2. September 2009
Als Harnuntersuchung bezeichnet man eine Untersuchung des Urins. Dabei wird der, von den Nieren abgesonderte, Harn analysiert. Auf diese Weise lassen sich mögliche Erkrankungen feststellen.
Ziel und Zweck einer Harnuntersuchung oder auch Urinuntersuchung ist die Diagnose von bestimmten Krankheiten der Harnwege oder der Nieren sowie von Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus. Harnuntersuchungen gehören in der Medizin zu den gängigsten Routineuntersuchungen.
Der Harn oder auch Urin wird von den Nieren abgesondert und anschließend über diverse Substanzen aus dem Körper ausgeschieden. Durch eine genaue Analyse in einem Laboratorium lassen sich zahlreiche Krankheiten der Blase oder der Nieren feststellen.
Bei einer Harnuntersuchung werden verschiedene Parameter beurteilt. Dazu gehören der Eiweißgehalt (Proteingehalt), der Zuckergehalt (Harnglukose), der Säuregehalt (ph-Wert) des Harns oder der Nitritgehalt. Weitere Parameter sind das Auftreten von roten Blutkörperchen (Erythrozyten), von weißen Blutkörperchen (Leukozyten), rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin), die allesamt normalerweise nicht im Urin vorkommen, das Auftreten von Bakterien, das Auftreten von bestimmten Säureverbindungen (Ketonen) sowie die Beschaffenheit und die Farbe des Urins. Dieser kann je nach auftretender Krankheit dunkel, hell, weiß, schwarz, rot oder schaumig sein. Durch einen Harnstreifen-Test, der auf einer chemischen Reaktion beruht, kann der überwiegende Teil dieser Parameter leicht bestimmt werden. Dabei wird dieser Harnstreifen in eine Urinprobe gehalten und danach ca. eine Minute lang getrocknet. Bei der Erhöhung einer oder verschiedener Substanzen bildet sich ein Farbumschlag.
Um Bakterien nachzuweisen, kommt es zum Anlegen einer Bakterienkultur, bei der ein Teil der Harnprobe auf einem dafür vorgesehenen Nährboden aufgetragen wird. Danach wird die Bakterienkultur in einen Inkubator ausgebrütet und analysiert, um eine Keimzahl zu bestimmen.
Weitere Rückschlüsse über eine Krankheit können durch das Harnsediment gezogen werden. Nach einer Behandlung des Urins mit einer Zentrifuge, bleiben die festen Bestandteile des Urinsedimentes übrig und werden unter einem Mikroskop auf Bakterien oder weiße Blutkörperchen untersucht.
Durchgeführt werden Harnuntersuchungen vor allem um Blut im Urin nachzuweisen, was auf Krankheiten wie Harnleiter- oder Nierensteine, Tumorerkrankungen oder Verletzungen der Nieren hinweisen kann sowie um Bakterien im Harn nachzuweisen, was auf Harnweg-, Nieren- oder auch Tumorerkrankungen hinweist. Weiterhin angewendet wird eine Harnuntersuchung bei Verdacht auf Diabetes mellitus, bei Nierenschädigungen durch Medikamente, bei schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck oder entzündlichen Nierenerkrankungen um Eiweiß im Harn nachzuweisen sowie zum Nachweis von Zucker oder Ketonen im Urin, da erhöhte Werte oft auf Diabetes schließen lassen.
Auch zum Nachweis von Dopingmitteln, Giften oder Drogen werden Urinuntersuchungen verwendet.
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