10. März 2009
Von Viola Reinhardt
Seit Jahrtausenden massieren sich Menschen gegenseitig. Bei Verspannungen greifen wir oft unbewusst selbst an die schmerzende Stelle und kneten sie. Die Klassische oder auch Schwedische Massage ist bei Muskelschmerzen und Verspannungen noch immer die wirksamste Methode zur Tiefenentspannung in vielen Teilen der Muskulatur.
Massagen werden seit Jahrtausenden durchgeführt. Der Ursprung liegt sehr wahrscheinlich im fernen Osten. Im asiatischen Raum haben Massagetechniken wie Shiatsu oder Akupressur eher das Ziel, den Körper wieder in Gleichklang und Harmonie zu bringen. In der westlichen Hemisphäre hingegen geht es in der Regel um einen direkten Effekt auf die Muskulatur und damit einhergehend auch eine Schmerzlinderung, die sich durch monate- oder jahrelangen Verspannungen fast von alleine ergeben.
Die "Klassische", auch "Schwedische" Massage genannte Technik ist die bekannteste und am weitesten verbreitete Massageform. Den Namen verdankt sie dem schwedischen Medizinstudenten Henri Peter Ling, der die Technik um die Jahrhundertwende herum entwickelte. Sie wird zu den Behandlungsformen gezählt, die den Patienten Kraft und Energie geben oder auch zurückgeben sollen.
Klassischer Weise besteht die Schwedische Massage aus vier Techniken, die aufeinander folgend ausgeführt werden. Meist beginnt eine Massage mit einer sanften, leichten Streichbewegung. Diese wird Effleurage (Streichung) genannt und parallel zum Verlauf der Muskelfasern sowie in Herzrichtung ausgeführt. So nimmt der Masseur Kontakt zum Patienten auf und kann Verspannungen und Verhärtungen erspüren. Zusätzlich wird die Muskulatur durch die Streichungen erwärmt. Nach den Streichungen folgt die Petrissage, das Kneten. Hierbei werden die Muskeln gegeneinander verschoben und dabei gedehnt. Im Gegensatz zur Streichung, die nur in eine Richtung erfolgt, muss die Knetung in beide Verlaufsrichtungen des Muskels erfolgen. Im Wesentlichen dient das Kneten der vermehrten Durchblutung der Muskulatur und dem Lösen von Verspannungen.
Ist das Gewebe gut durchblutet und die Muskelverspannungen angelöst, werden mittels der Friktion, der Reibung, fühlbare harte Knoten (Myogelosen) im Muskelgewebe heraus massiert. Dies geschieht mit kreisenden Bewegungen mittels des Daumens und den Fingerkuppen in der Tiefe der Muskulatur. Wenn die großen Verspannungen aus dem Gewebe massiert worden sind, wird die Massage mit leichten Schlägen, Klopfen oder Klatschen mit lockerer Hand beendet. Diese Technik wird Tapotement genannt.
Massagen können bei rheumatischen Beschwerden, Spannungskopfschmerzen, verhärteten Muskeln nach sportlicher Betätigung, Bewegungseinschränkungen, zur Entspannung und allgemeinen Lockerung sowie zur verbesserten Durchblutung von Haut und Muskeln eingesetzt werden. Bei Gefäßerkrankungen, akuten Entzündungen und Infektionskrankheiten, Krebserkrankungen, Fieber, Herz-Kreislauf-Problemen, Blutungsneigung und Venenentzündungen sollte vor einer Massage Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker gehalten werden. Ansonsten gilt auch bei dieser Massage- und Wellnessanwendung: Alles mit Maßen und vor allem Genuss zu praktizieren.
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