Nervenzusammenbruch

Bei akutem Stress reagiert die Psyche stark auf die Situation

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  • von Paradisi-Redaktion
Junge Frau hält Hände vor Gesicht, Trauer, Einsamkeit
Trauer © Berchtesgaden - www.fotolia.de

Umgangssprachlich ist eine psychische Überlastungsreaktion ein Nervenzusammenbruch. Dabei gibt es keinen Schaden an den Nerven, sondern die Person reagiert heftig auf eine ungewöhnliche Situation. Weinkrämpfe und Zittern sind Ausdruck von Hilflosigkeit und Aufgewühltheit.

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Als Nervenzusammenbruch bezeichnet man eine Akute Belastungsreaktion (ABR) der Psyche. Diese wird durch eine extreme psychische Belastung der betroffenen Person hervorgerufen.

Ein Nervenzusammenbruch ist also kein physischer Schaden an den Nerven, sondern eine extreme psychische Reaktion des Betroffenen auf eine ungewöhnliche Situation oder durch zunehmenden psychischen Druck.

Ausgelöst werden akute Belastungsreaktionen durch schlimme Erlebnisse wie Unfälle, Gewalt oder den Verlust eines geliebten Menschen. Aber auch täglicher Druck im Alltag oder am Arbeitsplatz kann mit der Zeit zu einem Nervenzusammenbruch führen.

Grundsätzlich gilt ein Nervenzusammenbruch bzw. eine Akute Belastungsreaktion nicht als Krankheit, sondern als psychische Reaktion eines Menschen auf außergewöhnliche, belastende Situationen. Ein Nervenzusammenbruch beginnt normalerweise mit einem außergewöhnlich belastenden Erlebnis.

Die Dauer einer Akuten Belastungsreaktion liegt zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen. In einigen Fällen kann der Zusammenbruch auch einige Wochen dauern. Bei einer Dauer von mehr als vier Wochen liegt jedoch eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) vor. In diesem Fall handelt es sich dann um eine Krankheit, die behandelt werden muss.

Symptome einer Akuten Belastungsreaktion sind Wahrnehmungsstörungen, Desorientierung und Bewusstseinseinengung der betroffenen Person. Es kommt zu sinnlosen Handlungen und emotionalen Schwankungen. Zudem hat der Betroffene das Gefühl, nicht er selbst zu sein.

Das Verhalten einer betroffenen Person wechselt zwischen Aggression, starker Trauer und Teilnahmslosigkeit. Außerdem treten körperliche Reaktionen wie Übelkeit, Schwitzen und Herzrasen auf. Danach kommt es zu einer Verarbeitungsphase, in der die betroffene Person das traumatische Erlebnis durch Albträume oder so genannte Flashbacks wiedererlebt.

In manchen Fällen kommt es bei den Betroffenen auch zu eingeschränkter Empfindungsfähigkeit oder zu erhöhter Erregung mit Schlafstörungen, Nervosität und Schreckhaftigkeit. In der Regel nehmen die Beschwerden nach der Verarbeitungsphase ab und verschwinden dann schließlich.

Da ein Nervenzusammenbruch bzw. eine Akute Belastungsreaktion keine Erkrankung ist, wird keine spezielle Behandlung durchgeführt. Beruhigungsmittel werden in der Regel nicht mehr verabreicht, da diese eine Posttraumatische Belastungsstörung begünstigen könnten. Stattdessen wird auf Prävention durch psychologisch geschultes Personal gesetzt.

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