Rund um den Kompost - Anlegetipps, Arten und Verfahren, Nutzungshinweise und Pflege

Gärtner holt Erde aus Kompostbehälter

Viele Gartenbesitzer entscheiden sich für die Kompostierung zur Entsorgung von Abfällen sowie zur Herstellung von natürlichem Dünger; es gibt unterschiedliche Kompostarten

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  • von Paradisi-Redaktion

Ein Komposter im eigenen Garten hat viele Vorteile. Verrottbare Küchen- und Gartenabfälle können entsorgt und zu Dünger kompostiert werden. Dieser kann anschließend unter die Blumenerde gemischt oder direkt als Düngemittel verwendet werden.

Die Kompostierung bietet viele Vorteile, der Hausmüll wird reduziert und man kann auf eine Bio-Tonne verzichten. Weiterhin müssen Heckenschnitte, Grünschnitte und ähnlicher Gartenabfall nicht in eine Grünmülldeponie gefahren werden. Dabei gibt es unterschiedliche Verfahren der Kompostierung.

Da unterscheidet man zwischen der Eigenkompostierung im privaten Haushalt und den kommunalen Grünmülldeponien, die Bio-Abfälle in Kompostierungsanlagen verbringen. Bei der Eigenkompostierung spielen die örtlichen Gegebenheiten und die persönlichen Vorlieben eine Rolle. Gartenabfall und Küchenabfälle können bei der Kompostierung ökologisch sinnvoll verwertet werden.

Möglichkeiten der Kompostierung

Ob ein herkömmlicher Komposthaufen oder ein Thermokomposter im Garten angelegt werden soll, hängt von der Verwendung des Endproduktes und dem möglichen Zeitaufwand ab. Zwischen dem klassischen Komposthaufen und dem Thermokomposter gibt es einen wesentlichen Unterschied.

Während der erste offen ist, verfügt der Thermokomposter über Seitenwände und einen Deckel und ist geschlossen. Das hat zur Folge, dass Abfälle im klassischen und im Thermokomposter unterschiedlich schnell verrotten und die Endprodukte aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt sind.

Offene Kompostierung

Ein Komposthaufen ist entweder von einem Holzgitter oder einem Maschendrahtgitter eingezäunt oder Grünabfall wird einfach offen geschichtet. Er nimmt schon etwas Platz in Anspruch, bietet aber auch den Vorteil, dass er jederzeit erweiterbar ist, was gerade dann nützlich ist, wenn saisonal bedingt mehr Grünschnitte oder beispielsweise Heckenschnitte anfallen.

Ein herkömmlicher Komposthaufen hat also den entscheidenden Vorteil, dass er vom Volumen her mehr Abfälle aufnehmen kann als ein geschlossener Thermokomposter. Zudem bedarf er weniger Pflege und muss seltener umgesetzt werden. Allerdings kann im offenen Komposthaufen nur einmal pro Jahr verwertbarer Kompost entstehen.

Wer seinen Kompost also in erster Linie als Entsorgungsmöglichkeit für Küchen- und Gartenabfälle vorsieht, ist mit der klassischen Variante bestens bedient. Diese ist mit relativ wenig Arbeit verbunden und einmal pro Jahr erhält man einen kostenlosen Bodenaufbereiter für Beete und Grünflächen.

Der offene Komposthaufen muss einen guten Standort haben und nicht den Blick stören
Der offene Komposthaufen muss einen guten Standort haben und nicht den Blick stören

Geschlossene Kompostierung

Bei der geschlossenen Kompostierung werden geschlossene Behälter eingesetzt, zum Beispiel ein Schnellkomposter oder Thermokomposter. Sie eignen sich hauptsächlich für kleinere Haushalte, in denen vorwiegend Küchenabfälle kompostiert werden.

Schnellkomposter gibt es aus unterschiedlichen Materialien, aber vorwiegend sind sie aus Kunststoff. Sie haben einen Deckel, Belüftungslöcher und eine untere Lade, aus der die humusreiche Erde entnommen werden kann, wenn sie reif ist.

Thermokomposter haben noch eine zusätzliche wärmeisolierende Schicht. Sie soll auch in der kalten Jahreszeit eine gute Kompostierung gewährleisten.

Im Gegensatz zu der beliebten und weit verbreiteten offenen Kompostiermöglichkeit bietet ein Komposterbehälter andere Vorteile. Da er geschlossen ist, können Abfälle schneller umgewandelt werden und Bestandteile, die später der Düngung dienen, bleiben größtenteils erhalten und werden nicht ausgetragen.

Das bedeutet, dass Abfälle zum einen viel schneller umgesetzt werden und anschließend besser als reines Düngemittel taugen. Diese Kompostierungsmethode ist allerdings auch mit mehr Arbeit verbunden, da genau auf die Schichtung der Abfälle geachtet werden und der Inhalt regelmäßig umgeschichtet werden muss. Wer also ausreichend Zeit hat und gänzlich auf Düngemittel aus dem Handel verzichten möchte, kann mit einem solchen Komposter einen perfekten Dünger für seine Pflanzen produzieren.

Rollende Komposter

Das System der rollenden Komposter gibt es seit 2013. Komposter mit Rundungen lassen sich zu dem benötigten Standort im Garten rollen. Des Weiteren entfällt die Arbeit des Umrühren und Umschichtens: der Inhalt des Behälters wird durch die Bewegung ständig umgewälzt.

Es gibt zwei unterschiedliche Varianten: einen kugelrunden Komposter sowie einen Rollkomposter in Tonnenform. Der runde Komposter hat einen Durchmesser von etwa 80 cm; seitlich besitzt er Öffnugnsklappen. Die Komposter-Tonne ist etwa 1,30 m lang und hat einen Durchmesser von ca. 70 cm. Angefertigt ist die Tonne aus einer stabilen Kunststofffolie.

Weitere Möglichkeiten

Beim Kammersystem wird mit mindestens zwei oder mehreren Kammern gearbeitet. Hier wird der Kompost regelmäßig umgeschichtet und eine Kammer immer wieder mit Grünabfall gefüllt. Dieses System bietet Vorteile, so dass der Kompost durchmischt werden kann und der schon reifere Kompost wird nicht mit frischem Kompostgut vermischt und verrottet schneller.

Mittlerweile gibt es aber auch Minikomposttonnen, so genannte Schnellkomposter für den Balkon. Durch den Zusatz von Mikroorganismen wird die Verrottung beschleunigt. Man braucht dann aber auch den nötigen Platz, um die Erde ausbringen zu können.

Es gibt auch unterschiedliche Kompostierungshilfen. So kann man im Handel Würmer kaufen, mit denen der Kompost geimpft wird; sie helfen, den Verrottungsprozess zu beschleunigen. Auch mikrobielle Hilfsstoffe werden eingesetzt, um die Kompostierung zu beschleunigen.

Tipps zum Anlegen eines Komposthaufens

Ein Komposthaufen verspricht nicht nur eine einfache und problemlose Entsorgung von Biomüll, sondern auch immer frische, gute und wertvolle Erde zum Nulltarif. Doch ist es wirklich so einfach?

Mitnichten. Keineswegs ist es so, wie es sich viele Gartenneulinge vorstellen, dass man einen Komposthaufen einfach dadurch errichtet, dass man seinen Biomüll immer an derselben Stelle ablegt. Denn auch ein Kompost benötigt Fachwissen und Pflege. Hier einige wichtige Tipps zur richtigen Vorgehensweise:

Tipp 1: Die Platzwahl

Suchen Sie sich zunächst einen geeigneten Platz für ihren Komposthaufen aus. Idealerweise liegt er sonnig, aber nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne. Im Dauerschatten wird er aber ebenso wenig gedeihen.

Der Kompost sollte nicht direkt am Haus liegen, damit keine Geruchsbelästigung auftreten kann. Jedoch sollte er auch nicht im hintersten Winkel des Gartens versteckt sein, da man sich sonst den mühsamen Weg vielleicht zu oft sparen möchte. Rein optisch ist der Komposthaufen nicht wirklich eine Zierde, deshalb sollte er auch nicht an zentraler Stelle im Garten errichtet werden.

Tipp 2: Die Einfriedung

Besorgen Sie sich die richtige Einfriedung. Sie werden nicht damit glücklich werden, einfach einen Haufen zu machen. Der Kompost benötigt Luft und muss von Zeit zu Zeit umgeschichtet werden.

Also ist es ideal, wenn seine Ausmaße eingegrenzt werden. In Bau- und Gartenmärkten erhalten Sie spezielle Brettersätze, die standardmäßig einen Komposthaufen von 1 x 1 x 1 Meter einfrieden. Diese sind zu einem kleinen Preis erhältlich und auch vom Laien in Eigenregie aufzubauen.

Tipp 3: Eine Grundlage schaffen

Schaffen Sie eine gute Grundlage. Das A und O des späteren Komposthaufens ist die allgemeine Bodenbeschaffenheit. Wichtig ist es, dass Feuchte nach unten abfließen oder absickern kann.

Auf einem Lehmboden ist das oftmals nicht ganz so einfach. Der Boden direkt unter dem Kompost sollte also erst einmal aufgelockert und von großen Steinen befreit werden.

Danach schüttet man ihn wieder auf. Eine ca. 10 cm hohe lockere Erdschicht darüber sorgt zusätzlich für optimale Bedingungen.

Tipp 4: Die Kompostanlegung

Jetzt kann der zukünftige Komposthaufen mit allem gefüttert werden, was sonst im Biomüll verschwinden würde. Achten Sie besonders zu Beginn darauf, dass das Kompostiergut nicht zu nass oder nicht zu einseitig ist.

Zu große Mengen frisch gemähten Grases können zum Beispiel zu Schimmelbildung führen. Organische Abfälle wie zum Beispiel Fleischreste gehören ebenfalls nicht in den Kompost.

Tipps zur Nutzung und Pflege

Nutzung als Dünger

Dünger reichern das Nährstoffangebot im Boden an und bieten unter richtiger Anwendung Pflanzen und Tieren ideale Wachstums- und Lebensbedingungen. Unterschieden wird zwischen anorganischen und organischen Düngern, die sich nicht nur in ihren Bestandteilen, sondern auch in ihrer Wirkung auf Pflanzen und Tiere unterscheiden. Wirkungsvoll und einfach zu produzieren ist organischer Dünger aus Kompost.

In vielen Gärten findet man einen Komposter, in dem kompostierbare Haushaltsreste oder Gartenabfälle entsorgt werden. Durch das Verrotten von Gemüseresten, Eier- und Kartoffelschalen oder auch Laub entsteht ein Endprodukt, welches Mineralien und Mikroorganismen bindet und als natürliches und nährstoffreiches Düngemittel für Gartenpflanzen verwendet werden kann.

Um dieses wirkungsvolle Endprodukt zu erhalten, muss allerdings darauf geachtet werden, dass nur bestimmte Dinge im Komposter gesammelt werden. Nicht kompostierbar sind unter anderem gekochte und fettige Essens- und Fleischreste.

Regelmäßiges Durchmischen ist essentiell

Der Inhalt eines Komposthaufens sollte immer gut gemischt werden und darf auf keinen Fall faulen oder stinken. Ähnlich wie Laub im Wald, das zu einer nährstoffreichen Bodenschicht verrottet und den Bäumen anschließend als Nahrung wieder zur Verfügung steht, verhält sich auch der Kompost im eigenen Garten.

Durch gutes Mischen von Küchen- und Gartenresten und der Arbeit vieler Mikroorganismen verrotten die Inhalte nach einiger Zeit zu wertvoller Humuserde. Diese kann im Garten verteilt werden und bietet den Bäumen und Blumen einen nahrhaften natürlichen Dünger. Eine regelmäßige Düngung der Erde mit Kompost macht die Düngung mit anorganischen Mitteln oft überflüssig.

Voraussetzungen für einen guten Dünger

Der Kompost kann nur dann richtig arbeiten, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Er braucht zuallererst Wärme, Feuchtigkeit und Luft. Daher sind ein halbschattiger Standort und die Möglichkeit einer Abdeckung für den Sommer ideal.

Kompostabfälle sollten regelmäßig umgesetzt werden; ideal sind zwei bis drei Mal pro Jahr. Durch diese Maßnahme wird der Inhalt aufgelockert und belüftet, so dass die Mikroorganismen volle Arbeit leisten und die Abfälle zersetzen können.

Damit frische Abfälle keine Tiere, vor allem keine Ratten, anlocken, sollten diese mit einer dünnen Schicht Erde abgedeckt werden. Nach 10 bis 12 Monaten ist der natürliche Prozess des Rottvorgangs abgeschlossen und der gesiebte Kompost kann als Dünger verwendet werden.

Fazit

Ein Komposthaufen spart also nicht nur Geld in der Abfallentsorgung, er kommt auch den eigenen Pflanzen zugute und ersetzt anorganisches Düngemittel.

Der Kompost ergibt einen guten organische Dünger
Der Kompost ergibt einen guten organische Dünger

Was darf (nicht) auf den Kompost?

Auf den Kompost kommt, was in der Küche und im Garten an Abfällen anfällt? So wird es vielerorts gehandhabt, manchmal sogar mit Erfolg. Doch eigentlich ist der Kompost eine Wissenschaft für sich.

Auf die richtige Mischung kommt es an. Das sich zersetzende Material bildet unter anderem Stickstoff und Kohlenstoff, und diese müssen im richtigen Verhältnis zueinander vorhanden sein, damit die im Kompost lebenden Mikroorganismen die ideale Nahrung finden. Sie sind dafür zuständig,

  • den Kompost umzugraben
  • die enthaltenen Stoffe zu zersetzen und
  • ihn zu hinterlüften.
Die Basis

Als Basismaterial für den perfekten Komposthaufen dient daher grünes Pflanzenmaterial in gleicher Menge wie getrocknetes Pflanzenmaterial. Dazu zählen trockener Rasenschnitt, aber auch Heu, Stroh und Tierstreu. Gut zerkleinerte Zweige machen sich ebenfalls gut im Kompost.

Wichtig ist auch der Besuch von ausreichend Würmern. Sie werden unter anderem von Kaffeesatz angelockt.

Viele Regenwürmer im Kompost sind die Basis für gute Komposterde
Viele Regenwürmer im Kompost sind die Basis für gute Komposterde

Wer möchte, der kann seinem perfekten Komposthaufen noch Spezialmittel hinzufügen, die als Kompostierbeschleuniger oder Schnellkomposter bekannt sind. Ob gejätetes Unkraut auf den Kompost soll, ist umstritten, da es ausschlagen könnte.

Aus der Küche

Aus der Küche können

zum Kompost gegeben werden. Schalen von Südfrüchten sind für den Kompost ungeeignet, da sie die notwendigen Mikroorganismen in ihrer Entstehung behindern. Die Reste gekochter Speisen oder von Süßspeisen sollten nicht auf den Kompost, da sie Ratten, Mäuse, Katzen oder streunende Hunde anziehen.

Weitere Zugaben
  • Laub muss erst gut trocknen und welken, bevor es dem Kompost zugegeben werden darf.
  • Unkraut und Grünschnitt können mit Reisig gemischt werden, um eine optimale Durchlüftung zu gewährleisten.
  • Holz ist am besten in Form von Hobelspänen zuzugeben.

Ist der Komposthaufen gefüllt, so kann er mit einer dünneren Schicht lehmiger Erde abgedichtet werden. Diese Schicht sollte einen kleinen Hügel bilden, damit Regenwasser möglichst gut nach außen abfließen kann.

In diesem Zustand sollte man den Kompost für zirka ein Jahr ruhen lassen, bevor man ihn dann fachgemäß umschichtet. In dieser Ruhephase kann man bereits einen zweiten, separaten Kompost anlegen.

Achten Sie grundsätzlich darauf, Ihrem Kompost nur unbehandelte, natürliche Zutaten zuzusetzen. Alle chemischen Stoffe, wie sie zum Beispiel auch in den meisten Dünge- und Spritzmitteln enthalten sind, behindern und verlangsamen eine gute Kompostierung.

Der Kompost ist ein hoch komplexes biologisches System und sollte deshalb auch ausschließlich mit biologischen Produkten gefüttert werden. Darum haben Papier- oder Pappabfälle im Kompost zum Beispiel auch keine Berechtigung.

Hinweise und Tipps zur richtigen Kompostpflege

Beim Kompostieren werden die Garten- und Küchenabfälle sinnvoll genutzt. Sie liefern nach der Verrottung eine humusreiche Erde, die einen wertvollen Dünger für den Garten gibt.

Die optimalen Bedingungen für die Rotte

Dabei ist das richtige Kompostieren wichtig, um die optimalen Bedingungen für die Rotte zu schaffen. Beim Verrottungsprozess sind viele Mikroorganismen und Kleinstlebewesen beteiligt.

Damit sie richtig tätig werden können, brauchen sie bestimmte Voraussetzungen und Bedingungen. Dann sorgen sie dafür, dass aus den organischen Abfällen eine gute Humuserde wird.

Feuchtes und trockenes Kompostgut sollte immer gut gemischt werden. Grobe Stängel und Gehölzschnitt müssen vorher gehäckselt werden, ehe sie auf dem Kompost landen.

Anderenfalls würde die Verrottung zu lange dauern und es ist ärgerlich, wenn man in der Erde dann Äste hat. Außerdem sorgt das Häckselgut dafür, dass der Kompost nicht so schnell zusammensackt und gut durchlüftet wird.

Deshalb muss man die gehäckselten Äste gut untermischen. Es gibt biologisch aktive Rottebeschleuniger; auch das Streuen von Hornspänen kann den Prozess beschleunigen, weil die Mikroorganismen optimale Arbeitsbedingungen vorfinden. Kompostbeschleuniger liefern ihnen die nötige Nahrung und regen den Prozess an.

Die richtige Pflege

Um erfolgreich zu kompostieren, kommt es hauptsächlich auf die richtige Schichtung der unterschiedlichen Kompostmaterialien an. Kohlenstoffreiches Herbstlaub muss mit stickstoffreichem Kompostgut vermischt werden. Auch eine ausreichende Feuchte und die richtige Belüftung sind wichtig.

Wenn der Kompost zu trocken wird, kann man ihn leicht befeuchten. Sackt er zu stark zusammen, muss er wieder aufgelockert werden.

Bei zu viel Feuchtigkeit und einem Sauerstoffmangel jedoch, kann es zu einer mangelhaften Rotte kommen. Es ist sinnvoll, wenn man den Komposthaufen mindestens zweimal im Jahr mit einer Mistgabel umschichtet.

Auch ein Mehrkammersystem kann gut sein, um den Verrottungsprozess zu beschleunigen oder wieder in Gang zu bringen. Vor allen Dingen muss beim Kompostieren Fäulnis vermieden werden. Deshalb ist auch schon der Standort ausschlaggebend. Er sollte schattig, aber nicht nass, mit einem guten Bodenkontakt sein.

Es ist immer gut, den Kompost ab und zu aufzulockern; man sollte ihn jedoch nicht platt treten, um mehr Platz zu schaffen, sonst wird er nicht mehr gut genug durchlüftet. So ein Verrottungsprozess ist ein komplexes Geschehen. Zeitweise entstehen im Kompost sehr hohe Temperaturen.

Ein reifer, fertiger und guter Kompost duftet angenehm. Er wird gesiebt, um ihn von gröberem Material zu befreien. Dann kann er ausgebracht werden.

Biotonne trocken und kühl halten

Die Deutschen sind stolz auf ihre Biotonne. Mit Recht: Sie steht als Symbol für kluge Abfall-Entsorgung. Aber es gibt auch problematische Liebhaber der Biotonne: zum Beispiel Schimmelpilze.

Sie finden zwischen den Bioabfällen hervorragende Lebensbedingungen und stellen für den Menschen eine nicht unerhebliche Gesundheitsgefahr dar. Schimmel braucht neben Biomasse Wärme und Feuchtigkeit, um zu gedeihen. Deshalb rät die Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau, der Biotonne unbedingt einen kühlen Standort zu geben und den Tonnenboden immer mit ein paar Schichten Zeitungspapier auszulegen. Das saugt Feuchtigkeit auf und sorgt dafür, dass bei der Leerung keine Reste zurückbleiben.

Auch als Zwischenlagen vermindern Papier oder Pappe unerwünschte Gärungsprozesse. Laub- und Rasenschnitt, aber auch Kaffeefilter oder Teereste sollte man trocknen lassen, bevor sie in die Tonne wandern.

Und nicht vergessen: Von Zeit zu Zeit muss der Behälter mit Essigreiniger und Schrubber gründlich gesäubert werden.

Kompost muss ausreichende Luftzufuhr haben

Ohne richtige Belüftung kann guter Kompost nicht gelingen. Die Organismen, die die Gartenabfälle verarbeiten würden ohne Sauerstoff sterben und der Kompost allenfalls vor sich hinfaulen. Darum sollte man ihn auf keinen Fall in luftdicht abgeschlossenen Behältern ansetzen.

Auch ausgehobene Löcher im Boden sind nicht geeignet, um eine vollständige Verrottung zu erzeugen. Ebenso braucht der Kompost eine direkte Verbindung zu Boden. Schließlich sollen Regenwürmer Einzug halten. Die Verbraucherinitiative in Berlin hat passend zur beginnenden Gartensaison ein Heft unter dem Titel "Wie Oma gärtnern" herausgegeben. Darin findet man auch den Tipp, den Komposthaufen nicht allzu nass werden zu lassen.

Wer es richtig machen will, schichtet abwechselnd feuchte und trockene Materialien auf.

Kompost sollte nach einigen Wochen neu durchgemischt werden

Damit der eigene Kompost auch richtig verrotten kann, sollten die Gartenabfälle nach einigen Wochen neu durchgemischt werden. Denn der richtige Mix macht es aus! Das empfiehlt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn.

Frische Abfälle müssen mit alten Abfällen gut vermengt werden. Nur so entsteht guter Kompost!

Grünabfälle vom Sommer werden dann am besten mit neuem Abfall aus Gemüsebeeten und mit Herbstrückschnitt vermischt. Eine kleine Beigabe von bereits verrottetem Kompost (etwa drei Prozent der Gesamtmenge) enthält die notwendigen Mikroorganismen für die Zersetzung. Es folgen noch rund zehn Kilogramm Gesteinsmehl und fünf Kilogramm Algen- oder auch Hüttenkalk pro Kubikmeter Kompost gerechnet. Das zugegebene Gesteinsmehl soll die Geruchsbildung verhindern und reichert den Kompost mit den nötigen Mineralien an. Der Kalk dient der Bindung von organischen Säuren.

Tipp für Gartenfreunde - für den Kompost Baldrianextrakt herstellen

Wie man einen Kompost vor Überhitzung schützt und auch den Prozess des Verrottens beschleunigt, dies kann man in der Zeitschrift "Mein schöner Garten" nachlesen. Aber hier schon einmal ein Tipp, denn ein Extrakt aus Baldrianblüten hilft beim Kompostieren.

In etwa einem Viertel-Liter Wasser lässt man zwei Hände volle Baldrianblüten vier Tage lang ziehen, danach wird der Sud püriert und durch ein Sieb gegossen. Die Lagerung erfolgt in dunkel-braunen Flaschen und danach vermischt man vier Tropfen von dem gewonnen Extrakt mit einem Liter Wasser und sprüht dieses auf den Kompost.

Tipps zum Kompostieren von Herbstlaub

Gerade in der Herbstzeit herrscht im Garten Hochbetrieb. Neben den Rückschnitten fällt auch das Herbstlaub an. Dafür ist ein Komposthaufen sehr nützlich und praktisch. Aber auch beim Kompostieren von Herbstlaub ist einiges zu beachten.

Generelle Hinweise zur Verrottung von Laub

Das Laub von Walnussbäumen ist nicht kompostierbar, weil es nicht verrottet. Außerdem enthalten die Blätter, vor allem in größeren Mengen, Stoffe die giftig sind. Herbstlaub ist nährstoffarm, bevor die Bäume die Blätter abwerfen und diese gelb werden, sichern sie sich noch die Nährstoffe und entziehen diese den Blättern.

Deshalb muss das Laub mit stickstoffreichem Kompostgut gemischt werden. Dafür eignen sich Rasenschnitt und alte Erde aus Pflanzkästen.

Herbstlaub enthält viel Kohlenstoff, aber wenig Stickstoff. Wenn man nicht genug stickstoffreiches Kompostgut hat, kann man auch etwas Hornspäne darüber streuen.

Bestimmte Laubsorten verrotten nur langsam, beispielsweise

Ihre Blätter enthalten viel Gerbsäure, hier ist es von Vorteil, wenn man die Blätter zerkleinert und etwas Steinmehl dazu gibt, um die Säure zu neutralisieren.

Wenn die Blätter zerkleinert sind, verrotten sie schneller und Mikroorganismen haben mehr Angriffsfläche. Das kann man mit dem Häcksler oder mit einem Laubsauger machen.

Herbstlaub als Winterschutz

Wenn die Blätter aber auf den Beeten liegen bleiben, eignen sie sich hervorragend als Winterschutzmaterial. Das Laub schützt und wärmt die Pflanzen. Es verrottet und gibt eine humusreiche Erde.

Vom Rasen allerdings sollte das Laub entfernt werden, denn er braucht auch im Winter Licht.

Immergrüne Pflanzen sollten nicht mit Laub bedeckt sein. Aus dem Teich muss das Laub gefischt werden, da es sonst die Wasserqualität negativ beeinflusst.

Vom Rasen kann man das Laub am besten mit einem leistungsstarken Rasenmäher auffangen. Auf höchster Mähstufe, zerkleinert er das Laub und fängt es im Grasfangkorb auf. So kann es gleich kompostiert werden.

Um eine Rutschgefahr auf Gehwegen, dem Bordstein oder im Hof zu vermeiden, kann man das Herbstlaub mit einem Laubbläser entfernen. Im Häckslerwerk wird es zerkleinert und landet im Auffangsack.

Unter Umständen braucht man, wenn große Mengen Herbstlaub anfallen, auch einen zweiten Komposthaufen. Sonst muss man das Laub in Säcke füllen und zu der nächsten Grünmülldeponie fahren, dort gibt es Kompostieranlagen. Näheres erfährt man bei den zuständigen Behörden, wie dem Abfall-Entsorgungs-Amt.

Tipps zum Umsetzen des Komposts

Das Umsetzen des Komposts sorgt für eine stetig nährstoffreiche Erde, mit denen die Pflanzen im Garten gedüngt werden können. Als bester Zeitpunkt gilt der Februar. Der Kompost ist nun abgelagert und zudem wird für die anstehende Gartensaison neue Erde benötigt.

Der Kompost sollte dafür Schicht für Schicht abgebaut werden. Um feine Erde zu erhalten, werden die Schichten gesiebt; größere Äste, Steine und nicht verrottetes Pflanzenmaterial kann nun aussortiert werden.

Die gesiebte Erde kann nun auf den Beeten sowie im Gewächshaus verteilt werden. Auch um Zimmerpflanzen aufzuziehen, kann man etwas Erde aufbewahren.

Schließlich sollte noch ein Blick auf den Kompostbehälter geworfen werden. Ist dieser reperaturbedürftig, sollten die nötigen Arbeiten jetzt durchgeführt werden.

Können Biotonnen zu Erkrankungen führen?

Die Deutsche Lungenstiftung in Hannover weist darauf hin, dass man beim Öffnen von Biotonnen die Luft anhalten sollte. Grund sind im Bio-Abfall enthaltene Schimmelpilzsporen, die allergische Reaktionen, Lungenschäden und Neurodermitisschübe verursachen können.

Laut Harald Mohr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, seien die Auswirkungen umso schlimmer, je mehr Sporen eingeatmet werden. Mohr rät, die Tonnen in regelmäßigen Abständen mit heißem Wasser von innen zu säubern, um die Schimmelpilzsporen abzutöten.

Tödliche Schimmelpilze im Komposthaufen

In Großbritannien starb ein Hobbygärtner beim Verteilen seines Komposthaufens, in dem sich Schimmelpilze gebildet hatten. Der Mann atmete die Sporen ein und wurde tags darauf mit Atemnot, Fieber und Husten in ein Krankenhaus gebracht. Dort verstarb der Mann, trotz medikamentöser Behandlung mit Antibiotika auf der Intensivstation.

Bei Laboruntersuchungen stellte man die Sporen des Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus fest, aber für eine gezielte Behandlung mit einem Pilzgegenmittel war es schon zu spät. Bei Pilzvergiftungen ist es oftmals lebenswichtig, möglichst schnell zu handeln.

Grundinfos und Tipps zum Kompost

  • Rund um den Kompost - Anlegetipps, Arten und Verfahren, Nutzungshinweise und Pflege

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Gardener tending garden and removing soil from compost bin © PCmi - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: compost bin top © MichMac - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Friedhofsmüll © Martina Berg - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Kompostwürmer © Benshot - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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