Erholung für gestresste Füße - welcher Zusatz für welches Anliegen?

Frau macht Fußbad, im Vordergrund Badesalz

Kräuter, ätherische Öle oder Senf gegen müde Füße und Beine

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  • von Paradisi-Redaktion

Obwohl sie uns Tag für Tag tragen, wird die Pflege der Füße oft vernachlässigt. Hier bietet ein wohltuendes Fußbad die Möglichkeit sich bei unseren Füßen zu revanchieren. Doch ein Fußbad tut nicht nur unseren Füßen gut, sondern wirkt über die Fußreflexzonen auch auf den gesamten Körper.

Ein Fußbad beschränkt sich auf die Füße bis hin zu den Unterschenkeln. Man benötigt dafür kein teures Gerät; oft tut es auch eine große Schüssel oder eine Fußbadewanne. Dem Wasser können verschiedene Zusätze wie zum Beispiel

hinzugefügt werden.

Allerdings müssen ätherische Öle zunächst mit einem Emulgator (z.B. etwas Sahne, Vollmilch, Honig oder Meersalz) wasserlöslich gemacht werden, denn anderenfalls würden sich Wasser und Öl nicht vermischen. Für einen Esslöffel des Badezusatzes wählt man in der Regel zwei Löffel des Emulgators.

Generell gilt es, eine Wassertemperatur zu wählen, die man als angenehm empfindet - man sollte nicht frieren. Zudem ist es ratsam, ein Handtuch über die Beine zu legen, welches diese vollständig umhüllt, sodass die Wärme des Wassers nicht (so schnell) weichen kann.

Bei kalten Füßen

Für kalte Füße oder nach langen Fußmärschen eignet sich besonders

  • ein warmes Rosmarinfußbad (ca. 36°C–40°C),

mit ein paar Zweigen Rosmarin oder einigen Tropfen des entsprechenden Öls. Die Wirkung des warmen Wassers wird hier durch die durchblutungsfördernden Inhaltsstoffe des Rosmarins ergänzt.

Bei einer Erkältung

Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung hat sich das ansteigende Fußbad bewährt. Dafür stellen Sie Ihre Füße in die Badewanne oder einen großen Eimer mit 33°C heißem, knöcheltiefem Wasser. Nun wird langsam heißes Wasser hinzu gelassen, bis nach einer halben Stunde eine Temperatur von 43°C erreicht ist. Ergänzen können Sie dieses Bad mit antiseptisch und antibakteriell wirkenden Ölen wie zum Beispiel

Ein ansteigendes Fußbad hilft bei Erkältung

Wie Fußbäder für Kinder vorbereitet werden

Fußbad in brauner Schüssel auf weißem Handtuch
aromatherapy footsoak © Leah-Anne Thompson - www.fotolia.de

Kinder toben auch bei arktischen Temperaturen, ohne zu merken, wie Ihnen die Kälte bis auf die Knochen dringt. Ein ansteigendes Fußbad kann dann den Frost aus dem Körper vertreiben und nachhaltige Folgen, etwa eine Erkältung, verhindern.

Ansteigende Fußbäder und Wechselfußbäder

Die Apothekenzeitschrift "Baby und die ersten Lebensjahre" beschrieb nun, wie ein ansteigendes Fußbad richtig angewendet wird. Das Kind stellt die Füße in eine Wanne mit körperwarmem Wasser von 35 bis 36 °C. Dann wird warmes Wasser nachgegossen, bis etwa 40 °C erreicht sind. Insgesamt sollte das Fußbad 10 bis 15 Minuten dauern.

Ein Badezusatz, etwa mit Rosmarin-, Kiefern-, Fichtennadel- oder Latschenkiefernöl, fördert die Durchblutung. Noch stärker wirkt ein Wechselfußbad. Dazu braucht man zwei Wannen, eine mit etwa 38 °C warmem und eine mit 18 °C kühlem Wasser. Nach der fünfminütigen Warmphase die Füße kurz, ca. 10 Sekunden, ins kühle Wasser tauchen. Immer mit dem kühlen Bad enden und anschließend die Füße warm halten. Wechselfußbäder sind vor allem zur Vorbeugung geeignet.

Erkältungen vorbeugen - Fußbäder eignen sich auch gut für Kinder

Kleines Mädchen mit Erkältung putzt Nase mit Taschentuch, weißer Hintergrund
Little girl with a bad cold © Arpad Nagy-Bagoly - www.fotolia.de

Jetzt wo es draußen wieder kälter wird und die Grippeviren wieder umherwandern, sollte man etwas für seine Immunabwehr tun. Fußbäder sind an kalten Tagen besonders empfehlenswert, weil sie nicht nur guttun sondern auch den ganzen Körper in eine wohlige Wärme hüllen. Auch die Kinder lassen sich prima mit einem angenehm warmen Fußbad verwöhnen.

Man beginnt zunächst mit lauwarmem Wasser. Dabei sollte das Wasser im Eimer etwa bis zehn Zentimeter unter die Knie reichen. Anschließend wird mit heißem Wasser aufgefüllt bis die Temperatur bei Kindern 38 Grad, bei Erwachsenen höchstens 45 Grad erreicht hat. Die Temperatur wird dabei am besten mit einem Badethermometer überprüft. Nach zehn Minuten sollte das Fußbad beendet und die Waden abschließend mit kaltem Wasser übergossen werden. Wer mag, kann dem Wasser noch Badesalz oder Duftöle als Zusatz beigeben.

Bei Schweißfüßen

Bei Schweißfüßen können Bäder mit

in Ergänzung mit

die Beschwerden bessern. Hierzu werden 500g Eichenrinde in 4-5l Wasser 25 Minuten gekocht und dann abgeseiht.

Bei Fußpilz

Ein Fußbad mit einer Mischung aus

bietet Linderung bei Fußpilz. Nach dem Bad sollten die Füße sehr gut abgetrocknet werden, wenn nötig auch mit dem Föhn. Dies sollte bei Fußpilz zur Vorbeugung nach jedem Duschen und Baden geschehen. Machen Sie es Pfarrer Kneipp nach und nutzen die wohltuende Wirkung des Wassers in Kombination mit der Heilkraft der Pflanzen.

Bei Unruhe und Überreizung

Ein stressiger Alltag mit viel Arbeit führt nicht selten dazu, dass wir uns unruhig und überreizt fühlen. Gegen Unruhe hilft die Zitrone sehr gut; sie hilft dabei, überschüssige Hitze loszuwerden und somit die Wärmeregulierung zu unterstützen. Man nimmt

  • eine Bio-Zitrone oder
  • Zitronenöl

und wählt eine Wassertemperatur von 37°C. Ein Zitronenfußbad eignet sich auch sehr gut, um überdrehte Kinder wieder zu beruhigen.

Weitere hilfreiche Zusätze

Die Rose hilft bei psychischer Erschöpfung
Die Rose hilft bei psychischer Erschöpfung

Mit den erwähnten Zusätzen ist das Angebot für ein Fußbad noch längst nicht ausgeschöpft. Weitere mögliche Zutaten sind z.B.

  • die Rose bzw. Rosenöl bei psychischer Erschöpfung
  • die Schlehe bei körperlicher Entkräftigung (z.B. bei übermäßiger körperlicher Betätigung) sowie
  • Lavendel zur Beruhigung.

Letzterer eignet sich sehr gut für ein so genanntes aufsteigendes Fußbad: Hierbei wird regelmäßig, zum Beispiel alle zwei Minuten, heißes Wasser nachgegossen, um die Temperatur langsam zu steigern. Wichtig ist, das Wasser stets als angenehm zu empfinden. Durch diese Art des Fußbads trainiert man die Wärmeregulation des Körpers.

Ansteigendes Fußbad - So funktioniert's

Kneipp-Kur für zu Hause - So bereiten sie ein ansteigendes Fußbad vor

Frauenfüße im sprudelnden Fußbad
woman's footin home spa © Piter Pkruger - www.fotolia.de

Ein ansteigendes Fußbad wirkt sehr rasch und wohltuend, wobei etliche Krankheiten gelindert werden. Erfunden hat die Methode der Heilmediziner Sebastian Kneipp, wobei die Übersetzung "Fiass-Bad" aus dem Bayerischen (wo Kneipp herstammt) die Beine meint, also mindestens Füße und Waden. Die Füße allein genügen nicht. Daher benötigen Sie für ein ansteigendes Fußbad ein Gefäß von mindestens 40 Zentimetern Höhe, am besten eine Fußbadewanne. Das Bad wird im Sitzen durchgeführt.

Zubehör und Durchführung

Neben dem Gefäß benötigen Sie ein Bade-Thermometer und eine Thermoskanne mit heißem Wasser, etwa 1,5 Liter. Damit wird die Temperatur erhöht. Ein Badezusatz wie Kamillen-Extrakt oder Fichtennadeln wirkt zusätzlich, nach dem Bad können die Beine und Füße mit Calendula- oder Arnika-Öl einmassiert werden. Die Badezeit beträgt maximal 10 Minuten, die Anfangstemperatur 33° Celsius. Das warme Wasser erweitert die Blutgefäße, wodurch die durchblutete Haut den Kreislauf anregt. Besonders in der kalten Jahreszeit wirkt das unglaublich wohltuend. Die Körpertemperatur steigt gelegentlich bis zum Schweißausbruch an.

Nachdem die Wanne 3/4 gefüllt ist (33° C), werden die Beine hineingestellt und sehr vorsichtig heißes Wasser zugegossen, bis maximal 45° Celsius erreicht sind. Das muss langsam geschehen. Spätestens mit dem Schweißausbruch oder nach 10 Minuten ist das ansteigende Fußbad beendet. Danach kann kalt abgespült und mit Öl massiert werden.

Tipps für ein belebendes Senf-Fußbad

Senf belebt die Füße
Senf belebt die Füße

Wer tagsüber lange auf den Beinen ist, spürt am Abend oft seine Füße. Fußbäder mit Senf, traditionell als Erkältungsmittel verwendet, fördern bei müden Füßen und Beinen die Durchblutung und wirken erfrischend und belebend. Für eine intensivere Wirkung empfiehlt sich die Verwendung von Senfmehl aus der Apotheke.

Wer Senf bisher nur vom Abendbrottisch kannte, hat viel verpasst: seine ätherischen Öle wirken

  • anregend
  • krampflösend und
  • schmerzstillend

– perfekte Eigenschaften, um müde und strapazierte Füße wieder fit zu machen. Am einfachsten geht das mit einem Fußbad. Die Notfall-Variante mit Senf ist dabei besonders unkompliziert, wirksamer jedoch ist ein Fußbad mit Senfmehl aus der Apotheke.

Die Notfall-Variante aus dem Küchenschrank

Für ein Senf-Fußbad kann durchaus ganz gewöhnlicher Senf verwendet werden, wie er sonst zu Wurst und Fleisch verzehrt wird und deshalb in fast jedem Haushalt ohnehin vorrätig ist.

Für ein Fußbad werden zunächst vier Esslöffel Senf mit etwas warmem Wasser angerührt, bevor der Senf ins Fußbad kommt – auf diese Weise löst er sich leichter auf. Die Füße sollten maximal 15 Minuten lang im Wasser bleiben. Diese Variante ist auch für Einsteiger gut geeignet, die das Senf-Fußbad zum ersten Mal ausprobieren, da die Konzentration an ätherischen Ölen hier noch vergleichsweise gering und das Fußbad entsprechend gut verträglich ist.

Ein Fußbad mit Senfmehl

Eine deutlich intensivere Variante eines Senf-Fußbades entsteht, wenn gemahlener schwarzer Senf aus der Apotheke verwendet wird.

  • Für ein Fußbad bis zum Knöchel werden zwei Esslöffel dieses Senfmehls im Wasser gelöst; für ein Fußbad bis zum Knie dürfen es bis zu vier Esslöffel sein.

Vorsichtig dosieren

Da das Senf-Fußbad recht intensiv wirkt, sollte im Zweifelsfall lieber etwas sparsamer dosiert werden, besonders dann, wenn man die eigene Reaktion auf das Fußbad noch nicht kennt. Eine weitere Möglichkeit, das Fußbad etwas schonender zu gestalten, ist die Verwendung eines Leinensäckchens, das mit Senfmehl gefüllt in das Badewasser gehängt wird.

Zehn Minuten bei 37 Grad Celsius

Die Wassertemperatur sollte etwa 37 Grad Celsius betragen und 40 Grad Celsius auf keinen Fall überschreiten. Ein Badethermometer ist also ein sehr nützliches Hilfsmittel für ein Senf-Fußbad. Die Badezeit beträgt maximal zehn Minuten, sollte aber sofort beendet werden, wenn die Füße zu kribbeln oder zu brennen beginnen.

Nachbehandlung

Nach dem Fußbad müssen die Füße gründlich mit klarem, kaltem Wasser abgespült werden. Wer möchte, kann nach dem Abtrocknen noch mit einer halben Zitrone über die Beine streichen - das erfrischt und belebt zusätzlich.

Gegenanzeigen

Das Fußbad sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, da es Wehen fördern kann. Auch Kinder unter sechs Jahren müssen auf das Senf-Fußbad verzichten. Bei

sowie bei

sollte von einem Senf-Fußbad ebenfalls abgesehen werden.

Grundinformationen zum Fußbad

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: relaxing bath © Monika Adamczyk - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: a bottle of yellow mustard © Feng Yu - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Wellness - Fussbad © Johanna Mühlbauer - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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