5. April 2008
(dgk) Die Haut von Säuglingen ist viel dünner als die Haut von Erwachsenen. Sie besitzt eine noch nicht sehr widerstandsfähige Hornschicht und reagiert wesentlich empfindlicher auf Umwelteinflüsse. Außerdem fehlt ihr ein stabiler Schutzmantel zur Abwehr von Krankheitserregern, weil die Talgdrüsen noch nicht voll funktionsfähig sind.

Babyhaut ist fettarm und sehr wasserreich; viele Babys haben deshalb eine empfindliche, trockene und bedingt durch den hohen Wassergehalt sehr straffe Haut. Der Mangel an Fett macht sie anfällig für Hefepilze, die unter feuchtwarmen Windeln sehr gut gedeihen können.
Weil Wasser die Haut austrocknet, sollten dem Badewasser pflegende, pH-neutrale und rückfettende Badezusätze beigefügt werden. Nach dem Baden trocknet man die Haut des Säuglings am besten nicht durch Reiben, sondern durch sanftes Abtupfen mit einem Handtuch ab. Dabei dürfen Hautfalten, Achselhöhlen und Kniekehlen nicht vergessen werden, weil dort das Wasser nach dem Baden stehen bleiben und die Haut zusätzlich aufweichen könnte.
Neigt das Baby an Körperstellen, an denen Haut auf Haut liegt wie beispielsweise Achselhöhlen, Kniekehlen oder Leistenbeugen, zu Rötungen oder sogar Entzündungen, sollte bevorzugt Puder verwendet werden. Die Rötungen entstehen, weil sich an diesen Körperstellen Feuchtigkeit staut, die die Haut abgibt. Dadurch weicht die Haut auf und wird durch das Strampeln gereizt. Puder bindet die Feuchtigkeit und bildet eine weiche Gleitschicht.
Wenn das Baby trockene Haut hat, sollten Arme, Beine und Rumpf mit einer leichten Baby-Lotion nachgefettet werden, die Fett-, Feuchtigkeits- und Pflegesubstanzen enthält. Bei leicht fettiger Haut reicht Puder. Lotion sollte dann nur zwei- bis dreimal pro Woche aufgetragen werden. Gesicht und Hände können mehrmals pro Tag leicht eingecremt werden, besonders wenn es zu einem Spaziergang an die frische Luft geht, die die Haut austrocknet.
Gut geeignet sind allergenarme, dermatologisch getestete Pflegeprodukte mit besonders schonenden, natürlichen und die Hautfunktionen unterstützenden Wirkstoffen. Essenzielle Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen können die Entwicklung des Schutzmechanismus der Haut unterstützen und zugesetzte hautähnliche Lipide die Haut kräftigen. Cremes ohne Wasseranteile sind gut geeignet für den Aufenthalt im Freien in der kalten Jahreszeit. Wasser leitet nämlich Kälte schneller, und die Haut würde bei Verwendung von wasserhaltigen Lotionen oder Cremes leichter auskühlen. Cremes, die mit Kamille und Panthenol angereichert sind, halten die Kälte ab, lassen die Haut aber trotzdem atmen. Zusätze mit Kamille wirken außerdem reizlindernd und entzündungshemmend. Bienenwachs macht die Haut weich und geschmeidig, Lindenblütenextrakte beruhigen, Rosmarin regt die Durchblutung an. Ringelblumenextrakt hilft bei angegriffener empfindlicher Haut und kann Entzündungen vorbeugen.
Um Irritationen der Haut vorzubeugen, sollten nicht zu viele verschiedene Produkte verwendet werden. Die Anwendung von Pflegemitteln sollte nicht übertrieben werden, damit die Hautpflege nicht zur Belastung für die Haut wird. Puder und Lotion sollten niemals an ein und derselben Stelle gleichzeitig benutzt werden, denn so entstehen Klümpchen, die die Haut reizen und wund werden lassen.
Babys Popo ist besonders anfällig für Rötungen und Entzündungen, weil moderne Windeln eine nahezu luftdicht verschlossene Kammer bilden, in der es zu Wärme- und Feuchtigkeitsstau kommen kann. Hält die Durchfeuchtung einige Zeit an, wird die schützende Hornhautschicht im Windelbereich aufgeweicht. Die Haut wird durchlässiger für Reizstoffe und verletzlich durch Reibungen am Windelhöschen. Durch Urin und Kot wird die Haut zusätzlich belastet. Der beste Schutz ist Trockenheit und frische Luft. Ausreichend große Windeln sorgen für eine bessere Luftzufuhr und weniger Reibung. Die Windeln sollten regelmäßig auf Feuchtigkeit kontrolliert und fünf- bis achtmal pro Tag gewechselt werden. Besonders hautschonend ist die Reinigung mit parfümfreiem Öl.
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