Hippotherapie Artikel
Rückenschule ganz anders - Mit dem Pferd zu einer gesunden Körperhaltung
(sra) Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Dieses verträumte Postkarten-Klischee enthält viel Wahrheit. Es verrät aber längst nicht alles über diesen Sport: "Reiten macht nicht nur glücklich, sondern übt sehr viele positive Effekte auf den Körper aus", sagt Dr. Dietmar Krause, Sportpädagoge vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Marburg.
Das Reiten dient beispielsweise der Gesunderhaltung des Rückens. In der normalen Sitzhaltung auf dem Pferd nehmen die Hüftgelenke und das Becken eine Position ein, die die Bandscheiben entlastet. Gleichzeitig wird aber die Rückenmuskulatur bewegt und aufgebaut. Der Halteapparat wird insgesamt bei geringer Belastung gestärkt. "Rückenschmerzen wird dadurch optimal vorgebeugt", meint Krause.
Durch die Kräftigung der Muskulatur verbessert sich auch deren Ausdauerfähigkeit. Die Körperhaltung wird insgesamt aufrechter und gesünder. Außerdem werden beim Reiten sowohl die Koordinations- als auch die Balancierfähigkeit verbessert.
Reiten ist ein Ausdauersport. "Deshalb profitieren auch Herz und Kreislauf von der Bewegung an der frischen Luft", so Krause weiter. Wie bei keinem anderen Sport spielt beim Reiten auch das Tier eine entscheidende Rolle. Reiten ist nur mit einem zuverlässigen Partner möglich. Die Beziehung zu dem Tier erhöht den Spaßfaktor und ist für viele Reiter entspannend und aufregend zugleich. Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit werden in der Hippotherapie genutzt (griechisch Hippos = das Pferd).
Nun ist nicht jeder in der glücklichen Lage, einem Pferd eine Heimat zu bieten. "Das ist auch nicht notwendig", weiß der Marburger Sportpädagoge. Reiter und Physiotherapeuten haben längst die Chancen dieses Sports erkannt. Die Hippotherapie wird seit einigen Jahren vereinzelt angeboten. Dieses Angebot sollte erweitert und flächendeckend offeriert werden, so der Marburger Experte.
Als Initiative des Deutschen Sportbundes (DSOB) werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) Übungsleiter ausgebildet. Entweder handelt es sich um Reitlehrer mit der Zusatzqualifikation "Reiten als Gesundheitssport" oder um Physiotherapeuten, die reiten können und die Zusatzqualifikation erworben haben.
Reiten als Gesundheitssport kann das Ziel haben, die Gesundheit zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Es werden aber auch Kurse mit dem Schwerpunkt der Erhaltung der Gesundheit trotz alters- oder krankheitsbedingter Beschwerden wie Rheuma, Arthrose oder Stoffwechselerkrankungen angeboten. Eine weitere Kursalternative ist ein präventiver Rückenkurs, der prophylaktisch oder therapeutisch ausgelegt sein kann.
"In der Regel handelt es sich um sechswöchige Reit- und Sportkurse, für die die Teilnehmer keinerlei Vorkenntnisse benötigen", erläutert Krause. Die Kurse sind für jede Altersgruppe geeignet. Die Inhalte werden auf die jeweiligen Teilnehmer zugeschnitten.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.forum-schmerz.de oder unter www.hippo-therapie-berlin.de