Das richtige Eiweiß, bitte: Studie sieht pflanzliche Proteine vor Tierischen

Je mehr Kalorien über tierische Eiweiße aufgenommen werden, desto höher wird das Sterberisiko

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  • von Paradisi-Redaktion
Verschiedene Bohnensorten in weißen Schalen

Wer sich bewusst ernährt, verzichtet auf viele Kohlenhydrate. "Low-Carb" nennt sich diese Form der Ernährung und wird von vielen Ärzten als gute Möglichkeit für ein gesundes Leben gesehen. Sobald man den Konsum von Kohlenhydraten runterschraubt, steigt meist der Verzehr von Proteinen.

Die Eiweiße nehmen den Platz auf dem Teller ein. Eiweiß ist dabei nicht gleich Eiweiß, wie eine aktuelle Studie einmal mehr betont. Die besten Proteine für den Menschen stammen nicht vom Tier, sondern kommen aus pflanzlichen Komponenten.

Tierischen Eiweiße und pflanzliche Proteine

Die Forscher untersuchten die Daten von rund 130.000 Männern und Frauen. Alle waren Teil älterer Studien gewesen und dabei bis zu 32 Jahren von Wissenschaftlern und Ärzten begleitet worden. Aller zwei Jahre gab es Fragebögen, in denen genau nach Lebensgewohnheiten und der täglichen Ernährung gefragt wurde. Über die Jahre starben 36.115 Probanden. Neben sehr unterschiedlichen Ursachen stachen aber

  1. Krebs (13.159 Todesfälle) und
  2. Herz-Kreislauf-Probleme (8.851 Todesfälle)

heraus. Die Forscher brachten dies nun mit der Ernährung in Zusammenhang. Beim Blick auf die Proteine fiel auf, dass die Mehrheit der Menschen sich eher von tierischen Eiweißen ernährt hatte. 14 Prozent des Tagesbedarfs wurden damit gedeckt. Nur vier Prozent entfielen auf die pflanzlichen Proteine.

Sterberisiko im Vergleich

Die Forscher bildeten Gruppen und stellen die Konsumenten mit hohem Tiereiweiß den wenigen mit hohem Pflanzeneiweiß gegenüber. Je mehr Kalorien die "Tier-Gruppe" über Eiweiße aufnahm, desto höher wurde das Sterberisiko. Wurde vom Gesamtkalorienbedarf zehn Prozent mit Tiereiweiß gedeckt, stieg das Risiko um zwei Prozent.

Besah man statt dem Sterberisiko die Gefahr auf Herz-Kreislauf-Leiden, waren es acht Prozent. In der "Pflanzen-Gruppe" stieg das Risiko beim Verzehr von pflanzlichem Eiweiß dagegen nicht. Es sank im Gegenteil sogar deutlich. Sobald beim Kalorienbedarf drei Prozent mehr durch pflanzliches Eiweiß gedeckt wird, fällt das Risiko um zehn Prozent. Betrachtet man nur Herz-Kreislauf-Leiden, sind es zwölf Prozent.

Interessant war, das die Auswirkung der Proteinwahl umso deutlichere Konsequenzen hatte, je ungesünder die Menschen abseits der Ernährung lebten. Trinker, Raucher und Unsportliche profitieren demnach am stärksten von pflanzlichem Eiweiß.

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Erstellt am 11.08.2016
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