30. Mai 2008
(pgk) Wenn die nächste empfohlene Impfung für das Baby ansteht, schaudert es viele Eltern schon, denn meist wird der kleine Piks mit heftigem Schreien und Strampeln quittiert. Und Papa und Mama tut das Herz weh, wenn sie sehen, dass ihr Kind Angst hat.

Mit einer Zuckerlösung lassen sich die Schmerzen an der Impfstelle lindern. Foto: DGK
Dabei gibt es offenbar einen einfachen Trick, um dem Kind Leid zu ersparen, haben US-amerikanische Forscher herausgefunden: Eine Zuckerlösung kann Säuglingen den Schmerz bei Impfen nehmen.
Bekommen Säuglinge vor der Impfung eine Zuckerlösung (24-prozentig, Haushaltszucker) zu trinken, haben sie weniger Schmerzen an der Impfstelle als Impflinge, die nur Wasser erhalten, belegten die Wissenschaftler aus Pennsylvania mit ihrer Studie. Der schmerzreduzierende Effekt machte sich sogar bei einer Impfserie aus drei Injektionen bemerkbar.
In die Studie - veröffentlicht in der Zeitschrift Pediatrics 121, 2008, S. 327 - wurden 83 Kindern im Alter von zwei und vier Monaten einbezogen. Alle Säuglinge wurden dreimal geimpft: zunächst mit einem Fünffach-Impfstoff, drei Minuten später gegen Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und nach weiteren zwei Minuten gegen Pneumokokken. 38 Kinder erhielten vor der Impfserie eine 24-prozentige Zuckerlösung (Saccharose), die anderen 45 nur Wasser als Placebo. Alle Babys bekamen zusätzlich ihren gewohnten Schnuller zur Beruhigung.
Ergebnis: In der Gruppe mit Zuckerlösung waren die Schmerzen nach jeder Injektion geringer als in der Placebo-Gruppe. Beurteilt wurden die Schmerzen anhand einer Skala von 0 bis 5 Punkten, wobei zum Beispiel Schreien, Strampeln und Mimik als Gradmesser dienten.
Kurz nach Ende der Impfserie waren die Schmerzreaktionen bei den mit Zuckerlösung versorgten Säuglingen sogar fast auf null gesunken, während sie in der Placebo-Gruppe noch deutlich registriert werden konnten. Nach Angaben der Wissenschaftler bewirkte die Gabe der Zuckerlösung einen um rund 80 Prozent geringeren Schmerz.
Warum der Zucker schmerzlindernd wirkt, wird in der Studie nicht erklärt. Doch ist seit längerem bekannt und wurde auch in anderen Experimenten belegt, dass Zucker als Energieträger für das Gehirn Substanzen aktiviert, die unter anderem schmerzlindernd wirken. Gleichwohl, raten die Forscher abschließend, zusätzlich zur Zuckerlösung auch die bewährten Maßnahmen beim Impfen anzuwenden oder durch ein Elternteil anwenden zu lassen: nämlich den Säugling eng halten, streicheln und ablenken.
Quellen:
Ärzte-Zeitung, 05.03.2008: Zuckerwasser bewirkt bei Impfungen wahre Wunder,
www.aerztezeitung.de/
Linda A. Hatfield, Maryellen E. Gusic, Anne-Marie Dyer and Rosemary C. Polomano, Analgesic Properties of Oral Sucrose During Routine Immunizations at 2 and 4 Months of Age, in: Pediatrics Vol. 121 No. 2 February 2008, pp. e327-e334, Abstract: http://pediatrics.aappublications.org/
...aber warum sollte man Säuglingen diesen "Schmerz" ersparen? Ab und zu tut halt mal auch was weh, was not tut. Am Stich einer Impfnadel ist ...
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