Eisenmangel bei Frauen besonder häufig - Wie Sie einen Mangel erkennen und behandeln

Weltweit leiden etwa 1,5 Milliarden Menschen unter einem Eisendefizit. Vor allem Frauen sind betroffen. Sie fühlen sich müde, abgeschlagen und unkonzentriert, Haare und Nägel sind brüchig, die Haut ist durchscheinend blass. Warum ruft Eisenmangel solche Symptome hervor und was lässt sich dagegen tun?

Nahezu 50 Prozent der jüngeren Frauen haben nicht genug Eisen im Blut

Welche Ursachen führen zu einer Unterversorgung mit Eisen?

Im Durchschnitt verlieren Menschen über die Haut oder den Darm pro Tag etwa 1 mg Eisen. Doch bei menstruierenden und gebärfähigen Frauen ist der Eisenverlust mit etwa 15 mg täglich erheblich höher.

Besteht ein erhöhter Eisenbedarf, reicht die übliche Eisenzufuhr über die Nahrung nicht aus. Da Eisenverbindungen zudem schlecht vom Körper aufgenommen werden, ist eine ausreichende Versorgung mit dem wichtigen Spurenelement häufig nicht gewährleistet. Bei länger andauerndem Eisenmangel kann eine Eisenmangelanämie entstehen.

Zu den Risikogruppen gehören neben Frauen auch Kinder und Vegetarier. Aus Fleisch kann der Körper beispielsweise sehr viel mehr Eisen gewinnen als aus Gemüse.

Folgende Ursachen begünstigen Eisenmangel:

  • chronische Erkrankungen, Entzündungen, Durchfall
  • Nierenerkrankungen Krebserkrankungen
  • Eisenmangel durch falsche Ernährungsgewohnheiten
  • übermäßig starke Menstruationsblutungen
  • Geschwüre mit Blutungen im Magen oder Darm
  • Schwangerschaft, Stillzeit, Blutspenden, Operationen
  • Hämorrhoiden oder Dialyse-Therapien

Welche Symptomatik deutet auf Eisenmangel hin?

Chronische Blutarmut (Eisenmangelanämie) sollte nicht verharmlost werden. Eine dauerhafte Unterversorgung mit Eisen kann starke Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Eisen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und essentieller Baustein des Blutfarbstoffs Hämoglobin. Hämoglobin ist wiederum wichtig für den Sauerstofftransport im Blut und somit zur Versorgung von Organen und Gewebezellen. Eisen ist zudem an den Stoffwechselprozessen beteiligt, indem es über verschiedene Enzyme als Biokatalysator fungiert. Überschüssiges Eisen speichert der Körper in der Leber oder im Knochenmark.

Die Bedeutung von Eisen in Verbindung mit der Blutbildung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Bei einer unzureichenden Sauerstoffversorgung aufgrund von Eisenmangel können eine Reihe von Symptomen entstehen:

Zu Beginn spüren Betroffene oft nichts, da der Körper sich das Spurenelement zunächst aus den Speichern holt und sich an das Defizit gewöhnt. Sind die Eisenspeicher leer und die Eisenunterversorgung hält über einen längeren Zeitraum an, reagiert der Körper mit den aufgeführten Symptomen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Eisenmangel

Einen Eisenmangel kann der Arzt mit einem Bluttest nachweisen, indem er den Ferritinwert ermittelt. Bei ausgeprägtem Eisenmangel sinkt der Hämoglobinwert, was die Bildung roter Blutkörperchen behindert.

Eisen in der Nahrung

Besonders viel Eisen steckt in Hülsenfrüchten, Getreide und vor allem Fleisch, aus dem der Körper das Eisen besser aufnimmt als aus pflanzlichen Quellen. Die Aufnahme von Eisen lässt sich zudem durch Vitamin C-haltige Nahrungsmittel unterstützen.

Eisenpräparate

Mediziner verschreiben häufig II-wertige Eisenpräparate, da sie leichter absorbiert und verwertet werden können. Auf dem Arzneimittelmarkt existiert eine Vielzahl an Eisenmedikamenten in Form von Tabletten, Kapseln oder Säften, die eine Eisenunterversorgung ausgleichen.

Patienten reagieren ganz unterschiedlich auf Eisenpräparate, deshalb sollte jeder ausprobieren, welches Medikament besonders verträglich ist. Bewährt hat sich eine Dosierung von 100 mg pro Tag. Kommt es zu Nebenwirkungen wie Durchfall oder Magenbeschwerden, sollte die Dosis auf 50 mg reduziert werden.

Grundsätzlich ist nicht zu empfehlen, die Dosierung mit Eisenpräparaten eigenständig und ohne ärztlichen Rat vorzunehmen, da eine Überdosierung Nieren- und Leberschäden nach sich ziehen kann.

In einigen Fällen kommen auch Infusionen und Spritzen zum Einsatz, insbesondere, wenn der Eisenmangel sehr ausgeprägt ist. Bei Langzeitanwendungen können jedoch unangenehme Begleiterscheinungen auftreten.

Besteht der Verdacht auf Eisenmangel, sollte immer eine Abklärung durch einen Arzt erfolgen, Selbstbehandlungen sind nicht empfehlenswert. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Medikation.

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