21. Dezember 2009
Als Thermalquellen bezeichnet man heiße Quellen, die reich an gelösten Mineralien sind. Das Wasser dieser Quellen wird häufig für therapeutische Zwecke genutzt.
Thermalquellen, die man auch als Heilquellen bezeichnet, werden oftmals für medizinische Zwecke genutzt. Das warme Wasser der Thermalquellen enthält wesentlich mehr gelöste Mineralien als das Wasser von kalten Quellen. So verwendet man das Thermal- oder Heilwasser für die Behandlung und Linderung von zahlreichen Krankheiten und Beschwerden.
Thermalquellen sind hydrothermale Quellen. Das Wasser, das aus diesen Quellen austritt, ist wärmer als das Grundwasser, welches die Quellen umgibt. Erhitzt wird das Wasser entweder unterirdisch durch Zirkulation in heißen Gesteinen oder durch Aktivitäten von Vulkanen. Die heißeste Thermalquelle in Mitteleuropa befindet sich in Bad Blumau mit einer Temperatur von 107 Grad Celsius. Wenn das Wasser nach seinem Austritt an die Oberfläche noch eine Temperatur von mindestens 20 Grad Celsius erreicht, wird es als Thermalwasser verwendet. Das Wasser der Thermalquellen ist reich an wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen. Dazu gehören unter anderem Calcium, Fluor, Natrium, Schwefel und Sulfat. Weiterhin sind Kohlensäure, Salze und geringfügige radioaktive Elemente wie zum Beispiel Radon im Wasser der Thermalquellen enthalten.
Die heilende Kraft der Thermalquellen wurde bereits vor 10.000 Jahren von den indianischen Ureinwohnern Nordamerikas genutzt, die dort ihre Heilstätten errichteten. In der Antike erbauten Griechen und Römer ihre Thermen an den warmen Quellen. Im Laufe der Zeit entwickelten die alten Römer einen regelrechten Gesundheitskult rund um die Thermalquellen. Im Mittelalter erfreuten sich die heißen Quellen von Karlsbad und Gastein großer Beliebtheit. Im 19. Jahrhundert begann schließlich auch der touristische Aufschwung der Thermalbäder. Vor allem das österreichische Bad Ischl mit seinen Sole-Schwefel-Bädern gehörte zu den populärsten Anlaufstellen. Schließlich entstanden immer mehr Thermalbäder in Europa. In Deutschland sind die Aachener Thermalquellen die größten und bekanntesten Heilquellen. Insgesamt findet man 70 Kurorte mit natürlichen Heilquellen in der Bundesrepublik.
Mit Hilfe von Thermalwasser aus Thermalquellen lassen sich zahlreiche Krankheiten und Beschwerden behandeln. So kommt das Wasser von heißen Sulfatquellen bei Arthritis oder Rheuma zur Anwendung sowie bei psychosomatischen Krankheiten oder bei Verspannungen der Rückenmuskulatur. Kohlensäurehaltiges Quellwasser wird zur Behandlung von zu hohem Blutdruck, Herz-Kreislaufbeschwerden und Durchblutungsstörungen verwendet. Des Weiteren hat sich Thermalwasser bei der Behandlung von Osteoporose (Knochenschwund), Wirbelsäulenbeschwerden, Atemwegserkrankungen, Lähmungen und Menstruationsbeschwerden bewährt.
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