8. Juni 2010
Noch vor 20 Jahren war das Snowboarding in Europa so gut wie unbekannt. Erst Anfang der 90er Jahre verbreitete sich das Snowboarding als Trendsport auch auf hiesigen Skipisten. Inzwischen gehören Snowboarder ebenso zum typischen Bild des Wintersports wie Skifahrer. Mehr noch: Viele Jugendlich erlernen das Skifahren gar nicht mehr, sondern steigen direkt beim Snowboarding ein. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen Snowboarding und klassischem Skifahren?
Der augenfälligste Unterschied liegt natürlich im Material. Ein Skifahrer benutzt zwei separate Ski, auf denen seine Füße in hartschaligen Skistiefeln mittels einer ebenfalls sehr starren Bindung fixiert werden. Um die Balance zu halten, benutzt der Skifahrer zwei Skistöcke. Der Snowboarder dagegen steht auf einem einzelnen Brett, dem Snowboard. Es ist in den Abmessungen breiter als beide Ski zusammen, aber auch sehr viel kürzer. Die Snowboardstiefel sind sehr viel weicher als Skistiefel, und auch die Bindung ist lockerer. Stöcke kommen beim Snowboarden nicht zum Einsatz.
Der Skifahrer steht in Fahrtrichtung auf den Skiern. Das heißt, die Zehen zeigen zu den Skispitzen. Der Snowboarder dagegen steht seitlich zur Fahrtrichtung auf dem Brett. Während der Skifahrer auf diese Weise mehr mit der Gewichtsverlagerung über die Beine seine Fahrtrichtung bestimmen kann, so funktioniert das Snowboarding doch ganz anders. Hier wird auch sehr viel mit Gewichtsverlagerung gearbeitet, jedoch mehr über die Knie und den Oberkörper. In den Kurven wird beim Snowboarden das komplette Körpergewicht eingesetzt. Gemeinsam ist beiden Sportarten das Auf- und Einkanten. Das Snowboarding gilt jedoch als die körperbetontere der Sportarten. Der Körper liegt flacher im Gelände und nähert sich dem Schnee sehr oft stark an. Zum Teil werden die Hände eingesetzt, um die Kurven optimal zu durchfahren.
Auch das Liften mit dem Snowboard ist anspruchsvoller als mit den Skiern. Hier muss der Boarder mit einem Schuh aus der Bindung gehen, um einen optimalen Stand im Bügellift zu erhalten. Auch im Sessellift wird ein Bein aus der Bindung gelöst, damit das Board bequem gedreht werden kann. Möchte der Snowboarder sich in der Ebene fortbewegen, so kann er dies nicht mithilfe von Stöcken tun, sondern muss sich ebenfalls von der Bindung befreien. Stürze mit dem Snowboard gehen in der Regel glimpflich ab, kommen aber sehr viel häufiger vor als auf Skiern.
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