Aufgrund des hohen Anteils an gelösten Mineralien werden heiße und warme Quellen für viele Therapien genutzt. Dort, wo sich solche Quellen befinden, wurden in vielen Städten Thermalbäder erbaut, um die Thermalquellen auch im Wellnessbereich anzubieten. Ein Bad im warmen Wasser dient vor allem der Entspannung und Lockerung der Muskeln.
Als Thermalquellen oder Thermen werden Grundwasserquellen bezeichnet, deren Wasser unterirdisch durch Vulkanaktivitäten oder Zirkulation in heißem Gestein erhitzt wird und nach dem Austritt an die Erdoberfläche noch mindestens 20°C warm ist.
Aufgrund seiner Herkunft aus tieferen Erd- und Gesteinsschichten ist Thermalwasser zudem reich an Mineralstoffen. Enthalten sein können zum Beispiel Schwefel, Calcium, Natrium, Fluor, Sulfate und andere Salze, Kohlensäure und in geringen Dosen auch radioaktive Elemente wie Radon.
Das warme Wasser, die aufsteigenden Wasserdämpfe und die darin gelösten und ungelösten Mineralien können in Form von Bade-, Inhalations- oder Trinkwasserkuren zur Behandlung verschiedenster Arten von Erkrankungen eingesetzt werden.
Die meisten Thermalquellen weltweit sind deshalb heute in Kureinrichtungen integriert; allein in Deutschland existieren 70 Kurorte mit natürlichen "Heilquellen".
Um die Heilkräfte des Thermalwassers wussten allerdings schon nordamerikanische Indianerstämme vor über 10.000 Jahren. Die ersten Bade- und Kurthermen wurden in der Antike von den Römern und Griechen erbaut, die rund um die warmen Quellen einen wahren Gesundheitskult betrieben.
Mittlerweile ist die therapeutische Wirkung auch wissenschaftlich gut bestätigt: Schwefelhaltiges Quellwasser ist besonders bei Hautkrankheiten und Gelenkschmerzen geeignet.
Heiße Sulfatquellen helfen gegen rheumatische Erkrankungen (wie bei Arthritis oder Fibromyalgie), Verspannung der Rückenmuskeln und psychosomatische Beschwerden (zum Beispiel Erschöpfungszustände und Depressionen). Und kohlensäurehaltiges Quellwasser trägt vor allem zur Linderung bei Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden bei.
Weitere erfolgreiche Anwendungsgebiete für Thermalwasserkuren sind Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane (wie Wirbelsäulenprobleme und Osteoporose), der Atemwege (zum Beispiel Asthma oder chronische Bronchitits) und des Nervensystems (wie bei Lähmungen oder Parkinson) sowie Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden.
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