Die vier Bereiche der Rechtsnormen im Überblick

Ohne das Recht geht es nicht. Sowohl der Staat als Ganzes als auch die einzelnen Bürger müssen sich an bestimmte Regeln halten. Sie sollen das gemeinschaftliche Leben organisieren. Nahezu alle Schritte, die ein Mensch an jedem Tag unternimmt, lassen sich dabei einem bestimmten Schutzbereich oder einem sanktionswürdigen Verhalten zuordnen. Gleiches gilt für die öffentliche Hand. Die Rechtsnormen lassen sich in vier Bereiche unterteilen. Informieren Sie sich hier.

Merkmale unterschiedlicher Rechtsgebiete

Rechtsnorm - eine Definition

Bei einer Rechtsnorm bzw. Rechtsvorschrift oer auch einem Rechtssatz handelt es sich um eine gesetzliche Regelung oder eine Vorschrift, die auf einer gesetzlichen Grundlage basiert. Sie kann für zahlreiche unterschiedliche Sachverhalte wirken.

Die Rechtsnorm lässt sich verschiedenen Typen zurodnen. Zu diesen zählen

  • eine Freistellung, die ein Unterlassungsrecht statuiert
  • eine Erlaubnis, die ein Handlungsrecht statuiert
  • ein Gebot, das eine Handlungspflicht statuiert
  • ein Verbot, das eine Unterlassungspflicht statuiert

Die unterschiedlichen Rechtsgebiete

Natürlich können Gesetze nicht auf die Schnelle erlassen werden. Sie sind in den letzten Jahrhunderten zu einer bestimmten Überzeugung des Menschen gereift und anschließend schriftlich fixiert worden. Viele Bestimmungen haben dabei im Laufe der Zeit unterschiedliche Ausformungen angenommen, wurden gestrichen und dann wieder eingeführt oder sogar bis zur Unkenntlichkeit verändert.

Etabliert haben sich darüber hinaus die vier Rechtsgebiete, die jedes für sich genommen einen Teil des allgemeinen Lebens organisieren. Sie greifen wie einzelne Rädchen ineinander und gewährleisten den Schutz des Staates und seiner Bürger.

Das Staats- oder Verfassungsrecht

Was ist der Staat und welche Beziehungen hegt er zum einzelnen Menschen, den Glaubensgemeinschaften und seinen eigenen Organen? Die Frage, wozu der öffentliche Träger befugt ist, hat sich insbesondere in Deutschland durch zwei Weltkriege sowie eine nationale Spaltung nebst Wiedervereinigung mehrfachen Überprüfungen unterziehen müssen.

Im Kern stehen dabei die Grundrechte, die den Bürger schützen, den Staat aber ebenso verpflichten. Dennoch kann die Verfassung dort in die Rechte des Einzelnen eingreifen, wo ein höherrangiges Rechtsgut dieses erfordert.

Das Staatswesen wäre daher ohne eine wirksame Verfassung nicht denkbar. Sie bildet den Rahmen des gesellschaftlichen Lebens.

Das öffentliche Recht

Doch wie genau die einzelnen Bereiche des Lebens ausgestaltet sind, lässt sich nicht immer der Verfassung entnehmen. So kann jede einzelne Kommune bestimmte Rechtsgebiete beeinflussen. Der Staat hingegen erlässt die grundsätzlichen Gesetze, muss sich dabei aber ebenso an das supranationale Recht halten.

Die Bundesrepublik Deutschland darf beispielsweise nicht gegen die Normen der Europäischen Union verstoßen. Darüber hinaus sind rechtliche Beziehungen zwischen den Staaten möglich, die eigene Abkommen und Handelspartnerschaften schließen können.

Stets im Mittelpunkt stehen dabei aber erneut die Rechte des Bürgers. Seine Freiheiten werden geschützt. Denn ohne den Einzelnen wäre ein Gemeinschaftswesen nicht denkbar.

Das Strafrecht

Ähnlich verhält es sich aber mit der Beziehung zwischen dem Staat und seinen Bürgern sowie zwischen diesen selbst. Auch unbedacht kann es dabei schnell einmal zu einem strafrechtlich relevanten Verhalten kommen. Etwa, indem sich ein Autofahrer unter Einfluss von Alkohol an das Steuer seines Wagens setzt oder indem zwischen zwei Streithähnen körperliche Gewalt ausgeübt wird.

gehören zwar leider zum Alltag, werden durch das Gesetz aber sanktioniert. Das Verhalten der Bürger soll so angelegt sein, dass sie die Freiheiten anderer nicht verletzen.

Gleiches gilt für die Organe des Staates. Auch ihre Handlungen unterstehen der Aufsicht der Gerichte.

Das Privatrecht

Ein wesentliches Rechtsgebiet stellt darüber hinaus das Privatrecht dar. So begründet jeder noch so kleine Einkauf einen Vertrag.

Jeder Tausch über den Gartenzaun bildet eine rechtliche Beziehung mit allen Rechten und Pflichten. Aber auch die Verhältnisse des Arbeitnehmers zum Arbeitgeber oder des Mieters zum Vermieter unterfallen diesem Rechtsgebiet.

Wo immer Geschäfte getätigt werden, werden die Bereiche des Bürgerlichen Gesetzbuches berührt - auch, wenn es zunächst nicht so scheint und die Auswirkungen des Handelns eher bedeutungslos wirken. Doch selbst der Tausch von Sammelkarten, den zwei Kinder vornehmen, kann zu einem langwierigen juristischen Verfahren führen, wenn entsprechende Voraussetzungen gegeben sind.

Auf den folgenden Seiten dieses Artikels gehen wir genauer auf die unterschiedlichen Rechtsnormen ein.

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  • Gesetzbuch mit Richterhammer - Gesetz © Zerbor - www.fotolia.de

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