Integration in der Gastfamilie, Tipps für einen reibungslosen Alltag und mögliche Probleme

Ein Au-Pair-Verhältnis wird oft idealisiert, doch es muss nicht immer nur eitel Sonnenschein herrschen, es kann auch zu Problemen kommen. Sich als Au-Pair in die Gastfamilie zu integrieren, kann hin und wieder zu Schwierigkeiten führen. Als Au-Pair sollte man wissen, wie man Probleme anspricht und; auch die Gastfamilie sollte dem Au-Pair entgegen kommen. Lesen Sie über die Schwierigkeiten und Probleme, die zwischen Au-Pair und Gastfamilie auftreten können.

Wir geben Tipps, wie man als Au-Pair oder Gastfamilie Probleme ansprechen und wie man das Au-Pair in die Familie integrieren kann

Warum Heimweh entstehen kann

Für das Au-pair liegt der Lebensmittelpunkt und der Arbeitsplatz während der Dauer des Aufenthaltes am gleichen Ort. Dies kann sich schwierig gestalten, denn es hat keine Rückzugsmöglichkeiten und ist dauernd mit der Gastfamilie konfrontiert. Dies wird dann besonders problematisch, wenn es zu Misshelligkeiten oder Auseinandersetzungen kommt.

Der junge Mensch

  • ist weit weg von zu Hause
  • ist mit einer fremden Sprache und Kultur konfrontiert
  • muss sich an neue Lebensgewohnheiten gewöhnen und
  • ist von fremdem Menschen umgeben.

Da kann es schon einmal passieren, dass Heimweh aufkommt.

Prävention und Lösungsmöglichkeiten

Ein Telefongespräch nach Hause kann da vielleicht helfen. Es sollte auch möglich sein, dass das Au-pair in seinem Gastfamilienumfeld Freunde findet, mit denen es Freizeit verbringen kann. Die Gastfamilie hat in dem Au-pair nicht nur eine Unterstützung, sondern unter Umständen ein weiteres Kind, für das sie da sein müssen.

Bei negativen Erfahrungen mit Au-Pairs einen kühlen Kopf bewahren

Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass das Au-pair mit den Gastkindern überfordert ist und seinen Betreuungspflichten nicht richtig nachkommen kann. Es kann auch sein, dass der junge Mensch nicht wirklich pflicht- und verantwortungsbewusst ist und damit die Gastfamilie enttäuscht.

  • Auch Kleinigkeiten im Alltag können für Unmut sorgen, dies kann zu laute Musik sein, welche das Au-pair hört oder
  • auch das Thema Rauchen kann zu Verdruss führen.
  • Vielleicht erfüllt das Au-pair nicht die an ihn gestellte Erwartungen und ist überhaupt in seiner Art so, dass es die Gastfamilie verärgert.

Dann ist oft gegenseitiger Groll und Ärgernis angesagt.

Fragebögen der Agenturen nutzen

Deshalb ist es so wichtig, schon im Vorfeld wesentliche Punkte abzuklären. Viele Agenturen bieten Fragebögen an, die von beiden Parteien ausgefüllt werden.

  • Da kann man dann darauf vermerken, dass man ein Au-pair wünscht, das nicht raucht.
  • Oder die Gastfamilie kann sich dementsprechend auf das Au-pair einstellen, weil es vielleicht vegetarisch isst.

Die Erwartungen sollten auf beiden Seiten nicht so hochgeschraubt werden, um die Realität im Blickfeld zu haben. Bei allen auftretenden Problemen ist es ratsam, die Au-pair-Agentur einzuschalten, sie ist meist für die Dauer des Aufenthaltes auch für die Betreuung der beiden Parteien, das heißt der Gastfamilie und Au-pair, zuständig.

Integration des Au-pairs in der Gastfamilie

Eine Au-pair-Stelle ist nicht nur einfach ein Job, vielmehr wird das Au-pair für die Dauer seines Aufenthaltes zum Familienmitglied. Dafür braucht es Kommunikations- und Kompromissbereitschaft.

Diplomatie und Empathie

Das Au-pair erhält nicht nur freie Kost und Unterkunft, sondern auch Anschluss und Aufnahme in die Familie. Da kommt ein junger Mensch mit all seinen Eigenarten und Charakterzügen und soll sich in die Familie integrieren. Unterschiedliche Gewohnheiten und Vorlieben können da schnell zu Konflikten führen.

Beide Parteien können unterschiedliche Erwartungen in das Zusammenleben haben. Hier ist oft eine gehörige Portion an Diplomatie erforderlich. Grundsätzlich sollten die beiden Parteien taktvoll, rücksichtsvoll und geduldig miteinander umgehen. Im Idealfall kann sich das Au-pair so in die Familie einbringen, dass sich alle miteinander wohl fühlen.

Vorstellungen und Erwartungen abklären

Vorstellungen und Erwartungen sollten im Vorfeld genau abgeklärt werden, zum Beispiel:

  • Wie oft und wie lange darf das Au-pair nach Hause telefonieren?

  • Was wird an täglichen Pflichten erwartet?

  • Wie viel Hausarbeit ist zu leisten?

  • Werden Feiertage gemeinsam verbracht?

  • Welchen Freiraum hat das Au-pair innerhalb der Familie?

  • Hat das Au-Pair in seinem Zimmer ein eigenes Fernsehgerät und wenn nicht, wie lange und wie oft darf es fernsehen?

  • Wie ist es mit der Benutzung anderer Geräte?

  • Möchte die Familie am Abend alleine sein und soll sich das Au-pair in sein Zimmer zurückziehen?

Viele entscheidende Fragen können für Konfliktstoff sorgen. Je besser alle Punkte abgeklärt sind, umso besser ist die Chance für ein Gelingen. Nicht selten entstehen so innige Beziehungen, die auch noch nach dem Au-pair-Verhältnis weiter bestehen.

Aufgabenverteilung und Freizeitangebote

Im Idealfall nimmt die Gastfamilie eine weitere "Tochter" oder einen "Sohn" in die Familie auf, welche die Kinder betreuen und kleinere Hausarbeiten erledigen. Ein eigenes Zimmer und Taschengeld sind Voraussetzung.

Das Au-pair nimmt an den gemeinsamen Mahlzeiten teil und lebt in der Familie wie ein Familienangehöriger. Oft verbringen die Gasteltern auch Freizeitaktivitäten mit dem Au-pair.

Sightseeing-Touren und Städtereisen können dem Au-pair das Gastland nahe bringen. Das Au-pair hat auch Anspruch auf freie Tage.

Am besten ist es, wenn es sich zum Beispiel durch die Sprachschule, die es besucht, einen kleinen Freundeskreis aufbauen kann. Dann ist es mit der Gastfamilie abzuklären, ob es diese Freunde auch einladen darf.

Tipps für einen reibungslosen Familienalltag

Mit dem richtigen Au Pair-Mädchen oder Au Pair-Jungen wird der Familienalltag bereichert. Doch dazu gilt es, gewisse Regeln einzuhalten, einen gegenseitigen Freiraum zu akzeptieren und auf diese Weise das nötige Vertrauen aufzubauen.

Klare Regeln aufstellen

Es hört sich zwar vielleicht anfangs sehr unpersönlich an, wenn der Gastfamilie empfohlen wird, klare Regeln für das Au Pair aufzustellen. Doch letztlich ist dies die Grundlage für ein harmonisches Familienleben mit einer anfangs unbekannten Person. Die Regeln sollten dem Au Pair nicht nur mündlich mitgeteilt, sondern gemeinsam aufgeschrieben werden.

Hier sollten die Gasteltern klarstellen,

  • was das Au Pair tagsüber zu tun hat
  • welche kleinen Aufgaben er oder sie im Haushalt übernehmen muss und
  • was bei der Kinderbetreuung wichtig ist.

Ist das Au Pair beispielsweise zuständig für das Hinbringen oder Abholen des Kindes vom Kindergarten, so sollte dies in die Regelliste aufgenommen werden. Je ehrlicher Gastfamilie und Au Pair miteinander umgehen, desto schöner kann das Zusammenleben werden.

Vertrauen aufbauen

Au Pairs sind während ihrer Zeit in der Gastfamilie ganz auf sich selbst gestellt und weit weg von ihrer eigenen Familie. Da ist es wichtig, dass sie Vertrauen zu ihrer Gastfamilie fassen können. Dieses Vertrauen, das übrigens auf Gegenseitigkeit beruhen sollte, entsteht nicht sofort, sondern erst nach und nach.

Je ehrlicher die Familie mit dem Mädchen oder dem Jungen umgeht, desto eher wird eine Vertrauensbasis geschaffen. Natürlich sollte auch das Au Pair versuchen, die ihm gestellten Aufgaben zu erfüllen und sich in den Familienalltag zu integrieren.

Freiräume schaffen

Für ein entspanntes und harmonisches Familienleben ist es auch wichtig, dass sowohl die Gastfamilie als auch das Au Pair Zeit für sich haben und auf diese Weise Freiraum geschaffen wird.

Natürlich muss auch das Mädchen oder der Junge die Privatsphäre seiner Gastfamilie respektieren. Schließlich ist es auch für diese Personen eine Umstellung, ein fremdes Mädchen oder einen fremden Jungen im Haus zu haben.

Bevor man ein Au Pair bei sich aufnimmt, sollte man sich schon im Vorfeld durch Briefe und Telefonate kennenlernen. So erfahren beide Seiten, ob sie zueinander passen können.

Die Zeit, in der ein Au Pair in der Familie wohnt, kann absolut bereichernd für alle Beteiligten sein. Das gilt jedoch nur, wenn klare Regeln aufgestellt und befolgt werden, wenn gegenseitiges Vertrauen besteht und jeder seinen Freiraum hat.

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Quellenangaben
  • téléphoner © Patrick PAZZANO - www.fotolia.de

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