Bewerbungsgespräch - Von der richtigen Vorbereitung bis zur Bekämpfung von Nervosität und Angst

Das Bewerbungsgespräch ist in vielen Fällen der entscheidende Schritt auf dem Wege von der Schul- zur Berufsausbildung, oder innerhalb des Berufslebens zu einem Arbeitgeberwechsel. Die Gründe dafür sind vielfältig, und abhängig von der einzelnen Situation können sie existenzsichernd sein. Nicht selten entscheidet der Verlauf eines Bewerbungsgespräches darüber, ob der Lebensunterhalt auch zukünftig aus eigener Arbeitskraft erwirtschaftet werden kann, oder ob temporär Transferleistungen vom Jobcenter benötigt werden. Lesen Sie, wie ein Bewerbungsgespräch abläuft und wie man sich am besten darauf vorbereitet.

Der Ablauf eines Bewerbungsgesprächs und wie man sich richtig darauf vorbereitet

Der Ablauf: Die Phasen eines Bewerbungsgesprächs

Das Bewerbungsgespräch ist der kritische Moment im Laufe einer Bewerbung. So wird während dieser wenigen Minuten Gesprächszeit entschieden, ob man für eine Stelle geeignet ist oder nicht doch abgewiesen wird. Doch wie läuft ein Bewerbungsgespräch eigentlich ab, damit man schon im Vorfeld weiß, auf was man sich einstellen muss?

Begrüßung und Smalltalk

Ein Bewerbungsgespräch beginnt natürlich immer mit der Begrüßung. Während dieser übernimmt der Personalleiter die Führung und bittet den Bewerber, sich zu setzen.

Im Anschluss daran folgt zumeist eine kleine Leerlaufphase, welche mit Smalltalk gefüllt wird. Während dieser verschafft sich der Personalleiter einen ersten Eindruck und gibt dem Bewerber kurz die Gelegenheit, sich zu entspannen und an die Situation zu gewöhnen.

Schon mit dem Handschlag überzeugen

Bei der Begrüßung wird man dem Personalleiter die Hand geben. Schon bei einem solchen Handschlag kann man einige Tipps beherzigen. Wichtig ist:

  • die Hände senkrecht stellen
  • seinem Gegenüber in die Augen sehen
  • auf die richtige Stärke achten. die Vorstellung der Handumarmung hilft
  • einen nassen Händedruck zu vermeiden - bestenfalls die Hand vorher kurz abwischen
  • auf die richtige Länge achten - die Hand wird in der Regel ein bis dreimal auf und nieder geschüttelt

Darstellung des Betriebs und des Bewerbers

Daraufhin lenkt der Personalleiter das Gespräch in der Regel auf das Unternehmen und es kommt zu einer Darstellung des Betriebs. Dabei werden nicht nur Aspekte wie die grundlegende Firmenphilosophie geklärt, sondern es wird auch darauf eingegangen, warum in der ausgeschriebenen Position eingestellt werden soll.

Nun hat der Bewerber Zeit, sich erstmals selbst darzustellen und zu beschreiben, wo die eigenen Stärken liegen. Nach dieser kurzen Selbstdarstellung kann man sich zudem noch auf Fragen des Personalleiters einstellen, welche nicht nur auf die persönlichen, sondern auch auf die fachlichen Kompetenzen abzielen.

Clever auf typische Fragen antworten

Doch was sind typische Fragen in Bewerbungsgesprächen und wie sollte man auf diese antworten, um eine gute Figur zu machen?

Persönliche Schwächen

Eine klassische Frage während eines Bewerbungsgesprächs, an deren guter Beantwortung schon unzählige Bewerber gescheitert sind, ist die Frage nach den persönlichen Schwächen.

Bei der Beantwortung dieser Frage sollte man nur bedingt ehrlich sein. Stattdessen ist es sinnvoll, lediglich Schwächen zu nennen, welche auch positive Effekte haben oder aber auch leicht abgestellt werden könnten.

Eine gute Antwortmöglichkeit wäre demnach, dass man Probleme damit habe, Arbeit ruhen zu lassen und am liebsten immer alles gleich erledigen würde. Zudem könnte man etwa noch zugeben, dass man sich in gewissen Computerprogrammen oder mit einer bestimmten Maschine noch nicht ganz auskenne. Bei all diesen Antwortmöglichkeiten handelt es sich um keine wirklichen Schwächen, sondern um kleine Makel, welche dem Unternehmen nicht schaden oder mit etwas Praxiserfahrung beseitigt werden können.

Der Grund für die Bewerbung

Darüber hinaus werden viele Bewerber mit der Frage konfrontiert, warum man denn gerne diese Stelle antreten würde. Bei der Beantwortung dieser Frage sollte man nicht einfach erwidern, dass man gerade eine Stelle suche oder seitens einer Agentur auf die Stelle aufmerksam wurde.

Stattdessen sollte man im Rahmen der Antwort zeigen, dass man sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat und gerne Teil dieses Betriebs werden würde.

So können beispielsweise einige Daten zur Geschichte des Unternehmens in die Beantwortung eingestreut werden. Diese sollten dann mit den eigenen Erfahrungen verknüpft werden, so dass ersichtlich wird, warum man sich für diese Stelle interessiert.

Auffälligkeiten im Lebenslauf

Des Weiteren suchen Personalleiter gerne nach Auffälligkeiten im Lebenslauf und stellen daraufhin Fragen, warum und wie es zu diesen Auffälligkeiten gekommen ist. Typische Fragen könnten hier etwa sein, warum man nach der Ausbildung ein Jahr keine Stelle hatte oder warum die Zensuren in einem bestimmten Bereich so schlecht ausgefallen sind.

Bei der Beantwortung dieser Fragen sollte man nicht die Schuld auf andere schieben oder gar eine Antwort verweigern. Stattdessen kann beispielsweise darauf eingegangen werden, dass man die Zeit anderweitig sinnvoll genutzt hat oder sich im jeweiligen Bereich weiterentwickelt hat.

Details und Fragen

Nachdem sich das Unternehmen ein Bild über den Bewerber gemacht hat, können weitere Details besprochen werden. So werden nun beispielsweise Themen wie der mögliche Eintrittstermin oder das Einstiegsgehalt behandelt.

Danach hat der Bewerber zumeist noch die Möglichkeit, selbst Fragen zu stellen. Von dieser Option sollte man als Bewerber auch Gebrauch machen. Ansonsten würde dies auf ein gewisses Grad an Desinteresse deuten, was es zu vermeiden gilt.

Verabschiedung

Schließlich wird das Gespräch beendet, indem noch weitere Formalien geklärt werden und eine Verabschiedung vorgenommen wird. Sollte das gesamte Gespräch entspannt verlaufen sein, kann es während dieser Schlussphase zudem noch einmal dazu kommen, dass das Gespräch kurz auf Themen abseits der Bewerbungsstelle abschweift.

Die wesentlichen Phasen eines Bewerbungsgesprächs wären damit geklärt. Wichtig ist es dabei, dass man während dieser Phasen stets authentisch bleibt und sich nie aus dem Konzept bringen lässt. Dann dürfte man auch all diese Phasen überstehen und einen guten Eindruck hinterlassen.

Mögliche Varianten eines Bewerbungsgesprächs

Die zuvor genannte Beschreibung gleicht dem typischen Ablauf eines Bewerbungsgesprächs. Es gibt jedoch auch unterschiedliche Arten, wie ein solches Gespräch gestaltet werden kann.

Möglich ist zum Beispiel das strukturierte Bewerbungsgespräch, welches am weitesten verbreitet ist. Jeder Bewerber erhält mehr oder weniger die gleichen Fragen gestellt; auf diese Weise kann der Personaler einen besseren Vergleich aufstellen. Der Bewerber kann sich entsprechend gut vorbereiten; typisch sind die oben erwähnten Fragen.

Bei einem offenen Bewerbungsgespräch steht jeder Bewerber indidivuell in seiner Persönlichkeit im Vordergrund. Dieses Gespräch wird sehr frei gehalten und kommt oftmals in Start-ups oder bei Bewerbungen für höhere Positionen vor.

Ebenso ist das stressfragenbasierte Bewerbungsgespräch denkbar. Der Bewerber erhält dementsprechend auch unangenehme Fragen gestellt, um zu testen, wie kreativ und spontan er reagiert.

Und schließlich kommt es auch oftmals zum situativen Bewerbungsgespräch. Bei diesem kommt es darauf an, sich auf eine bestimmte Situation einzustellen, wie etwa auf ein Rollenspiel. In der Regel wird damit die Aufmerksamkeit des Bewerbers überprüft; das Gespräch hängt meistens mit dem zuvor Gesagten in Verbindung.

Damit das Gespräch möglichst gut verläuft, sollte man sich entsprechend darauf vorbereiten...

Tipps zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch

Ein Bewerbungsgespräch ist ein wichtiger und zentraler Moment. Dementsprechend lohnt es sich auch, entsprechende Maßnahmen der Vorbereitung zu treffen, damit dieses Gespräch möglichst positiv verläuft. Doch was kann man im Vorfeld alles tun, um gut vorbereitet in das Vorstellungsgespräch zu starten?

Anreise und Unterkunft planen

Zunächst einmal sollte man die eigene Anreise und eventuell auch Unterkunft planen. So können beispielsweise Tickets und Zimmer reserviert und sich Gedanken darüber gemacht werden, wann angereist werden soll. So spart man sich später Stress und stellt sicher, dass die Gedanken nur beim Bewerbungsgespräch und nicht irgendwelchen organisatorischen Dingen sind, welche nur stören würden.

Informationen über das Unternehmen sammeln

Des Weiteren sollte man sich über das Unternehmen informieren. Dies betrifft beispielsweise

Derartige Informationen können beispielsweise auf der Website des Unternehmens oder aus dem Geschäftsbericht bezogen werden. Letzterer kann direkt bei der Verwaltung angefordert und im Bedarfsfall auch zugesandt werden.

Mit Hilfe dieser Daten können Sie besser auf Fragen des Personalchefs reagieren und auch mitreden, sobald sich das Gespräch auf das Unternehmen selbst konzentriert. Darüber hinaus erlaubt einem das Wissen aber auch die aktive Teilnahme am Gespräch, welcher sich der folgende Aspekt widmet.

Fragen überlegen

Mit dem Wissen über das Unternehmen können sich nun nämlich auch selbst Fragen überlegt werden. Dank dieser gestaltet man den Gesprächsverlauf aktiv mit.

In diesem Zusammenhang sollte aber noch darauf geachtet werden, dass die Fragen relativ spezifisch ausfallen. Ansonsten kommt es eher so rüber, als ob man sich mit dem Unternehmen überhaupt nicht auseinandergesetzt habe.

Sich eigene Fragen über das Unternehmen überlegen und diese notieren als gute Vorbereitung
Sich eigene Fragen über das Unternehmen überlegen und diese notieren als gute Vorbereitung

Über ein angemessenes Gehalt in dieser Branche informieren

Die Vorbereitungen erstrecken sich aber auch über das Behandeln einer Schlüsselfrage: die Gehaltsvorstellung. Schließlich will man sich weder unter Wert verkaufen noch als zu gierig erscheinen.

Um also einen angemessenen Wert zu ermitteln, welcher dem Personalleiter vorgeschlagen werden soll, lohnt sich eine ausgiebige Recherche. Bei dieser werden dann Orientierungshilfen ermittelt, was Arbeitskräfte unter vergleichbaren Konditionen und mit ähnlicher Qualifikation in der jeweiligen Branche verdienen.

Auf Vollständigkeit der Bewerbungsmappe achten

Zuletzt sollte man sich noch rechtzeitig um eine vollständige Bewerbungsmappe kümmern. Dies betrifft beispielsweise

  • das Erstellen von Passbildern
  • das Kopieren von Arbeitszeugnissen und
  • das Einpacken der Einladung.

Werden all diese Dinge im Vorfeld beachtet, dann dürfte einem erfolgreichen Verlauf des Bewerbungsgesprächs nichts mehr im Wege stehen.

Steht die Vorbereitung, gilt es, einen guten Eindruck zu hinterlassen...

So klappt's mit dem zukünftigen Chef: Einen guten Eindruck hinterlassen

Beim Bewerbungsgespräch trifft man entweder auf den Personalleiter oder direkt auf den zukünftigen Vorgesetzten. Es ist deshalb von immenser Wichtigkeit, auf diese Person einen guten Eindruck zu machen, um eventuell auch später von deren Wohlwollen zu profitieren und den Job überhaupt erst zu bekommen. Doch wie sollte man sich verhalten, dass man beim Bewerbungsgespräch sicher einen guten Eindruck hinterlässt?

Höflich sein

Die Grundvorgabe schlechthin ist die Höflichkeit. Dies heißt, dass man dem Chef auch jenen Respekt entgegenbringt, welcher diesem auch zusteht. Höflichkeit ist dabei ein Begriff, welcher sich über viele Aspekte im Bewerbungsgespräch erstreckt.

Zunächst einmal betrifft dies die Pünktlichkeit. Durch ein rechtzeitiges Erscheinen signalisiert man dem Arbeitgeber, dass man sich für diese Gelegenheit die Zeit nimmt und sich auch an die vereinbarten Termine hält.

Höflichkeit kann sich aber auch optisch äußern. So mag das Tragen eines Anzugs vielleicht nicht gerade bequem sein und man würde lieber ein Hemd ohne Krawatte tragen. Jedoch trägt ein gepflegtes und elegantes Erscheinungsbild dazu bei, zu zeigen, dass man sich den Normen der Situation zu beugen und eigene Interessen zurückstellen kann.

Das notwendige Maß an Höflichkeit muss aber auch während des Gesprächsverlaufs beachtet werden. So sollte man sich beispielsweise erst setzen, wenn einem ein Stuhl angeboten wird.

Interesse zeigen

Des Weiteren sollte man dem Chef auch zeigen, dass man sich wirklich für den betreffenden Job interessiert. Dies kann beispielsweise durch eine Vorbereitung ermöglicht werden, bei welcher man sich mit der Geschichte des Unternehmens oder mit der weltweiten Firmenstruktur auseinandersetzt. Daneben sollte man auch in der Lage sein zu beschreiben, warum man denn eigentlich nun genau diese Arbeitsstelle haben will.

Natürlich auftreten

Um gut mit dem zukünftigen Chef auszukommen, lohnt es sich aber auch, natürlich aufzutreten und keine Angst vor dem Vorgesetzten zu haben. So büßt man keine Sympathiepunkte durch ein verstelltes und künstliches Auftreten ein. Durch das Reagieren auf berufsferne Themen zeigt man gleichzeitig seine kommunikativen Fähigkeiten und sammelt Pluspunkte, welche im Bewerberaussortierungsverfahren von entscheidender Bedeutung sein können.

Seine Erwartungen aussprechen

Letztlich sollte man dem Chef aber auch sagen, was man sich von der zukünftigen Arbeit erwartet und welche angemessenen Forderungen man an den Arbeitgeber stellt. Schließlich kann der Chef einen nur dann respektieren und achten, wenn er erkennt, dass man für sich eintritt und nicht nur alles tut, um eingestellt zu werden.

Auch das äußere Erscheinungsbeild kann maßgeblich zum guten Eindruck beitragen...

Die richtige Kleidungswahl für das Bewerbungsgespräch

Bei einem Bewerbungsgespräch gibt es viel zu beachten. Definitiv gehört dazu auch die Wahl der passenden Kleidung. Doch nach welchen Kriterien sollte die Kleidungswahl vor dem Bewerbungsgespräch erfolgen, so dass man den Arbeitgeber allein schon optisch von sich überzeugt?

Orientierung an der Branche

Zunächst einmal sollte sich die Kleidungswahl an den Konventionen der Branche orientieren, für welche sich beworben wird. Bewerber im Bankensektor sollten deshalb auf jeden Fall sehr formell gekleidet sein, was beispielsweise im Falle eines Anzugs mit Krawatte der Fall wäre.

Andere Berufsgruppen, beispielsweise Journalisten oder Handwerker, können beim Bewerbungsgespräch deutlich lockerer auftreten. Wichtig ist dann lediglich, dass man gepflegt wirkt.

Schlichte Farben und klassische Formen

Des Weiteren sollte die Kleidung nicht zu auffallend wirken und unangebrachte Details verdecken. Dies bedeutet einerseits, dass schlichten und klassischen Farben der Vorzug gegeben wird. Eingesetzt werden können in diesem Zusammenhang lediglich eingestreute optische Akzente, wie es bei einem bunten Halstuch der Fall wäre.

Verdeckung bzw. Entfernung von Schmuck

Des Weiteren sollte die Bewerbungskleidung aber auch Details des Körpers verdecken, welche seitens des Arbeitgebers nicht so gerne gesehen werden. Dies wäre beispielsweise ein Unterarmtattoo, welches durch ein langärmliges Hemd leicht verdeckt werden kann. Piercings oder allzu auffallende Ohrringe sollten darüber hinaus ebenso entfernt werden.

Die richtige Passform

Neben dem Beachten dieser Grundregeln darf man aber auch nie vergessen, dass ein Kleidungsstück auch passen sollte. Bei einem Bewerbungsgespräch sollte man deshalb auch immer nur passende Kleidung tragen, welche einen nicht stört und in welcher man sich im Idealfall auch wohl fühlt.

Natürlich kann der Arbeitgeber in vielen Fällen nicht sehen, ob einem die Kleidung wirklich richtig passt. Sehr wohl bekommt er aber die Ausstrahlung mit, welche sich durch passende Kleidung positiv beeinflussen lässt.

Verbessern kann man den Sitz der Kleidung zudem noch durch ein Eintragen. So gewöhnt man sich an die Bewerbungskleidung und fühlt sich in dieser wohl.

Sauberkeit und gepflegtes Aussehen

Die Arbeitskleidung sollte zudem natürlich auch frisch und gepflegt wirken. Dieser Faktor, der zunächst sehr banal wirkt, ist in der Realität aber oft nicht leicht umzusetzen.

Stundenlange Zugfahrten im Raucherabteil oder lange Wartezeiten können beispielsweise dafür sorgen, dass die Kleidung schlecht riecht oder zerknittert ist. Man sollte sich deshalb im Vorfeld Gedanken machen, wie man den Auftritt mit einwandfreier Kleidung sicherstellt, indem man beispielsweise ein Hemd zum Wechseln mitnimmt.

Wer weiß, was bei einem Vorstellungsgespräch zu beachten ist, sollte sich auch Gedanken darüber machen, worauf man besser verzichten sollte...

No-Goes bei einem Bewerbungsgespräch

Das Bewerbungsgespräch ist ein kritischer Moment während der Jobsuche, welcher darüber entscheidet, ob man einen Arbeitsvertrag beim gewünschten Unternehmen erhält. Doch welche Fehler sollten hierbei vermieden werden, welche bereits im Vorfeld dafür sorgen würden, dass man aus dem Bewerbungsrennen raus ist?

Unpünktlichkeit

Zunächst einmal ist Unpünktlichkeit natürlich ein absolutes No Go. Gleiches gilt allerdings auch für das Eintreffen in letzter Minute, wenn man dann gestresst und verschwitzt eine Minute vor dem vereinbarten Termin im Büro erscheint. Auch hier vermittelt man den Eindruck, Probleme mit der Pünktlichkeit und Zeitgestaltung zu haben.

Zögern und Unfreundlichkeit

Des Weiteren ist auch der erste Eindruck entscheidend. Unbedingt vermeiden sollte man ein zögerliches oder unfreundliches Auftreten. So signalisiert man dem potentiellen Arbeitgeber einen großen Mangel an Selbstvertrauen oder aber auch schlicht eine unfreundliche Art, welche in kaum einem Berufsbild gefragt sein dürfte. Aber auch während des Bewerbungsgespräches gibt es einiges zu beachten.

Desinteresse

Zunächst einmal ist gespieltes oder echtes Desinteresse ein absoluter Ausschlussgrund. Dabei ist es egal, ob man sich durch dieses nur interessanter machen wollte oder tatsächlich nicht am Unternehmen interessiert ist. Wer nichts über den zukünftigen Arbeitgeber wissen will, ist sofort raus aus dem Bewerbungsverfahren.

Überheblichkeit

Aber auch der Gegenpol, ein übermäßig energiegeladenes Auftreten mit einem großen Maß an Überheblichkeit, gilt es ebenso zu vermeiden. So hat der Personalchef dann den Eindruck, dass man ihm etwas vorspielen und den wahren Charakter verheimlichen möchte.

Derartige Schauspieler haben deshalb ebenso keine Chancen auf den angebotenen Arbeitsplatz. Die Sympathie leidet dabei natürlich ebenso durch ein offensichtliches Einschleimen, weshalb es dieses auch unbedingt zu vermeiden gilt.

Mangel an Durchsetzungsfähigkeit

Man sollte sich aber auch stets seiner eigenen Stärken und Wünsche bewusst sein und auch Bereitschaft zeigen, diese zu artikulieren und einzufordern. Ungern werden hingegen Arbeitnehmer gesehen, welche sich in jeder Hinsicht fügen. Denn wie soll ein Arbeitnehmer die Interessen der Firma durchsetzen, wenn er nicht einmal bereit ist, für seine eigenen einzutreten?

Unhöflichkeit und Genervtheit

Das letzte No Go ist eine falsche Verabschiedung, bei welcher sich beispielsweise nicht für das Gespräch bedankt oder genervt aufgetreten wird. Werden all diese Fehlerquellen gemieden und wird darauf geachtet, ein gesundes Mittelmaß zwischen Freundlichkeit und bestimmtem Auftreten gefunden, dann dürften die Chancen gut stehen, die gewünschte Arbeitsstelle zu erhalten.

Wichtig ist jedoch auch, nicht allzu nervös aufzutreten - auch dagegen gibt es Maßnahmen...

Tipps gegen Nervosität und Angst

Das Gefühl der Nervosität und Angst sollte das Überleben unserer Vorfahren sichern. Heutzutage sind diese Gefühlsregungen aber zumeist hinderlich und sorgen beispielsweise dafür, dass wir während eines Bewerbungsgesprächs unsicher und inkompetent erscheinen. Doch was kann man tun, um die Nervosität und Angst während des Bewerbungsgesprächs zu relativeren und abzuschwächen?

Der Gesprächspartner des Bewerbers weiß, dass er Lampenfieber hat, geradezu haben muss. Das ist eine ganz natürliche Reaktion auf diese ungewohnte Situation. Die entscheidende Frage ist, wie damit umgegangen wird.

Wissen und Können reduzieren ganz unbewusst das Lampenfieber. Je vertrauter der Bewerber mit seinem Gesprächspartner und der Bewerbungssituation ist, umso ruhiger und entspannter wird er.

Ursache für Lampenfieber ist einerseits das Nichtwissen, was erwartet wird, und andererseits die Angst, durch falsches Verhalten Fehler zu machen, also das Bewerbungsgespräch zu vermasseln. Sobald die Einladung zum Bewerbungsgespräch vorliegt, beginnt der Countdown.

Der Termin steht fest, er soll und muss wahrgenommen werden. Der Bewerber kann mit einigem Selbstbewusstsein feststellen, dass er und seine Bewerbung so interessant sind, dass der potentielle Arbeitgeber ihn persönlich kennenlernen möchte.

Realistisch bleiben

Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, dass die bevorstehende Situation zwar wichtig ist, jedoch nicht alles im Leben ist. Viel zu oft steigern sich Arbeitnehmer vor einer Bewerbung zu sehr in die Situation hinein und machen alles von dieser abhängig. Eine realistische Sichtweise, nach welcher es sich hierbei lediglich um eine von vielen Möglichkeiten handelt, hilft dabei, das eigene Angstgefühl vor der Situation abzuschwächen.

Recherche vor dem Gespräch

Bis zu diesem Zeitpunkt ist vieles oder alles gut und richtig gelaufen. Jetzt gilt es, sich mit seinem Gegenüber vertraut zu machen. Dazu gehört als erstes eine Recherche im Internet. Das Impressum der Firmenwebsite gibt Aufschluss über die Rechtsform sowie darüber, wer das Unternehmen als Geschäftsführer oder Geschäftsleitung vertritt.

Anfahrt vorab klären

Der Weg dorthin, wo das Bewerbungsgespräch stattfindet, sollte vorab einmal abgelaufen oder abgefahren werden. Am Bewerbungstag selbst muss so viel wie möglich vertraut und bekannt sein, denn das wirkt beruhigend auf das eigene Verhalten.

Ein Bewerbungsgespräch ist kein Examen - insofern braucht sich der Bewerber nicht auf alle nur erdenklichen Fragen vorzubereiten. Vorstellungsgespräche verlaufen recht global.

Können und Fachwissen sind aus den Bewerbungsunterlagen ersichtlich, die schon vorliegen. Jetzt geht es darum, durch sein Auftreten, durch seine Person und Aura als persönliche Ausstrahlung zu wirken.

Seine Vorstellungskraft nutzen

Darüber hinaus kann man aber auch seine Fantasie spielen lassen, um die eigene Nervosität zu reduzieren. Vielen Menschen hilft es beispielsweise, wenn man sich alle Anwesenden im Raum in Unterwäsche vorstellt oder annimmt, dass der Personalchef der eigene Vater ist, der es nur gut mit einem meint.

Derartige Fantasievorstellungen nehmen die Angst vor der Situation und helfen dabei, dass man sich entspannt. In diesem Zusammenhang sollte man lediglich darauf achten, dass das eigene Verhalten nicht von diesen Fantasiekonstrukten beeinflusst wird.

Mithilfe von Übungen entspannen

Der Angst kann aber auch mit gezielten Entspannungsübungen begegnet werden. Ein solches Verfahren macht schon allein aufgrund der folgenden Überlegung Sinn.

Angst ist ein Gefühl der Erregung, bei welchem die Körperaktivitäten hochgefahren und die Aktivität verstärkt wird. Entspannung stellt wiederum genau das Gegenteil dessen dar, weshalb unter anderem der Puls herabgesenkt wird und die Gedanken zur Ruhe kommen.

Entspannungsübungen für mehr Ruhe im Gespräch
Entspannungsübungen für mehr Ruhe im Gespräch

Wenn man nun ohnehin nervös ist, kann ein Entspannungstraining nun dabei helfen, dem Körper in einen gesunden Normalzustand zu versetzen, welcher in diesem Fall der Zwischenwert beider beschriebener Zustände ist. Entspannungsübungen sind dabei nicht zwangsweise zeitaufwendig oder komplex in der Umsetzung. Stattdessen braucht man lediglich etwa fünf bis zehn Minuten vor Gesprächsbeginn, in welchen die Techniken angewandt werden können, ohne dass man in seiner Ruhe gestört würde.

Sollte es sich anders gehen, kann deshalb auch der schnelle Gang zur Toilette ausreichen, um die Übungen auszuführen. Diesen gehören beispielsweise Atemtechniken und Mantras an, welche in vielen Kursen oder autodidaktisch erlernt werden können.

Selbstbewusstsein und sprachliche Kompetenzen

Der Bewerber ist ein gleichberechtigter Gesprächspartner. Er hat das Recht und auch die Möglichkeit, von sich aus das Bewerbungsgespräch zu beenden. Insofern ist ein gesundes Selbstbewusstsein angebracht, was ganz automatisch das Lampenfieber reduziert.

An der Formulierung von Antworten sollte mehr gefeilt werden als an ihrem konkreten Inhalt. Geschickt ist es, auf absolute, also unwiderrufliche Aussagen wie beispielsweise "nie" oder "immer" zu verzichten.

Sie bieten im Gesprächsverlauf keine Möglichkeit, die vorherige Aussage zu relativieren. "Ja" und "Nein" hingegen sind klare Standpunkte, die sowohl goutiert als auch erwartet werden.

Fazit

Lampenfieber vor dem entscheidenden Vorstellungsgespräch ist ganz normal. Wichtig ist, möglichst viele Facetten und Inhalte von dieser Einmaligkeit des Bewerbungsgespräches auf eine Normalität zu reduzieren.

Auch der Personalleiter hat bei seinem eigenen Bewerbungsgespräch vor Jahrzehnten Lampenfieber gehabt. Offensichtlich hat er es erfolgreich bewältigt, denn ansonsten säße er heute nicht auf seinem Platz. Ohne Selbstüberschätzung oder Überheblichkeit tut es dem eigenen Selbstwertgefühl gut, sich zu sagen: Was andere können, das kann ich auch.

Quellen:

  • Martin J. Yate: Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch. Die härtesten Fragen - die besten Antworten, Campus Verlag, 2005, ISBN 3593376717
  • Jürgen Hesse: Das perfekte Vorstellungsgespräch. Professionell vorbereiten und überzeugen, Eichborn, 2006, ISBN 3821859148
  • Katharina Hoffmann: Erfolgreich im Vorstellungsgespräch, Heyne, 2004, ISBN 3453880129
  • Horst H. Siewert: Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän beantworten, Redline Wirtschaftsverlag, 2006, ISBN 3636012711
  • Claus Coelius: Fit fürs Bewerbungsgespräch. Die 100 wichtigsten Interviewfragen: So bereiten Sie sich vor!, Cc-Verlag, 2005, ISBN 392393016X
  • Christian Püttjer: Souverän im Vorstellungsgespräch. Die optimale Vorbereitung für Um- und Aufsteiger, Campus Verlag, 2006, ISBN 3593381273
  • Christian Püttjer: Vorstellungsgespräch, Campus Verlag, 2006, ISBN 3593379406

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