Der Brauch der Hochzeitstorte und deren typischen Merkmale

Es gibt keine Hochzeit ohne Hochzeitstorte. Das Aussehen und Anschneiden einer Torte bei der Hochzeit hat schon eine lange Tradition.

Von Claudia Haut

Während andere Bräuche wie zum Beispiel

  • das Werfen von Reis oder Blumen
  • das Schneiden eines Herzens aus einem großen Bettlaken
  • der Hochzeitswalzer
  • die Brautentführung oder auch
  • die spezielle Sitzordnung am Brauttisch

gerne auch einmal weggelassen werden, verzichtet doch kaum ein Brautpaar auf die Hochzeitstorte.

Die mehrstöckige Torte

Meist handelt es sich um eine mehrstöckige Torte. Je nach Anzahl der Hochzeitsgäste ist diese oft dreistöckig, bei gläubigen Paaren auch oft fünfstöckig.

Die fünf Stöcke sollen für verschiedene Lebensphasen stehen.

Das Aussehen der Hochzeitstorte ist also ganz wichtig, schließlich ist sie der Mittelpunkt des Kuchenbuffets und alle Hochzeitsgäste stehen um das Brautpaar herum, während dieses die Torte anschneidet.

Jede Schicht der Hochzeitstorte ist meist mit Marzipan oder dickem Zuckerguss überzogen und aufwendig verziert. So befinden sich häufig Rosen und Herzen auf der Torte. Oben auf der Hochzeitstorte steht traditionell ein Hochzeitspaar aus Zucker oder Plastik.

Übrigens gibt es inzwischen nicht mehr nur das klassische Hochzeitspaar bestehend aus Mann und Frau, sondern auch zwei Bräute oder zwei Bräutigame.

  • Brauttorte wird angeschnitten, lachende Braut

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  • Hochzeitspaar schneidet gemeinsam eine weiße Torte in Herzform mit Erdbeeren an

    © ilfotokunst - www.fotolia.de

  • Hochzeitstorte mit Brautpaarfiguren als Topping, im Hintergrund sitzt die Hochzeitsgesellschaft

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Das Anschneiden der Hochzeitstorte

Das Anschneiden der Hochzeitstorte ist ein ganz besonderer Augenblick bei jeder Hochzeitsfeier. Schließlich muss einer der Eheleute die Hand oben haben, während das erste Stück heruntergeschnitten wird.

Darauf achten die Gäste besonders, denn diese Person soll in der Ehe das Sagen haben. Traditionell isst das Brautpaar gemeinsam das Stück Hochzeitstorte, das sie herausgeschnitten haben.

Übrigens: Das Messer zum Schneiden der Hochzeitstorte sollte neben der Torte bereit liegen. Es bringt nämlich Unglück, dem Paar das Messer zu reichen. So zumindest ein Aberglaube.

Ein Stück einfrieren

Besteht die Hochzeitstorte aus mehreren Schichten, so kann man die oberste Schicht aufheben und einfrieren. Lassen die Hochzeitsgäste fast nichts mehr von der Torte übrig, so kann auch nur ein Stück eingefroren werden.

Am ersten Hochzeitstag isst man die Torte dann gemeinsam mit den Trauzeugen, lieben Freunden und/oder der Familie.

Einen Konditor beauftragen

Ein weiteres typisches Merkmal in der Hochzeitstortenplanung ist es, dass niemals die Braut selbst ihre Hochzeitstorte backen darf. Entweder wird sie von einem Konditor hergestellt oder von der Brautmutter.

Doch sollte jede Hochzeitstorte entweder Marzipan enthalten oder mit Mandeln bestreut sein. Mandeln bringen nämlich Glück und werden daher von vielen Brautpaaren auch an ihre Gäste verteilt.

Die geröstete Kaffeebohne

In vielen Regionen ist es auch üblich, eine geröstete Kaffeebohne in die Hochzeitstorte einzubacken. Wer diese in seinem Stück findet, soll der Tradition nach als nächstes heiraten.

Kalorienarme Variante wählen

Eine Hochzeitstorte sieht meist schön aus, ist aber eine Kalorienbombe. Daher gehen immer mehr Brautpaare dazu über, einen Obstkuchen als Hochzeitstorte verzieren zu lassen. Schließlich ist es fast schade, ein kleines Vermögen für eine aufwendig verzierte Hochzeitstorte mit dicker Marzipanschicht auszugeben, wenn kaum ein Hochzeitsgast diese Torte essen möchte.

Auch Obsttorten können wunderschön verziert werden. Rote Erdbeeren beispielsweise spiegeln auch gleich die Liebe wider.

Den Brauch der Hochzeitstorte gibt es übrigens schon sehr lange, wobei früher nur der Adel aufwendige Torten hatte. Brautpaare aus armen Verhältnissen schnitten einen großen Brotlaib gemeinsam an.