19. November 2008
Von K. Schumann
Die Craniosacraltherapie ist eine Therapie, die sich aus dem ganzheitlichen Ansatz der Osteopathie entwickelt hat. Der Schwerpunkt der Therapie liegt auf der Behandlung von Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein.
Der Grundgedanke der Craniosacraltherapie wurde von William Garner Sutherland in den dreißiger Jahren geprägt. Er ging davon aus, dass die Schädelknochen nicht miteinander verwachsen, sondern minimal gegeneinander verschieblich sind. So können sie rhythmische Bewegungen ausführen die sich vom Schädel (Cranium) bis zum Kreuzbein (Sacrum) fortsetzen. Diese Bewegungen entstehen durch die Bildung und den Abfluss des Gehirnwassers (Liquor). Der Liquor ist eine klare Flüssigkeit die im zentralen Nervensystem vorkommt. Er dient dem Schutz und der Ernährung von Gehirn und Rückenmark. Die entstandenen Bewegungen sind an einer kleinen Erweiterung und darauf folgenden Verkleinerung der Schädelkalotte spürbar. Sie beeinflussen den gesamten Körper mit all seinen Organen.
Die normale Frequenz des Craniosacralrhythmus beträgt 6-12 Zyklen pro Minute. Dieser Rhythmus kann beispielsweise durch Traumata, Entzündungen, emotionale oder psychische Faktoren gestört werden.
Während einer Behandlung versucht der Therapeut nun den physiologischen Rhythmus wiederherzustellen. Vor allem an Kopf und Kreuzbein kann der kraniosakrale Rhythmus wahrgenommen werden. Der Therapeut versucht sich in das patienteneigene Bewegungsmuster einzufühlen und unterstützt den individuellen Rhythmus des Patienten mit speziellen, sanften Drucktechniken. Es wird auf keinen Fall gegen den Rhythmus des Patienten gearbeitet. Die Drucktechniken werden solange an Kopf und Wirbelsäule ausgeführt, bis ein harmonischer Fluss eintritt. Auf diese Art werden Blockierungen und Disharmonien gelöst und der Körper wird zur Selbstheilung angeregt. Eine Craniosacralbehandlung dauert durchschnittlich eine Stunde.
Die Therapie kann bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen durchgeführt werden. Sie wird angewendet bei Hyperaktivität, Traumata (z.B. Schädel-Hirn-Trauma), Beschwerden im Bereich von Schädel und Wirbelsäule, Migräne, Schwindel, Tinnitus, HNO- Erkrankungen oder psychischen Störungen.
Bei Menschen mit Hirnschädigungen darf die Craniosacraltherapie nicht angewendet werden.
Da eine Wirkung dieser Therapie nicht wissenschaftlich bewiesen ist, wird sie in der Regel auch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
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