28. September 2011
Das Seiltanzen gibt es bereits seit der Antike. Auch heutzutage ist es immer noch faszinierend dabei zuzusehen, mit welcher Leichtigkeit Seiltänzer sich auf dem mehr oder weniger straff gespannten Seil bewegen. Wenn Sie dann auch noch Kunststücke ausführen, ist die Vorstellung perfekt.
Seilläufer müssen eine extrem gute Körperbeherrschung haben. Ihre Füße müssen an den ungewohnten und ungewöhnlich schmalen Untergrund gewöhnt sein, der Körper muss die Schwankungen ausbalancieren. Außerdem sollten Seilläufer über eine gute Konzentrationsfähigkeit verfügen, damit sie nie ihr Ziel aus den Augen verlieren und sich möglichst lange auf dem zum Teil sehr hohen Seil halten können. Profis können sogar schwierige Kunststücke auf dem Seil ausführen. Einrad fahren, Jonglieren und Kopfstand gehören zu den einfacheren Tricks.
Um beim Seillaufen erst einmal auf das Seil zu kommen, muss man erst einmal den Aufstieg bewältigen. Das Schrägseil ist geneigt, was den Aufstieg deutlich erschwert. Das Gehen mit Stelzen auf einem Hochseil gehört zu den ältesten Tricks. Geübte Seiltänzer können sogar mit Körben an den Füßen oder mit einer Augenbinde - also mit verbundenen Augen - auf dem Seil tanzen. Zu den schwierigeren Kunststücken gehört auch das Schieben von kleinen Schubkarren über ein Seil. Heutzutage fahren Profi-Seilläufer sogar mit Motorrädern auf Hochseilen. Dabei kann es sehr schnell zu unvorhergesehenen Problemen und in weiterer Folge zu schweren Unfällen kommen. Geeignete Sicherheitsvorkehrungen sind also ein Muss.
In Zirkusshows sieht man immer wieder Seilläufer, die einen zweiten oder sogar einen dritten Artisten auf ihren Schultern balancieren. Um dieses Kunststück unversehrt vorführen zu können, muss man jahrelang trainieren. Noch schwieriger ist es, richtige Pyramiden auf dem Seil zu bauen. Sie bestehen meist aus zwei Untermännern, die durch eine Schulterstange verbunden ist. Auf dieser Schulterstange können weitere Artisten Platz finden. Berühmt ist die Sieben-Mann-Pyramide der Wallenda-Truppe aus dem Jahr 1947. Vier Jahre zuvor wurde die Sieben-Mann-Pyramide schon von der Camilla-Mayer- und Camilio-Mayer-Truppe vorgeführt. Von 1950 bis 1963 führte die Bob-Gerry-Truppe eine Sechs-Mann-Pyramide in ihrem Programm vor.
Besonders gefährlich - und deshalb besonders berühmt und beliebt bei Zuschauern - sind Hochseilakte, die ohne Balancierstange durchgeführt werden.
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