Universitäten - Struktur, Bildungsweg und Kriterien für eine gute Uni

Universitäten sind schulische Einrichtungen, an denen studiert werden kann. Wer so gute Noten hat, dass er mühelos alle Zulassungsbeschränkungen überwindet oder sich gar für einen zulassungsfreien Studiengang entschieden hat, kann sich aussuchen, an welcher Universität er studieren möchte. Dabei spielen natürlich nicht nur fachliche, sondern auch soziale und private Umstände eine große Rolle. Informieren Sie sich über die Struktur einer Universität und lesen Sie, welche Kriterien eine gute Uni ausmachen.

So wähle ich die richtige Uni für mein Fach - Wissenswertes rund um die Universität

Universität - Definition und Struktur

Bei einer Universität handelt es sich um eine Hochschule mit Promotionsrecht. Hier können Studenten studieren und praxisorientierte Berufsqualifikationen erlangen. Es gibt Massenuniversitäten, an denen zahlreiche Fächer angeboten werden und sich dementsprechend viele Studenten einschreiben lassen können, sowie solche, die sich auf ein kleineres Fächerspektrum spezialisiert haben.

Generell gibt es diverse Hochschularten. Zu diesen zählen etwa:

  • Bauakademien
  • Duale Hochschule
  • Fachhochschulen
  • Kirchliche Hochschulen
  • Gesamthochschulen
  • Medizinische Universitäten
  • Pädagogische Hochschulen
  • Technische Hochschulen
  • Wirtschaftshochschulen
  • Filmhochschulen
  • Schauspielschulen
  • Musikhochschulen
  • Kunsthochschulen
  • Kunstakademien
  • Konservatorien

Neben den Universitäten besitzen auch folgende gleichgestellte Hochschulen ein uneingeschränktes Promotionsrecht:

  • Medizinische Hochschulen
  • Gesamthochschulen
  • Pädagogische Hochschulen
  • Technische Hochschulen mit Universitätsstatus
  • die Bucerius Law School
  • die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer sowie
  • die WHU - Otto Beisheim School of Management.

Ein eingeschränktes Promotionsrecht haben einige Musik- und Kunsthochschulen, ebenso ein paar theologische Hochschulen mit universitäterem Studiengang.

Die Struktur einer Universität ist wie folgt aufgebaut:

  • Universitätsleitung: an der Spitze steht ein Präsident/Rektor, in den meisten Fällen ein Universitätsprofessor. Die Leitung der Universität übernimmt in der Regel der so genannte Kanzler, ein Fachmann der Verwaltung oder auch ein Jurist. Die Hochschulrektorenkonferenz vertritt die Hochschule in der Öffentlichkeit, die Landesrektorenkonferenz ist für die Zusammenarbeit der Einrichtungen auf Landesebene verantwortlich.

  • Universitätsverwaltung: Zur Universitätsverwaltung zählt z.B. das Sekretariat, welches sich um die Immatrikulation und Exmatrikulation der Studenten kümmert. Hier werden u.a. auch Studienbescheinigungen ausgestellt. Um Angelegenheiten das Auslandsstudium betreffend kümmert sich das Akademische Auslandsamt.

  • Fakultäten/Fachbereiche: Die Leitung der einzelnen Fachbereiche oder Fakultäten übernimmt der Dekan. Die Fakultäten lassen sich oft in Seminare oder Institute aufteilen; hier werden die einzelnen Forschungs- sowie Lehrbereiche vertreten.

  • Zentrale Einrichtungen: Hierzu zählen die Universitätsbibliothek oder auch das Universitätsrechenzentrum. Weiterhin gibt es das Sportzentrum, je nach Universität auch das Universitätsklinikum.

  • Universitätsnahe Einrichtungen: Studentenwerke kümmern sich um die sozialen Angelegenheiten. Hierzu zählen etwa die Betreibung von Studentenwohnheimen oder die Beratung von Studenten.

Bildungsweg

An einer Universität können Studenten nach der Immatrikulation ihr Studium, welches in Semester eingeteilt ist, absolvieren. Zwischen den Semestern gibt es vorlesungsfreie Zeiten; diese wird auch genutzt, um sich auf Prüfungen vorzubereiten oder Arbeiten anzufertigen.

Als Voraussetzung für die Immatrikulation gilt in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Bei manchen Fächern gibt es in Form des Numerus clausus zudem Zulassungsbeschränkungen.

Unterrichtet werden die Studenten von Dozenten oder Professoren. Die erste Hälfte des Studiums, das Hauptstudium, wird mit einer Zwischenprüfung beendet. Nach der zweiten Hälfte folgt der Abschluss, in der Regel der Bachelor. Anschließend kann man noch den Master machen.

Hat man den Masterabschluss erreicht, ist es möglich, zu promovieren, um den Doktortitel zu erhalten. Besonders im Bereich der Natur- und Geisteswissenschaften sowie in der Medizin wird eine solche Berufsqualifikation häufig erwartet. Der Doktortitel gilt als höchster akademischer Grad.

Ein weiterer Qualifikationsschritt wäre die Vorbereitung auf die Habilitation, um den Titel des Privatdozenten zu erhalten. Möglich ist anschließend unter bestimmten Voraussetzungen noch die Position als ordentlicher Professor.

Kriterien für eine gute Universität

Wer bereits weiß, was er studieren möchte, hat die größte Hürde schon hinter sich gelassen. Die meisten Abiturienten verzweifeln nämlich bereits an der Frage, ob sie überhaupt studieren oder doch lieber eine Ausbildung machen sollen.

Nun bleibt nur noch die Frage nach dem wo. Schließlich ist Uni nicht gleich Uni und wer die Wahl hat, hat wie immer auch die Qual.

Die perfekte Uni gibt es leider nicht. Jeder Standort hat seine Vor- und Nachteile, weshalb es wichtig ist, sich schon im Voraus darüber klar zu werden, was man denn eigentlich genau von seiner zukünftigen Hochschule erwartet.

Man sollte zudem nicht in erster Linie die Uni an sich kritisch betrachten, sondern viel eher die Fakultät, zu der der Wunschstudiengang gehört. Es kann nämlich durchaus sein, dass eine Hochschule für den einen Studiengang bestens geeignet ist, in einem anderen jedoch noch sehr große Defizite aufweist.

Studieren hat sehr viel mit Eigeninitiative zu tun. Man kann sich nicht mehr von einer Klassengemeinschaft mitziehen lassen und den Professoren ist es meist herzlich egal, ob man den behandelten Stoff aufgearbeitet hat oder nicht. Die Studenten sind also in vielen Situationen völlig auf sich allein gestellt.

Ein guter Abiturschnitt öffnet einem Schüler natürlich Tür und Tor. Wer die NC-Hürde packt, kann sich in der Regel aussuchen, welchen Studiengang er belegt und auch die Unis empfangen solche Kandidaten mit offenen Armen.

Doch so mancher Überflieger wünscht sich nach dem Abitur oft, er hätte sich besser nicht so angestrengt. Denn dann müsste er sich jetzt nicht selbst für eine der zahlreichen Universitäten entscheiden.

Hauptsache weit weg oder in der Heimat studieren?

Bei der Entscheidungsfindung für eine bestimmte Uni sollte man persönliche Umstände nicht außer Acht lassen. Wer sich allgemein mit Veränderungen schwer tut, der sollte vielleicht lieber eine heimatnahe Uni wählen.

Manche setzen hier jedoch auch auf das Kontrastprogramm und zwingen sich durch mehrere Tausend Kilometer Entfernung zur Selbstständigkeit. Der eigene Lebensplan darf also ruhigen Gewissens in die Wahl mit einfließen. Schließlich ist die Uni ein wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden.

Nähe zu den Studenten

Bestenfalls wählt man Universitäten, an denen sich Professoren und Dozenten sehr wohl für das Wohl ihrer Schützlinge interessieren. Sie

  • stellen bereitwillig Arbeitsmaterialien zur Verfügung
  • haben immer ein offenes Ohr bei Problemen und
  • erklären einen Sachverhalt auch gerne ein zweites Mal.

Die Nähe zu den Studenten ist ein sehr wichtiges Kriterium für die Qualität einer Hochschule.

Begrenzte Studienplätze

Man sollte zudem darauf achten, dass der Wunschstudiengang nicht völlig überlaufen ist. Je mehr Studenten für ein Fach eingeschrieben sind, desto schwieriger wird es für die Professoren, ein enges Verhältnis zur Studentenschaft aufrecht zu erhalten.

Schließlich kann man in einer Vorlesung mit über 400 Studenten nicht jede Frage beantworten. Wer es sich aussuchen kann, sollte sich daher im Zweifelsfall immer für die kleinere Uni entscheiden.

Hier wird auch schneller bemerkt, wenn ein Student Probleme hat und hinter der Gruppe zurück fällt. Vom sozialen Aspekt her gesehen bedeutet das jedoch auch, dass man viel schneller Kontakte knüpft und als Studiengang eher zusammenwächst, als es an einer Massenuni der Fall wäre.

Fachliche Kriterien

Ebenfalls ganz oben auf der Liste sollten fachliche Kriterien stehen. Dabei ist es wichtig, nicht nur die Universität als Ganzes zu betrachtet, sondern den Fokus vor allem auf den gewählten Studiengang zu legen.

  • Wie viele Studenten werden jährlich zugelassen?
  • Werden regelmäßig neue Geräte und Lehrmittel angeschafft?
  • Wie sieht es mit der Forschung aus?

In Sachen Forschung

Zukünftige Studenten sollten darauf achten, dass ihre Uni häufig in Publikationen und Forschungsarbeiten genannt wird. Wird an einer Hochschule viel geforscht, so bedeutet das für die Studenten, dass sie stets auf dem neuesten Stand gehalten werden und sich nicht mit veralteten und überholten Kenntnissen herumzuschlagen brauchen.

Dementsprechend modern ist die Uni auch ausgestattet. Außerdem hat man an einer solchen Uni leichter die Chance, als Hilfswissenschaftler an verschiedenen Projekten teilzunehmen und so erste praktische Erfahrungen zu sammeln.

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