Die Progressive Muskelentspannung erfolgt nach dem Prinzip Anspannen, Muskelspannung kurz halten, Entspannen. Dabei nimmt man sich die einzelnen Muskelgruppen nacheinander vor. Wichtig dabei ist eine bestimmte Reihenfolge. Dieses Verfahren der Tiefenmuskelentspannung, welches sich auf die Entspannung des gesamten Körpers auswirkt, hat der Arzt und Physiologe Edmund Jacobson entwickelt.
Als Progressive Muskelentspannung (PME) bezeichnet man ein spezielles Entspannungsverfahren. Es wird auch Tiefenmuskelentspannung, Progressive Relaxation (PR) oder Progressive Muskelrelaxation (PMR) genannt.
Ziel und Zweck der progressiven Muskelentspannung ist es, durch das bewusste Anspannen von bestimmten Muskelgruppen tiefe Entspannung für den ganzen Körper zu erreichen.
Entwickelt wurde das Verfahren von dem US-amerikanischen Physiologen und Mediziner Edmund Jacobson (1885–1976). Im Jahre 1908 begann Jacobson Studien zur progressiven Muskelentspannung aufzunehmen. Es dauerte jedoch 20 Jahre an Forschungsarbeit, bis er sein erstes Buch zu diesem Thema veröffentlichen konnte.
Da dieses Buch sich jedoch nur an Ärzte richtete, wurde Jacobson geraten, sein Werk auch Laien zugänglich zu machen. Diesen Vorschlag setzte der Mediziner in die Tat um und brachte 1934 mit "You Must Relax" ein weiteres Buch zur progressiven Muskelentspannung heraus. In Deutschland dauerte es jedoch bis 1990, bis das Werk erschien.
Da Jacobsons ursprüngliche Methode jedoch sehr zeitaufwendig und unübersichtlich war, entwickelte man die progressive Muskelentspannung im Laufe der Zeit methodisch weiter und vereinfachte sie gleichzeitig. Auch in Deutschland gelang es der progessiven Muskelentspannung sich durchzusetzen. So erhielt sie 1987 die Kassenzulassung und zählt seither zur Grundversorgung sämtlicher Krankenkassen.
Durch das systematische entspannende Training der Muskeln beim Ausüben der progressiven Muskelentspannung wird das Körperbewusstsein der ausführenden Person gefördert. Dabei kommt es zu einem Wechsel zwischen An- und Entspannung, wodurch eine bewusste Wahrnehmung der unterschiedlichen Körperzustände ermöglicht wird.
Auf diese Weise lassen sich rechtzeitig beginnende Verspannungen des Körpers erkennen und durch aktive Entspannung lösen. Auch Erregung oder körperliche Unruhe wie beispielsweise Zittern, Herzrasen oder Schweißausbrüche, können mithilfe der progressiven Muskelentspannung abgebaut werden.
Zur Anwendung kommt die progressive Muskelentspannung oftmals bei Verhaltenstherapien, um zum Beispiel Angststörungen zu behandeln. Weitere Anwendungsgebiete sind Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Stresszustände und arterielle Hypertonie.
Da das Verfahren der progressiven Muskelentspannung im Rahmen von Kursen von gesetzlichen Krankenkassen und Volkshochschulen angeboten wird, lässt sich die Entspannungsmethode auch selbst erlernen.
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