Bewusstseinsstörungen - Ursachen und Behandlung

Es gibt verschiedenartige Bewusstseinsstörungen. Teilweise liegt ein medizinischer Notfall vor, der sofort behandelt werden muss.

Die Entstehung von Bewusstseinsstörungen und wie man sie behandeln und lindern kann

Ursachen

Ursache für eine kurze Ohnmacht kann beispielsweise ein zu niedriger Blutdruck sein. Bei Jugendlichen in der Pubertät kommt dies häufiger vor.

Das Gehirn ist dann kurzzeitig zu wenig durchblutet. Dies kann auch vorkommen, wenn ein Betroffener lange Zeit sitzt und dann aufsteht.

In vielen Fällen tritt eine Bewusstseinsstörung in Folge eines Unfalles auf, bei der der Patient zum Beispiel ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat. Auch Vergiftungen oder das Versagen lebenswichtiger Organe (zum Beispiel der Leber) können ebenfalls eine Bewusstseinsstörung hervorrufen.

Erkrankkungen

Auch Krankheiten wie die Epilepsie oder Herzerkrankungen (zum Beispiel Herzrhythmusstörungen) können zu einer kurzen Ohnmacht führen. Krankheiten wie die Schizophrenie oder eine verursachen die qualitative Bewusstseinsstörung.

Auch Patienten mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus können unter einer Bewusstseinsstörung leiden, wenn der Zucker nicht richtig eingestellt ist und der Patient lange Zeit kein Insulin gespritzt hat. Es kann so zum diabetischen Koma kommen, wenn der Patient sich im Unterzucker befindet.

Komplikationen

Ob es bei Bewusstseinsstörungen zu Komplikationen kommt, hängt von deren auslösender Ursache ab. So kann sich das Befinden des Betroffenen von selbst wieder bessern, aber auch erheblich verschlechtern. In schweren Fällen ist es dann nicht mehr möglich, das Alltagsleben ohne Hilfe zu bewältigen.

Bei gravierenden Erkrankungen wie

wie zum Beispiel einer Pilzvergiftung, besteht sogar Lebensgefahr. Besonders bedenklich sind Bewusstseinstrübungen im Straßenverkehr, weil dabei die Gefahr von schweren Unfällen besteht.

Wann zum Arzt?

Im Falle von Bewusstseinsstörungen sollte stets ein Arzt zu Rate gezogen werden. So ist eine medizinische Betreuung und Beobachtung des Patienten überaus wichtig. Ist eine psychische Erkrankung für die Bewusstseinstrübungen verantwortlich, gilt es, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.

Diagnose

Bewusstseinsstörungen sind normalerweise schon nach wenigen Untersuchungen feststellbar. So weist eine verlangsamte oder unangemessene Reaktion des Patienten bei der Ansprache durch den Arzt oft schon auf eine Bewusstseinstrübung hin. Außerdem werden dem Patienten simple Fragen gestellt.

Darüber hinaus muss er einige mechanische Tests absolvieren, um ermitteln zu können, ob er an einer Bewusstseinsstörung leidet. Des Weiteren ist es wichtig, herauszufinden, ob die Bewusstseinsstörung psychische Ursachen hat, weil dann eine psychotherapeutische Behandlung erforderlich sein kann.

Untersuchung bei Benommenheit

Handelt es sich um eine Benommenheit, ermittelt der Arzt, ob tatsächlich eine Bewusstseinsstörung oder nur ein Schwindelanfall vorliegt. Auch die Schmerzreaktion sowie die Reflexe des Patienten werden geprüft.

Auf diese Weise kann der Mediziner feststellen, wie stark ausgeprägt die Bewusstseinsstörung ist und eine entsprechende Therapie einleiten. Bei schweren Bewusstseinsstörungen ist eine ständige ärztliche Beobachtung und Versorgung notwendig.

Behandlung

Bewusstseinsstörungen werden unterschiedlich behandelt.

Bei einer tiefen Störung

Besteht eine tiefe Bewusstseinsstörung und ist der Patient nicht ansprechbar, muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Zuvor wird die Atmung kontrolliert und der Patient gegebenenfalls beatmet.

Die weitere Behandlung erfolgt in der Regel in einem Krankenhaus. Bei einer starken Bewusstseinsstörung wird der Patient dort künstlich beatmet. Oftmals hilft es bereits auch, wenn der Patient flach hingelegt und die Beine angehoben werden.

Bei einer qualitativen Störung

Patienten, die unter einer qualitativen Bewusstseinsstörung leiden, erhalten häufig verschiedenartige Medikamente, je nach Art der zugrunde liegenden Krankheit.

Bei psychischen Krankheiten

Liegt der Bewusstseinsstörung eine psychische Krankheit zugrunde, erfolgt eine langfristige Gesprächstherapie bei einem Facharzt für Psychologie oder Psychotherapie.

Bei Unterzuckerung

Wenn ein Patient sich im Unterzucker befindet und daher das Bewusstsein verliert, muss ihm so schnell wie möglich ein Traubenzucker gegeben oder eine Zuckerlösung verabreicht werden, damit sich der Zuckerspiegel im Blut wieder normalisieren kann.

Selbsttherapie

Im Falle einer Bewusstseinsstörung kann der Patient selbst nicht viel tun, sodass in der Regel eine ärztliche Behandlung nötig ist. Als leichteste Form der quantitativen Bewusstseinsstörungen gilt die Benommenheit, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird.

Die Aufmerksamkeit des Patienten ist bei einer Benommenheit reduziert, allerdings lässt er sich noch ansprechen und reagiert meist auch darauf. Für den Fall, dass die Benommenheit durch die Einnahme von Alkohol oder Drogen hervorgerufen wurde, ist es wichtig, diese Substanzen umgehend abzusetzen.

Teilweise können auch

hilfreich sein. Auch Kneipp-Anwendungen wie das Wassertreten können den Kreislauf in Schwung bringen. Diese Maßnahmen sind jedoch nur zur Vorbeugung einer weiteren Ohnmacht geeignet, nicht zur akuten Behandlung.

Vorbeugung

Bewusstseinsstörungen konkret vorzubeugen, ist oftmals gar nicht möglich, da sie häufig durch Erkrankungen, Verletzungen oder Unfälle verursacht werden. Sind jedoch Substanzen wie Alkohol oder Drogen für die Bewusstseinstrübungen verantwortlich, muss die betroffene Person auf deren Einnahme verzichten. Vorsicht ist zudem beim Umgang mit giftigen Stoffen im Rahmen von Handwerksarbeiten geboten.

Als allgemeine Vorbeugemaßnahmen gegen Bewusstseinsstörungen wie Benommenheit gelten

Auf diese Weise lassen sich Erkrankungen, die Bewusstseinstrübungen hervorrufen, wie zum Beispiel ein Schlaganfall, vermeiden.

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