2. November 2009
Als Selbsthilfegruppe bezeichnet man Menschen, die an denselben Problemen oder Krankheiten leiden und sich zu einer Gruppe zusammenschließen. Die gebildete Gruppe hilft und unterstützt sich dann gegenseitig.
Ziel und Zweck von Selbsthilfegruppen ist es, sich innerhalb der Gruppe gegenseitig zu helfen und zu motivieren. Diese Selbsthilfegruppen bilden sich, wenn eine Gruppe von Menschen an denselben Problemen oder Krankheiten leidet und beschließt, etwas gegen dieses Problem zu unternehmen. Solche Probleme können gesundheitlicher Natur sein, aber auch Lebenskrisen oder soziale Probleme betreffen. Durch die Bildung einer Selbsthilfegruppe können die Betroffenen untereinander ihre Erfahrungen austauschen sowie sich gegenseitig unterstützen und motivieren. Gebildet werden Selbsthilfegruppen oftmals wegen chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Krebs, Rheuma oder Diabetes mellitus sowie bei Suchtproblemen durch Drogen oder Alkohol oder bei schwierigen familiären oder sozialen Situationen.
Die Geschichte der Selbsthilfegruppen reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert als die Emanzipationsbewegungen der Frauen begannen. Dabei wurden viele Organisationen oder Vereine gegründet, in denen sich Gleichgesinnte trafen und miteinander austauschten. Schließlich gründete man auch erste gesundheitliche Selbsthilfegruppen. Alkoholprobleme führten zunehmend zur Gründung von Abstinenzvereinen. Zu den bekanntesten Selbsthilfeorganisationen gehören die Anonymen Alkoholiker (AA), deren Zwölf-Schritte-Programm mittlerweile auch bei anderen Suchtkrankheiten zur Anwendung kommt. Im Zuge der 68er-Bewegung traten immer mehr Selbsthilfegruppen an die Öffentlichkeit. Weiteren Auftrieb erhielten Selbsthilfegruppen durch den Umstand, dass auch Suchtkrankheiten zunehmend als Krankheit anerkannt wurden. Auch in der DDR gab es schon vor der Wende erste Selbsthilfegruppen, die unter dem Dach der Kirche arbeiteten. In Deutschland schätzt man die Zahl der Selbsthilfegruppen auf 70.000 – 100.000.
Selbsthilfegruppen können auch die Belange ihrer Mitglieder nach außen vertreten, was u. a. Öffentlichkeitsarbeit, politische Interessenvertretung, die Unterstützung von Forschungsprojekten oder Aufklärungsarbeit umfasst. Gesundheitliche Selbsthilfegruppen werden oftmals auch von der gesetzlichen Krankenversicherung gefördert.
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