Ski Alpin: Alpine Ski-Wettbewerbe und etablierte Rennstrecken

Der Winter gilt vielen Menschen als bedächtige Jahreszeit: Das warme Wohnzimmer daheim wird eher angesteuert als die kalten und verschneiten Straßen draußen. Doch jetzt ist auch die Saison für den alpinen Skisport gekommen. Er unterstreicht seine Vielfalt mit unterschiedlichen Disziplinen, die auch in sich zuweilen abgeändert werden. Langweilig geht es im Winter somit nicht zu. Rund um den alpinen Skisport: Informieren Sie sich über alpine Ski-Wettbewerbe und etablierte Rennstrecken.

Wissenswertes zum alpinen Skisport

Viele Jahrzehnte alt

Das Skifahren selbst ist keine moderne Errungenschaft. Bereits von rund 300 Jahren sollen Menschen auf schmalen Holzbrettern ins Tal geglitten sein. Das erfolgte jedoch nicht zu sportlichen Zwecken. Diese kristallisierten sich vielmehr erst mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts heraus.

Erste Weltcuprennen wurden ausgetragen, die Disziplinen erlebten Variationen sowie Umstrukturierungen. Man probierte aus, welche Möglichkeiten bestanden. Dieser Prozess dauert bis in die Gegenwart an. Noch immer kommen neue Wettbewerbe hinzu, während andere abgeschafft werden.

Für die Athleten bedeutet das, sich an die ständig wechselnden Rahmenbedingungen gewöhnen zu müssen. Der olympische Gedanken hilft jedoch: Dabeisein ist alles – auch ohne begehrte Medaille.

Vielfältige Spielarten

Bereits der Slalom zeigt, wozu die Kreativität der Entwickler fähig ist. So starten die Fahrer

  • alleine oder im K.O.-Rennen
  • auf der schmalen oder engen Piste
  • mit Toren oder Stangen als Hindernis
  • auf Zeit oder in einer Punktewertung
  • auf sich gestellt oder im Team sowie
  • nicht selten mit einer Kombination aus vielen dieser Aspekte.

Die Ausformungen, die der Wintersport in den letzten Jahrzehnten bewältigt hat, brachten immer neue Disziplinen hervor. Nicht alle von ihnen schafften es jedoch auch in den offiziellen Rennkalender.

Einige blieben dagegen auf Showevents begrenzt und sehen ihren Zweck darin, möglichst viele Fans für sich zu begeistern. Hierfür werden zumeist auch die besten Fahrer ihrer Wertung eingeladen – ein pompöses Ereignis für die Massen also.

Wichtige Errungenschaften

Doch hat es der Wintersport zuletzt auch geschafft, solche Brücken zu schlagen, die in anderen Sportarten noch immer undenkbar sind. Wie etwa der Teamwettbewerb, bei dem Männer und Frauen gemeinsam agieren. Ob es etwa im Fußball überhaupt jemals dazu kommen wird?

Ein weiterer Fortschritt lag darin, die einzelnen Disziplinen nicht alleine in den Hochburgen des alpinen Sports abzuhalten, sondern sie hin und wieder in die Städte zu locken: Die City Events begannen zunächst als Spektakel für die Massen, gehören jetzt aber zum festen Bestandteil der Saison, wo um Punkte und Titel gerungen wird. Es bleibt somit spannend, welche Reformen auch künftig zu bewundern sein werden.

Im Folgenden informieren wir über die einzelnen Ski-Wettbewerbe im Detail.

Abfahrt

Sowohl im Breiten- als auch im Spitzensport des Winters erfreut sich das Skifahren großer Beliebtheit. Der Wettbewerb verlangt den Fahrern dabei ein großes fahrerisches Können ab. So müssen kleine Unebenheiten in der Strecke genutzt werden, um keinen Verlust der Geschwindigkeit zu befürchten – nicht selten kommt es dabei jedoch zu Stürzen.

Die Piste hinab

Im Gegensatz zu vielen anderen alpinen Disziplinen gestaltet sich der Skilauf relativ simpel. Der Fahrer beginnt am auf dem Berg gelegenen Start und muss sich nun abwärts in Richtung Ziel bewegen. Die Strecke ist dabei durch Tore und Markierungen begrenzt, die nicht überschritten werden dürfen.

Doch noch weitere Unterschiede zeigen sich: Das Geläuf ist nicht allzu eben gefertigt, sondern mit kleinen

  • Hindernissen
  • Absprüngen und
  • Ähnlichem

versehen. Der Anspruch an den Fahrer gestaltet sich daher vielseitig. Das hohe Tempo kann nur erreichen, wer mit allen Hürden umzugehen weiß und auch kleine Fehler kompensiert. Der Lauf wird daher als besonders niveauvoll angesehen.

Das Material entscheidet

Die Regeländerungen beim Skilauf führten in den letzten Jahren dazu, dass die Geschwindigkeit auf der Strecke zunahm, die Kontrolle der Athleten über die Ski aber sank. Unfälle waren daher die Folge. Zuletzt wurden allerdings Begrenzungen vorgenommen.

Die Bretter sind nun wesentlich breiter als zuvor, der Standpunkt des Sportlers auf ihnen wirkt sehr tief. Damit wird zwar das Tempo gedrosselt, die Balance auf dem Sportgerät kann aber einfacher gehalten werden.

Änderungen gab es zudem bei der Reihenfolge der Starter: Je höher der Läufer in der Weltrangliste geführt wird, desto später muss er auf die Piste. Seine Herausforderung steigt auf dem zunehmend glatter werdenden Geläuf, die Chancengleichheit unter allen Teilnehmern wird daher gewahrt.

Eine lange Geschichte

Bereits im 17. Jahrhundert soll das Skifahren in den bergigen Gegenden bekannt gewesen sein. Erst zur Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es jedoch derart populär, dass Verbesserungen vorgenommen und taktische Varianten ausprobiert wurden. Der Skilauf war daher nicht nur unter dem normalen Volk weitverbreitet, sondern fand auch recht schnell seinen Zugang zum alpinen Wettbewerb.

Weltmeisterschaften und Olympische Spiele wurden ausgetragen. Mehr als bei anderen Sportarten kam es dabei jedoch zu revolutionären Wandeln. So kommt der Stellung der Beine und der Skier ein erhebliches Augenmerk zu.

Bereits geringste Abweichungen können über Siege und Niederlagen entscheiden. Genau darin liegt allerdings nach wie vor der Reiz, der den Skilauf so attraktiv werden lässt.

Slalom

Wer im alpinen Skisport zu den Besten zählen möchte, der muss im Slalom erfolgreich sein. Noch immer wird dem Fahrer hier sein ganzes Potenzial abverlangt, muss er doch ebenso kompetent wie intuitiv entscheiden, wie er sich verhält. Die Läufe mögen keine hohen Geschwindigkeiten erreichen, sind aber dennoch von Spannung und Niveau geprägt.

Taktisch anspruchsvoll

Wie im Riesenslalom, so sind auch in dieser Disziplin zwei Läufe zu absolvieren, deren Zeiten addiert werden. Das beste Ergebnis gewinnt also. Entscheidend dabei ist es, dass die als Hindernis auf der Strecke stehenden Stangen nicht nur relativ robust sind und einen echten Widerstand leisten, wenn sie von den Fahrern berührt werden – vielmehr stehen sie auch in geringen Abständen zueinander.

Das führt dazu, dass die Athleten sehr flexibel agieren und sich deutlich mehr bewegen müssen als im Riesenslalom. Das Tempo verflacht in der Folge, es stehen mehr die technischen Aspekte des Fahrens im Vordergrund. Der Slalom ist somit zwar relativ langsam, aber durchaus spektakulär.

Auf die Stangen achten

Wenn sich die Fahrer auf ihren sehr kurzen und flexiblen Brettern die meist etwa 80 bis 100 Meter lange Piste hinabstürzen, so muss das in der Addition beider Läufe nicht nur möglichst schnell geschehen. Vielmehr sind die Stangen zu beachten, die auf dem Geläuf postiert wurden.

Zwischen je einem roten und einem blauen Hindernis schlängeln sich die Athleten hindurch, einerseits die beste Linie suchend, andererseits Zusammenstöße – und somit den Verlust an Geschwindigkeit – vermeidend. Hierin ist wohl die größte Herausforderung zu sehen, denn die optimale Balance zwischen Schnelligkeit und reibungslosem Durchlaufen der Stangen gilt als sehr anspruchsvoll und wird daher auch nur von wenigen Fahrern weltweit optimal gemeistert.

Unbekannter Ursprung

Wann genau ein erster Slalom gefahren wurde, lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Zwar gab es mit Beginn des 20. Jahrhunderts vermehrt Skiläufe, diese glichen jedoch eher dem heutigen Riesenslalom. In den 20er und 30er Jahren kam es dagegen zu einer Unterscheidung der alpinen Disziplinen, wodurch auch der Slalom erstmalig als eigene Sportart anerkannt wurde.

Diese gelangte im Jahre 1936 auch erstmals in das Programm der Olympischen Winterspiele. Damals war es allerdings üblich, dass die Stangen noch deutlich härter gefertigt waren als heutzutage. Die Athleten fuhren größere Kurven um das Hindernis, da sie Stürze fürchteten. Eine Abkehr hin zu flexiblen Stangen wurde dagegen erst in den 80er Jahren vorgenommen und bis heute beibehalten.

Riesenslalom

Er gilt ein wenig als die Königsdisziplin im alpinen Skilauf: Beim Riesenslalom wird in hohem Tempo agiert, was gerade ungeübte Fahrer schnell einmal an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringt. Zur Sicherheit der Athleten gibt es im Vergleich zum herkömmlichen Slalom jedoch einige Unterschiede – sie sollen insbesondere das Verletzungsrisiko minimieren.

Die Feinheiten machen den Unterschied

Verglichen mit jenem normalen Slalom wird die Strecke mit einer höheren Distanz festgesetzt. Statt der Slalomstangen kommen kleine Tore zum Einsatz, die einen Zusammenschluss zweier Stangen mit einem Fähnchen darstellen. Diese sind zudem flexibler gestaltet, können den Sportler also nur seltener einmal aus der Bahn werfen.

Das alles führt dazu, dass die erreichten Geschwindigkeiten deutlich über jenen liegen, die im herkömmlichen Slalom erreicht werden. Dennoch ist die Verletzungsgefahr an sich geringer, da es zu weniger Stürzen kommt.

Das liegt indes auch an den sehr steifen Ski, die kleinere Unebenheiten der Piste oder die Kollision mit einem der Tore schneller einmal verzeihen, wogegen die flexiblen Bretter des Slaloms auf einer solchen Strecke untauglich wären.

Eine lange Tradition

Ein erstes Rennen, das sich mit dem heute bekannten Riesenslalom vergleichen lässt, wurde bereits im Jahre 1905 ausgeführt. Entscheidend dabei war nicht alleine das hohe Tempo und somit die beste Geschwindigkeit. Die Fahrer durften sich zudem auch keine Stürze erlauben, da diese mit Minuspunkten gewertet wurden.

Daran hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte einiges geändert. Die Wertung der Stürze ist gewichen – ein solcher bedeutet aufgrund des hohen Zeitverlustes heutzutage auch nahezu immer das Ausscheiden des Sportlers aus dem Lauf. Erst 1950 und somit deutlich später als andere Skiwettbewerbe, wurde der Riesenslalom in die alpinen Weltmeisterschaften integriert, von wo er gegenwärtig nicht mehr wegzudenken ist.

Von wenigen Sportlern dominiert

Wie anspruchsvoll der Wettbewerb gerade in dieser Sportart ist, lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, wie wenige wirklich herausragende Athleten hier geboren wurden. Mit dem aus Österreich stammenden Hermann Maier, dem Italiener Alberto Tomba sowie dem Schweden Ingemar Stenmark gibt es lediglich drei Protagonisten, die der Abfahrt ihren Stempel aufdrückten.

Alle drei prägten dabei unterschiedliche Fahrstile. So war Tomba für seine kraftvollen und nicht selten exzentrischen Auftritte berüchtigt, während Stenmark sehr filigran zwischen den Toren hindurchglitt. Dennoch ist durch die zunehmende Professionalisierung des Sportes davon auszugehen, dass auch die Titellisten und Rekorde dieser drei Helden in naher Zukunft gebrochen werden – der Riesenslalom entwickelt sich auch in dieser Hinsicht rasant weiter.

Super-G

Abfahrt, Slalom, Riesenslalom, Super-G
Wettbewerb 1 bis 4

Auch im alpinen Wintersport stehen hohe Geschwindigkeiten im Vordergrund – sie können beim Super-G bewundert werden. Die Sportler begeben sich dabei jedoch nahezu im Blindflug auf den Parcours.

Auch schwere Stürze gehören damit nicht zur Seltenheit. Die Siege auf solch schwierigem Geläuf werden aber besonders ausgiebig gefeiert.

Drastischer Höhenunterschied

Rund 500 Meter abwärts bewegt sich der Athlet beim Super Giant Slalom. Im Gegensatz zu einigen anderen Disziplinen verläuft die Strecke jedoch nicht gerade.

  • Kurven
  • Steilpässe und
  • flache Abschnitte

werden hierbei im Wechsel bewältigt. Für die Sportler ergibt sich dadurch nicht selten das Risiko, sich nahe an ihre Leistungsgrenzen heranzuwagen – ein Manko, das zuweilen mit Stürzen quittiert wird.

Schon kleinste Fehler reichen in der Regel aus, um den Fahrer aus dem Geläuf zu katapultieren. Bei Geschwindigkeiten von 100 bis 150 Km/h in der Spitze eine nicht eben ungefährliche Angelegenheit. Gerade darin ist aber auch der Mythos dieser Sportart begründet: Nur wer allen Gefahren trotzen kann, landet am Ende auf dem Treppchen.

Nur gucken, nicht testen

Eine weitere Hürde bewältigen die Athleten bereits vor dem Start. So mag es in anderen Disziplinen üblich sein, die Strecke ausgiebig befahren zu dürfen. Genau das ist beim Super-G indes verboten. Die Teilnehmer besitzen lediglich das Recht, sie in geringem Tempo abzutasten. Ein Gesamtbild des Profils ergibt sich daraus natürlich nicht, umso waghalsiger ist der spätere Ritt auf einem solchen Parcours.

Die Strecke, die zwischen 500 und 650 Meter lang ist und 35 Tore beinhaltet, wird regelmäßig etwa vier bis fünf markante Punkte aufweisen, die es somit auszuloten gilt. Sie werden von den Startern nicht selten vorab leicht präpariert, um bessere Sprünge zu ermöglichen oder das Tempo in einer Kurve nicht allzu weit zu drosseln.

Nur ein Lauf

Ein anderer Unterschied zu den meisten sonstigen alpinen Disziplinen liegt darin, dass beim Super-G nicht zwei Läufe stattfinden. Vielmehr steht den Teilnehmern nur ein Versuch zu. Sämtliche Fehler müssen also sofort auf der Strecke korrigiert werden, was teilweise zu riskanten Manövern führt. Gerade die Kombination aus Sprüngen und Kurven trägt dazu bei, dass sich das Verletzungsrisiko in den letzten Jahren erhöht hat.

Auch die Veränderungen an den Sportgeräten konnten daran wenig ändern. Je spektakulärer sich die Streckenführung gestaltet, desto mehr Ausfälle sind einzuplanen. Das erhöht zwar auch die Spannung. Aber wer hier gewinnen will, muss seine Nerven jederzeit im Griff haben.

Alpine Kombination

Das Skifahren an sich bildet eine spannende Verbindung aus hohen Geschwindigkeiten und technisch anspruchsvollen Manövern. Die Disziplinen selbst bringen den Zuschauer dagegen selten einmal in den Genuss, das volle Spektrum des Sports zu genießen. Eine Ausnahme davon stellt indes die alpine Kombination dar – rasante Abfahrten und das geschickte Balancieren zwischen den Toren gehören hier zur Pflicht.

Das gesamte Können nutzen

Die alpine Kombination beschreibt einen Wettbewerb, der in zwei Läufe unterteilt ist, die üblicherweise beide an einem Tag stattfinden.

  • Im ersten Lauf handelt es sich um die reine Abfahrt – hohe Geschwindigkeiten und möglichst wenige Fehler auf der Piste sollen eine gute Zeit im Ziel gewährleisten.
  • Die andere Disziplin besteht aus einem Slalomlauf, der verstärkt auf das technische Können der Fahrer setzt, schnelle Bewegungen und Ausweichmanöver erfordert, aber auch eine besonders enge Linienführung bevorteilt.

Die Kombination beider Ergebnisse führt in der anschließenden Auswertung zur Vergabe der Ränge – und der Medaillen. Wer sie erringen möchte, muss daher in allen Spielarten des alpinen Wintersports herausragend agieren können.

Keine moderne Errungenschaft

Bereits im Jahre 1928 wurden die Weltmeisterschaften in der Kombination ausgetragen. Die Disziplin zählt somit zu den Ältesten ihrer Art.

Über die Jahre kam es aber zu einigen Veränderungen, da es sich zwischenzeitlich durchgesetzt hatte, aus einer Zweierkombination einen Wettbewerb mit drei Läufen stattfinden zu lassen: Neben dem Slalom und der Abfahrt mussten sich die Athleten auch noch im Riesenslalom beweisen.

Um die Mühen zu erleichtern, wurden die Läufe aber in ihrer Distanz gesenkt, die zu absolvierenden Strecken waren also bedeutend kürzer als es normalerweise der Fall ist. Besonders erfolgreich meisterte die Herausforderungen übrigens der aus Norwegen stammende Kjetil André Aamodt, er brachte es auf insgesamt drei Weltmeistertitel und eine olympische Goldmedaille.

Wie lange noch?

Mag die Kombination auch zu den traditionsreichsten Varianten des alpinen Sportes zählen, so ist ihre Zukunft ungewiss. Anhand der Vielzahl an Wettbewerben, die zudem mehreren Änderungen unterworfen waren, kam es in den letzten Jahren zu einer Abkehr der Fans von dieser Disziplin.

Zwar gibt es im Skiweltverband gewichtige Stimmen, die sich für eine Fortführung der Läufe aussprechen. Tatsächlich gilt es aber als zweifelhaft, dass Weltmeisterschaften und Olympische Spiele auch in den kommenden Jahren noch auf ein solches Bestandteil im Programm wertlegen. Es scheint, als habe sich diese ebenso gealterte wie nach wie vor spektakuläre Sportart im Laufe der letzten Jahre abgenutzt.

Parallelslalom

Der Slalom zählt unter den alpinen Wintersportarten zu jenen Disziplinen, die besonders anspruchsvoll auf den Fahrer einwirken. Er muss mit schnellen Wendungen möglichst nahe an den auf der Strecke befindlichen Toren heranfahren, darf sich von diesen aber nicht abdrängen lassen. Noch komplizierter gestaltet sich nur der Parallelslalom, bei dem auch noch der Konkurrent im Auge behalten werden muss.

Zu zweit - statt alleine

Im Gegensatz zum herkömmlichen Slalom starten zwei Athleten zeitgleich auf dem Geläuf. Das sorgt für eine besondere Spannung unter Sportlern und Zuschauern.

Wo jeder Fahrer zuvor nur gegen sich selbst fuhr, kann nun beobachtet werden, wie sich der Kontrahent verhält. Erlaubt er sich Fehler oder kommt er sogar zu Fall, so kann der vermeintliche Sieger etwa das Tempo reduzieren und somit selbst das Risiko vermeiden, in einem unbedachten Moment zu stürzen.

Demgegenüber steigt aber auch der Adrenalinspiegel, wenn der Gegner dominiert und man selbst nicht weiß, wie man ihn noch einholen kann. Rasante Manöver sind nicht selten die Folge davon.

Schmale Pisten

Normalerweise findet der herkömmliche Slalom auf einer relativ breiten Strecke statt. Die Fahrer sollen ihr ganzes Potenzial nutzen und ausschweifende Bewegungen vollführen können. Beim Parallelslalom ist das jedoch etwas anders: Statt einer werden nun zwei Pisten aufgebaut, was dazu führt, dass jede von ihnen ein sehr schmales und lang gezogenes Profil aufweist.

Die Tore stehen dabei in engen Abständen, wodurch die Athleten zu schnellen, zackigen Wendungen gezwungen sind. Bereits kleinste Fehler lassen sich im Normalfall nicht mehr korrigieren, eine konzentrierte Leistung vom Start bis ins Ziel ist für den Triumph unablässig. Eine besondere Herausforderung also, der sich die Athleten regelmäßig zu stellen haben.

Erhöhte Anforderungen

Abgesehen von dem engen Verlauf der Piste werden viele Hürden eingebaut, die auch im normalen Slalom bereits bewundert werden können. Etwa kleine Absätze, die zu Sprüngen animieren. Vielleicht sind es gerade diese hohen Schwierigkeitsgrade, die dazu führen, dass der Parallelslalom nur selten einmal im Rahmen des Weltcups ausgetragen wird.

Dabei ist die Disziplin an sich bereits im Jahre 1967 entwickelt worden. Ab 1975 gab es vereinzelte Versuche, sie für den offiziellen Rennkalender einzuplanen. Für die Zuschauer bleibt somit lediglich die Hoffnung, dass solche Veranstaltungen wenigstens zu Promotionszwecken hin und wieder stattfinden und die Fans nicht gänzlich auf sie verzichten müssen. Eine Austragung im Weltcupmodus wäre aber natürlich ideal.

City Event

Der alpine Wintersport – wer denkt da nicht an bergige Landschaften, schneebedeckte Gipfel und abgelegene Hänge fernab der Metropolen? Doch diese Ansicht gehört spätestens seit dem Jahr 2011 der Vergangenheit an. Mit diesem Zeitpunkt hat der Weltverband nämlich die so genannten City Events in den offiziellen Rennkalender aufgenommen. Für die Zuschauer bedeutet das ein ganz besonderes Spektakel.

Auf künstlichen Bahnen

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Strecken, die im bergigen Gebiet genutzt werden, kommt für das Geläuf in den Städten eine extra errichtete Piste zum Einsatz. Es wird also ein künstlicher Hang erbaut und mit Schnee befüllt. Der Aufwand dafür ist sehr hoch, gerade dann, wenn die Witterungsbedingungen nicht mitspielen wollen.

Zwar wäre auch der Einsatz von Kunstschnee denkbar, der wiederum erfreut sich bei den Fahrern aber keiner großen Beliebtheit und soll auch Fehler bei der Abfahrt nur selten einmal verzeihen. Die Zuschauer nehmen dagegen, was ihnen geboten wird: Das City Event hat sich in den wenigen Jahren seiner Ausrichtung zu einem echten Publikumsmagneten etabliert.

Einer aus 16

Gegenwärtig werden solche Events mit 16 Teilnehmern begonnen. Sie können sich durch gute Platzierungen in anderen Wettkämpfen für einen Startplatz qualifizieren.

Auch ein gutes Abschneiden in der Gesamtwertung bringt in der Regel das Privileg mit sich, zu den Auserwählten zu gehören. Jene 16 Personen treten anschließend im K.O.-Modus gegeneinander an.

Jeweils zwei von ihnen kämpfen um den Einzug in die nächste Runde. Zwei Rennen stehen ihnen dabei zur Verfügung. Wer sich in ihnen behauptet, darf gegen den nächsten Kontrahenten antreten.

So geht es bis zur finalen Partie, in der sich die beiden besten Akteure des Tages im Duell begegnen. Doch hier geht es schon längst nicht mehr alleine um die begehrte Goldmedaille.

Punkte und Podestplätze

Sieht man einmal von den zwei Promotionsrennen ab, die im Jahre 2009 in Moskau stattfanden, so wurde das City Event erst ab 2011 in den offiziellen Rennkalender integriert. Insgesamt vier Läufe wurden seither ausgetragen – mit der russischen Hauptstadt sowie München wechselten die Gastgeberstädte jeweils. Die Dichte an herausragenden Fahrern war dabei stets besonders hoch – das indes verwundert nicht.

So geht es bei den Events nicht alleine um Pokale und Preisgelder, vielmehr werden die hierbei erzielten Punktestände in die Gesamtwertung übernommen. Auch ein Podestplatz kann für den Weltcup eine positive Wirkung entfachen. Das Spektakel nimmt somit einen wichtigen Rang unter allen Rennen eines Jahres ein.

Alpine Kombination, Parallelslalom, City Event, Mannschaftswettbewerb, K.O.-Rennen
Wettbewerb 5 bis 9

Mannschaftswettbewerb

Der Kampf Mann gegen Mann prägt den Mythos des Sports. Doch richtig dramatisch wird es oft erst, wenn die Athleten als Team antreten. Nun müssen Fehler der Kollegen ausgebügelt oder manch herausragender Akteur beim Gegner mit gemeinschaftlichen Anstrengungen bewältigt werden. Auch bei der Skifahrt gibt es daher einen Mannschaftswettbewerb.

Nach altem Vorbild

Dass die alpinen Wintersportler auch geschlossen als Team an den Start gehen dürfen, wurde vom Weltverband erst vor wenigen Jahren erlaubt. Ersten Experimenten 2004 folgte die Einführung in den Weltcup nur eine Saison später.

Dieses relativ späte Datum verwundert indes. So war es in den nordischen Sportarten seit längerer Zeit ein fester Bestandteil des Programms, nicht nur die einzelnen Protagonisten antreten zu lassen, sondern auch Mannschaften zu formen. Mehr noch, hier lag das Vorbild begründet, dass Männer und Frauen gemeinsam starten können.

Natürlich erforderte das ein Reglement, das mit allen Unterschieden zwischen den Geschlechtern umzugehen weiß. Ein solches wurde jedoch schnell gefunden und der Teamwettbewerb konnte sich seither etablieren.

Versetzte Läufe

Damit die Chancengleichheit gewahrt bleibt, starten Männer und Frauen natürlich nicht im selben Rennen. Vielmehr tritt jede Klasse für sich genommen an. Jeder Mannschaft steht es dabei frei, zwischen zwei bis vier Personen eines Geschlechtes zur rekrutieren. Die Idee, ausschließlich auf Männer zu setzen und deren körperliche Überlegenheit zu nutzen, schlägt daher fehl.

Nicht selten ist auch ein komplettes Gleichgewicht zu beobachten: Drei männlichen Startern stehen drei weibliche gegenüber. Das ist zwar im Regelwerk nicht explizit festgesetzt, hat sich aber als probate Kombination erwiesen, die allen Herausforderungen widerstehen kann. Das bedingt allerdings gleichfalls, dass der Sport eines Landes auch diese Vielzahl an Athleten beider Geschlechter hervorbringen kann.

Österreich dominiert

Obwohl der Mannschaftswettbewerb noch nicht sehr alt ist und sich durchaus noch in der Testphase befindet, so lesen sich die bisherigen Ergebnislisten relativ eindeutig. Denn hier sind es nicht die Norweger, Schweden oder US-Amerikaner, die mit den meisten Triumphen glänzen können. Stattdessen hat es Österreich geschafft, bislang in jeder Wertung einen der ersten drei Ränge einzunehmen.

Nicht selten stand man sogar ganz oben auf dem Treppchen. Eine Dominanz, die sich auch in anderen Disziplinen oder Sportarten nur selten einmal finden lässt – die aber ebenso davon zeugt, wie gut die Förderung der weiblichen und männlichen Skifahrer in der Alpenrepublik gediehen ist. Künftig wird es an den Herausforderern liegen, daran etwas zu ändern.

K.O.-Rennen

Zwei Fahrer stehen nur wenige Meter voneinander entfernt und warten gespannt auf den Startschuss. Sobald dieser fällt, entwickelt sich ein packendes Duell – nur einige Sekunden lang, doch mit Rasanz und Dramatik gespickt. Dem Sieger winkt der Einzug in die nächste Runde, der Unterlegene eines solches K.O.-Rennens muss den Wettbewerb dagegen beenden.

Kampf der Nerven

Wenn sich die beiden Protagonisten eines solchen Laufes gegenüberstehen, dann lässt sich die Spannung förmlich mit den Händen greifen. Nicht alleine für die Zuschauer bietet sich hier ein einmaliges Schauspiel.

Auch die Athleten müssen beweisen, dass sie diesem Nervenkitzel trotzen können. Starten sie in den meisten anderen Rennen alleine, so agieren sie nun im direkten Duell gegeneinander.

So kann während der Fahrt aus dem Augenwinkel mancher Blick erhascht werden: Leistet sich der Konkurrent Fehler – oder führt er bereits? Gewinnen kann hierbei in der Regel nur, wer sich nicht aus dem Konzept bringen lässt. Dazu gehört es natürlich gleichfalls, die kleinen Sticheleien vor dem Start gekonnt zu überhören.

In vielen Disziplinen beheimatet

Die K.O.-Rennen sind nicht auf eine alpine Wintersportart begrenzt. Vielmehr lässt sich diese Form des Spektakels in den meisten Wettkämpfen finden. Für die Fans und Gäste zeigt sich dabei das Privileg, die besten Fahrer ihrer Klasse im direkten Duell das Geläuf hinuntersausen zu sehen.

Ein Vorteil für die Sportler liegt zudem darin begründet, dass die beiden Kontrahenten eines Rennens mit den gleichen Voraussetzungen starten. Würden sie zeitversetzt laufen, könnte sich die Strecke unter dem Einfluss von Sonnenwärme oder Schnee verändert haben.

Nicht selten führt das zu ungleichen Bedingungen, deren Ergebnisse eine zweifelhafte Aussagekraft besitzen. In den K.O.-Läufen besteht diese Gefahr dagegen für die beiden Starter nicht.

Mehrere Läufe angesetzt

Finden solche K.O.-Rennen statt, so geschieht das zumeist mit Vorläufen, denen der Charakter einer Qualifikation zukommt: So wird ausgelost oder anhand der Bestenlisten ermittelt, wer gegeneinander antritt.

Richtig spannend wird es dagegen erst in den höheren Runden. Da sich die Spreu vom Weizen getrennt hat, fahren immer zwei Duellanten auf der Piste: Der Sieger darf bleiben, der Verlierer scheidet aus.

Das geht natürlich solange, bis sich die beiden Besten des Tages im Angesicht gegenüberstehen – und binnen weniger Sekunden herausfinden, wer sich die Goldmedaille um den Hals hängen darf. Besonders spektakulär gestaltet sich das, da die meisten Finals am Abend stattfinden, wenn die Piste in der Dunkelheit der Nacht hell beleuchtet ist.

Etablierte Rennstrecken des alpinen Skisports

Beim alpinen Skisport geht es um die schnellste Zeit der Fahrer, wobei diese alle zwischen vorgegebenen Tore korrekt durchfahren müssen. Letztere unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Anzahl sowie ihres Abstandes je nach Wettkampf.

Der Internationale Skiverband FIS hat neun Wettbewerbe für den alpinen Skisport anerkannt. Der anspruchsvollste ist ohne Zweifel die Abfahrt. Sie beinhaltet sowohl Kurven als auch Sprünge und Gleitpassagen, auf denen sehr hohe Geschwindigkeiten erzielt werden müssen. Das korrekte Absolvieren des jeweiligen Streckenabschnitts ist gleichzeitig die Voraussetzung für eine gute Ausgangslage in der nächsten Passage.

Rennstrecken des alpinen Skisports von der Lauberhornabfahrt bis zur Streif
Rennstrecken des alpinen Skisports

Die Abfahrt wird auf ausgesuchten Pisten absolviert, beispielsweise eignet sich die Lauberhornabfahrt in der Schweiz. Sie ist nicht nur die längste alpine Strecke überhaupt, sie gilt auch als besonders anspruchsvoll.

Ein weiterer Wettbewerb ist der Super G, dessen Bezeichnung als Abkürzung für den Super Giant Slalom steht. Er wird seit 1982 als Weltcup ausgetragen.

Die Fahrer nehmen beinahe so viel Tempo wie bei der Abfahrt auf. Im Vergleich zu letzterer Disziplin ist die Strecke etwas kürzer, an technischen Herausforderungen allerdings übertrifft der Super G die Abfahrt, da sich mehr Richtungstore auf der Piste befinden, deren Abstände kürzer sind.

Auch beim Super G kommt es darauf an, die Tore korrekt zu durchfahren und obendrein die schnellste Zeit zu erreichen. Viele Wettkämpfe im Super G finden auf den von der FIS anerkannten Abfahrtstrecken statt. Beispielsweise wird für den Super G auf der Streif dieselbe Streckenführung genutzt wie für die Abfahrt, wobei allerdings der Start an der Alten Schneise und nicht am Hahnenkamm liegt. Der Grund hierfür ist die kürzere Gesamtstrecke.

Daneben werden im alpinen Skisport Wettkämpfe im Slalom, im Riesenslalom sowie in der Kombination ausgetragen. Bei Letzterer geht es nicht um das Einzelergebnis eines Laufs, sondern um die insgesamt erzielte Zeit. Während die meisten Wettkämpfe auf Einzelstrecken ausgetragen werden, stehen den Fahrern bei Parallelrennen zwei Kurse zur Verfügung, die einen relativ gleichen Verlauf besitzen.

Skifahrer mit Helm und Skibrille carvt unter blauem Himmel eine Piste hinunter
Skifahrer mit Helm und Skibrille carvt unter blauem Himmel eine Piste hinunter

Diverse Richtlinien

Damit sie den Standards entsprechen, müssen sie nach den Vorschriften der FIS präpariert und gesichert sein. Verantwortlich für die Einhaltung dieser Richtlinien sind die jeweilige Rennjury sowie die von der FIS beauftragten Techniker.

Beispielsweise gehört die Anbringung von Fangnetzen und Polsterungen zu deren Aufgaben. Wichtig ist auch, dass der Fahrer im Falle eines Sturzes einen ausreichenden Sturzraum zur Verfügung hat, auf dem die Geschwindigkeit langsam abgebremst werden kann.

Als weitere Sicherheitsmaßnahme sind genormte Kippstangen an den Toren vorgeschrieben, die beim Körperkontakt mit dem Fahrer keinen allzu starken Gegendruck ausüben. Außerdem kommt es darauf an, dass die Piste so präpariert wird, dass der Schnee eine ebenmäßige Decke bildet.

Im Folgenden informieren wir detaillierter über die verschiedenen Rennstrecken des alpinen Skisports.

Die Lauberhornabfahrt

In der Schweiz ist die längste Abfahrtstrecke des alpinen Skirennsports zu finden. Es handelt sich um die Lauberhornabfahrt, die in der Nähe von Wengen liegt.

Der Ort

Der Ort, der am Fuße der Berge Eiger, Mönch und Jungfrau angesiedelt ist, gehört zur Gemeinde Lauterbrunnen. Er kann mit der Wengeralpbahn erreicht werden; ein öffentliches Straßennetz gibt es dort nicht.

Dass Wengen größtenteils vom Tourismus lebt, lässt sich an den Besucherzahlen erkennen. Normalerweise leben dort nur etwa 1.300 Einwohner, im Sommer halten sich ungefähr 5.000 Menschen in Wengen auf, im Winter sind es gar 10.000.

Zum einen sind die Besucher an den kulturellen Besonderheiten interessiert, die der Ort zu bieten hat. Dies sind unter anderem verschiedene Kirchen, von denen die reformierte Kirche von 1953 sogar unter Denkmalschutz steht.

Zum anderen ist Wengen der Austragungsort des FIS-Ski-Lauberhornrennens, das auf der Lauberhornabfahrt ausgetragen wird. Es wurde bereits im Jahre 1930 gefahren. Seit 1967 findet am selben Ort auch der Alpine Skiweltcup statt.

Die Streckenführung

Um an den Start der Lauberhornabfahrt zu gelangen, muss sich der Skifahrer mit dem Sessellift von der Kleinen Scheidegg aus auf die Lauberhornschulter begeben. Dann befindet er sich 2.315 Meter über dem Meeresspiegel.

Für den ersten Streckenabschnitt benötigt der Fahrer ungefähr eine Minute. Er gleitet auf relativ flachen Teilstrecken über Geraden und langgezogene Kurven. Zwischendurch hat er den Russisprung zu bewältigen, den es seit 1988 gibt. Es folgt der Taversenschuss, der wiederum von einer engen S-förmigen Kurve gefolgt wird, auf welcher das Tempo gedrosselt werden muss.

Anschließend geht es über den Hundschopf zur Minsch-Kante, die ihren Namen nach dem in den 70er Jahren schwer gestürzten Fahrer Josef Minsch erhielt. Auch die folgende Kurve, die Canadian Corner, stellt einige sportliche Anforderungen an den Fahrer - auf ihr stürzten schon Dave Irwin und Ken Read.

Es folgt der Alpweg, auf dem der Fahrer schnell gleiten kann. Im Kernen-S muss er das Tempo wieder drosseln. Von dort aus geht es über eine Brücke steil hinab in einen Tunnel, über welchen die Wengeralpbahn fährt. Auf dem langen Gleiterstück Langentrejen kann der Fahrer bis zum Hanneggschuss wieder Fahrt aufnehmen.

Der bisherige Geschwindigkeitsrekord auf dieser Passage wurde vom Fahrer Stefan Thanei aufgestellt. Er erzielte im Jahr 2005 im Rahmen eines alpinen Skiweltcups ein Tempo von ungefähr 158 Kilometern in der Stunde.

Ist diese Teilstrecke passiert, schließen sich der Seilersboden sowie der Silberhornsprung an, welcher 2003 errichtet wurde. Das nachfolgende Österreicherloch erhielt seinen Namen nach dem Sturz dreier österreichischer Fahrer. Im Nachhinein wurde die Piste nachgearbeitet.

Das Ziel-S leitet die Schlusspassage ein, die mit dem Zielsprung endet. Aus Sicherheitsgründen wurde auch dieser Streckenabschnitt verändert. Die Zufahrt ist nun breiter als zuvor. Letztlich befindet sich der Fahrer in Innerwengen.

Die Kandahar-Abfahrt Garmisch

Eine der anspruchsvollsten Abfahrtsstrecken im Alpinen Skiweltcup ist die Kandahar-Abfahrt Garmisch, die im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, genauer im Ortsteil Garmisch, liegt.

Der Ort

Der bayerische Landkreis Garmisch-Partenkirchen besitzt für den Wintersport eine große Bedeutung: Hier finden regelmäßige Veranstaltungen, beispielsweise

  • das Neujahrsspringen
  • der FIS Alpine Ski Weltcup oder auch
  • die Bayerische Meisterschaft im Hornschlittenrennen,

statt. Doch auch kulturell hat die Region viel zu bieten. Im Sommer veranstalten die Gemeinden regelmäßige Festwochen sowie das Richard-Strauß-Festival. Ebenfalls zieht der KULTurSommer viele Touristen an.

Ebenso wie der Landkreis wurde der Kreishauptort Garmisch-Partenkirchen genannt. In der Gemeinde leben 26.000 Einwohner. Ursprünglich wurden die Ortsteile Garmisch und Partenkirchen von der Partnach getrennt, teilweise bildet sie auch heute noch die Gemarkungsgrenze.

In Garmisch-Patenkirchen wurden bereits 1936 die Olympischen Winterspiele ausgetragen, in den Folgejahren kamen weitere sportliche Veranstaltungen hinzu. Von besonderer Bedeutung für den Skisport sind die Alpinen Skiweltmeisterschaften der Jahre 1978 und 2011.

Die Streckenführung

Die 2.910 Meter lange Abfahrtsstrecke für die Frauen ist die Kandahar 1. Ihr Verlauf ähnelt der ursprünglichen Strecke der Männer. Der Start ist der Tröglhang, der 1.490 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Die nächste Passage, nämlich das Waldeck, ist technisch sehr anspruchsvoll, da sie sehr steil ist. Dann führt die Piste um den Eishang herum, die Strecke verläuft über die Ramwiesen sowie das Höllentor direkt in die Hölle, welche die Bezeichnung für einen Steilhang ist. Die nachfolgende Passage bildet die FIS-Schneise, in der es nach links in die Herrenstrecke, die Kandahar 2, weitergeht.

Die Männer starten am Kreuzjoch, welches sich 1.690 Meter über dem Meeresspiegel befindet. Sie können ein Tempo bis zu etwa 100 Kilometern in der Stunde aufnehmen, bevor sie die Geschwindigkeit in der S-Kurve Seele wieder drosseln müssen. Es folgt der Tröglhang, den auch die Frauen passieren, anschließend geht es über die lange Olympia-Kurve bis zum Panorama-Sprung.

Dann führt die Passage in die Alte Quelle bis zum Bödele, von wo aus die Fahrer den Eishang passieren. Zum Sprung gehts an den Seilbahnstadel, anschließend folgt eine Rechtskurve, hinter der sich der Kramersprung verbirgt. Gefolgt wird dieser vom Streckenabschnitt Padöls, dem sich Auf der Mauer anschließt.

Den Freien Fall können die Zuschauer schon vom Ziel einsehen, er besitzt ein Gefälle von 92 Prozent. Wenn die Männer dann noch den Tauber-Schuss durchqueren und den Zielsprung absolviert haben, liegen 3.300 Meter hinter ihnen. Die besten Skifahrer schaffen dies in unter zwei Stunden.

Die Piste Oreiller-Killy

Im französischen Ort Val-d'Isère ist die Piste Oreiller-Killy zu finden, deren Bezeichnung unter Kennern mit O.K. abgekürzt wird. Ihr Ausgangspunkt liegt 2.827 Meter über dem Meeresspiegel, am Ende befinden sich die Fahrer in 1.800 Meter Seehöhe. Man zählt die Oreiller-Killy zu den fünf klassischen Skipisten, im Vergleich zu den anderen Strecken ist sie aber weniger anspruchsvoll.

Der Ort

Die Gemeinde Val-d'Isère befindet sich im Département Savoie in Frankreich. In ihr leben etwa 1.500 Einwohner.

Val-d'Isère besitzt zwei Ortsteile, die von den Bergen Solaise und Bellevarde begrenzt werden. Ebenso wie die Nachbargemeinde Tignes gehört Val-d'Isère zum Skigebiet Espace Killy, das seinen Namen nach dem Skifahrer Jean-Claude-Killy erhielt.

In diesem wird jährlich das Kriterium des ersten Schnees ausgetragen, bei dem es sich um eine alpine Skisportveranstaltung handelt. Erstmalig wurde sie 1955 durchgeführt. Der Wettkampf zählt seit dem Winter 1968/1969 zu den Veranstaltungen des alpinen Skiweltcups und eröffnete lange Zeit den Weltcupwinter.

Doch bereits im Jahr 1966 wurde das Kriterium des ersten Schnees auf der Piste Oreiller-Killy ausgetragen. Bis zum Winter 2007/2008 fanden dort die Austragungen für beide Geschlechter statt, seitdem wird die Piste für diesen Wettkampf nur noch von den Frauen genutzt.

Der Ort verfügt nicht nur über eine perfekte Infrastruktur sowie hervorragende Witterungsbedingungen für den Skisport, sondern auch über gut ausgebildetes technisches Personal. Von Letzterem profitieren Profis des alpinen Skisports genauso wie Anfänger.

Da die Piste Oreiller-Killy nicht besonders anspruchsvoll, qualitativ aber sehr hochwertig ist, wird sie stets gut besucht. Anfängerlifts können im übrigen umsonst benutzt werden.

Je nach Schwierigkeitsgrad sind die Strecken grün oder blau markiert. An den Start geht es mit einem der zwei Sessellifte, die auch von Fußgängern oder mit dem Schlepplift benutzt werden können.

Die Streckenführung

Als markanter Start kann der Gipfel des Rocher de Bellevarde ins Auge gefasst werden, der in 2.827 Meter Höhe über dem Meeresspiegel liegt. Das Ziel befindet sich in Val-d'Isere, genauer im Ortsteil La Daille, der in 1.800 Meter Seehöhe liegt.

Die Streckenlänge der Männer beträgt 3.150 Meter, die der Frauen 2.764 Meter. Dabei haben die Männer einen Höhenunterschied von 905 Metern, die Frauen einen von 750 Metern zu bewältigen.

Die Saslong

Die Skipiste Saslong befindet sich in Südtirol. Auf ihr finden unter anderem die Abfahrtsläufe der Männer im Alpinen Skiweltcup statt.

Der Ort

Die Saslong ist eine Skipiste in Südtirol. Sie befindet sich im Dolomitental Gröden, dem drei Gemeinden angehören.

Hier leben 10.000 Einwohner. Viele von ihnen sprechen die ladinische Sprache. Hauptsächlich leben die Einheimischen vom Tourismus.

Die umliegenden Berge, Nadelwälder und Seen gewährleisten ganzjährliche Möglichkeiten zur aktiven Erholung. Im Sommer wird die Region hauptsächlich von Wanderern und Bergsteigern aufgesucht, im Winter kommen die Wintersportler.

Das Skifahren gehört in der Region zum Breitensport, unter anderem wird die Piste Saslong von den Männern zur Abfahrt und für das Super-G-Weltcuprennen genutzt. Im Jahr 1970 fand hier die Alpine Skiweltmeisterschaft statt.

Wer eine Ski-Tour um das Sella-Massiv unternimmt, kommt ebenfalls an Gröden vorbei. Langläufer können ihre Strecken aus mehreren Loipen auswählen, Skispringern stehen in der Gemeinde St. Christina zwei Sprungschanzen zur Verfügung. Ebenfalls sehr beliebt ist in Gröden der Eishockeysport.

Die Streckenführung

Der Start auf der Piste Saslong liegt an der Seilbahnstation Ciompinoi, die sich unterhalb des Langkofels befindet. Zunächst geht es relativ flach über freies Gelände bis zur kleinen Mauer, die das steilste Streckenstück darstellt. Sie wird von der großen Mauer gefolgt, die einen extremen Sprung erfordert.

Ungefähr mittig der Saslong gelangt der Fahrer zum Kamelbuckel, der ehemals als Sprung des Kängurus bezeichnet wurde. Es handelt sich um drei Bodenwellen, von denen insbesondere die beiden letzten hohe technische Anforderungen an die Fahrer stellen. Erstmals übersprang der österreichische Fahrer Uli Spieß den dritten Buckel und sparte dadurch eine Menge Zeit.

Zudem verringerte sich das Unfallrisiko, weil es anstelle von zwei kurz aufeinanderfolgenden Sprüngen an der zweiten und dritten Bodenwelle nur noch einen gab. Mit diesem allerdings konnten die Fahrer Weiten bis zu 70 Metern erzielen. Schließlich erkannten die Verantwortlichen diesen Vorteil und bauten den Streckenabschnitt entsprechend um.

Als nächste Passage folgt die Ciaslat-Wiese, die ebenfalls viele Bodenwellen besitzt. Zusätzlich beinhaltet sie vier Kurven, so dass die Fahrer einen weiteren anspruchsvollen Abschnitt zu bewältigen haben.

Die Zielpassage der Saslong stellt der steile Zielhang dar. Im Jahr 2007 hat man ihn aus Sicherheitsgründen verbreitert. Der Zielsprung findet in der Gemeinde Wolkenstein, etwa im Zentrum von St. Christina, statt.

Die Streif

Die Skipiste Streif ist sehr anspruchsvoll und aufgrund

  • ihres teilweise starken Gefälles
  • der scharfen Kurven und
  • der schwierigen Sprünge

extrem gefährlich.

Der Ort

Wer in seiner Freizeit nach Kitzbühel kommt, wird wahrscheinlich zu den aktiven Urlaubern gehören. Der Ort, der in Österreich am Fuße zweier Berge liegt, gilt als Anziehungspunkt für Freizeitsportler und für Profis. Insbesondere gehört er zu einem der größten Skigebiete des Landes, das immerhin 10.000 Besucher beherbergen kann.

Im Sommer besuchen hauptsächlich Bergsteiger und Wanderer die Region, aber auch Tennissportler treffen sich alljährlich, wenn das Austrian Open Kitzbühel ausgetragen wird. Für Mountainbiker stehen 500 Kilometer Strecke zur Verfügung, auf denen diese sich richtig auspowern können.

Außerdem zählt das Curling zum Volkssport. Der regionale Curling Club KCC ist der erfolgreichste des Landes.

Eine weitere wichtige Veranstaltung ist die Weltmeisterschaft im Triathlon, deren Serie seit 2009 im August am Schwarzsee eröffnet wird. Besonders bemerkenswert ist, dass es sich bei Kitzbühel im Gegensatz zu den anderen Austragungsorten um eine vergleichsweise beschauliche Region handelt - alle anderen Orte haben mehrere Millionen Einwohner.

Im Winter wird bevorzugt Ski gefahren. In Kitzbühel ist dies auf 168 Pistenkilometern möglich.

Für die Langläufer wurden Loipen mit einer Gesamtlänge von 40 Kilometern gebaut. Damit die Urlauber unkompliziert befördert werden können, besitzt der Ort immerhin 56 Seilbahnen und Lifte.

Die Streckenführung

Auf der Streif werden Abfahrtsläufe sowie der Super G ausgetragen. Die regionalen Veranstaltungen werden von ungefähr 100.000 Besuchern im Jahr besucht. Bereits seit 1937 werden auf der Piste die internationalen Hahnenkammrennen ausgetragen.

Die Abfahrt beginnt am Hahnenkamm in einer Höhe von 1.665 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gefälle beträgt in der ersten Passage immerhin 50 Prozent, was für Skipisten eher ungewöhnlich ist.

Es folgt der Sprung in die Mausefalle, die noch steiler ist. Sie besitzt nämlich ein Gefälle von 85 Prozent. Auf diesem Streckenabschnitt können Sprünge bis zu 80 Meter erzielt werden. Besonders gefährlich sind die hierbei entstehenden Druckbelastungen, die über 1.000 Kilogramm betragen können.

Anschließend geht es im Karussell in eine Rechtskurve von 180 Grad. Gleich darauf folgt eine Linkskurve, die den Fahrer auf den Steilhang leitet. Dessen langgezogene und flache Ausfahrt sollte mit hohem Tempo passiert werden. Es folgen das Gschöss sowie die Alte Schneise, die einen Sprung darstellt.

Über die Seidlalm geht es zum Seidlalm-Sprung, der vom Lärchenschuss gefolgt wird. Die letzte Passage bilden der Oberhausberg sowie der Hausberg mit dem Sprung über die Hausbergkante.

Der anschließende Linksschwung führt in die Traverse, welche unzählige Bodenwellen und Schläge besitzt. Sie endet mit einem Rechtsschwung in den Zielschuss, den die Fahrer mit etwa 145 Kilometern in der Stunde befahren. Der Zielsprung endet nahe dem Stadtzentrum von Kitzbühel.

Die Gesamtlänge der Strecke beträgt 3.312 Meter. Im Super G führt die Strecke ebenfalls über die Streif. Start ist die Alte Schneise.

Sofern keine Rennen stattfinden, kann die Streif von Freizeitsportlern genutzt werden. Für Familien mit Kindern sind spezielle Streckenverläufe ausgewiesen.

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  • super G © Silvano Rebai - www.fotolia.de
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  • Brown wood texture. Abstract background © Sergiy Bykhunenko - www.fotolia.de
  • corkboard background © Norman Chan - www.fotolia.de
  • the skier © Ilja Masík - www.fotolia.de

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