5. März 2010
Ein Au-pair-Verhältnis wird oft idealisiert, doch es muss nicht immer nur eitel Sonnenschein herrschen, es kann auch zu Problemen kommen.
Für das Au-pair liegt der Lebensmittelpunkt und der Arbeitsplatz während der Dauer des Aufenthaltes am gleichen Ort. Dies kann sich schwierig gestalten, denn es hat keine Rückzugsmöglichkeiten und ist dauernd mit der Gastfamilie konfrontiert. Dies wird dann besonders problematisch, wenn es zu Misshelligkeiten oder Auseinandersetzungen kommt. Der junge Mensch ist weit weg von zu Hause, ist mit einer fremden Sprache und Kultur konfrontiert, muss sich an neue Lebensgewohnheiten gewöhnen und ist von fremdem Menschen umgeben. Da kann es schon einmal passieren, dass Heimweh aufkommt. Ein Telefongespräch nach Hause kann da vielleicht helfen. Es sollte auch möglich sein, dass das Au-pair in seinem Gastfamilienumfeld Freunde findet, mit denen es Freizeit verbringen kann. Die Gastfamilie hat in dem Au-pair nicht nur eine Unterstützung, sondern unter Umständen ein weiteres Kind, für das sie da sein müssen. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass das Au-pair mit den Gastkindern überfordert ist und seinen Betreuungspflichten nicht richtig nachkommen kann. Es kann auch sein, dass der junge Mensch nicht wirklich pflicht- und verantwortungsbewusst ist und damit die Gastfamilie enttäuscht. Auch Kleinigkeiten im Alltag können für Unmut sorgen, dies kann zu laute Musik sein, welche das Au-pair hört oder auch das Thema Rauchen kann zu Verdruss führen. Vielleicht erfüllt das Au-pair nicht die an ihn gestellte Erwartungen und ist überhaupt in seiner Art so, dass es die Gastfamilie verärgert. Dann ist oft gegenseitiger Groll und Ärgernis angesagt.
Deshalb ist es so wichtig schon im Vorfeld wesentliche Punkte abzuklären. Viele Agenturen bieten Fragebögen an, die von beiden Parteien ausgefüllt werden. Da kann man dann darauf vermerken, dass man ein Au-pair wünscht, das nicht raucht. Oder die Gastfamilie kann sich dementsprechend auf das Au-pair einstellen, weil es vielleicht vegetarisch isst. Die Erwartungen sollten auf beiden Seiten nicht so hochgeschraubt werden, um die Realität im Blickfeld zu haben. Bei allen auftretenden Problemen ist es ratsam die Au-pair-Agentur einzuschalten, sie ist meist für die Dauer des Aufenthaltes auch für die Betreuung der beiden Parteien, das heißt der Gastfamilie und Au-pair, zuständig.
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