Wenn Ihr Kind nur sehr mühsam neue Kontakte schließen kann, ungern vor anderen spricht oder gar errötet, dann deutet dies mit ziemlicher Sicherheit auf eine ausgeprägte Schüchternheit hin. Wir zeigen, an welch typischen Eigenschaften Sie dies erkennen können.
Eigentlich sollte es keine Rolle spielen, ob ein Kind nun schüchtern oder lebhaft ist. Zumal die Übergänge fließend sind - jeder Mensch ist individuell, und kein Kind gleicht dem anderen. Trotzdem kann eine genaue Einschätzung sinnvoll sein, um mögliche Probleme, beispielsweise bei der Kontaktsuche im Kindergarten oder in der Grundschule, schon frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu beheben. Nur wenn Eltern wissen, wie Ihr Nachwuchs "tickt", können sie ihn schließlich auch optimal unterstützen.
Schüchterne Kinder können dabei einerseits durch ihr besonderes Verhalten erkannt werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie grundsätzlich Vertrautes zu schätzen wissen und mit neuen Situationen oft nur schwer umgehen können. Dies betrifft sowohl fremde Umgebungen, beispielsweise beim ersten Besuch im Kindergarten, als auch fremde Menschen, mit denen sie nur selten von sich aus Kontakt aufnehmen.
Werden sie doch angesprochen oder müssen sie sich unter Beweis stellen, dann reagieren schüchterne Kinder häufig durch Rückzug. Sie versuchen, die unangenehme Situation zu vermeiden - beispielsweise, indem sie sich in der Kindergartengruppe verstecken oder zurück zu Mama und Papa laufen. Nicht immer sind diese Verhaltensweisen gleich stark ausgeprägt: Viele schüchterne Kinder versuchen, ihre Eigenschaft zu verstecken und sich sozial anzupassen. Dann macht sich ihre Schüchternheit vor allem durch leises oder zögerndes Sprechen, eventuell auch durch Erröten oder sichtbare Nervosität bemerkbar.
Übrigens: Aktuelle Studien legen nahe, dass die Veranlagung zur Schüchternheit zu einem großen Teil genetisch bedingt ist. Dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass ein schüchternes Kind für immer schüchtern bleiben muss: Durch positive Erfahrungen mit anderen und die Stärkung des Selbstvertrauens können viele hemmende Eigenschaften zumindest verbessert werden. Dabei sollte man dem Kind immer signalisieren, dass man es als ganze Persönlichkeit liebt - wer die Schüchternheit thematisiert, der verstärkt Zweifel und Unsicherheiten zusätzlich.
Bei sehr stark ausgeprägter Schüchternheit bis hin zur Unfähigkeit, soziale Kontakte zu knüpfen, sollten Eltern jedoch hellhörig werden: Eventuell könnte eine Form des Autismus Ursache für das als schüchtern wahrgenommene Verhalten sein. Die genaue Diagnose hierzu kann nur ein erfahrener Facharzt stellen.
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