Stürze - Ursachen, Folgen, Behandlung möglicher Verletzungen und Vorbeugung

Kind ist mit dem Fahrrad gestürzt und fasst sich ans Knie

Die Entstehung von Stürzen und wie man ihnen vorbeugen kann

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  • von Paradisi-Redaktion

Stürze passieren im Alltag sehr häufig. Besonders für ältere Menschen können solche Stürze fatale Folgen haben.

Folgen von Stürzen

Stürze führen unter anderem zu:

Stürze aus sehr großer Höhe, zum Beispiel von einem Hochhaus oder beim Fallschirmspringen, enden oftmals auch tödlich.

Stürze von Senioren

Ein besonderes Problem sind Stürze von alten Menschen. Damit beschäftigt sich auch die Geriatrie (Altersheilkunde bzw. Altenmedizin), da es bei einem Drittel aller Menschen, die älter als 65 Jahre sind, einmal im Jahr zu einem Sturz kommt.

Bei ca. 20 Prozent der Gestürzten ist anschließend eine medizinische Behandlung erforderlich. Bei knapp 10 Prozent kommt es auch zu Brüchen von Knochen.

Dabei sind oftmals gesundheitliche Probleme der Grund für einen Sturz, wie beispielsweise:

Ältere Menschen stürzen oft aufgrund einer Medikamenteneinnahme

Seniorin und ihre Tochter, zu Besuch im Altenheim, Altenpflege
Lachende Seniorin schaut ihre Tochter an © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Zahlreiche Senioren im Alter über sechzig Jahren nehmen Tag für Tag mehrere Medikamente ein. Je nach eingenommener Arznei oder Kombination aus vielen, kann sich das Sturzrisiko einschließlich schwerer Knochenbrüche deutlich erhöhen. Verantwortlich sind für die Stürze zumeist Sehstörungen, Blutdruckschwankungen, Schläfrigkeit oder auch eine Muskelermüdung.

Diese Störungen werden gleich von mehreren Medikamenten verursacht, so etwa von Herz-Kreislaufpräparaten, Medikamente gegen einen hohen Blutdruck, zur Stärkung des Herzens oder auch von Psychopharmaka. Damit die Sturzgefahr eingegrenzt werden kann, sollten die behandelnden Ärzte in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle bei ihren Patienten machen, deren Augenmerk auf der Dosierung, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und die Wirkung selbst liegen sollte.

Senioren, die sich plötzlich unsicher beim Gehen fühlen, sollten einen Arzt aufsuchen

Corinna Drebenstedt ist Funtionsoberärztin für Geriatrie am Klinikum Nürnberg. Sie empfiehlt Senioren, die sich plötzlich beim Gehen unsicher fühlen, sofort einen Arzt aufzusuchen. Knochenbrüche und Hüftfrakturen durch Stürze seien oft der Beginn der Pflegebedürftigkeit bei älteren Menschen.

Gangunsicherheit könne aber auch ein Hinweis auf Erkrankungen des Herzens oder der Lunge sein, oder den Beginn einer Parkinsonerkrankung anzeigen. Oft seien auch Nebenwirkungen bestimmter Medikamente für einen unsicheren Gang verantwortlich, etwa Blutdrucksenker oder Schlaftabletten.

Der Arzt könne die Ursache diagnostizieren und behandeln, sagte Drebenstedt.

Erhöhte Sturzgefahr im Alter: Klärung der Ursachen ist wichtig

Ärztin hört eine Seniorin am Hals mit einem Stethoskop ab
Doktor bei Atmung abhören von Seniorin in Arztpraxis © Kzenon - www.fotolia.de

Mit fortschreitendem Alter steigt die Gefahr von Stürzen im Alltag. Der Gleichgewichtssinn lässt nach, die Reaktionszeit verlangsamt sich und die Muskeln sind nicht mehr so stark wie einst.

Zwar lässt sich der natürliche Altersprozess nicht aufhalten, doch zumindest gibt es Möglichkeiten, ihn zu verlangsamen. Ist das Sturzrisiko noch nicht sehr ausgeprägt, bieten sich sanfte Sportarten wie das asiatische Tai-Chi an, um die Konzentration zu steigern und den Gleichgewichtssinn wieder zu trainieren. Bei hohem Sturzrisiko hilft dagegen eine spezielle Gymnastik, die für eine Stärkung der Muskular sorgt.

Wichtig ist jedoch, dass spätestens nach dem ersten Sturz die Ursache geklärt wird. Häufig liegen spezifische Gründe vor, die bislang nicht erkannt wurden, zum Beispiel eine Sehschwäche, die ältere Menschen Stufen oder Möglichkeiten zum Festhalten nicht mehr erkennen lässt. Hier verschafft eine Brille ein ganz neue Lebensqualität.

Bei Fußbeschwerden können Einlagen in den Schuhen helfen. Werden Herzrhythmusstörungen festgestellt, die unter anderem Schwindel auslösen können, empfehlen Ärzte häufig einen Herzschrittmacher, um das Herz wieder zu stabilisieren.

Vorsicht beim Brillenwechsel – Sturzrisiko bei Senioren

Augenarzt untersucht Auge eines älteren Mannes
Optician using and ophthalmoscope © Lisa F. Young - www.fotolia.de

Eine neue Brille soll die Sehstärke weiter verbessern und das Leben angenehmer machen. Doch wenn ältere Menschen die Brille wechseln, ist Vorsicht geboten. Bei Senioren kann eine neue Sehhilfe Gefahren bergen und das Sturzrisiko erhöhen.

Entfernungen lassen sich schwerer einschätzen

Jeder, der eine neue Brille bekommt, muss sich erst an die Umstellung gewöhnen. Doch für Senioren ist eine andere Sehhilfe oft ein Problem. Ein Vergleich verschiedener Studien belegt, dass sich Entfernungen schwerer einschätzen lassen und ältere Menschen häufiger stürzen. Obwohl Brillen, Kontaktlinsen oder Augenoperationen eigentlich das Sehen verbessern, steigt vor allem im ersten Jahr das Risiko eines Sturzes.

In einer australischen Studie wurden 300 Testpersonen über 70 Jahre untersucht. Eine Gruppe bekam eine neue Brille, die andere nutzte die alte Sehhilfe. Das Ergebnis: 65 Prozent der Gruppe mit einem Brillenwechsel stürzte, bei der zweiten Gruppe waren es lediglich 50 Prozent.

Gleitsichtgläser besonders gefährlich

Ältere Menschen über 70 Jahre, die eine neue Gleitsichtbrille tragen, haben ein besonders hohes Risiko für Stürze. Gleitsichtgläser führen zu einer starken Veränderung der Sehgewohnheiten und erhöhen die Sturzgefahr um das Doppelte. Durch gleichzeitiges Kurz- und Weitsehen kommt es bei vielen Senioren zu Gleichgewichtsstörungen. Vor allem draußen und beim Treppensteigen besteht ein erhöhtes Risiko. Bei Einzelbrillen für nahes und fernes Sehen ist die Sturzgefahr um bis zu 40 Prozent niedriger.

Es kann sinnvoll sein, bei Senioren keine Gleitsichtbrille zu verschreiben und es bei der alten Brillenlösung zu belassen. Augenärzte sollten das Risiko für ihre Patienten abwägen und sie zu der Häufigkeit von Stürzen befragen.

Mit Demenz im Pflegeheim: häufiger Knochenbrüche als Zuhause

Studie macht deutlich, dass Frakturen häufiger bei Senioren im Pflegeheim vorkommen, als im häuslichen Umfeld

Junge Krankenschwester und alte Frau mit einem Hörgerät im Ohr
Senior woman with a hearing aid © Alexander Raths - www.fotolia.de

Mit steigendem Alter nimmt der Bedarf an Pflege im Alltag zu. Kommen zu körperlichen Gebrechen auch langsam voranschreitende Defizite im Geist, müssen viele Senioren in ein Pflegeheim. Besonders Demenz-Patienten gelten je nach Schweregrad der Degeneration als sehr pflegebedürftig und werden zu ihrem eigenen Wohl in ein Altenheim gebracht. Doch ist das gesundheitliche Wohl dort wirklich besser zu gewährleisten?

Die Gefahr durch Knochenbrüche im Alter

Allein in Deutschland gibt es rund 1,2 Millionen Demenz-Patienten. Jedes Jahr kommen circa 200.000 Erstdiagnosen hinzu. Da bei Demenz immer wieder Zustände geistiger Verwirrtheit auftreten, stürzen die Betroffenen auch schneller und im Alter haben Frakturen oft schwerere Konsequenzen. Die Knochenbrüche heilen deutlich langsamer und nicht selten kommt es zu Komplikationen.

Die Studie suchte nun nach Senioren, bei denen die Diagnose Demenz vom Hausarzt ausgesprochen wurde. Insgesamt nahmen 1.072 Praxen teil und man konnte die Daten von rund 53.000 Demenz-Patienten sammeln.

  • Die jüngsten Betroffenen waren 65 Jahre,
  • die ältesten Patienten 90 Jahre.

Dieser Gruppe stellte man eine gesunde Kontrollgruppe im gleichen Alter gegenüber. Es zeigte sich, dass wie erwartet die Demenz-Patienten häufiger Knochenbrüche erlitten.

Umfeld und Krankheitsstadium

In einem Beobachtungszeitraum von drei Jahren ereigneten sich bei fünf Prozent Frakturen, in der Gegengruppe nur bei rund einem Prozent. Sah man sich nun die Demenz-Gruppe genauer an, wurde deutlich, dass es vor allen Dingen die Senioren im Altersheim waren, die häufiger Knochenbrüche erlitten. In dieser Teilgruppe ereigneten sich in 9,2 Prozent der Fälle Frakturen. Wer im häuslichen Umfeld geblieben war, trug nur das halbe Risiko.

Warum dies so ist, kann die Studie nicht sagen. Denkbar ist, dass die Schwere der Demenz bei Pflegefällen im Heim schlicht weiter fortgeschritten ist. Auch der Wechsel aus einem lange vertrauten Umfeld hinein in neue Örtlichkeiten kann für Patienten schwierig sein.

Stürze von Osteoporose-Patienten

Böse Folgen haben Stürze auch meist für Menschen, die an Osteoporose (Knochenschwund) leiden, denn schon ein banaler Sturz, wie zum Beispiel über einen Teppich oder eine Stufe, kann zu Knochenbrüchen führen. Durch den Versuch sich aufzustützen, kann zum Beispiel eine Fraktur des Handgelenks eintreten.

Besonders häufig kommt es bei solchen Stürzen auch zu einem Oberschenkelhalsbruch. Ebenso sind Schürf-, oder Platzwunden keine Seltenheit.

Ursachen

Die Gründe für Stürze sind vielfältiger Natur. Schon kleine Kinder stürzen bei dem Versuch, Laufen zu lernen. Auch beim Spielen oder bei sportlichen Aktivitäten ist ein Sturz schnell geschehen. So passieren Stürze besonders häufig beim:

Ebenso kann es bei Mannschaftssportarten, die zudem sehr körperbetont geführt werden, wie zum Beispiel Fußball, im Eifer des Gefechts zu Stürzen kommen, die mögliche Verletzungen nach sich ziehen.

Auch bei der Arbeit kommt es häufig zu Stürzen, sodass Stürze den häufigsten Grund für Arbeitsunfälle bilden.

Gründe für Stürze im Alltag

Dabei werden die Stürze durch schlechte Beleuchtung, unerkannte Hindernisse oder Stolperfallen, wie zum Beispiel Kabel verursacht. Weitere Gründe für Stürze sind:

  • ein nasser oder glatter Untergrund
  • eine Bordsteinkante
  • eine Treppe
  • eine Leiter

Ebenso können bestimmte Krankheiten, die zu Schwindelanfällen oder Gleichgewichtsstörungen führen, die Ursache für einen Sturz sein. Bei älteren Menschen kommt es oftmals zu einem Sturz aus dem Bett.

Aber auch der übermäßige Genuss von Alkohol kann zu einem Gleichgewichtsverlust führen. Besonders gefährlich sind Stürze aus großer Höhe wie von einem Gerüst, beim Bergsteigen oder von einem Hochhaus, zum Beispiel bei einer Panikreaktion bei einem Brand.

In manchen Fällen werden Stürze aus großer Höhe, wie von einem Haus oder einer Brücke auch absichtlich herbeigeführt, wenn zum Beispiel eine Selbstmordabsicht besteht.

Verlauf

Stürze können harmlos verlaufen, aber auch gefährliche Verletzungen nach sich ziehen. Schon ein Sturz von einer Leiter kann erhebliche Verletzungen zur Folge haben, da bei einem Sturz aus geringer Höhe kein Abfangen mit den Gliedmaßen möglich ist. Der Verlauf eines Sturzes hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie:

  • der Absturzhöhe
  • der Beschaffenheit der Sturzfläche
  • möglichen Hindernissen
  • der Körperstatur
  • dem Alter des Betroffenen

Schwere Stürze können auch zu Querschnittslähmungen führen, im schlimmsten Fall sogar zum Tode.

Wenn ältere Menschen stürzen, kann auch ihre Seele leiden

Tipps für Senioren, um Stürze im Winter zu vermeiden

Senioren - Frau mit Brille und grauem Hut neben einem Mann mit weißem Schnurrbart
Senior couple © Marcin Kempski - www.fotolia.de

Jetzt im Winter bei Schnee und Eis ist es draußen besonders für ältere Menschen unangenehm. Sie haben ein höheres Risiko zu stürzen und sich dabei schwere Verletzungen zuzuziehen. Die häufigsten Brüche enstehen im Becken-, Wirbel- und Schenkelhalsbereich.

Auf Nachbarschaftshilfe und Hilfsmittel setzen

Der Chefarzt für Altersmedizin im Erfurter Helios-Klinikum, Martin Christ, rät alten Menschen daher, bei starkem Schneefall lieber zuhause zu bleiben oder auf Nachbarschaftshilfe zu setzen. Er hat in seinem Institut die Erfahrung gemacht, dass in Deutschland sehr viele Nachbarn älteren Menschen helfen.

Das sei sehr gut und man sollte die Hilfe ruhig einfordern, denn Stürze könnten auch seelische Verletzungen herbeiführen. Es sei zutiefst erschütternd, wenn man auf dem Eis ausrutscht und ohne fremde Hilfe nicht mehr hochkommt.

Senioren verletzen sich bei Stürzen leichter als jüngere Menschen, weil sie nicht mehr schnell genug reagieren können, um sich mit den Armen abzufangen. Sie fallen oft auf die Seite. Es gibt dagegen etwa Hüftprotektoren als Aufprallschutz. Die kann man sich umschnallen.

Gehstöcke und Rollatoren sind bei Schnee und Eis leider keine große Hilfe, so der Geriatrie-Experte Martin Christ. Gut, dass auch dieser strenge Winter ein Ende haben wird.

Die meisten Unfälle passieren durch einen Sturz

Unfälle passieren immer wieder. Acht Prozent aller Erwachsenen verunglücken einmal jährlich. Damit erleiden rund fünf Millionen Menschen jedes Jahr einen Unfall. Besonders häufig sind jüngere Männer davon betroffen. Nach einer Umfrage des Robert Koch Instituts verunfallten im letzten Jahr rund 20 Prozent der 18-29-jährigen männlichen Befragten.

Bei den häuslichen Unfällen überwiegt der Frauenanteil mit 41 Prozent. Insgesamt entfallen ein Drittel aller Unfälle auf den Haushalt. 25 Prozent der Betroffenen sind älter als 60 Jahre. Arbeitsunfälle schlugen mit einem Drittel der Verletzten zu Buche, wobei mehr Männer verunglückten.

Gefährdet sind vor allem jüngere Männer und Menschen die Berufe ausüben, bei denen leichter Unfälle passieren können. Gut-Verdiener verletzten sich häufiger in der Freizeit. Der Anteil, der Menschen, die sich in ihrer Freizeit verletzen, beträgt 40 Prozent, wobei Verkehrsunfälle nur 20 Prozent ausmachen.

Viele Menschen verunglücken dadurch, dass sie stürzen. Vor allem bei Frauen über 70 Jahren ist jede dritte Patientin von dieser Unfallursache betroffen. Doch auch bei den gleichaltrigen Männern erlitt jeder zweite Verunfallte einen Sturz. Die Folgen sind beträchtlich und häufig mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden. Im Durchschnitt können 6 Prozent der Arbeitnehmer für rund 30 Tage nicht arbeiten und erhalten deshalb eine Krankschreibung.

Untersuchungen und Diagnose

Um die teils schwerwiegenden Verletzungen diagnostizieren zu können, kommen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Viele Verletzungen, wie eine Prellung oder Verstauchung, kann der Arzt bereits mit bloßem Auge erkennen.

Der Patient teilt dem Arzt seine Beschwerden mit; dabei kann es sich um Schmerzen oder eingeschränkte Beweglichkeit handeln. Weitere mögliche Anzeichen sind Rötung, Schwellungen oder Erwärmung der betroffenen Hautstelle.

Um innere Verletzungen oder Knochenbrüche erkennen bzw. ausschließen zu können, werden mitunter bildgebende Verfahren wie

angewandt. Werden Kopfverletzungen vermutet, kann auch ein Elektroenzephalogramm (EEG) notwendig sein.

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Zwei kleine Mädchen sitzen neben ihren Rollern am Wegesrand, eine ist gestürzt und wird getröstet
Little girl comforting her sister after accident © MNStudio - www.fotolia.de

Der kleine Liebling wird immer aufgeweckter und unternimmt auch schon die ersten Gehversuche. Dabei ist es völlig normal, dass das mit der Koordination noch nicht so richtig klappt und das Kind des Öfteren hinfällt.

Die meisten Stürze sind harmlos. Auch wenn kleinere Schürfwunden oder blaue Flecke entstehen, müssen Sie noch nicht alarmiert sein.

Die Faustregel

Solange das Kind weint und schreit, ist nichts wirklich lebensbedrohliches geschehen. Aufmerksam sollten Sie werden, wenn das Kind komplett schweigt, oder gar das Bewusstsein kurzfristig oder auch längerfristig verliert. Dann sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Auch wenn das Kind sich unmittelbar nach dem Sturz erbricht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es eine Gehirnerschütterung hat und Sie sollten das Kind medizinisch untersuchen lassen.

Die Fallhöhe ist ausschlaggebend

Besonders gefährlich sind Stürze, die nicht beim Gehversuch oder dem Spielen am Boden passieren, sondern in größeren Höhen stattfinden, wie zum Beispiel auf dem Wickeltisch. Je höher die Fallhöhe, desto vorsichtiger sollten Sie sein und die Reaktion des Kindes genau beachten.

Vorsicht vor inneren Verletzungen bei Fahrradunfall

Fahrradunfälle bei Kindern - auch ohne Beschwerden besser zum Arzt

Kind ist mit dem Fahrrad gestürzt und fasst sich ans Knie
Gestürzt © bilderbox - www.fotolia.de

Bei einem Fahrradunfall, so vor allem bei einem Sturz über den Lenker, können neben irgendwelchen Knochenbrüchen, Schulterverletzungen aber auch innere Verletzungen die Folge sein. Was dabei aber problematisch ist, dass man diese stumpfen Verletzungen nicht auf den ersten Blick erkennen kann.

Stürzen Kinder mit dem Rad, sollte man mit ihnen zum Arzt

So sollten Eltern, wenn ihre Kinder mit dem Fahrrad gestürzt sind und auch zuerst über keinerlei Beschwerden klagen, dies trotzdem zur Sicherheit abklären lassen, wie auch Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln empfiehlt.

Mögliche innere Verletzungen

Manchmal ist es sogar erforderlich, dass das Kind in einem Krankenhaus überwacht wird, denn es können sich auch innerlich Blutergüsse bilden und eventuell aufplatzen. So kommt es auch öfters erst später nach einer Prellung im Bauchraum zu starken Schmerzen.

Aber eine Verletzung der Baucheingeweide tritt nur bei etwa 2 bis 5 Prozent der Unfälle bei Kindern auf. Doch weil bei den Kindern die Bauchdecke noch nicht genügend mit Muskeln oder auch Fett geschützt ist, empfiehlt es sich bei solchen Unfällen besser eine Kontrolle durch die Ärzte vornehmen zu lassen.

Sicherheit beim Radfahren

Als Sicherheitsmaßnahmen sollte man beim Kauf von Kinderfahrrädern auch auf einen großen Durchmesser beim Lenker achten, sowie sollten an der Lenkergabel und den Griffenden Knautschzonen vorhanden sein, damit der Druck bei einem Aufprall besser verteilt wird.

Behandlung

Kommt es zu einem Sturz, kann es unter Umständen zu Verletzungen kommen, die eine langwierige Therapie oder einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen. Die Therapie kann je nach Verletzungsart beispielsweise aus

bestehen. Da gerade ältere Menschen von Sturzverletzungen, wie zum Beispiel einem Oberschenkelhalsbruch, betroffen sind, ist es ratsam, Vorsorgemaßnahmen gegen Stürze zu ergreifen.

Vorsorgemaßnahmen

Für Senioren

Bestimmte altersbedingte Schwächen können zum Teil durch Gleichgewichtstraining sowie Muskel- und Bewegungstraining wieder kompensiert werden. Ein hilfreiches Instrument zur Sturzvermeidung ist der Rollator, der auch Gehwagen genannt wird.

Zudem sollten mögliche Stolperfallen in der Wohnung beseitigt und für eine gute Beleuchtung gesorgt werden. Darüber hinaus sollte man überall gute Haltemöglichkeiten in der Wohnung und griffige Handläufe an den Treppen anbringen. Eine gute Möglichkeit, Oberschenkelhalsbrüche zu vermeiden, ist das Tragen von Hüftprotektoren.

Öffentliche Kampagne

Stürze kommen im täglichen Leben oft vor. Sie können harmlos, aber auch gefährlich sein. Sie können beim Spielen, bei sportlichen Aktivitäten, im Haushalt oder bei der Arbeit passieren. So gelten Stürze in Deutschland als häufigste Ursache für Arbeitsunfälle.

Aus diesem Grund wurde von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) gesetzliche Unfallversicherung sogar die Kampagne "bleib aufrecht!" zur Sturzprävention gestartet. Ziel ist es, Stürze durch

  • mehr Aufmerksamkeit
  • Verhaltensänderungen und
  • geschärftem Bewusstsein

zu vermeiden.

Senioren sollten trotz Angst vor möglichen Stürzen immer aktiv bleiben

Durch Angst vor Stürzen vermeiden viele Senioren jegliche Bewegung, doch das ist der falsche Weg

Senioren auf Gymnastikbällen bei Fitnessübungen
senior health and fitness strength workout © Alfred Wekelo - www.fotolia.de

Viele ältere Menschen und Senioren haben im Alter große Angst vor einem möglichen Sturz. Man ist oft beim Gehen nicht mehr so sicher und eher wackelig. Der Gleichgewichtssinn ist oft gestört, man sieht schlechter, hat oft einen niedrigen Blutdruck und leidet ab und zu an Schwindel.

Doch wer meint, im Alter dann aufzuhören, sich aktiv zu bewegen, um einem möglichen Sturz vorzubeugen, tut dann gerade das Falsche, meint das Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Entfernung von Stolperfallen und ausreichend Bewegung zur Vorbeugung

Wenn man sich nicht mehr aktiv bewegt, erreicht man genau das Gegenteil - das Risiko für Stürze ist dann größer. In der Wohnung sollte man als Sturzprophylaxe mögliche Stolperfallen entfernen - Kanten von Teppichen, lose herumliegende Kabel oder Badematten, die leicht wegrutschen. Außerdem sollte man ein Training zur Vorbeugung durchführen, um die Muskulatur zu kräftigen und um ausdauernder zu sein.

Das Institut rät von diesem Training ab, wenn man bereits gesundheitliche Probleme hat. Dann wären Übungen sinnvoll, die von speziell geschulten Kräften beaufsichtigt werden (Altenpflegekräften, Physiotherapeuten).

Stürze vermeiden - Sicherheitstipps für Senioren

Faltige Hände eines alten Menschen o Seniors mit schwarzer Bekleidung an Gehstock o Krückstock
mani © fotorf - www.fotolia.de

Fast jeder Dritte der über 65-Jährigen stürzt einmal im Jahr. Dies haben Untersuchungen ergeben. Grund sind nicht nur, wie jetzt im Winter, Eis und Schnee, sondern auch Nebenwirkungen von Medikamenten, Stolperfallen im Haushalt, eingeschränkte Beweglichkeit und eine beeinträchtigte Sehkraft.

Um sicher den Alltag zu meistern, sollten Ältere keinesfalls auf Bewegung verzichten. Allerdings gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen, die zu beachten sind. So sollten Senioren ihre Besorgungen bei Tageslicht erledigen. Spazierstöcke und andere Gehhilfen sorgen genauso für einen sicheren Stand wie rutschfestes Schuhwerk.

Zu Hause geben Hausschuhe mit einer Profilsohle dem Fuß einen festen Halt, vor allem an der Ferse. Nach dem Putzen sollte der Fußboden nicht feucht bleiben, sondern getrocknet werden. Im Dunkeln schützen Nachtlichter auf viel gegangenen Wegen vor Stürzen wegen unzureichender Beleuchtung. Auch Bewegungsmelder können eine große Hilfe sein. Sie schalten sich automatisch ein, wenn jemand den Raum betritt. Ein unter oder neben dem Bett installierter Bewegungsmelder sorgt beispielsweise für Helligkeit, sobald man aufsteht.

Fachleute raten Senioren trotz der erhöhten Sturzgefahr, nicht auf den Gang vor die Haustür zu verzichten. So hilft Tageslicht gegen eine jahreszeitlich bedingte Winterdepression. Gerade ältere Leute sollten zum Schutz vor Osteoporose jeden Tag mindestens eine halbe Stunde draußen im Hellen verbringen. Tageslicht liefert Vitamin D, das besonders wertvoll für den Knochenaufbau ist.

Falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch zu einem Sturz kommen sollte, raten Experten, sich einzurollen und den Kopf einzuziehen.

Weniger Verletzungen bei Stürzen - neben Bewegung kommt es vor allen Dingen auf Vitamin D an

Vitamine braucht der Mensch, das ist jedem klar. Sie helfen dem Immunsystem und machen uns so stark gegen Infekte. Doch auch Menschen, die durch Unfall, Krankheit oder Alter zu häufigen Stürzen neigen, sollten ganz besonders viel Vitamin D in sich haben.

Dieses Vitamin wird im Grunde im gesamten Körper benötigt, doch vor allen Dingen der Stoffwechsel der Knochen ist auf die Versorgung damit angewiesen. Damit der Aufbau und der Abbau der Knochensubstanz reibungslos funktioniert, benötigen die Knochenzellen das berühmte Kalzium. Dieses gelangt aber nicht einfach so vom Magen aus zu den Knochen, sondern muss transportiert werden und hier kommt das Vitamin D ins Spiel. Es hilft beim Transport und ist daher ganz essentiell für gesunde Knochen.

Natürlich spielt auch eine ausreichende Allgemeinbewegung eine Rolle. Wer Sport macht - und dazu zählt auch Walken oder in diesem Fall sogar ein langer Spaziergang - hält den Körper im wahrsten Sinne des Wortes auf Trab. Zudem können viele Sportarten das Körpergefühl verbessern und so die Selbstwahrnehmung schulen. Das bewahrt einen Menschen im idealen Fall direkt vor den Stürzen. Natürlich sollte auch ohne häufige Stürze täglich Vitamin D aufgenommen werden. Das meiste Vitamin D nimmt der Mensch über sein größtes Organ auf: die Haut. Daher ist der regelmäßige Aufenthalt an der frischen Luft so wichtig für die Gesundheit. Aktuelle Studien empfehlen einer Risikogruppe, also Patienten mit schwachen Knochen und allen ab 65 Jahren, Vitamin-D-Supplemente vom Arzt zu erbitten.

Jeden Tag Flamingo spielen - das schult das Gleichgewicht im Alter

Reife Frau, Seniorin, Rentnerin, graue kurze Haare, blaue Augen, sieht fröhlich in die Kamera, trägt schwarzes Oberteil
Charmante ältere Frau © tbel - www.fotolia.de

Viele Senioren bemerken, dass mit den Jahren ihr Gleichgewichtssinn mehr und mehr nachlässt. Das kann relativ schnell zu Stürzen führen, was wiederum schwerwiegende Verletzungen mit sich bringen kann. Doch was kann man tun, damit das Gleichgewicht gut bleibt? Ärzte raten da zur täglichen „Flamingo-Übung“.

Das Wort Flamingo geht dabei tatsächlich auf den Vogel zurück, den genau wie dieser sollen die Patienten mehrfach am Tag auf einem Bein stehen. Diese Übung kann bei regelmäßiger Anwendung das Gleichgewicht schulen und auch im Alter fit halten. So ist man vor vielen Stürzen sicherer.

Wie gut die Flamingo-Übung hilft, zeigte nun auch eine Studie. 317 Menschen mit einem sich langsamen verschlechternden Gleichgewicht nahmen an der Untersuchung teil. Alle waren bereits über 70 Jahre und hatten mindestens zwei Stürze in den vergangenen Jahr erleiden müssen. Abgesehen davon waren sie aber seelisch und auch motorisch gesund. Man unterteilte sie nun in drei Gruppen.

Die Placebogruppe erlernte nur zwölf leichte Übungen für das Gleichgewicht und Gruppe Zwei trainierte mit dem Standardprogramm, wobei sieben bekannte Übungen einstudiert werden. Die dritte Gruppe erlernte den „Flamingo“ und vergleichbare Übungen, die als LIFE-Programm bezeichnet werden. Davon profitierten sie deutlich. Nach einem Jahr war es in der Placebogruppe zu 224 neuen Stürzen gekommen und auch in der zweiten Gruppe zählte man immerhin noch 193 Stück. Die LIFE-Senioren dagegen kamen auf nur noch 172 Stürze, was das Risiko im Vergleich zur Placebogruppe um ganze 31 Prozent senken konnte.

Bei glatten Wegen - Stürze vermeiden

Auf Eis und Schnee ausrutschen ist nicht ganz ungefährlich. Viele Stürze enden im Krankenhaus. Dieser Situation kann jeder durch vorsichtiges Gehen vorbeugen. Wer die Füße beim Gehen nach außen dreht, verhilft dem Körper zu einer größeren Stabilität.

Kleine Schritte sind sicherer, als große, ausschreitende. Manchmal hilft es auch, sich an einer Hauswand entlangzuhangeln, um sich im Fall eines Sturzes besser abfangen zu können.

Bei einem Sturz sofort das Gesicht mit den Unterarmen bedecken und die Hände ausstrecken, damit der Kopf nicht verletzt wird. Bei einem Sturz nach hinten das Kinn aufs Brustbein legen und den Rücken abrunden. So kann der Sturz ein wenig abgeschwächt werden. Auf jeden Fall: Alles loslassen, damit man sich nicht zusätzlich mit Gegenständen verletzt.

Neues Bewegungstraining für Senioren soll Stürzen vorbeugen

Forscher der Uni Hamburg haben ein Trainingsprogramm für Senioren entwickelt, mit dem sie ihre körperliche Koordination verbessern und Stürzen vorbeugen können. Im Vergleich zu herkömmlichen Trainings setzt die Pilotstudie dabei auf Multi-Task-Situationen, in denen die Übenden mehrere Dinge gleichzeitig bewältigen müssen – so wie im Alltag auch.

Ab 65 Jahren nimmt das Sturzrisiko deutlich zu. Fast jeder Dritte stürzt jedes Jahr einmal. Bei zehn Prozent der Senioren hat der Sturz zudem gravierende Folgen, bis hin zur dauerhaften Pflegebedürftigkeit. Die anderen haben häufig Angst, wieder zu fallen und bewegen sich deshalb weniger. Dadurch entsteht ein Teufelskreis aus mangelnder Kraft und Beweglichkeit, die wiederum das Sturzrisiko erhöhen.

Deshalb trainiert die Pilotstudie gezielt alltägliche Situationen, beispielsweise das Überqueren einer Straße. Um die Bewegungen möglichst realistisch zu trainieren, wird dabei eine kurze Ampelphase simuliert. Zusätzlich müssen die Teilnehmer schwere Einkaufstüten tragen und den Verkehr auf den Radweg im Blick behalten.

Stürze im Alter – Stolperfallen im Haushalt erkennen

Rückansicht Mann im Rollstuhl vor Treppe
Mann im Rollstuhl © bilderbox - www.fotolia.de

Häufig reicht ein Bruchteil einer Sekunde aus und wir stürzen zu Boden, sei es im Haushalt, auf der Arbeit oder im Straßenverkehr. Während junge Menschen schnell wieder auf die Beine kommen und nur leichte Blessuren davontragen, hat dies für Senioren durchaus weitreichende Folgen. Mit steigendem Alter sinkt die Reaktionsfähigkeit. Auch eine Verschlechterung der Augen und des Gehörs führt häufig dazu, dass Senioren schnell etwas übersehen oder überhören. So ist es leicht passiert, dass man eine Stolperfalle zu spät oder sogar gar nicht mehr erkennen kann.

Doch lassen sich viele solcher Gefahren – zumindest im eigenen Haushalt – leicht abstellen. Häufig stolpern Senioren über herumliegende oder –stehende Gegenstände, weil sie diese schlichtweg nicht gesehen haben. Schuld daran ist oft schlechtes Licht. Deshalb sollte die Beleuchtung im gesamten Haus neu durchdacht und dunkle Ecken vermieden werden.

Viele Stürze geschehen im Badezimmer. Eine Wasserpfütze auf dem glatten Fliesenboden wird schnell zur Rutschgefahr und sollte sofort aufgewischt werden. Doch auch im Falle eines nassen Bodens können spezielle Antirutschbänder den Fußboden sicher machen. Solche selbstklebenden Antirutschflächen können auch Stürze in der Badewanne oder der Dusche verhindern.

Treppen stellen ebenfalls eine große Gefahr dar, denn mit schlechtem Sehvermögen sind die Stufen nicht mehr gut erkennbar. Deshalb sollten zumindest die erste sowie die letzte Stufe etwa durch leuchtende Signalfarben gekennzeichnet werden. Auch sind die Stufen häufig rutschig. Hierfür eignen sich spezielle Teppichfliesen, durch welche die Rutschgefahr minimiert wird.

Auch Teppiche können schnell zur Gefahr werden, wenn man darüber stolpert. Aufgrund der Stolpergefahr sollte man dicke Teppiche wenn möglich aus dem Haushalt entfernen. Dünne Teppiche hingegen können leicht mit doppelseitigem Klebeband am Boden festgeklebt werden, damit sich diese nicht beim ungeschickten Darüberlaufen versehentlich aufrollen und so ebenfalls zur Stolperfalle werden.

Kraft-Balance-Training nutzt auch Demenzkranken

Ob Schwindel oder Stolpern an der Teppichkante - Stürze stellen für Senioren ein großes Risiko dar. Gute Heime bieten ihren Bewohnern deshalb ein Kraft-Balance-Training zur Sturzprophylaxe. Demenzkranke profitieren sogar doppelt: sie stärken ihre körperlichen Funktionen und erleben das positive Gefühl, selbst etwas für ihre Sicherheit tun zu können.

Die AOK Rheinland/Hamburg, die bisher rund 800 Mitarbeiter für diese Sturzprävention geschult hat, berichtet von messbaren Erfolgen. In den beteiligten Heimen ging die Zahl der Stürze um 14 Prozent zurück. Außerdem nahmen die Knochenbrüche infolge von Stürzen um 12 Prozent ab.

Um den speziellen Bedürfnissen von Demenzkranken gerecht zu werden, ist das Präventionsprogramm mittlerweile um ein weiteres Modul ergänzt worden. Besonders wichtig sei es, auch die Angehörigen in die Schulung einzubeziehen. Häufig hätten diese Angst, dass die Demenz-Erkrankten durch die verstärkte Mobilität auch größeren Gefahren ausgesetzt seien.

Mehr Sicherheit mit wenig Aufwand – das Bad rutschfest machen

Einsicht modernes Badezimmer
Badezimmer © dazarter - www.fotolia.de

Ein barrierefreies Bad ist eine komfortable Sache. Aber nicht überall lässt sich die Nasszelle komplett umbauen. Um Stürze zu vermeiden, gibt es auch Alternativen. Wir geben Tipps für mehr Sicherheit im Bad.

Mehr Halt

Ob Wanne oder WC – beim Einsteigen oder Aufstehen sorgen Haltegriffe für sicheren Stand. Wenn keine Dübel in die Wand kommen sollen, lassen sich auch Griffe mit Saugteller und Kipphebel installieren. Tipp: Lieber einen Griff mehr anbringen.

Wer beim längeren Stehen zum Schwindel neigt, sollte zum Beispiel auch neben dem Waschbecken und in der Dusche Haltegriffe montieren.

Für besseren Halt auf dem Boden sorgen rutschfeste Matten. In Dusche und Wanne eignen sich angeraute Aufkleber, die auch bei Nässe einen stabilen Stand ermöglichen.

Besser sitzen

Für Ältere kann das Duschen generell lang werden. Häufig kommt es zu Schwindelanfällen. Hier kann ein wasserfester Duschstuhl Abhilfe schaffen. Ist der Platz knapp, lässt sich ein Klappstuhl an der Wand befestigen. Wichtig: nicht zu niedrig installieren.

Auch das WC ist für Senioren meist zu niedrig. Sitzerhöhungen erleichtern das Aufstehen – optimale Höhe 48 Zentimeter.

Besser sehen

Die herkömmliche Badbeleuchtung richtet sich auf Waschbecken und Spiegel. Die Rutschgefahr lauert jedoch auf dem Boden. Um Wasserpfützen oder Stolperfallen wie heruntergefallene Handtücher zu erkennen, braucht man deshalb ein helles Raumlicht, das auch die bodennahen Flächen richtig ausleuchtet.

Gefahr bei Sturz vom Wickeltisch – den Nachwuchs richtig schützen

Mutter wickelt ihr Baby
mother diaper baby © Marin Conic - www.fotolia.de

Eine der häufigsten Unfallursachen bei Babys und Kleinkindern ist der Sturz vom Wickeltisch, so das statistische Bundesamt. Als Folgen drohen schwere Verletzungen, insbesondere im Bereich des Kopfes. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) berät Eltern, wie sie ihren Nachwuchs richtig schützen.

Feine Blutgefäße im Hirnbereich reißen schnell

Es geschieht in Sekundenbruchteilen. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon ist das Kind vom Wickeltisch gestürzt. Kinderchirurgen warnen vor lebensgefährlichen Schädel-Hirn-Verletzungen, da die feinen Blutgefäße im Hirnbereich von Säuglingen schnell reißen können. Die Schädeldecke ist besonders dünn und noch nicht stabil genug, um stärkeren Stößen standzuhalten.

Außerdem ist der normale Schutzreflex bei Babys noch nicht ausgereift, was die Verletzungsgefahr zusätzlich erhöht. In der Regel diagnostizieren Ärzte zu 90 Prozent eine Gehirnerschütterung, doch eine schwere Hirnverletzung lässt sich nicht immer gleich feststellen.

Das Verhalten des Kindes beobachten

Um ernste Verletzungen auszuschließen, ist eine genaue Beobachtung nötig. Ist das Kind nach einem leichten Sturz munter und zeigt keinerlei Anzeichen einer Verletzung, können Eltern ihren Nachwuchs auch zu Hause überwachen. Bei schwereren Stürzen mit einer Verletzung oder mit Verhaltensänderungen, sollten Eltern umgehend die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen.

Eine Blutung in Hirnnähe kann sich sogar noch nach Tagen mit Symptomen wie Erbrechen, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit oder Appetitlosigkeit äußern. Ein weiteres Alarmzeichen sind ungleich große Pupillen oder solche, die sich bei Lichteinfall nicht verkleinern.

Gerade junge Eltern unterschätzen die Beweglichkeit von Kleinkindern. Innerhalb kurzer Zeit lernen die Kleinen, sich zu winden und blitzschnell zu drehen. Eine Hand sollte deshalb beim Wickeln grundsätzlich in der Nähe des Kindes sein. Im Handel gibt es Wickeltische mit extra hohen Seitenwänden.

Der sicherste Schutz vor Stürzen: Ist der Nachwuchs besonders unruhig, empfiehlt sich das Wickeln auf größeren Oberflächen wie auf dem Bett oder auf einer Decke am Boden.

Rutsch- und Sturzgefahr im Winter - wie man sich richtig verhält

Richtiges Verhalten bei Schnee und Glätte

Große Schneeschaufel steckt im Schnee, Schneeschieber
Schneeschieber 448 © Edler von Rabenstein - www.fotolia.de

Der Winter ist da und mit ihm vielerorts auch der Schnee. Frisch gefallenes Weiß sieht zwar gut aus, doch beim Gang vor die Tür droht auch die Gefahr für Stürze. Gerade wenn sich unter dem Schnee eine bereits angetaute Fläche zu Eis gewandelt hat, wird es richtig gefährlich.

Auch Menschen mit einem guten Gleichgewichtssinn können hier schnell wegrutschen und fallen. Für Senioren mit ohnehin eingeschränktem Gleichgewicht und Unsicherheiten ist das Risiko noch einmal erhöht.

Einfache Sicherheitsmaßnahmen, die vor Stürzen retten

Um einer Rutschpartie so gut es geht zu entgehen, sollten Sie auf auf festes Schuhwerk mit passendem Profil achten. Genau wie bei Winterreifen am Auto wird so der Grip erhöht. Müssen Sie beruflich auf elegantes Schuhwerk achten, tragen Sie für den Arbeitsweg die Winterstiefel und ziehen Sie die Schuhe im Büro einfach um.

Senioren mit einer Gehhilfe sollten neben guten Schuhprofilen zusätzlich Spikes für ihren Gehstock nutzen. Diese Dornen werden unten am Stock befestigt und verhindern, dass beim Aufstützen auf den Stock ein Abrutschen zur Seite erfolgt. Der Gang zum Hausarzt reicht hier, um Spikes auf Rezept zu bekommen.

Viel Zeit und Hilfe als ständige Begleiter

Trotz gutem Schuhprofil und Spikes sollten Sie im Winter immer langsam und mit Bedacht gehen. Müssen Sie beispielsweise zum Bus laufen, gehen Sie lieber einige Minuten früher los, damit jeder Schritt in Ruhe erfolgen kann.

Senioren, die unsicher auf den Beinen sind, sollten sich nach Möglichkeit eine Begleitperson suchen, an deren Arm sie gehen können. Wichtig in jedem Fall: das Handy am Körper, damit bei schlimmeren Stürzen ein Arzt gerufen werden kann.

Große Einkäufe sollten Sie im Winter am besten nur mit dem Auto erledigen. Der Transport mit dem Fahrrad ist nicht empfehlenswert, da das Rad gerade beim Bremsen schnell zur Seite wegrutscht. Wer Einkäufe nicht zu Fuß erledigen kann/will, oder kein Auto besitzt, sollte nach Supermärkten mit Lieferservice suchen.

Grundinformationen zu Stürzen

  • Stürze - Ursachen, Folgen, Behandlung möglicher Verletzungen und Vorbeugung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Gestürzt © bilderbox - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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