Unterschiedliche Anwendungsgebiete und Durchführung der Schrothkur

Als Schrothkur bezeichnet man ein klassisches Naturheilverfahren zur Entgiftung des Körpers und zur Anregung der Selbstheilungskräfte. Dieses besteht aus einer speziellen Diät aus fettloser, eiweißarmer und salzloser Kost und Anwendungen mit feuchten Tüchern.

Die Schrothkur zur Entgiftung des Körpers

Ziel und Zweck

Ziel und Zweck der Schrothkur ist die Entgiftung des Körpers und die Förderung seiner Selbstheilungskräfte. Dieses klassische Naturheilverfahren zählt zur traditionellen europäischen Medizin (TEM) und kommt in zahlreichen europäischen Kurkliniken zur Anwendung.

Neben der Entgiftung des Körpers und der Aktivierung der Selbstheilungskräfte kommt es durch die Anwendung der Schroth-Kur auch zu einer deutlichen Gewichtsabnahme. Allerdings gilt die Kur nicht als herkömmliche Diät und stößt bei vielen Ärzten und Ernährungswissenschaftlern auf Ablehnung.

Entwicklung

Entwickelt wurde die Schrothkur etwa um das Jahr 1820 von dem Fuhrmann Johann Schroth (1798-1856), der in einem Selbstversuch sein steifes, verletztes Knie mit kalten Umschlägen behandelte. Zudem machte er die Beobachtung, dass krankes Vieh nichts fraß und nur wenig trank.

Schroth entwickelte daraufhin die Theorie, dass eine Fastenkur die Selbstheilungskräfte anregte und übertrug dieses Prinzip auf den Menschen. So entwickelte er eine spezielle Diät mit so genannten Trocken- und Trinktagen.

Die Anwendungen mit kalten Umschlägen baute er in seine Schrothkur ein. Da sich die Methode als erfolgreich erwies, wurde Johann Schroth sogar als Wunderdoktor gepriesen. Im Laufe der Zeit entstanden mehrere modifizierte Varianten der Kur.

Anwendungsgebiete

Zu den Anwendungsgebieten der Schrothkur gehören unter anderem:

Wann die Schrothkur nicht zur Anwendung kommen darf

Nicht zur Anwendung kommen darf die Schrothkur dagegen bei:

Durchführung der Schrothkur

Wichtigster Bestandteil der Schrothkur ist die spezielle Diät. Diese besteht aus

Erlaubte Lebensmittel sind:

Letztere ersetzt man heutzutage oftmals durch so genanntes Kurgebäck.

Darüber hinaus werden einzelne Trink- und Trockentage eingelegt, an denen man weniger als einen halben Liter Flüssigkeit zu sich nimmt. Dabei wechseln sich drei Trockentage mit zwei kleinen und großen Trinktagen ab.

Dieser Rhythmus wird über den gesamten Zeitraum der Kur, die ca. zwei bis drei Wochen dauert, beibehalten.

Ein weiterer Punkt der Schrothkur sind die Schrothschen Packungen, die auch als Dunstwickel bezeichnet werden. Dabei wird der Patient nachts in feuchtkalte Tücher gehüllt, die von Wärmflaschen umgeben werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Wirksamkeit der klassischen Schrothkur ist heftig umstritten. So lehnen sie zahlreiche Ärzte und Ernährungswissenschaftler kategorisch ab und bezeichnen sie sogar als gesundheitsschädlich. Die Schrothkur kann zu Problemen und Nebenwirkungen führen, beispielsweise zu:

Durch einen Mangel an Nährstoffen kann es zu zahlreichen unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Als Beispiel wären zu nennen:

Wer sich dennoch einer Schrothkur unterziehen möchte, sollte dies nur in einer spezialisierten Kurklinik tun.

Auch der Deutsche Wellnessverband lehnt die klassische Schrothkur ab. Die modifizierten Schrothkuren entsprechen hingegen eher der modernen Ernährungswissenschaft.

Quellen:

  • Vera Brosig: Die Originale Schrothkur, Schlütersche Verlag, 2001, ISBN 3877066186

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