Merkmale und Anwendungsgebiete unterschiedlicher Kammarten

Ob im Friseursalon oder privat – wohl kaum ein anderes Werkzeug wird zur täglichen Haar- und Frisurpflege so häufig verwendet wie der Kamm. Egal, wie schnell die Technologie auch voranschreitet – die guten alten Kämme haben immer noch Hochkonjunktur.

Wir erklären wie sich der Kamm in Aussehen und Funktion über die Jahre verändert hat

Geschichte des Kamms

Daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern. Schließlich ist der Kamm das älteste Werkzeug nicht nur zur Haar-, sondern generell zur Körperpflege, und überdies das am längsten in Benutzung stehende.

Der älteste Kammfund stammt aus dem Jahr 2.500 vor unserer Zeit, das heißt im Umkehrschluss, wir verwenden seit mindestens 4.500 Jahren Kämme. Manche Dinge kann man eben nicht verbessern – wobei dies nicht so ganz stimmt.

Ähnlicher Zweck, andere Materialien

Auch wenn heutige Kämme denselben Zwecken dienen wie ihre archaischen Vorfahren, nämlich

  • dem Ausrichten der Haare in eine Richtung sowie
  • deren Befreiung von Verschmutzungen,

haben sich etwa die zur Kammherstellung verwendeten Materialien dem modernen Leben angepasst. Dominierten früher

  • Bein,
  • Horn,
  • Holz und
  • Bronze,

bestehen moderne Kämme zumeist aus Hartgummi oder Kunststoff. Letztere werden preiswert industriell gefertigt – dies bedeutet aber auch, dass sie über die bei Anwendern so unbeliebten Pressnähte verfügen, die im Haar hängenbleiben und es spleißen können.

Kein Wunder, dass der Trend zu Manufaktur-Kämmen geht, die gesägt und handgefertigt sind. Modernste Technologie findet sich sowohl bei den Materialien, wo Carbon- und andere Fasern Einzug in die Kammherstellung gehalten haben, aber auch in der Ausstattung wie beispielsweise der antistatischen Ionen-Technologie.

Ergonomie statt Optik

Ihrer Erscheinung nach sind Kämme heute eher

  • funktional und
  • ergonomisch.

Während Kammrücken früher oft mit mannigfaltigen Schnitzereien versehen waren, müssen sie dem Friseur heute bei der Ausübung seiner Tätigkeit gut in der Hand liegen und dürfen auch nicht zu schwer sein. Ergonomie geht vor.

Das Gleiche gilt für die Hygiene: Gerade im Friseursalon, wo jeder Kamm von mehr als einer Person genutzt wird, müssen sich Kämme leicht und rückstandslos reinigen lassen. Dies gelingt, indem man ihnen eine porenlose Oberfläche verleiht, weshalb organische Materialien wie Horn oder Holz aus den Friseursalons verschwunden sind.

Naturmaterialien

Manche private Anwender haben mit den Naturmaterialien allerdings gute Erfahrungen gemacht: Ebenso, wie man bei Bürsten wieder gern auf Wildschweinborsten setzt, mag man wieder Kämme aus Horn oder Holz. Erstere finden sich in Asia-Läden, Letztere bekommt man in Afrika-Läden oder Bio- bzw. Natur-Geschäften.

Für Veganer sind Horn-Produkte natürlich nichts - doch selbst für diese Gruppe gibt es mittlerweile Kämme, die das Etikett "vegan" tragen.

Unterschiedliche Kammarten

Die Kämme im professionellen Friseurhandwerk sind oftmals hoch spezialisierte Werkzeuge für bestimmte Arbeitsschritte. So finden sich

  • verschiedene Haarschneidekämme neben Wasserwell- und Ondulierkämmen,
  • Nadelstiel- neben Strähnenstielkämmen,
  • Kämme zum Toupieren neben jenen mit Lockenhebern, die umgangssprachlich auch als "Gabelkämme" bezeichnet werden.

Manche von ihnen sind auch im heimischen Badezimmer zu finden, während die Handhabung anderer die Fingerfertigkeit eines professionellen Haarkünstlers erfordert. Dann gibt es noch die einem bestimmten Zweck dienenden Kämme wie den Läusekamm, der wohl in keinem Haushalt mit kleinen Kindern fehlt.

Auch Textilpflege- und Tierkämme gehören in diese Kategorie. Darüber hinaus finden sich Schmuckkämme, die klassische Hochsteckfrisuren, wie beispielsweise das zur Banane geschlagene Haar, zusammenhalten und verzieren.

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