6. Juni 2008
Von K. Schumann
Die Schroth-Kur ist nicht wie fälschlicherweise oft behauptet wird eine Diät, sondern eine Ernährungsform zur Behandlung von diversen Krankheiten. Sie gehört nicht in Laienhände und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
Der Bauer und Fuhrmann Johann Schroth (1798-1856) entwickelte vor fast 200 Jahren nach einer Knieverletzung die nach ihm benannte Schroth-Kur. Diese Kur setzt sich aus so genannten Trocken- und Trinktagen zusammen, die sich über 21 Tage abwechseln. Für die gesamte Kur gilt kalorienarme, basische Ernährung ohne Fett, Salz und tierisches Eiweiß. Ursprünglich wurden nur Semmeln verzehrt. Die Trinkmenge variiert je nach Tag. An den Trockentagen darf nur einer halber Liter getrunken werden, an den Trinktagen bis zu 1,5 Liter. Traditionell stellte dabei der Wein den größten Teil der Trinkmenge dar.
Zusätzlich bekommt der Patient täglich einen Dunstwickel. Dafür wird der Körper in ein feuchtkaltes Tuch gewickelt und mit warmen Decken zugedeckt. Für eine schnelle Erwärmung werden bis zu drei Wärmeflaschen in die Packung gegeben. Die Folgen der Stauungswärme sind ein Anstieg der Körpertemperatur und eine Anregung des Immunsystems. Zudem soll der Dunstwickel den Körper des Patienten bei der Ausleitung von Schlackenstoffen unterstützen.
Die Schroth-Kur stand aufgrund der geringen Trinkmenge an den Trockentagen, dem hohen Alkoholkonsum und der Einheitskost lange in der Kritik. Mittlerweile wurde die Schroth-Kur modifiziert und den modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. So werden heute statt trockenen Semmeln gekochtes Obst und Gemüse, Reis, Graupen, Gries, Trockenfrüchte und Kurgebäck angeboten, um den Nährstoffbedarf des Körpers zu decken. Die Trinkmenge wird je nach Patient von einem Kurarzt festgelegt. Erlaubt sind Wasser, Tee und Saft. Wein wird nur noch in moderaten Mengen getrunken und kann so seine positive Wirkung durch die enthaltenen Antioxidantien entfalten.
Zudem findet in den meisten Kurkliniken parallel zur Schroth-Kur eine Ernährungsberatung statt, in denen der Patient Hilfe für eine Ernährungsumstellung bekommt.
Eine weitere wichtige Säule ist der Wechsel zwischen Ruhe und Bewegung. Während an den Trockentagen Ruhe gehalten werden sollte, unterstützen leichte körperliche Aktivitäten an den Trinktagen den Stoffwechsel. So kann ein Ausgleich zwischen Entgiftung und Entspannung stattfinden.
Die Schroth-Kur wird angewandt bei Stoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Gicht, Diabetes mellitus, Rheuma, Arteriosklerose, Magen-Darm-Störungen, Allergien oder Burn-Out-Syndrom.
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