9. September 2009
Als Elektro-Enzephalographie (EEG) bezeichnet man eine medizinische Untersuchung zur Messung der menschlichen Gehirnströme. Dabei werden die Spannungsschwankungen des Gehirns abgeleitet.
Die Elektro-Enzephalographie (EEG) gehört zu den Standarduntersuchungen in der Neurologie. Der Begriff Elektro-Enzephalographie leitet sich aus den Worten Strom (elektro), Gehirn (enzephalo) und Aufzeichnung (graphie) ab. Durch moderne bildgebende Untersuchungen verlor die Elektro-Enzephalographie in den letzten Jahren etwas an Bedeutung. Aufgrund der Einfachheit und der Komplikationslosigkeit sowie ihrer präzisen Aussagekraft, besonders bei Epilepsien, werden aber noch heute Elektro-Enzephalographien durchgeführt.
Bei der Anwendung der Elektro-Enzephalographie erhält der Patient eine bestimmte Anzahl von Metallplättchen, auch Elektroden genannt, die auf der Kopfhaut angebracht werden. Die elektrischen Spannungsunterschiede, die zwischen je zwei der angebrachten Elektroden entstehen, werden mit Hilfe eines speziellen Gerätes verstärkt. Anschließend erfolgt eine Aufzeichnung der Hirnstromwellen. Das elektrische Potenzial wird dabei von den Nervenzellen selbst aufgebaut, was als Zeichen ihrer Funktionstüchtigkeit und Aktivität gilt. Die aufgezeichneten Hirnstromwellen werden nach der Messung aufgrund ihrer Frequenz, Steilheit, Amplitude (Wellenhöhe) sowie Lokalisation auf der Oberfläche des Gehirns von dem untersuchenden Arzt analysiert. Auch die Symmetrie zwischen den beiden Hälften des Gehirns ist dabei von Bedeutung. Bei den Wellenformen wird zwischen Alphawellen, Betawellen, Deltawellen und Thetawellen unterschieden. Durch die Alphawellen wird der Grundrhythmus des ruhenden Gehirns dargestellt, während die Betawellen bei geistigen Aktivitäten oder Sinnesreizen auftreten. Deltawellen sind nur bei gesunden Menschen im Tiefschlaf und bei Kindern normal, ansonsten können sie bei Erwachsenen ein Hinweis auf eine Schädigung des Gehirns sein. Die Thetawellen bezeichnet man als Zwischenwellen. Sie treten normalerweise nur bei Kindern und seltener bei Jugendlichen auf. Bei erwachsenen Menschen kommen sie nur während des Schlafes oder bei starker Müdigkeit vor.
Die Entstehung der Hirnströme erfolgt durch Aktivität von großen Nervenzellen. Bestehen Störungen von kleinen Hirnarealen, können diese nicht mit einer Elektro-Enzephalographie nachgewiesen werden.
Ziel und Zweck eines EEG ist der Nachweis von krankhaften Veränderungen der elektrischen Gehirnaktivität. So liefert ein EEG Erkenntnisse über die elektrische Grundaktivität des Gehirns, epilepsietypische Veränderungen sowie über lokal begrenzte Aktivitäten des Gehirns. Zu den Anwendungsgebieten gehören epileptische Anfälle, örtliche Veränderungen im Gehirn wie Durchblutungsstörungen oder Gehirntumore sowie unklare Bewusstseinstrübungen wie Enzephalitis (Gehirnentzündung), Vergiftungen oder erhöhter Hirndruck. Auch zur Feststellung des Hirntods eines Patienten wird ein EEG verwendet. Dabei wird nachgewiesen, dass das Gehirn keinerlei Hirnströme mehr aussendet. Darüber hinaus wird die Elektro-Enzephalographie auch für die Beurteilung von chronischen Schlafstörungen verwendet.
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