31. März 2011
Die Elternzeit wird auch immer häufiger von Vätern genutzt. Allerdings haben viele Männer Angst vor beruflichen Nachteilen.
Unter Elternzeit versteht man die Freistellung vom Beruf für einen gewissen Zeitraum. Das heißt, dass Mutter oder Vater nach der Geburt eines Kindes zeitweilig eine Familienpause einlegen können.
In Deutschland nehmen sich auch zunehmend Väter eine Auszeit von ihrem Job, um Elterngeld zu beziehen und für ihre Kinder da zu sein. Im Jahr 2009 war es sogar jeder vierte Familienvater. Allerdings machen die meisten Männer lediglich eine Jobpause von höchstens zwei Monaten. Das hat vor allem den Grund, dass der Verdienstausfall bei Vätern höher ist als bei Müttern, was oft zu finanziellen Einschränkungen während der Elternzeit führt.
Trotz der ansteigenden Zahl von Männern, die eine Elternzeit nehmen, um ihre Kinder zu betreuen, ist die Anzahl der Frauen nach wie vor deutlich höher. Während bei den Frauen unter 45 Jahren rund 84 Prozent ihre Berufstätigkeit für die Elternzeit unterbrochen haben, sind es bei Männern nur zehn Prozent, was dennoch einen deutlichen Anstieg bedeutet. Über zwei Drittel aller Väter sahen diese Zeit positiv und als Bereicherung ihres Lebens an. Viele Männer haben jedoch Angst, dass ihnen durch die Elternzeit berufliche Nachteile entstehen, denn so mancher Chef hat es nicht gerne, wenn ein Mann seine Berufstätigkeit unterbricht, weil er sich um seine Kinder kümmern möchte. In manchen Fällen gab es sogar schon Kündigungen nach der Elternzeit. Vor allem ältere Chefs tun sich mit dieser Regelung schwer.
Der Rechtsanspruch auf Elternzeit besteht bei beiden Elternteilen bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Der Arbeitgeber muss den schriftlichen Antrag sieben Wochen vor dem Beginn der Elternzeit erhalten. Während der Elternzeit gilt ein besonderer Kündigungsschutz, der acht Wochen vorher beginnt. Für diesen Zeitraum erhält der Arbeitnehmer keinen Lohn. Stattdessen kann Elterngeld beantragt werden, das 67 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens ersetzt.
Das Väter eine Elternzeit nehmen, muss für den Betrieb nicht von Nachteil sein. Viele Männer arbeiten nach ihrer Elternzeit noch effizienter, sind ihrer Firma treuer und haben weniger Fehlzeiten. Auch die Väter selbst profitieren von dieser Regelung, denn die meisten Männer fühlen sich zufriedener, wenn sie genügend Zeit mit ihrer Familie verbringen können.
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