfalls von Bedeutung sind die externen Wettkampfregeln der jeweiligen E-Sportliga.

E-Sport erfordert motorische und geistige Fähigkeiten. Dazu gehören u.a.

  • Reaktionsgeschwindigkeit
  • Durchhaltevermögen
  • Koordination von Hand und Augen
  • Spielverständnis
  • räumliches Orientierungsvermögen
  • vorausschauendes Denken sowie
  • taktische Ausrichtung.

Bislang erkennen jedoch nur wenige Länder wie China und Brasilien E-Sport als Sportart an. In Deutschland zählt der Olympische Sportbund den elektronischen Sport dagegen nicht zu den Sportarten.

Historische Entwicklung

Die ersten elektronischen Wettkämpfe wurden in den späten 70er Jahren ausgetragen, wobei es vor allem um das seinerzeit weltweit beliebte Spiel "Pong" ging. Mithilfe von Highscore-Tabellen war man in der Lage, die einzelnen Leistungen der Spieler festzuhalten. Ab Mitte der 80er Jahre wurden auch die ersten Videospiel-Weltmeisterschaften veranstaltet.

Da in den 90er Jahren die Computer- und Elektrotechnik deutlich verbessert wurde, konnten auch Spiele und Turniere via LAN ausgetragen werden. Dazu wurden auf so genannten LAN-Partys Computer in großen Hallen miteinander vernetzt.

Die Verbreitung des Internets ermöglichte schließlich die Teilnahme von Spielern auf der ganzen Welt, sodass es keine örtlichen Beschränkungen mehr gab. Vor allem in Nordamerika und Europa entstanden immer mehr E-Sportvereinigungen, E-Sportmannschaften und sogar E-Sportligen wie die Electronic Sports League (ESL).

Counter-Strike, Star Craft, Quake Live und Warcraft III

Wichtigster E-Sporttitel in Europa und Nordamerika ist das Computerspiel "Counter-Strike". In Südkorea, wo durch E-Sport sogar mehr als 200.000 Arbeitsplätze entstanden, bevorzugt man dagegen "Star Craft".

Ebenfalls weltweit angesehen sind "Quake Live" und "Warcraft III". Zu den populärsten Games im deutschsprachigen Raum zählen die Fußballspielreihen von FIFA und Pro Evolution Soccer. Ebenfalls sehr beliebt sind die Rennspiele "Need for Speed", "Live for Speed" und "Trackmania".

Wie viele E-Sportler es auf der Welt gibt, ist nicht genau bekannt. Die Zahlen schwanken zwischen 1,5 und 4,5 Millionen organisierten Spielern, davon etwa 22.000 in Europa.

Die organisierten Vereine und Mannschaften im E-Sport werden Clans genannt. Dieser Begriff wurde dem Game "Quake" entnommen und hat sich mit der Zeit etabliert.

Die Beliebtheit von Computerspielen steht außer Frage - doch welche Vor- und Nachteile bringen sie mit sich?

Vor- und Nachteile

Computerspiele werden gerne als potenzielle Gefahr einer Desozialisierung gesehen. Des Weiteren werden den Spielen ganz allgemein nur negative Eigenschaften zugesprochen, hauptsächlich von denen, die nicht mit einem Computer aufgewachsen sind, was aufgrund der Befremdlichkeit auch zu verstehen ist.

Doch dem ist schon lange nicht mehr und war streng genommen auch nie so. Denn die Spielehersteller haben hierbei schon seit Beginn für anspruchsvolle Spiele gesorgt, die durchaus auch förderlich sind. Und das nicht nur für eine bessere Reaktion.

Vorteile von Computerspielen

Bereits bei den ersten Spielen, die damals erschienen sind, waren es nicht nur Ballerspiele, die abgesehen vom nicht abstreitbaren Spaßfaktor auch für ein besseres Reaktionsvermögen gesorgt haben. Selbst diese Spiele haben bereits die Auge-Hand-Koordination gefördert. Aber auch da gab es schon Adventure- und Strategiespiele, die

  • der Problemlösungskompetenz
  • der Auffassungsgabe und
  • dem Denkvermögen

dienlich waren. Dass diese an Komplexität und demzufolge an positiven Eigenschaften zugenommen haben, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Heutzutage gibt es sogar eigens der Förderung der physischen und psychischen Eigenschaften entwickelte Spiele, wie etwa Hirntraining, das auch für ältere Menschen sehr sinnvoll ist oder bewegungsintensive Spiele, mit denen man gegen die sich allgemein ausbreitende Fettleibigkeit bei Kindern und Erwachsenen eingehen kann. Auch

  • Gedächtnisbildung
  • Feinmotorik
  • räumliche Orientierung
  • strategisches Denken
  • Aufmerksamkeit und
  • Wahrnehmung

können mitunter gefördert werden. Selbst von den so genannten Ego-Shootern ist nach Angaben von Erziehungswissenschaftlern nicht abzuraten, da selbst hier keine tatsächlich erwiesenen Nachteile bestehen, die ausschließlich dem Computerspiel zuzuordnen sind.

Ein Dorn im Auge ist denen da eher das zu viele Fernsehen. Durch das Onlinespielen kann sogar der soziale Aspekt in Betracht gezogen werden, der durch die Kommunikation mit anderen Spielern zumindest ansatzweise angesprochen wird.

Medizinischer Nutzen

Sogar im medizinischen Bereich werden Computerspiele mitunter zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. So gibt es mittlerweile Spiele zur Behandlung von Schmerz-, Demenz- oder Schlaganfallpatienten. Auch die besonders im Kindesalter entstehende Schwachsichtigkeit kann durch ein spezielles Spiel therapiert werden; dabei werden statt 3D- 2D-Bilder konzipiert, die nur durch Benutzung beider Augen richtig erkannt werden können.

Nachteile von Computerspielen

Bevor nun der Eindruck entsteht, dass nur Vorteile für Computer oder Konsolenspiele sprechen, sollten die Ausnahmen erwähnt werden, die ganz klar dagegen sprechen. Es gibt leider auch Spiele, die weder fördernd noch sinnvoll sind, ja geradezu schädigend.

  • Gewaltverherrlichung
  • Realitätsverlust
  • Suchtpotenzial
  • Desozialisierung
  • körperliche Trägheit

- all das sind Gefahren, denen man beim Spielen tatsächlich unterliegen kann, was aber nur bedingt den einzelnen Spielen zuzuschreiben ist. Denn hauptsächlich ist es eine Frage des Charakters, was für eine Beeinflussung das Spielen hat und der wird schließlich nicht nur durch Computerspiele geformt. Die Hauptsorge sollte also nicht beim Genre liegen, sondern beim einzelnen Spiel und dessen Inhalt, genauso wie der Dauer mit der man vor dem Computer sitzt.

Fazit

Es sollte also darauf geachtet werden was gespielt wird und mit welcher Intensität, dann ist an dem Computerspielen an sich, nichts Negatives auszusetzen. Ganz im Gegenteil sogar.

Denn dadurch kann das sich darin befindliche Potenzial optimal ausgeschöpft werden und sich entgegen des vorhandenen Bequemlichkeits-, sprich Degenerationstrends der Menschheit, wie es die Evolution auch vorgesehen hat, sogar weiterentwickeln - was ganz nebenbei natürlich nur eine der zahlreichen Möglichkeiten wäre. Welche Auswirkungen übermäßiges Computerspielen mit sich bringt und wie man als Eltern dagegen angehen kann, erfahren Sie hier in unserem Artikel zum Thema.

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  • jeux video © KiWiE - www.fotolia.de
  • Young Couple In Pajamas Playing Video Game Together © Monkey Business - www.fotolia.de

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