6. März 2005
Von Patarama
Millimeter kleine Bewegungen, fast bewegungslos verharrende Stellungen. "Was soll das sein?", fragte mich mein Freund grinsend. "Und das soll was bringen?", er lachte und schüttelte ungläubig den Kopf. Das Lachen verging schnell, als er versuchte, diese Bewegungen nachzumachen.
Diese Übungen haben es wirklich in sich. Durch zum Teil 100 Wiederholungen winziger Bewegungen wird die Tiefenmuskulatur trainiert. Im Gegensatz zu Aerobic und ähnlichen Gymnastikarten werden die Muskeln und Bände, wenn man strikt den Anweisungen folgt, schonender gedehnt und mit großer Behutsamkeit geschmeidig gemacht. Trainiert werden aktiv die Körperteile Unterarme, Bauch, Taille, Hüfte, Beine und Po.
Empfohlen werden am Anfang pro Woche 2 x 1-Stunden-Programm. Wenn die Figur soweit den Wünschen entspricht und nur noch "gehalten" werden soll, dann soll täglich das 1-Viertelstunden-Programm absolviert werden. Angeblich soll Callenetics um ein Vielfaches effektiver sein als andere Gymnastikarten.
Aus eigener Erfahrung kann ich diese Effektivität bestätigen. Aber aller Anfang ist bekanntlich sehr, sehr schwer. Allerdings, wenn man den Anfang gewagt hat, wird es noch schwerer bis die Motivation nachläßt und aufhört, oder gerade durch sichtbare Erfolge gesteigert wird. Bei mir dauerte dieser "Anfang" drei Wochen. Das 1-Stunden-Programm dauerte zu Anfang etwa drei Stunden. Jede Anweisung wurde fünf Mal gelesen, damit die Haltung auch wirklich stimmte, oder warum tat schon wieder der Rücken so weh?
In einer Callaneticsgruppe hätte ich das Programm sicher schneller absolvieren können, aber die Bewegungsabläufe unterschieden sich sehr von den des Buches. Außerdem war jeder gezwungen sich der Gruppe anzupassen. Jede Übung wurde gemeinsam angefangen und beendet, ob man die Wiederholungen geschafft hatte oder nicht.
Ich hatte die drei Wochen hinter mir, als ich merkte, dass ich diese Gymnastik brauchte, um mich wohl zu fühlen. Meine Muskeln schrien gerade danach, regelmäßig bewegt zu werden. Die Oberarme wurden fester, Bauchmuskeln formten sich zum ersten Mal sehr deutlich, meine Beine schienen länger und schlanker zu werden. Endlich saß die Jeans so, wie ich es mir vorgestellt habe. Nach weiteren etlichen Wochen fühlte ich mich bereit für die bloße "Instandhaltung" meiner Figur. Dieses Viertel-Stunden-Programm ließ sich sogar besser in mein Alltag integrieren als das erste Programm.
Aller Anfang ist schwer, aber es hat sich sehr gelohnt!
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