Flattertremor, isolierter Stimmtremor und orthostatischer Tremor

Ein Flattertremor tritt bei bestimmten Erkrankungen auf. Der isolierte Stimmtremor betrifft nur die Aussprache des Patienten.

Der orthostatische Tremor zeigt sich in den meisten Fällen im Stehen

Flattertremor

Zu einem so genannten Flattertremor kommt es in erster Linie bei dem Versuch, etwas zu halten. Als typisches Anzeichen gilt ein abrupter Verlust des Haltetonus, woraufhin eine reflektorische Korrekturbewegung erfolgt.

Mediziner bezeichnen einen Flattertremor auch als Asterixis. Besonders betroffen von einem Flattertremor sind die Hände.

Im Grunde genommen stellt der Flattertremor keinen eigentlichen Tremor dar. Vielmehr handelt es sich um einen kurzen Tonusverlust der Muskeln in Verbindung mit einer Reflexbewegung. Tritt der Flattertremor an den Beinen auf, besteht die Gefahr von Stürzen.

Ursachen eines Flattertremors

Hervorgerufen wird ein Flattertremor durch metabolische Enzephalopathien (krankhafte Gehirnveränderungen). Dazu zählen unter anderem

Manchmal wird der Flattertremor auch durch Nierenversagen oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten verursacht.

Isolierter Stimmtremor

Von einem isolierten Stimmtremor ist die Rede, wenn nur die Aussprache von einem Tremor betroffen ist. An allen anderen Körperregionen tritt das Zittern dagegen nicht auf. Ein isolierter Stimmtremor kommt seltener vor als ein Stimmtremor, der Teil eines generalisierten Tremorsyndroms ist.

Dabei kann es sich um einen essentiellen Tremor oder einen zerebellären Tremor handeln. Auch ein dystoner Stimmtremor ist im Bereich des Möglichen.

Orthostatischer Tremor

Der orthostatische Tremor weist Ähnlichkeit mit dem essentiellen Tremor auf. Beide Formen lassen sich jedoch eindeutig voneinander abgrenzen. In den meisten Fällen zeigt sich der orthostatische Tremor im Stehen. Beim Gehen tritt er dagegen seltener auf.

Der Tremor führt bei den Patienten zu Gangunsicherheit. Darüber hinaus besteht die Gefahr von Stürzen. Beim Liegen oder Sitzen treten jedoch meist keine Probleme auf. Im weiteren Verlauf kann sich das Zittern auf den ganzen Körper ausweiten.

Die Frequenz des Tremors ist sehr hoch und liegt zwischen 14 und 18 Hertz. Besonders betroffen von einem orthostatischen Tremor sind Menschen über 60 Jahre.

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Diagnose eines orthostatischen Tremors müssen andere Tremorformen wie

  • ein essentieller Tremor
  • ein Parkinsontremor oder
  • ein zerebellärer Tremor

ausgeschlossen werden, da auch diese Zitterattacken beim Stehen auslösen können. Die Tremorfrequenz bei diesen Formen fällt jedoch niedriger aus.

Behandelt wird ein orthostatischer Tremor durch die Gabe von Gabapentin, das zu den Antikonvulsiva zählt. Alternativ ist auch eine Behandlung mit Primidon möglich.

Quellen:

  • Mark Dennis, William Talbot Bowen, Lucy Cho: Symptome verstehen - Interpretation klinischer Zeichen (KlinikPraxis), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2019, ISBN 3437439804
  • Kurt Tepperwein: Die Botschaft deines Körpers: Die Sprache der Organe, mvg Verlag, 2004, ISBN 9783868822311
  • Kurt Tepperwein: Was Dir Deine Krankheit sagen will: Aktiviere die Heilkraft deiner Seele, mvg Verlag, 2005, ISBN 9783636070968
  • Ruediger Dahlke: Krankheit als Symbol: Ein Handbuch der Psychosomatik. Symptome, Be-Deutung, Einlösung., C. Bertelsmann Verlag, 1996, ISBN 3570122654
  • Ursula Keicher: Kinderkrankheiten: Alles, was wichtig ist, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2016, ISBN 3833844566
  • Jörg Nase, Beate Nase: Kinderkrankheiten: Das Standardwerk für Kinder von 0 bis 16 Jahren, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 9783833829093
  • Arne Schäffler: Gesundheit heute: Krankheit - Diagnose - Therapie: das Handbuch, TRIAS, 2014, ISBN 9783830481164
  • Heiko Gärtner, Tobias Krüger: Krankheiten auf einen Blick erkennen: Antlitz- und Körperdiagnose sowie weitere Techniken, um Menschen ganzheitlich zu erfassen, mvg Verlag, 2013, ISBN 3868824499
  • Jörg Braun, Jörg Braun: Basislehrbuch Innere Medizin: kompakt-greifbar-verständlich, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437411152
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Hans Vogl: Differentialdiagnose der medizinisch-klinischen Symptome. Lexikon der klinischen Krankheitszeichen und Befunde., UTB, 1994, ISBN 3825280667
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, 2019, ISBN 3981466098
  • Edouard Battegay: Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten: Vom Symptom zur Diagnose, Thieme, 2017, ISBN 3133448218
  • Verena Corazza, Renate Daimler, Renate Daimler, Krista Federspiel, Vera Herbst, Kurt Langbein, Hans-Peter Martin, Hans Weiss: Kursbuch Gesundheit: Gesundheit und Wohlbefinden. Symptome und Beschwerden. Krankheiten. Untersuchung und Behandlung, Kiepenheuer&Witsch, 2006, ISBN 3462035932
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • Hände weiß © Stefan Germer - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema