Gähnen

Wird oft als Zeichen für Langeweile oder Müdigkeit gewertet, kann aber auf eine Erkrankung hinweisen

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  • von Paradisi-Redaktion
Junge Frau sitzt im Bett und gähnt
Beautiful teenager on white bed at her home © Dash - www.fotolia.de

Gähnen wird im Volksglauben als Zeichen für Müdigkeit oder Sauerstoffmangel gesehen. Es kann in einigen Fällen aber auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen, zum Beispiel auf Multiple Sklerose, Strahlenkrankheit, Migräne, Amyotrophe Lateralsklerose oder Drogenentzug. Einige Medikamente können ebenfalls ein gesteigertes Gähnbedürfnis hervorrufen.

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Wer Schläfrigkeit abwehrt, dem öffnet sich der Mund zu gähnender Leere. Dabei breitet sich ein tiefer Atemzug vom Unterbauch bis in die Nasen- oder Fingerspitzen aus – oft begleitet von einem Recken und Strecken der Glieder. Auf diese Weise wird ein Druckausgleich zwischen Mittelohr und Außendruck durch die Ohrtrompete (Eustachi-Röhre) hindurch erreicht, der sich sonst kleinschrittig in Kau- oder Schluckbewegungen vollzieht.

Möglicherweise schafft Gähnen einen unwillkürlichen Kontakt zwischen Motorik und Gehirn. Es ist eines der ersten Reflexe von Neugeborenen und hilft uns – besonders beim Fliegen oder Tauchen, vielleicht sogar einem aufziehenden Gewitter – den Luftdruckschwankungen zu begegnen... bis ein hörbarer Knacks die eingetretene Balance signalisiert.

Am häufigsten wird morgens beim Aufstehen oder abends bei einsetzender Schläfrigkeit gegähnt. Die Neurotransmitter, die das Gähnen auslösen, steuern auch unseren Appetit und unser emotionales Befinden. So können weit auseinanderklaffende Kiefer sowohl Ausdruck von Müdigkeit als auch von Langeweile und Unlust sein.

Bekannt ist die ansteckende Wirkung von Gähnen - umstritten dagegen seine Wechselwirkung mit Sauerstoffmangel im Blut. Es gibt Medikamente (Serotonin-, Dopamin- oder Glutaminsäure), die unsere Gähnfrequenz erhöhen, während andere (Opioide, die der Körper selbst herstellt) die Gähnfrequenz senken. Selten tritt vermehrtes Gähnen als Krankheitssymptom auf - etwa bei Drogenentzug, Strahlenkrankheit oder Multiple Sklerose. Es mag dem Betroffenen peinlich sein, hat aber keinerlei schädliche Auswirkung.

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