2. November 2009
Als Schrothkur bezeichnet man ein klassisches Naturheilverfahren. Dieses besteht aus einer speziellen Diät und Anwendungen mit feuchten Tüchern.
Ziel und Zweck der Schrothkur ist die Entgiftung des Körpers und die Förderung seiner Selbstheilungskräfte. Dieses klassische Naturheilverfahren zählt zur traditionellen europäischen Medizin (TEM) und kommt in zahlreichen europäischen Kurkliniken zur Anwendung. Neben der Entgiftung des Körpers und der Aktivierung der Selbstheilungskräfte, kommt es durch die Anwendung der Schroth-Kur auch zu einer deutlichen Gewichtsabnahme. Allerdings gilt die Kur nicht als herkömmliche Diät und stößt bei vielen Ärzten und Ernährungswissenschaftlern auf Ablehnung.
Entwickelt wurde die Schrothkur etwa um das Jahr 1820 von dem Fuhrmann Johann Schroth (1798-1856), der in einem Selbstversuch sein steifes, verletztes Knie mit kalten Umschlägen behandelte. Zudem machte er die Beobachtung, dass krankes Vieh nichts fraß und nur wenig trank. Schroth entwickelte daraufhin die Theorie, dass eine Fastenkur die Selbstheilungskräfte anregte und übertrug dieses Prinzip auf den Menschen. So entwickelte er eine spezielle Diät mit so genannten Trocken- und Trinktagen. Die Anwendungen mit kalten Umschlägen baute er in seine Schrothkur ein. Da sich die Methode als erfolgreich erwies, wurde Johann Schroth sogar als Wunderdoktor gepriesen. Im Laufe der Zeit entstanden mehrere modifizierte Varianten der Kur.
Zu den Anwendungsgebieten der Schrothkur gehören unter anderem verschiedene Allergien, Migräne, Gicht, Stoffwechselstörungen sowie das Burn-out-Syndrom. Nicht zur Anwendung kommen darf die Schrothkur dagegen bei Störungen der Nierenfunktionen, Schilddrüsenüberfunktion, Krebs, Leberzirrhose, Tuberkulose sowie während der Schwangerschaft.
Die Wirksamkeit der klassischen Schrothkur ist heftig umstritten. So lehnen sie zahlreiche Ärzte und Ernährungswissenschaftler kategorisch ab und bezeichnen sie sogar als gesundheitsschädlich. So könne die Schrothkur zu Vitaminmangel, Muskelschwund und Leistungsabfall führen. Kritisiert wird auch die geringe Zufuhr von Flüssigkeit während der Trockentage. Auch der Deutsche Wellnessverband lehnt die klassische Schrothkur ab. Die modifizierten Schrothkuren entsprechen hingegen eher der modernen Ernährungswissenschaft.
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