Ballett gehört zu den Dingen, bei denen viele Menschen erst im Erwachsenenalter "auf den Geschmack" kommen und sich anschließend angstvoll fragen, ob es möglicherweise schon zu spät ist, noch damit zu beginnen, den eleganten Tanz zu erlernen. Doch sie können beruhigt werden: Zu spät ist es noch nicht, allerdings schwieriger.
Kindern fällt es im Vergleich mit Erwachsenen aus mehreren Gründen wesentlich leichter, Ballett zu erlernen. Sie befinden sich im Wachstum, weshalb der Körper Trainingsimpulse für die Muskeln und die Gelenke sehr viel besser annimmt. Gerade die letzten spielen dabei eine zentrale Rolle, denn es gibt kaum eine sportliche Aktivität, die so sehr die Gelenke belastet wie der Ballett-Tanz.
Der Wachstumsprozess nimmt den Kindern und Jugendlichen viel von der körperlichen Vorbereitung auf diese Belastung ab. Erwachsene haben diesen Vorteil natürlich nicht. Kinder können deshalb die Trainingsdosis steigern und irgendwann in einer Intensität üben, die Erwachsenen nicht mehr offensteht.
Doch der Umstand, dass Erwachsene nicht über diese Vorteile verfügen, macht es ihnen nicht unmöglich, Ballett zu erlernen. Sie brauchen nur eine angemessene Vorbereitung und Begleitung. Diese enthalten vor allem ein angemessenes Konditons- und Krafttraining.
Für Erwachsene gilt zudem: Wer ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen mit sich herumträgt, muss diese loswerden, bevor er mit dem Ballett beginnt. Denn an dieser Stelle spielen wieder die Gelenke eine wesentliche Rolle: Übergewicht belastet diese ohnehin schon mehr. Beim Ballett wirken sich die Pfunde deshalb als Gift aus.
Beim Krafttraining gilt: Der ganze Körper muss gestählt werden. Unverzichtbar sind aber ein starker Rücken, eine angemessene Spannung im Bauchbereich sowie kräftige Oberschenkel- und Beckenbodenmuskeln. Generell hilft es, sich im Fitnessstudio vom Trainer sogenannte "Stabi-Übungen" (Stabilisationsübungen) zeigen zu lassen. Anfangs muss das Begleittraining deutlich zeitintensiver als das eigentliche Ballett sein, doch im Laufe der Zeit verschieben sich hier die Gewichte.
Den richtigen Zeitpunkt, sich jetzt mehr dem Tanz zu widmen, gibt es aber nicht. Jeder Körper durchläuft einen individuellen Prozess, weshalb jeder Mensch selbst entscheiden muss, wann es soweit ist, sich vermehrt dem Ballett zu widmen. Ganz verschwinden darf das Begleittraining jedoch nie. Die gute Nachricht ist: Die meisten Menschen merken aber von allein, dass es jetzt an der Zeit, seinen Trainingsplan umzustellen.
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