Sich von hohen Gebäuden vom Dach stürzen, mit dem Fallschirm in der Hand, der möglichst spät von sich geworfen wird um sich zu öffnen, klingt schon wagemutig genug für den Normalsportler. Wenn man bedenkt, dass die Thermik und das Verhalten darauf, genauso wie das zeitgenau notwendige Auswerfen des Fallschirms ebenso über Tod und Leben entscheiden kann, dann wird diese Extremsportart kaum noch für jemand interessant klingen. Es sei denn, man ist Extremsportler oder Adrenalin-Junkie, ein paar Lebensmüde wird es darunter wohl auch geben.

Ein Base Jumper beim freien Fall von einem Hochhaus in Shanghai
Base Jumping bedeutet hauptsächlich sich von einer festen Position aus mit einem Fallschirm in die Tiefe zu stürzen.
Den Fallschirm möglichst spät zu öffnen, hat nicht nur einen beliebten Reiz bei Base Jumpern, ebenso hat es einen elementaren Sinn. Denn je länger man am Fallschirm hängt, umso mehr ist man den Begebenheiten der Thermik ausgesetzt, die speziell zwischen Gebäuden kaum einzuschätzen ist und einen deswegen ohne Chance an die nächste Hauswand treiben kann. Dabei kann sich der Fallschirm verwickeln und der Sturz in die Tiefe beginnt.
Beim Base Jumping aus relativ niedrigen Sprunghöhen, werden keine Ersatzfallschirme benutzt, da keine Zeit verbleibt diese zu öffnen, nachdem man festgestellt hat, dass der Hauptschirm sich nicht öffnet. Daraus sollte klar ersichtlich sein, wie notwendig das späte Öffnen und das möglichst kurze Verweilen in der nötigen Thermik sind.
Eine Extremsportart mit tödlichen Risiken. Das für die einen bedeutet, besser die Finger davon zu lassen, aber wiederum für andere, es gerade deswegen zu machen.
Man muss nicht lebensmüde sein, um diese Sportart zu mögen. Warum es Adrenalin-Junkies machen, sollte auch klar sein. Den Extremsportlern geht es um die Herausforderung, den sportlichen Reiz, wenn auch der Kick bei vielen mit Sicherheit eine ebenso tragende Rolle spielt.
Das Gefühl beim Überspringen der Kante, der freie Fall, das Abpassen des richtigen Moments, um den Fallschirm zu öffnen und das sichere Landen wird unter Garantie ein erhebendes Gefühl sein.
Angesichts dessen, dass dabei das Leben auf dem Spiel steht, ist es allerdings für viele weniger verständlich, weswegen über solche Extremsportarten gerne debattiert wird. Für die eingeschworenen Vertreter Ihrer Meinung, ist eine Argumentation sowieso nur verschwendete Zeit. Für alle anderen soll gesagt sein, dass das Leben keiner Wahrscheinlichkeitsrechnung entspricht und man deswegen genauso beim Treppenlaufen vom Tod ereilt werden kann, unabhängig von dessen Wahrscheinlichkeit.
Eine Entscheidung darüber, ob es nun richtig oder falsch ist, kann allein schon wegen den verschiedenen Glaubensgründen nicht gefällt werden. Ganz abgesehen davon, wird man die Willigen eh nicht davon abhalten können. Und nur weil dessen Meinung nicht konform mit der eigenen ist, sollte man dennoch die Ansicht des anderen nicht gleich als verwerflich betrachten, sondern als mögliche Wahrheit tolerieren.
Denn über das Leben wirklich Bescheid wissen, tut keiner, wir glauben bisher nur und so tun es auch die Base Jumper: Glauben, dass trotz dem Kick alles gut gehen wird.
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