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Süß und gefährlich - Frostschutzmittel bergen Vergiftungsrisiken
(dgk) Eine lange Wintersaison mit eisigen Temperaturen und matschig-nassen Straßen. Autofahrer sind in diesem Winter besonders gefordert, wenn es um die Winterfestigkeit ihres Fahrzeuges geht.
Schon zu Beginn des Winters haben viele durch die Montage von Winterreifen und das Befüllen des Kühlsystems mit Frostschutzmittel Vorsorge getroffen. Eine eher lästige und regelmäßige Aufgabe ist das Nachfüllen der Scheibenwaschanlage mit frostsicherer Flüssigkeit, um für möglichst gute Sichtverhältnisse während der Fahrt zu sorgen. Mehr oder weniger kleine Depots von Frostschutzmitteln, Türschlossenteisern und Scheibenreinigern sind in Garagen, Gartenschuppen und offenen Carports anzutreffen.
Kühlerfrostschutzmittel enthalten bis zu 100 Prozent Ethylenglykol, eine süßlich-scharf schmeckende Flüssigkeit, die sehr giftig ist. Schon ein Schluck kann zu Organschäden und lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Nach Einschätzung der Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg begünstigt der süßliche Geschmack die Aufnahme einer größeren Menge und verhindert, dass der Kühlerfrostschutz von Menschen und auch Tieren als gefährlich erkannt wird.
Scheibenfrostschutzmittel und Türschlossenteiser enthalten weniger Glykole als Kühlerfrostschutz, dafür aber hohe Konzentrationen an Ethanol. Daher kann auch die Aufnahme dieser Substanzen zu Vergiftungen führen.
Aufgrund dieser Risiken sollten alle Frostschutzmittel und Enteiser insbesondere für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden und auf keinen Fall in offenen Carports stehen. "Besondere Umsicht gilt auch für die Reste in den Kanistern und Flaschen. Ein Umfüllen dieser Substanzen in andere Behältnisse, zum Beispiel Limonaden- oder Wasserflaschen, ist fahrlässig, weil dadurch das Verwechslungs- und Vergiftungsrisiko für Kinder, aber auch Erwachsene extrem erhöht wird", warnt Klaus Afflerbach, Leiter des Forums Unfallprävention im Deutschen Grünen Kreuz (DGK).
Zur Vermeidung von Vergiftungsunfällen sollten Verbraucher schon beim Kauf der Frostschutzmittel auf kindersichere Verschlüsse und den Hinweis auf Bitterstoffe auf der Produktverpackung achten. Wenn Hersteller Frostschutzmittel mit Bitterstoffen (zum Beispiel Bitrex) versehen, ist aufgrund des extrem bitteren Geschmacks dafür gesorgt, dass Kinder die giftige Substanz schon bei der ersten Aufnahme in der Regel sofort wieder ausspucken. Damit kann das Vergiftungsrisiko auf ein Minimum reduziert werden.