Unterschiedliche Anwendungsgebiete und Durchführung der Craniosacraltherapie

Als Craniosacraltherapie bezeichnet man eine alternativmedizinische Behandlungsmethode. Dabei werden bestimmte Handgriffe im Schädel- und Kreuzbeinbereich ausgeführt um den Hirnwasserstrom wieder zu normalisieren.

Die Craniosacraltherapie zur Behandlung von verschiedenen Beschwerden

Ziel und Zweck der Craniosacraltherapie, die zu den manuellen Therapien gehört, ist die Behandlung von verschiedenen Beschwerden durch die Ausübung von speziellen Handgriffen.

Diese Handgriffe werden am Schädel (Cranium) und am Kreuzbein (Sacrum) vorgenommen, um Blockaden zu lösen. Der Begriff Craniosacraltherapie stammt aus dem Englischen (Cranio-sacral-therapy) und bedeutet Schädel-Kreuzbein-Therapie.

Grundannahmen

Grundlage der Craniosacraltherapie ist die Strömung des Hirnwassers, das auch als Liquor bezeichnet wird. Bei der Craniosacraltherapie wird davon ausgegangen, dass das Wohlbefinden des Menschen vom Hirnwasserstrom beeinflusst wird.

Die normale Frequenz des Craniosacralrhythmus beträgt 6-12 Zyklen pro Minute. Dieser Rhythmus kann beispielsweise durch

  • Traumata,
  • Entzündungen,
  • emotionale oder psychische Faktoren

gestört werden. Wenn dieser Hirnwasserstrom nun verändert oder gestört wird, kann es zu bestimmten Beschwerden und Krankheiten kommen. Mit Hilfe der Craniosacraltherapie soll dann der Fluss des Hirnwassers wieder normalisiert werden.

  1. Dabei spürt der behandelnde Therapeut zunächst die Störungen des Hirnwassers auf
  2. und versucht diese dann durch die Anwendung von speziellen Drucktechniken zu beseitigen. Auf diese Weise sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und die Heilung der Beschwerden ermöglicht werden.

Ursprünge und Entwicklung der Therapie

Entwickelt wurde die Craniosacraltherapie von dem amerikanischen Mediziner und Osteopathen William Garner Sutherland (1873-1954) in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Sutherland war ein Schüler von Andrew Taylor Still (1828-1917), der die Osteopathie entwickelte.

Nach Ansicht von Sutherland ist der rhythmische Fluss des Hirnwassers von größter Bedeutung für die Gesundheit des Menschen. Jede Störung des Rhythmus führt zu einem schlechteren Wohlbefinden oder sogar zu Krankheiten.

In den 70er Jahren wurde die Craniosacraltherapie von dem US-Mediziner John E. Upledger weiterentwickelt. Danach fand die Behandlungsmethode große Verbreitung unter Heilpraktikern und Masseuren.

Durch spezielles Training der Wahrnehmungsfähigkeit sind die Therapeuten in der Lage selbst kleinste Veränderungen des Hirnwasserstroms mit den Händen ertasten zu können. Mit Hilfe von leichten Berührungen sollen Blockaden gelöst und der Hirnwasserstrom dadurch wieder normalisiert werden.

Anwendungsgebiete

Zur Anwendung kommt eine Craniosacraltherapie vor allem bei Beschwerden wie:

Medizinische Wirksamkeit

Die Craniosacraltherapie eignet sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Ob die Behandlungsmethode wirksam ist oder nicht, konnte bislang nicht wissenschaftlich erwiesen werden. Daher wird die Craniosacraltherapie nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Durchführung der Craniosacraltherapie

Durchgeführt wird die Craniosacraltherapie zumeist von Heilpraktikern oder Physiotherapeuten.

  1. Bei der Anwendung der Craniosacraltherapie legt sich der Patient auf den Rücken oder auf die Vorderseite. Dabei sollte er sich möglichst entspannen.

  2. Der Therapeut legt dann seine Hände auf den Kopf der zu behandelnden Person, um sich auf den Rhythmus der Hirnwasserströmung einzustimmen.

  3. Am Kreuzbein und an der Wirbelsäule versucht der Therapeut dann die Position der Rhythmusstörungen zu bestimmen. Findet der behandelnde Therapeut eine Unregelmäßigkeit oder eine Blockade, legt er seine Hände auf die entsprechende Stelle.

  4. Mit Hilfe von speziellen Drucktechniken wird dann die Wiederherstellung des Hirnwasserrhythmus versucht. Die Handgriffe werden solange am Schädel und der Wirbelsäule vorgenommen, bis es zu einer Besserung kommt.

Mit speziellen Drucktechniken wird der Hirnwasserrhythmus  wieder hergestellt
Mit speziellen Drucktechniken wird der Hirnwasserrhythmus wieder hergestellt

In der Regel dauert eine Behandlung etwa 60 bis 90 Minuten. Da die Therapie sehr ruhig und konzentriert verläuft, ist es möglich, dass der Patient zwischendurch einschläft.

Dauer und mögliche Risiken

Die Dauer der Craniosacraltherapie kann zwischen zwei und zwanzig Einzelstunden liegen, wobei zwischen den Behandlungen immer eine Woche Pause sein sollte. Bei Kindern werden im Normalfall weniger Behandlungsstunden durchgeführt.

Größere Nebenwirkungen der Craniosacraltherapie sind nicht bekannt.

Allerdings darf die Therapie nicht bei erhöhtem Hirndruck oder anderen Hirnschädigungen durchgeführt werden.

Quellen:

  • Daniel Agustoni: Craniosacral Rhythmus, Hugendubel, 2000, ISBN 3896312782
  • Daniel Agustoni: Craniosacral-Selbstbehandlung, Kösel Verlag, 2004, ISBN 3466344719

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