22. September 2011
Eine Grundregel des Traceurs lautet, sich niemals in Gefahr zu bringen. Deshalb wählt er den Schwierigkeitsgrad der zu überwindenden Hindernisse proportional zum Entwicklungsstand seiner Bewegungstechniken. Zu diesen zählen beispielsweise Überwindungen, Landungen oder Durchbrüche, deren Basisversionen der Traceur dem jeweiligen Hindernis anpasst.
Die Überwindung eines Hindernisses trägt die Bezeichnung Passement. Es kommt darauf an, schnell und mit möglichst fließenden Bewegungen zu agieren, ohne einen unnötigen Aufwand zu betreiben. Das Überwinden einer Mauer geschieht, indem der Traceur sich von ihr abstößt und dabei senkrecht nach vorn springt. Man spricht von einem Wallclimb oder Passe muraille. Schnelle Überwindungen, bei denen aus dem Lauf heraus abgesprungen wird, nennen sich Speed Vault.
Bei der Landung trifft der Traceur mit den Füßen auf, wobei er den Oberkörper mit den Händen abfängt. Diese Technik ist unter der Bezeichnung Atterrissage oder Réception bekannt. Häufig kommt es vor, dass der Traceur auf Mauern, Vorsprüngen oder Stangen balancieren muss. Diese Bewegung wird Équilibre genannt. Sind Lücken zu durchqueren, wird von einem Durchbruch gesprochen. Hierbei kann es sich beispielsweise um Fensteröffnungen handeln. Das "Durchbrechen" bezeichnet eine schwingende Bewegung. Es ist unter dem Begriff Franchissement oder Underbar bekannt. Lâché bedeutet, ein Objekt loszulassen oder aus einer hängenden Position zu fallen.
Drehungen werden beim Parkour nur angewendet, wenn sie sich nicht vermeiden lassen, dann jedoch, um Zeit oder Energie zu gewinnen. Eine Drehung um 180 Grad heißt Demitour. Wie die Drehung beendet wird, ist unterschiedlich und vom nachfolgenden Hindernis abhängig. Möglicherweise landet der Traceur mit einer Atterrissage. Es kann aber auch sein, dass er in eine hängende Position wechselt oder mit den Beinen an der nächsten Wand aufkommt.
Drehungen können aber auch um 360 Grad ausgeführt werden. Hierbei sind nicht nur Körperkraft, sondern auch geistiges Potential gefragt. Den sogenannten Réverse nutzt der Traceur, um die beim Drehen entstehende Rotationsenergie für nachfolgende Bewegungen zu verwenden. Auch bei der Rolle, der sogenannten Roulade, wird Energie umgewandelt, nämlich die vertikale in eine horizontale. Das Rollen geschieht diagonal über den Rücken.
Wichtig ist auch die Beherrschung unterschiedlicher Sprungtechniken. Zu den Basissprüngen zählen unter anderem der Armsprung, Katzensprung, der Sprung zum Boden sowie der Weit- und der Präzisionssprung.
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