9. Oktober 2009
Als Craniosacraltherapie bezeichnet man eine alternativmedizinische Behandlungsmethode. Dabei werden bestimmte Handgriffe im Schädel- und Kreuzbeinbereich ausgeführt.
Ziel und Zweck der Craniosacraltherapie, die zu den manuellen Therapien gehört, ist die Behandlung von verschiedenen Beschwerden durch die Ausübung von speziellen Handgriffen. Diese Handgriffe werden am Schädel (Cranium) und am Kreuzbein (Sacrum) vorgenommen, um Blockaden zu lösen. Der Begriff Craniosacraltherapie stammt aus dem Englischen (Cranio-sacral-therapy) und bedeutet Schädel-Kreuzbein-Therapie.
Grundlage der Craniosacraltherapie ist die Strömung des Hirnwassers, das auch als Liquor bezeichnet wird. Bei der Craniosacraltherapie wird davon ausgegangen, dass das Wohlbefinden des Menschen vom Hirnwasserstrom beeinflusst wird. Wenn dieser Hirnwasserstrom nun verändert oder gestört wird, kann es zu bestimmten Beschwerden und Krankheiten kommen. Mit Hilfe der Craniosacraltherapie soll dann der Fluss des Hirnwassers wieder normalisiert werden. Dabei spürt der behandelnde Therapeut zunächst die Störungen des Hirnwassers auf und versucht diese dann durch die Anwendung von speziellen Drucktechniken zu beseitigen. Auf diese Weise sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und die Heilung der Beschwerden ermöglicht werden.
Entwickelt wurde die Craniosacraltherapie von dem amerikanischen Mediziner und Osteopathen William Garner Sutherland (1873-1954) in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Sutherland war ein Schüler von Andrew Taylor Still (1828-1917), der die Osteopathie entwickelte. Nach Ansicht von Sutherland ist der rhythmische Fluss des Hirnwassers von größter Bedeutung für die Gesundheit des Menschen. Jede Störung des Rhythmus führt zu einem schlechteren Wohlbefinden oder sogar zu Krankheiten. In den 70er Jahren wurde die Craniosacraltherapie von dem US-Mediziner John E. Upledger weiterentwickelt. Danach fand die Behandlungsmethode große Verbreitung unter Heilpraktikern und Masseuren. Durch spezielles Training der Wahrnehmungsfähigkeit sind die Therapeuten in der Lage selbst kleinste Veränderungen des Hirnwasserstroms mit den Händen ertasten zu können. Mit Hilfe von leichten Berührungen sollen Blockaden gelöst und der Hirnwasserstrom dadurch wieder normalisiert werden.
Zur Anwendung kommt eine Craniosacraltherapie vor allem bei Beschwerden wie spastischer Bronchitis, Schlafstörungen, Haltungsschäden, nervösen Tics und Hyperaktivität. Auch nach Unfällen, bei denen Wirbelsäule oder Kopf in Mitleidenschaft gezogen wurden, kann die Therapie angewandt werden. Weitere Anwendungsgebiete sind Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Gelenkschmerzen, Krampfleiden und Allergien.
Die Craniosacraltherapie eignet sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Ob die Behandlungsmethode wirksam ist oder nicht, konnte bislang nicht wissenschaftlich erwiesen werden. Daher wird die Craniosacraltherapie nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
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