11. Oktober 2011
Der Freefight ist ein Sport, der sich aus unterschiedlichen Techniken verschiedener Kampfsportarten zusammensetzt. Gekämpft wird dabei sowohl im Stehen als auch auf dem Boden liegend. Das Reglement gibt nur wenige Beschränkungen vor, die aufgrund der Verletzungsgefahr nicht zur Anwendung kommen dürfen.
Im Freefight gilt der Grundsatz: (Fast) nichts ist unmöglich. Tritte dürfen ebenso verteilt werden wie Schläge, die Ellenbogen kommen genauso zum Einsatz wie die Knie. Würfe, Hebe- und Würgetechniken sind grundsätzlich erlaubt. Auch Kopftreffer sind nicht ungewöhnlich. Und selbst, wenn der Gegner am Boden liegt, darf er weiterhin attackiert werden. Ohren, Augen, Nase und Genitalien müssen verschont bleiben, ansonsten ist der Freefight ein harter Kampf, der kaum Grenzen kennt.
Ausgeübt wird der Freefight von Sportlern, die zumeist in anderen Kampfsportarten Erfahrungen gesammelt haben, beispielsweise im Judo, Ringen oder Muay Thai. Letztere ist auch unter der Bezeichnung Thai Boxen bekannt und wird gern als Thailands Nationalsportart betrachtet. Diese Kampfsportarten liefern die Grundlagen für den Freefight, die zunächst gründlich trainiert werden müssen, damit sie in jeder Situation einsetzbar sind. Wenn der Kämpfer die Techniken perfekt beherrscht, darf er in das Sparring einsteigen. Ergänzend werden alle bekannten Techniken des Bodenkampfes eingeübt. Hierzu bedient man sich diverser Elemente aus dem Brazilian Jiu-Jitsu, dem Ringen oder Luta Livre.
Eine Besonderheit im Freefight ist die Variante des Shooto, die aus Japan stammt. Auffallend sind unter anderem die recht stabilen Handschuhe der Kämpfer. Das Reglement untersagt im Gegensatz zum traditionellen Freefight alle Angriffe, bei denen eine besondere Verletzungsgefahr für die Kämpfer besteht, was diesem Sport zu immer mehr Ansehen verhilft. Insgesamt handelt es sich um eine Kombination aus Muay Thai, Sambo, Judo, Karate und Catch-Wrestling. Wörtlich übersetzt bedeutet Shooto "Lerne zu kämpfen". Shooto wird in 3 Klassen ausgeübt, wobei sie sich in die Klassen A und B für Profis und die Klasse C für Amateure unterteilen.
In Deutschland sind Freefight-Kämpfe vor allem in Mix-Fight-Galas zu sehen, wo sie innerhalb des Programms zwischen Box- und Kickboxkämpfen ausgetragen werden. Allerdings gibt es seit 1994 auch reine Freefight-Veranstaltungen, die durch die Free Fight Association organisiert werden. Im Profi- und im Amateurbereich gelten seit 2009 die International Rules of MMA.
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