Die richtige Schnäuztechnik bei Schnupfen - auch Naseputzen will gelernt sein

Kopfschmerzen, Husten und triefende Nase - bei einer Erkältung ist vor allem der Schnupfen besonders lästig. Doch beim Naseputzen kommt es vor allem auf die richtige Schnäuztechnik an, sonst drohen schnell Infektionen wie Nasennebenhöhlenentzündungen. Die Triefnase will sorgsam behandelt werden.

Hochziehen, Schnauben oder Trompeten - welche Schnäuzmethode ist die beste?

Hochziehen vs. Schnäuzen

Zwar hört man immer wieder davon, dass das Hochziehen von Nasenschleim besser als das Schnäuzen sein soll, doch das ist ein Trugschluss.

Durch das Hochziehen entsteht ein Druck auf die Nasennebenhöhlen, Schleim wird regelrecht angesaugt und kann sich an den Öffnungen der Nebenhöhlen festsetzen. Das Nasensekret müsste schon mit so viel Kraft hochgezogen werden, dass es im Rachen landet und verschluckt werden kann. Dann ist das Hochziehen nicht weiter schädlich, allerdings auch nicht gerade appetitlich.

Verbleibt Schleim in der Nase, ist das ein optimaler Nährboden für Viren, die Infektionen auslösen können. Effektiver ist immer das Herausbefördern von Nasensekret.

Doch auch beim Schnäuzen gibt es einiges zu beachten. Kräftiges Trompeten ist weniger sinnvoll, denn großer Druck sollte grundsätzlich vermieden werden.

Schnäuzen auf die sanfte Tour

Um den Druck beim Naseputzen zu reduzieren, ist es ratsam, ein Nasenloch zuzuhalten. Dadurch sinkt das Risiko, dass Nasenschleim in die Ausgänge der Nasennebenhöhlen oder bis zum Mittelohr vordringt. Das Taschentuch sollte nach dem Schnäuzen sofort entsorgt werden, um eine Ausbreitung der Erkältungsviren zu verhindern.

Bei Aufenthalten in beheizten Räumen oder wenn der Schnupfen über einen längeren Zeitraum anhält, trocknen die Nasenschleimhäute schnell aus. Es kommt vermehrt zu wunden Stellen in der Nase und um die Nase herum.

Bei trockener Nase und wenn sich der Schleim nicht vollständig ausschnauben lässt, sind dann Nasenduschen empfehlenswert. Die handlichen Geräte befreien das Riechorgan auch von hartnäckigen Sekretresten und entfernen den Schleim im kleinsten Nasenwinkel.

Nasenspülungen sind schleimlösend und regen die Selbstreinigung der Nase an. Die Spülungen eignen sich auch

Nasensauger für Kinder

Babys und Kleinkinder können ihre Nase noch nicht alleine putzen. Eine verstopfte Nase leert sich jedoch nicht von alleine, weshalb Eltern die Verantwortung für eine regelmäßige Nasenreinigung übernehmen müssen.

Damit angesammeltes Nasensekret sicher entfernt wird, sind Nasensauger eine gute Wahl. Die Ansauggeräte arbeiten mit sanftem Unterdruck und lassen sich individuell regulieren.

Neugeborene sind im ersten halben Jahr nicht in der Lage, durch den Mund zu atmen, darum ist es von größter Wichtigkeit, eine freie Nasenatmung zu gewährleisten. Können Säuglinge nicht richtig durchatmen, kann es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff kommen.

Eine regelmäßige Reinigung mit einem Nasensauger verhindert, dass Nase und Atemwege verstopfen. So ist garantiert, dass Babys besser schlafen und auch beim Stillen keine Atemprobleme bekommen. Nasensauggeräte sind in der Apotheke erhältlich.

Stoff oder Papier - welches Taschentuch ist besser?

HNO-Spezialisten und Epidemiologen raten zu Papiertaschentüchern, denn diese können sofort nach der Benutzung entsorgt werden. Und wer hat schon Lust, jede Woche Berge von Stofftaschentüchern zu waschen?

Wichtig: Jedes Taschentuch sollte grundsätzlich nur einmal zum Naseputzen verwendet werden, ansonsten verbreiten sich die Bazillen in Windeseile und das Risiko einer erneuten Ansteckung steigt erheblich.

Nach dem Schnupfen oder Niesen ist zudem das Händewaschen besonders wichtig, um sich selbst und seine Mitmenschen vor den Viren zu schützen. Noch besser ist das Niesen in die Armbeuge statt in die Hände.

Ausnahme Nasenbluten

Bei Nasenbluten ist das Schnäuzen jedoch kontraproduktiv, denn auch bei leichtem Druck können sich Blutungen schnell verstärken. In diesem Fall kann das sanfte Hochziehen sinnvoll sein.

Quellen:

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  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
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  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, 2019, ISBN 3981466098
  • Edouard Battegay: Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten: Vom Symptom zur Diagnose, Thieme, 2017, ISBN 3133448218
  • Verena Corazza, Renate Daimler, Renate Daimler, Krista Federspiel, Vera Herbst, Kurt Langbein, Hans-Peter Martin, Hans Weiss: Kursbuch Gesundheit: Gesundheit und Wohlbefinden. Symptome und Beschwerden. Krankheiten. Untersuchung und Behandlung, Kiepenheuer&Witsch, 2006, ISBN 3462035932
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

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