Vorsicht vor Verletzungen: Der Umgang mit Rasiermesser oder Shavette muss geübt sein

Friseur rasiert einen Kunden mit Rasiermesser und Rasierschaum

Für wen Rasiermesser geeignet sind, wie man richtig damit umgeht und Tipps zur Pflege und Schärfung der Klinge

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  • von Paradisi-Redaktion

Wer sich gegen einen Nassrasierer oder einen gewöhnlichen Rasierapparat entscheidet, dem bleibt nur noch der Vollbart oder das klassische Rasiermesser. Doch der Umgang mit diesem extrem scharfen Messer sollte besser geübt werden - sonst kann es zu schlimmen Verletzungen kommen. Rasiermesser müssen nach der Verwendung gepflegt werden, um bei der nächsten Rasur wieder optimale Ergebnisse zu bringen. Haben Sie schon einmal von einem Rasiermesser gehört, das eine austauschbare Klinge besitzt? Nein? Dann kennen Sie Shavette noch nicht.

Rasiermesser im Vergleich

Für den täglichen Gebrauch werden heutzutage meistens Rasierapparate oder einfache Nassrasierer verwendet, da diese ungefährlicher sind und dennoch zufriedenstellende Ergebnisse liefern. Außerdem geht die Rasur um ein Vielfaches schneller vonstatten als mit einem Rasiermesser, das auch noch entsprechende Pflege benötigt.

  • Einen Trockenrasierer schüttelt man einfach aus und streicht mit einer weichen Bürste über den Scherkopf, um Härchen zu entfernen.
  • Einen Nassrasierer wäscht man mit lauwarmem Wasser aus.

Trotzdem lohnt sich eine Rasur mit dem guten alten Rasiermesser, da filigrane und konturierte Ergebnisse erzielt werden können. Wir stellen Ihnen das Rasiermesser genauer vor.

Vor- und Nachteile von Rasiermessern gegenüber Klingenrasierern

Die sorgfältige Messerrasur als Alternativen zum Multiklingenrasierer

Blick durch Spiegel: Dunkelhaariger Mann rasiert sich den Bart mit Rasiermesser (Nassrasur)
morning face shave © Victoria Page - www.fotolia.de

In vielen Industrienationen verdrängten elektrische Rasierapparate und Wechselklingenrasierer die Messerrasur vollständig. Wer aber jemals eine solche genießen durfte, wird das Erlebnis mit jeder weiteren »Fast Food Rasur« vermissen. Trotz großer Nachteile hat das Rasieren mit dem Messer auch Vorzüge gegenüber den modernen Methoden der Haarentfernung.

Nachteile

Die Klingenpflege, die Vorbereitung der Haut und die Rasur selbst brauchen Zeit. Ein Rasiermesser muss geschärft und abgezogen werden. Außerdem bestehen die Klingen aus nichtrostfreiem Stahl, welcher bei Nichtgebrauch leicht eingeölt werden sollte. Abschreckend wirkt oft, dass es einige Übung braucht, um Verletzungen zu vermeiden.

Vorteile

Doch wer die Mühe überwindet, wird belohnt mit ungeahnter Gründlichkeit. Die extrem scharfe Klinge gleitet direkt über die Haut und rasiert an der richtigen Stelle. Das Rasiermesser zwingt zur Disziplin, sanft mit und einmal gegen die Wuchsrichtung streichen. Druckvolles kreuz und quer Rasieren mit vergitterten Multiklingen bringt dagegen Rötungen und eingewachsene Haare.

Eine gute Messerklinge hält ein oder zwei Leben lang. Das Rasieren mit dem Messer bietet daher Vorteile für Portemonnaie und Umwelt. Unabhängig von der Bartlänge kann das Rasiermesser vom Fünf-Uhr-Schatten bis zum Vollbart sämtliche Haarlängen in einem einzigen Arbeitsgang vollständig entfernen. Der größte Vorzug der Nassrasur mag jedoch das morgendliche Gefühl sein, den Tag wie ein echter Gentleman zu beginnen.

Für wen Rasiermesser geeignet sind

Rasiermesser sind nicht für jeden geeignet. Junge Männer oder Männer mit zittrigen Händen sollten tunlichst die Finger davon lassen, da man sich mit diesen Geräten sehr schnell schneidet. Denn Rasiermesser sind - dem Zweck nach - besonders scharf.

Trocken- oder Nassrasierer für Rasieranfänger

Wir empfehlen die Verwendung von Rasiermessern nur Männern, die den Umgang damit gewohnt sind und ruhige Hände haben. Zu schnell schneidet man sich ansonsten. Auch in immer seltener werdenden Barbierläden werden noch Rasiermesser verwendet.

Für Männer, die noch nicht so geübt im Rasieren sind, empfehlen wir einen Trockenrasierer oder auch einen Nassrasierer.

Beim elektrischen Rasierapparat kann am wenigsten schief gehen, man schneidet sich nicht so leicht. Vor der Rasur wird ein Preshave-Produkt aufgetragen, das die Barthaare aufstellt und die Talgschicht von der Haut entfernt.

Bei den Nassrasierern hat man die Qual der Wahl, da es verschiedenste Produkte gibt. Auch hier muss man aufpassen, dass man sich nicht schneidet. Nassrasierer sind aber dennoch ungefährlicher als scharfe Rasiermesser.

Rasiermesser haben meist eine einklappbare Klinge zum Schutz des Benutzers. Sie sind aus besonders hartem Stahl und besitzen einen so genannten Hohlschliff, der sie sehr scharf macht.

Von der Shavette zum Rasiermesser

Wer den Umgang mit einem Rasiermesser noch nicht gewohnt ist, kann es erst einmal mit einer Shavette versuchen. Hierbei handelt es sich um ein Übergangsprodukt zwischen Rasierhobel und Rasiermesser. Wer mit einer Shavette umgehen kann, wird auch keine Probleme mit einem Rasiermesser haben.

Unterschiedliche Klingenlängen

Ein weiterer Vorteil des Rasiermessers mit austauschbarer Klinge ist, dass es für die meisten Modelle gleich drei verschieden lange Klingen gibt. So kann die Klinge immer an den zu rasierenden Bereich angepasst werden:

  1. Kurze Klingen sind sehr scharf und am weitesten verbreitet.

  2. Mittellange Rasierklingen können eine größere Fläche rasieren, sind aber nicht mehr ganz so scharf.

  3. Die Verwendung von langen Klingen lässt sich am einfachsten mit dem klassischen Rasiermesser vergleichen. Sie sind nur im Fachhandel erhältlich.

Kurze und mittellange Klingen für die Shavette kann man in speziellen Drogerien und Parfümerien erwerben. Lange Klingen kann man auch über das Internet bestellen, denn Fachgeschäfte sind nicht so weit verbreitet.

Hinweise zur Anwendung eines Rasiermessers

Wer noch nie damit gearbeitet hat, sollte sich von einem professionellen Barbier den Umgang zeigen lassen. Tipps und Tricks schaden nie, sie helfen nur.

Vor der Rasur

Vor jeder Verwendung wird das Rasiermesser mit einem Lederriemen abgezogen, um kleinste Unebenheiten, die die Barthaare bei der Rasur hinterlassen, auszugleichen. Dafür gibt es spezielle Lederriemen. Dieser Vorgang sollte ungefähr fünf Mal wiederholt werden, dann ist das Rasiermesser wieder glatt und einsatzbereit:

  1. Das Rasiermesser wird auf einer Seite des Riemens flach aufgelegt und mit dem Klingenrücken voran gleichmäßig darüber gezogen.
  2. Danach wird es mit der anderen Seite auf den Lederriemen gelegt und wieder abgezogen.

Rasiermesser richtig schärfen

Auch mit einem Messer lässt sich der Bart loswerden - wenn man die klassische Nassrasur beherrscht

Blick durch Spiegel: Dunkelhaariger Mann rasiert sich den Bart mit Rasiermesser (Nassrasur)
morning face shave © Victoria Page - www.fotolia.de

Heutzutage scheint sich ein Mann bei der Nassrasur nur noch mit einem Doppelklingenrasierer seiner Bartpracht entledigen zu können. Das lässt uns zumindest die Werbung glauben. Aber es gibt immer noch Friseure, die eine klassische Nassrasur mit dem Messer beherrschen. Typisch für ein Rasiermesser ist der tiefe Hohlschliff, der die Schneide sehr dünn und somit scharf, aber auch empfindlich macht.

Winkel der Schneide zum Schleifstein konstant halten

Der Rücken des Rasiermessers ist dagegen sehr dick. So kann man die Messer besser schleifen, denn er dient gleichzeitig dazu, den Winkel der Schneide zum Schleifstein konstant zu halten. Dazu werden Schneide und Rücken gleichzeitig auf den Stein gelegt und zusammen geschliffen.

Früher, in der "guten alten Zeit", hatte jeder Mann im Regal beim Friseur einen Platz, in dem der Rasiertiegel mit der Seife, der Rasierpinsel und das Rasiermesser lagerten. Das Messer wurde regelmäßig geschliffen und vor der Rasur auf dem Streichriemen - mit einer Streichriemenpaste eingerieben - in schneller Bewegung mit der Schneide gestrichen (=abgezogen).

Vorsichtige Anwendung

Man kann natürlich nicht pauschal sagen, wo sich die Finger befinden "müssen". Jeder sollte das Halten des Messers so lange ausprobieren, bis er das Gefühl hat, das Messer sicher im Griff zu haben.

Bei der Rasur kommt es darauf an, wie man das Messer hält. Der Daumen sollte sich auf der Unterseite der Klinge befinden (auf der so genannten Haltefläche). Wer zierliche Finger hat sollte Zeige- und Mittelfinger auf der Oberseite der Klinge haben. Hat man stärkere Finger, so reicht der Zeigefinger.

Das Messer wird nun in einem Winkel von 270 Grad geöffnet und die Finger richtig um den Haltegriff des Messers gelegt. Meist ist der Zeigefinger auf der oberen Seite der Klinge, während der Mittelfinger sich am Endansatz der Klinge befindet. Kleiner Finger und Ringfinger hängen in der Luft.

Das Gesicht sollte vor der Rasur mit dem Messer gründlich mit Rasierschaum eingeschäumt werden, um die Verletzungsgefahr zu verringern. Unruhige Menschen mit zittrigen Händen sollten sich lieber rasieren lassen.

Wichtig ist, dass das Rasiermesser an einem sicheren Ort aufbewahrt wird. Kinder dürfen es auf keinen Fall in die Hände bekommen, sonst drohen Schnittverletzungen, die im schlimmsten Fall auch zum Tod führen können. Aber auch für Erwachsene ist ein Rasiermesser nicht gerade ungefährlich.

Tipps zur Pflege des Messers nach der Rasur

Rasiermesser müssen nach der Verwendung gepflegt werden, um bei der nächsten Rasur wieder optimale Ergebnisse zu bringen. Es reicht nicht, das Rasiermesser einfach mit lauwarmem Wasser zu waschen. Zur idealen Pflege eines Rasiermessers gehört noch viel mehr.

Reinigung zur Vermeidung von Rost

Besonders anfällig sind Rasiermesser aus Rost, da sie meist nicht aus rostfreiem Material bestehen. Deshalb ist es wichtig, das Messer nach jeder Rasur gründlich abzutrocknen, um ein Entstehen des Rostes zu vermeiden.

Die Klinge des Rasiermessers muss nach der Rasur gründlich gereinigt werden. Am besten funktioniert dies mit warmem Wasser und etwas Seife.

Alle Barthaare und eventuelle Hautrückstände müssen entfernt werden. Danach wird das Messer getrocknet. Zu einer umfassenden Pflege des Rasiermessers gehört auch eine kurze Ölung nach der Rasur, damit das Material geschmeidig bleibt. Man muss das Rasiermesser nicht jeden Tag ölen, es empfiehlt sich aber dies zu tun, wenn man es längere Zeit nicht benutzen möchte.

Barthaare sind so widerstandsfähig wie ein Kupferdraht derselben Stärke und verursachen deshalb feinste Einkerbungen auf dem Rasiermesser. Das Material sollte sich nach jeder Rasur "erholen" und regenerieren dürfen.

Nach der Reinigung sollte es für mindestens einen Tag liegen. Die meisten Männer benutzen das Rasiermesser nicht jeden Tag.

Die meisten Männer benutzen das Rasiermesser nur zu speziellen Anlässen - nicht jeden Tag
Die meisten Männer benutzen das Rasiermesser nur zu speziellen Anlässen - nicht jeden Tag

So bleibt das Rasiermesser scharf

Wichtig ist, -wie bereits erwähnt - dass man vor jeder Anwendung einen Ledergürtel oder Streichriemen verwendet, mit dem das Material in seinen ursprünglichen Zustand versetzt wird. Die feinen Einkerbungen werden so ausgebessert und das Rasiermesser ist wieder so scharf wie am Anfang.

Sollte man bemerken, dass das Messer stumpf wird, kann man einen so genannten Abziehstein verwenden und das Messer wieder scharf machen. Man sollte jedoch beachten, dass man mithilfe eines Abziehsteines Material abträgt. Deshalb empfiehlt sich ein sanfter Umgang mit dieser Schleifhilfe.

Wer sich täglich mit einem Rasiermesser rasieren möchte, sollte sich mehrere Modelle zulegen, damit sich das Material in der Zwischenzeit erholen kann. Sinnvoll sind mindestens zwei Stück, so hat die Klinge zwischen den Rasuren Zeit, um sich zu regenerieren.

Grundinformationen und Hinweise zu Rasiermessern

  • Vorsicht vor Verletzungen: Der Umgang mit Rasiermesser oder Shavette muss geübt sein

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Client shaving at barber shop © zinkevych - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Client during beard shaving in barber shop © Nejron Photo - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Portrait of brutal man with straight razor © kantver - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Barber testing the sharpness of a blade © oles_photo - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: morning face shave © Victoria Page - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Barber accessories and tools © zinkevych - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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